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Sagen aus Mecklenburg-Vorpommern

: Sagen aus Mecklenburg-Vorpommern - Kapitel 126
Quellenangabe
titleSagen aus Mecklenburg-Vorpommern
typelegend
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modified20170929
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Die goldene Henne in Vineta

Vor vielen Jahren lebte in Vineta ein altes Mütterchen. Das hatte eine sonderbare Henne, die jeden Tag ein goldenes Ei ins Nest legte. Die Nachbarn wußten das nicht, und darum wunderten sie sich, woher das Mütterchen den großen Reichtum hatte. Einst besuchte es ein entfernter Verwandter; dem erzählte es von dem Huhn.

»Oh«, sagte dieser, »das mußt du noch schlauer anfangen. Jetzt erhältst du täglich nur ein Ei. BefoIge meinen Rat, und du hast Tag für Tag eine große Menge. Bringe unten in dem Hühnerkorb eine Klappe an. Wenn nun die Henne gelegt hat, so nimmst du ihr heimlich das Ei unter dem Leibe fort. Das Tier wird aufstehen und das Ei begackern wollen. Es findet nichts und legt flugs noch eins, bei dem du es darin wiederum so machst wie beim ersten. Auf diese Weise kannst du so viele Eier erlangen, wie du nur haben willst.«

Dieser Rat leuchtete dem Mütterchen ein, und da der große Reichtum es ohnedies geldgierig gemacht hatte, ging es sogleich ans Werk und verfertigte die Klappe. Als am anderen Morgen das Huhn sich in den Korb gesetzt hatte und die Frau glaubte, jetzt sei das Goldei gelegt, griff sie eilig durch die Klappe und fuhr dem Tier unter den Leib. Aber sie erwischte kein Ei, sondern einen Zettel. Verwundert zog sie ihn heraus, und da standen folgende Worte drauf: »Du suchst mich zu betrügen; nun straf' ich dir das Lügen!«

Kaum hatte sie diese Worte zu Ende gelesen, so stürzte sie auf die Henne, um wenigstens diese zu retten. Aber das Huhn war verschwunden, und mit den goldenen Eiern war es für immer vorbei.

 


 

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