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Sagen aus Niedersachsen

: Sagen aus Niedersachsen - Kapitel 27
Quellenangabe
titleSagen aus Niedersachsen
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Die Natternkönigin

Einmal hatte ein Bauer in der Nähe Verdens Besorgungen in der Stadt gemacht. Der Heimweg führte ihn durch einen wilden Wald. Wie er so seines Weges ging, raschelte es im Laub und eine Schlange wand sich heraus. Die trug auf dem Kopf eine goldene Krone, an der aber ein Zacken fehlte. Sie setzte sich auf den Weg, reckte den Hals und sprach: »Höre, ich will zur Essemühle, wo die Zwerge wohnen. Sie sollen meine Krone wieder ganz machen, ein Ast hat sie mir beschädigt. Heb mich auf deine Schulter und nimm mich mit.« Damit ringelte sie sich an seinem Stock empor. Der Bauer aber traute seinen Sinnen nicht und warf das Tier ins Gebüsch.

Da krochen aus dem Wald viele Schlangen, die sich um ihre Königin ringten und auf den Bauern losfuhren; entsetzt floh er. Wie er so querfeldein über den Acker lief, gewahrte er, wie die Spitze seines Stockes in roter Glut leuchtete. Er warf ihn fort und erreichte mit Mühe seinen Hof.

Bäuerin und Gesinde, denen er den Vorfall erzählte, glaubten, er habe beim Kronenwirt zu tief ins Glas geguckt, und verlachten ihn.

Es wurde Erntezeit. Da kam eines Abends der Besitzer jenes Haferfeldes in sein Haus und zeigte ihm eine Handvoll schwerer Haferkörner, die er von seinem Acker geerntet hatte. Es war pures Gold.

Jetzt erkannte der Bauer, daß die Spitze seines weggeworfenen Stockes von Golde geleuchtet hatte. Aber alles Suchen blieb vergebens.

Der Besitzer des goldenen Hafers gelangte durch diese Ernte zu Reichtum und ließ sich einen Ring mit zwei Schlangenköpfen anfertigen. Und der Ring bewährte seine glückbringende Kraft an allem, was auf dem Hofe geschah.

Nach vielen, vielen Jahren kam ein junger Bauer auf den Hof. Der mißachtete der Väter Brauch und Glauben und verkaufte den Ring. Alsbald wich der Wohlstand von seinem Haus. Die Äcker und Wiesen versandeten, nur mühselige Arbeit verhalfen ihm zu etwas Lohn.

 


 

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