Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > >

Sagen aus Niedersachsen

: Sagen aus Niedersachsen - Kapitel 71
Quellenangabe
titleSagen aus Niedersachsen
typelegend
created20020117
senderhille@abc.de
modified20170929
Schließen

Navigation:

Der Schatz im Brunnen der Holterburg

Die Holterburg liegt in Osnabrück; nur noch einige Mauerreste ragen dort empor, wo früher die Burg stand. Im Burghof war ein Brunnen. In diesem Brunnen soll ein Schatz liegen, ein goldener Tisch mit diamantener Platte, viele, viele tausend Taler wert. Einst lebte dort eine weise Frau, die wußte ein Sprüchlein, damit konnte man den Zauber lösen und den Schatz gewinnen. Eines Tages nun nahm sie sich zwei starke Leute mit und versprach ihnen, den Gewinn mit ihnen zu teilen, wenn sie ihr behilflich sein wollten, den kostbaren Tisch aus dem Brunnen zu holen. Sie waren es zufrieden; denn wer möchte nicht gern schnell reich werden? Unterwegs aber schärfte das Weib den Leuten ein, daß sie am Brunnen kein Wort sprechen sollten, sonst sei alle Mühe vergebens. Als sie nun dort angekommen waren, sprach die Alte ihr Sprüchlein, die Männer ließen lange Stricke mit eisernen Haken in die Tiefe hinab, und bald fühlten sie, daß sie etwas gefaßt hatten. Sie zogen und zogen – und siehe da, der Tisch war schon am Rande des Brunnens, und die Platte, die aus einem einzigen Diamanten bestand, leuchtete wie die Sonne. Von dem Glanz geblendet, rief der eine Mann aus: »O Jesus Maria!« In demselben Augenblick fiel der Schatz wieder donnernd in die Tiefe und liegt noch heute dort. Das Weib war vor Schreck gestorben, und auf das Sprüchlein konnte sich niemand mehr besinnen.

 


 

 << Kapitel 70  Kapitel 72 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.