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Sagen aus Mecklenburg-Vorpommern

: Sagen aus Mecklenburg-Vorpommern - Kapitel 54
Quellenangabe
titleSagen aus Mecklenburg-Vorpommern
typelegend
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Der Name der Stadt Greifswald

Das Wappen der Stadt Greifswald besteht in einem Greife. Dasselbe soll an die Gründung der Stadt erinnern. Da wo jetzt die Stadt liegt, befand sich ehedem ein dichter, fast undurchdringlicher Wald. Rings um denselben war ebenfalls alles wüst und unbebaut, bloß die Gegend um das Kloster Eldena, welches nicht weit vom Ausflusse des Ryks in die See liegt, war angebaut. Da beschlossen die Bewohner des Klosters in ihrer Nähe eine Stadt zu erbauen, und sie sandten einige aus ihrer Mitte aus, um einen passenden Platz zur Anlegung derselben auszuwählen. Sie gingen den Fluß Ryk hinauf, wo sie auch eine, wie sie meinten, vortrefflich dazu geeignete Stelle fanden; um selbige aber genau abzustecken, gingen sie ein Stück in den nahegelegenen Wald hinein, da fanden sie auf einem abgebrochenen Baumstamme ein Nest, auf dem saß ein großer vierfüßiger Greif mit einem doppelten Schwanze und brütete. Da hielten sie dies für ein gutes Zeichen und erbauten auch wirklich hier die Stadt Greifswald, der Ort aber, wo das Nest gewesen ist, soll der älteste Teil der Stadt, der sogenannte Schuhhagen gewesen sein. Der Greif aber hat sich weiter in den Wald hineinflüchten müssen, hat aber aus Rache manches Rind aus der jungen Stadt geraubt. An jener Stelle ist es aber immer unheimlich zugegangen, bald hat man dort des Nachts ein großes Weib gesehen, das ein großes Schlüsselbund trug und damit rasselnd eine Herde Ferkel vor sich hertrieb, bald eine Frau, die eine Herde schneeweiße Gänse vor sich hertrieb, bald ein schwarzes, bald ein weißes Pferd, welches den Leuten aufhockte und sie so lange drückte, bis ihnen das Blut aus Maul und Nase floß.

 


 

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