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Sagen aus Niedersachsen

: Sagen aus Niedersachsen - Kapitel 47
Quellenangabe
titleSagen aus Niedersachsen
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Der Esel vom Kloster Lüne

Im Kloster Lüne hielt man einen Esel, der jeden Morgen mit Roggen und Weizen zur Abtsmühle in Lüneburg pilgern mußte, um das Brotkorn dort mahlen zu lassen. Am 30. April 1372 hatte der Treiber mit seinem Esel bis in den Nachmittag warten müssen, und als er spät zurückkehrte, sah er das Kloster in Flammen. Alle Vorräte gingen verloren, nur das Mehl nicht, welches der Esel auf dem Rücken trug, den man nach der Katastrophe grasend auf einer Weide an der Ilmenau fand, als ob ihn das Feuer nichts angehe. Von dem Mehl, das er trug, konnten die Nonnen das erste Brot wieder backen, und an der Stelle, wo man den Esel grasend antraf, wurde später das neue Kloster errichtet. Dem strömten von allen Seiten, von Fürsten, geistlichen und weltlichen Herren in Lüneburg so viele Unterstützungen zu, daß es bald reicher wurde, als es je zuvor gewesen. Als die Nonnen aber infolgedessen übermütig wurden und ihrem Klosteresel silberne Hufe machen ließen, kam der von seinem nächsten Mühlengang nicht mehr zurück; der Übermut der Klosterjungfrauen wurde bekannt, und die Geschenke hörten auf. Um das Andenken an diese Ereignisse der Nachwelt aufzubewahren, ließen die Nonnen den Esel mit dem silbernen Huf auf Glas malen und in ein Fenster des Kreuzganges setzen.

 


 

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