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Sagen aus Mecklenburg-Vorpommern

: Sagen aus Mecklenburg-Vorpommern - Kapitel 136
Quellenangabe
titleSagen aus Mecklenburg-Vorpommern
typelegend
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modified20170929
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Sankt Nikolaus in Greifswald

In einer Kirche von Greifswald stand einst ein hölzernes Bild des heiligen Nikolaus. Eines Nachts brach ein Dieb in diese Kirche ein, um den Opferstock zu berauben. Da erhob das Bild des Heiligen drohend den Arm gegen den Dieb. Dieser aber ließ sich nicht erschrecken und rief grinsend: »Lieber Sankt Nikolaus, ist das Geld im Kasten dein oder ist es mein? Weißt du was? Wir wollen darum laufen! Wer zuerst zum Opferstock kommt, dem soll das Geld gehören.« Dann rannte der freche Dieb eilig durch das lange Schiff der Kirche dem Chor zu – aber siehe da! Das Bild lief auch und stand am Opferstock, als der Dieb hinkam.

»Wahrhaftig, Sankt Nikolaus«, höhnte der Dieb nun in seiner unerhörten Frechheit, »du könntest wirklich beim Herzog Läufer werden! Du hast gewonnen; aber was in aller Welt nützt dir das Geld? Wäre ich wie du aus Holz und hätte nie Hunger und Durst, so wäre mir gar nicht um das Geld zu tun. Drum hab, ein Einsehen und gönne mir das Geld!« Damit brach er den Opferstock auf, nahm das Geld und eilte fort.

Bald darauf starb dieser Dieb und fand ein ehrliches Begräbnis; denn niemand wußte, daß er ein Kirchenräuber war. Aber seine Schandtat fand doch ihre Strafe. Denn kaum war der Dieb beerdigt, so stiegen die Teufel aus der Hölle herauf, rissen seinen Leib aus dem Grabe und warfen ihn zu dem beraubten Opferkasten hin. Dann schleiften sie ihn vor die Stadt und hingen ihn an die Flügel einer Windmühle. Von diesem Augenblick an drehten sich die Flügel dieser Mühle verkehrt herum, solange sie stand, als ein Wahrzeichen des Unrechts, das nie gut tut.

 


 

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