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Sagen aus Mecklenburg-Vorpommern

: Sagen aus Mecklenburg-Vorpommern - Kapitel 125
Quellenangabe
titleSagen aus Mecklenburg-Vorpommern
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Die Glocken im schwarzen See bei Wrangelsburg

Bei Wrangelsburg, Kreis Greifswald, liegt ein See, dessen Wasser kohlschwarz glänzen soll und der unergründlich tief ist , auch die Fische, die in dem See leben, sehen ganz schwarz aus. Der See heißt im Volksmund der Schwarze See.

Vor vielen Jahren ist in dem Schwarzen See eine Kirche versunken, und seit der Zeit kann man alljährlich am Johannistag Glockengeläut unter dem Wasser hören.

An solch einem Tag lief einst ein kleines Mädchen an den See, um dort die Puppenwäsche zu waschen. Als sie damit fertig war, breitete sie die Wäsche am Ufer zum Trocknen aus, jedoch ein Stück legte sie auf den Bügel einer Glocke. Daneben ruhten aber noch zwei andere Glocken, auf die das Mädchen kein Zeug legte. Als die Mittagsstunde vorüber war, hörte das Mädchen plötzlich, wie eine Glocke laut und deutlich summte:

Anne Margarete,
Kumm mit in de Deepe (Tiefe)!

Darauf antwortete die andere Glocke, auf der die Puppenwäsche lag:

Ach ne, Anne Marie,
Ick bliew leewer hie!

Als das Mädchen zu Hause erzählte, was es gehört hatte, kamen die Leute aus der ganzen Umgegend mit Pferden und Gespannen, um sich die Zauberglocke zu holen und in ihre Kirche zu schaffen. Aber wie sehr sie sich auch abmühten und wie viele Pferde sie auch vorspannten, es gelang ihnen nicht, die Glocke von der Stelle zu schaffen. Man sagt, die Glocke sei mit dem Boden verwachsen, jetzt ist sie außerdem ganz mit Erde bedeckt, so daß man nicht einmal mehr genau die Stelle kennt, wo sie unter dem Hügel liegt.

Von Zeit zu Zeit erscheinen immer wieder Leute mit Krampen und Spaten am See, um nach der Glocke zu graben; aber bisher ist alles Nachforschen vergeblich gewesen.

 


 

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