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Sagen aus Mecklenburg-Vorpommern

: Sagen aus Mecklenburg-Vorpommern - Kapitel 66
Quellenangabe
titleSagen aus Mecklenburg-Vorpommern
typelegend
created20020117
senderhille@abc.de
modified20170929
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Die Vampire in Cassuben

Im Lande Cassuben hat es sich sonst zugetragen, daß zuweilen Kinder mit einer ganz feinen Kopfbedeckung, wie ein zartes Mützchen gestaltet, auf die Welt gekommen sind. Will man nun verhindern, daß ein solches Kind, wenn es gestorben, ein Vampir werde, so muß man ihm das Mützchen abnehmen, es trocknen und dann sorgfältig aufbewahren. Bevor nun die Mutter desselben nach ihren Sechswochen zur Kirche und zum Opfer geht, muß sie es verbrennen und die Asche zu Pulver reiben und mit Muttermilch vermischt dem Kinde eingeben. Geschieht dies nicht und stirbt ein solcher mit der Mütze geborener Mensch, bevor er auf diese Weise die Mütze aufgegessen hat, so ersteht daraus das schrecklichste Unglück. Begraben richtet er sich im Sarge auf und verzehrt zuerst alles Fleisch an seinen Händen und Füßen, sammt seinem Sterbehemde. Dann steigt er aus dem Sarge heraus und verzehrt nun die Lebenden, zuerst seine Anverwandten, die nähern und dann die entfernteren; ist alles tot, dann läutet er die Kirchenglocken im Dorfe und nun muß alles sterben, Groß und Klein, so weit der Schall der Glocken reicht. Gegen diesen Totenfresser gibt es nur ein Mittel, man muß ihn ausgraben und mit einem Spaten seinen Kopf vom Rumpfe abstechen.

 


 

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