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Sagen aus Franken

: Sagen aus Franken - Kapitel 4
Quellenangabe
titleSagen aus Franken
typelegend
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modified20170929
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Albrecht Dürer – Dürers Adel

Albrecht Dürer, der große Nürnberger Maler, war beauftragt, die Wände des großen neuen Rathaussaales zu schmücken. Tag für Tag arbeitete der Meister an dem »großen Triumphzug des Kaisers«. Kaiser Maximilian war gern in Nürnberg, und kam auch einmal in den Rathaussaal, um Albrecht Dürer bei seiner Arbeit zu besuchen. Sie sprachen über die Figuren und der Kaiser lobte manches, wünschte aber eine Figur ein wenig anders, als der Maler sie dargestellt hatte. Dürer ließ eine Leiter bringen, stieg rasch hinauf und warf die Figur nach der Beschreibung des Kaisers rasch mit Kohle an die Wand. Dabei schwankte die Leiter, so daß der Kaiser Sorge bekam, sie könnte fallen. Da rief der Kaiser einen Pagen und hieß ihm, dem Meister die Leiter zu halten. Der junge Edelmann aber hob seinen Kopf, verneigte sich vor dem Kaiser, und sagte: »Soll ich, ein Edelmann aus bestem Stand, einem bürgerlichen Meister dienen? Das sollen die Diener tun!«

Der Kaiser runzelte die Stirne. Rasch griff er selbst nach der schwankenden Leiter und sagte zu dem eitlen Tropf: »Was der Kaiser tut, wird Euch nicht Unehre machen! Auf dieser Seite ich, auf der dort Ihr.«

Als der Künstler, Albrecht Dürer, wieder herabgestiegen war, wandte sich der Kaiser noch einmal zu dem jungen Herrn und zu seinem adeligen Gefolge und sagte: »Albrecht Dürer ist in seinem Reich der Kunst ein Herr und Fürst wie keiner in der Welt! Aus hundert stolzen Edelleuten kann ich keinen Dürer machen. Aber wenn ich will, aus jedem meiner Untertanen einen Edelmann!«

Dann wandte er sich an Dürer: »Knie nieder!« Der Kaiser zog sein Schwert und sprach: »Dulde diesen Schlag und fürder keinen mehr! Steh' auf als edler Ritter des Heiligen Römischen Reiches! Du sollst deinen Namen behalten wie bisher. Denn du hast ihn selber durch deine große Kunst geadelt! Deine Farbe soll himmelblau sein, mit drei silbernen Schilden zum Zeichen deiner Kunst deines Fleißes und deiner Bescheidenheit!«

 


 

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