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Sagen aus Rom

: Sagen aus Rom - Brutus, der erste römische Konsul
Quellenangabe
typeinbook
titleBrutus, der erste römische Konsul
senderjuergen@redestb.es
booktitleMaerchen und Sagen
publisherDas Beste
isbn3-87070-039-4
authorÜberlieferung
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Brutus, der erste römische Konsul

Söhne des Tarquinius Priskus waren ganz anders geartet als der weise und gerechte Vater, der vom Volke verehrt wurde. Tarquinius Superbus, der »Stolze«, errichtete eine Gewaltherrschaft des Königtums, nachdem er seinen Bruder ermordet hatte, um dessen Frau zu ehelichen. Er regierte das Land nach seiner Willkür und achtete wenig auf die Gesetze. Da erhob sich das römische Volk und vertrieb ihn aus der Stadt. Rom wurde Republik, und Konsuln traten an die Spitze der Stadtgemeinde. Tarquinius fand in Etrurien Unterschlupf, und es gelang ihm sogar, die Freundschaft des Tuskerkönigs Porsenna zu gewinnen. Er gab seine Sache nicht verloren und hoffte, sich durch Schlauheit und List des Zepters wieder zu bemächtigen.

Tarquinius Superbus besaß noch Anhänger in Rom. Sogar die Söhne des Konsuls Brutus, der ihn vom Throne gestoßen hatte, fühlten sich – am Hofe aufgewachsen – ihm innerlich mehr verbunden als den neuen Konsuln. Darauf baute Tarquinius seinen Plan. Er schickte Gesandte nach Rom, die öffentlich über die Rückgabe seines Privateigentums verhandeln sollten, insgeheim gab er ihnen den Auftrag, eine Verschwörung anzuzetteln und das Konsulat zu beseitigen.

Die Verschwörung wurde jedoch vorzeitig entdeckt. Den Gesandten des Tarquinius, die unter dem Schutz des geheiligten Gastrechts standen, wurde die sofortige Abreise nahegelegt; die mitbeteiligten Römer, auch die Söhne des Brutus, kamen vor das Konsulargericht.

Kopf an Kopf stand die Menge auf dem Forum, als die beiden Konsuln, Brutus und Collatinus, am nächsten Morgen den Prozeß eröffneten.

»Ich frage Euch, Titus und Tiberius«, rief Brutus, indem er die schriftlichen Beweise ihrer Schuld in die Höhe hielt, »ob ihr das Verbrechen des Hochverrats eingestehen wollt?«

Als von den Söhnen keine Antwort kam, fällte er das Urteil: »Euer Schweigen nehme ich als Geständnis. Titus und Tiberius, die Söhne des Konsuls Lucius Junius Brutus, werden zum Tod durch das Beil verurteilt. Liktoren, waltet eures Amtes!«

Viele aus dem Volke schrien auf und baten um Gnade für die Verurteilten, während die Jünglinge von den Liktoren ergriffen und zum Richtblock geschleppt wurden. Manch einer unter der Menge barg sein Gesicht in den Händen, Brutus aber stand regungslos da, wie zu einer Bildsäule erstarrt, und sah unverwandten Blickes zu, wie seine Söhne enthauptet wurden.

Auch die Neffen des Collatinus, der die Volksversammlung für die Jünglinge um Gnade bat, wurden hingerichtet. Jetzt erst gab sich Brutus seinem Schmerze hin. Er zerriß als Zeichen tiefster Trauer sein Gewand und ließ die heilige Opferflamme entzünden.

Brutus hatte zwei Söhne verloren, Rom aber die Zuversicht gewonnen, daß die neuen Konsuln die Bürde ihres Amtes zu tragen würdig seien.

Als der erste Konsul später im Kampfe gegen Tarquinius fiel, trugen die Frauen Roms ein ganzes Jahr Trauerkleider für Brutus, den Vater der Freiheit.

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