Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > >

Sagen aus Hessen

: Sagen aus Hessen - Kapitel 50
Quellenangabe
titleSagen aus Hessen
typelegend
created20020117
senderhille@abc.de
modified20170929
Schließen

Navigation:

Die Lahn hat gerufen

Die Lahn und die Fulda fordern jedes Jahr ein Menschenopfer. Noch jedesmal, wenn jemand in der Lahn bei Gießen ertrunken ist, hat sie vorher laut gerufen, und das haben die Müller und Bleicher, die an dein Wasser sind, schon oft gehört. Es geschieht jedesmal mittags zwischen elf und zwölf Uhr. Da rauscht die Lahn auf, schlägt starke Wellen, und dann ruft es mit starkem Schrei aus dem so aufgeregten Wasser: »Die Zeit ist da! Die Stund' ist da! Wär' nur der Mensch da! « Nur mit Schaudern hört man dann erzählen: »Die Lahn hat gerufen; es ertrinkt bald wieder Jemand!« Und das ist auch allemal eingetroffen; es ist bald darauf wirklich jemand in der Lahn ertrunken. – Bei Neustadt am Heßler ruft oft die Lahn in langen, dumpfen und hohlen Tönen: »Ich will einen Menschen haben, einen Menschen will ich haben! « Dann gehen die Fische haufenweise ins Garn, denn es wird ihnen bange.

 


 

 << Kapitel 49  Kapitel 51 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.