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Sagen aus Mecklenburg-Vorpommern

: Sagen aus Mecklenburg-Vorpommern - Kapitel 107
Quellenangabe
titleSagen aus Mecklenburg-Vorpommern
typelegend
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Die drei Hähne

In Jurgaltschen gehen viele Leute frühmorgens in die Kirche ein bißchen beten. Im Sommer 1914 hatte der Glöckner einmal vergessen, zeitig aufzustehen, und die Kirchentüre war noch nicht aufgeschlossen. Wie schon ein paar Leute da waren und weil sie nicht draußen warten wollten, mußte einer nach dem Glöckner gehen. Der Glöckner kam auch gleich und schloß vor allen die Tür auf. Die Leute drängten sich schnell in die Kirche hinein, und jeder wollte seinen Platz aufsuchen. Als sie aber nach dem Altar hinsahen, da erschraken alle und ihnen wurde gleich ganz kalt bei dem, was sie sahen: Vor dem Altar stand ein Mann, den keiner kannte; und sie sahen gleich, daß der nicht von hier war. Seine Kleider waren wie Erde und seine Mütze spitz wie ein Zuckerhut. Keiner konnte sich denken, wie der in die verschlossene Kirche reingekommen war. Unter den Armen hatte er drei Hähne. Einer war rot wie Blut, einer war pechschwarz wie ein Tuch, der dritte war fahl wie Erde. Der mit den Hähnen stand steif wie ein Prickel. Er rührte sich nicht ein bißchen und sah aber alle an. Und alle Leute waren halb tot. Auf einmal sagte hinten ein Alter: »Unser Herre Gott, unser Herre Gott, unser Herre Gott! « Grade, wie er das sagte, hob jener die drei Hähne in die Höhe, hielt sie ein Weilchen ganz still und war auf einmal von dem Platz vor dem Altar verschwunden.

 


 

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