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Sagen aus Mecklenburg-Vorpommern

: Sagen aus Mecklenburg-Vorpommern - Kapitel 102
Quellenangabe
titleSagen aus Mecklenburg-Vorpommern
typelegend
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modified20170929
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Wie man einen Wechselbalg loswird

In Pillau im Samland war eine Mutter neben ihrem Kind eingeschlafen. Da schlich eine Untererdsche (Unterirdische) herbei und vertauschte ihr eigenes Kind mit dem getauften Kindlein. Als die Mutter erwachte, sah sie zu ihrem Entsetzen einen Wechselbalg mit schrecklich großem Kopf neben sich liegen. Darüber war sie sehr unglücklich.

Als dieses Wesen eines Tages kein Lebenszeichen von sich gab, glaubte sie schon, es sei gestorben, und rüstete sich, es zu verscharren. Durch das Fenster einen Blick in die Stube werfend, sah sie den Wechselbalg auf dem Tisch tanzen. Er war grausig anzusehen mit seinen dünnen Beinchen und seinem Wasserkopf. Und obgleich er in der Wiege kein Wort gesprochen hatte, sang er jetzt:

»Dat ös man got, dat min Mutterke nicht wet
dat öt Trampeltine het.«

Die Mutter stürzte in das Zimmer, fand das Kind aber schon wieder in der Wiege liegend. Eine Muhme, die zufällig vorbeikam, wußte Rat. Sie heizte den Backofen an und tat so, als ob sie das Kind hineinwerfen wollte. In diesem Augenblick trat die Untererdsche ein. Die Angst um ihr Kind hatte ihr jede Scheu genommen. Das Kind der Frau hatte sie im Arm und legte es in sein Bettchen. Der Muhme aber entriß sie den Wechselbalg. Dann verschwand sie hinter dem Ofen.

 


 

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