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Sagen aus dem Burgenland

: Sagen aus dem Burgenland - Kapitel 16
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titleSagen aus dem Burgenland
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Die Teufelsmühle bei Landsee

An der Straße von Neudorf nach Landsee im Schloßgraben unterhalb der Ruine Landsee stehen die Mauerreste einer Mühle, bei deren Bau der Teufel störend seine Hand im Spiel hatte, weil er den Bau an dieser Stelle nicht dulden wollte.

Vor vielen, vielen Jahren beschloß ein reicher Müller aus der Umgebung, im Schloßgraben eine Mühle zu errichten. Holz, Steine, Kalk wurden herbeigeschafft, die Arbeiter gedungen, und der Bau hatte bald eine ansehnliche Höhe erreicht. Aber als der Müller eines Tages frühmorgens zur Baustelle kam, fand er die Mauern zerstört und das Baumaterial ringsumher verstreut. Ratlos und betroffen betrachteten der Bauherr und die Maurer den Trümmerhaufen und konnten sich die Ursache der Zerstörung nicht erklären. Aber man begann mit frischem Mut den Bau von neuem und kam rasch vorwärts. Doch nach einigen Tagen bot sich ihnen am frühen Morgen das gleiche Bild. »Hier kann nur der Teufel sein Spiel treiben!« rief der Müller zornig. »Was soll ich tun, um dem Bösen dieses unheimliche Spiel zu verderben?«

Da trat ein alter Arbeiter an den Herrn heran und sagte: »Haltet in der nächsten Nacht Wache auf der Baustelle und tretet dem Satan mit einem Kreuz in der Hand entgegen; das wird ihn von seinem boshaften Tun abschrecken.«

Die Maurer begannen ihre Arbeit aufs neue, der Müller aber befolgte den Rat des Alten und begab sich bei Einbruch der Nacht mit einem Kreuz in der Hand zur Baustelle. Es wurde dunkler und dunkler, ein schauriger Wind brauste durch die Wipfel der Bäume, seltsame Geräusche erklangen: bald polterte es auf der Straße, bald knarrte es im Wald, dann wieder erschollen dumpfe Rufe vom Bach her. Dem Wartenden wurde immer unheimlicher zumute. Das Getöse steigerte sich und schien dem Müller das Nahen des Teufels anzuzeigen. Da packte den Mann ein entsetzlicher Schrecken, das Kreuz entfiel seiner Hand, und wie gejagt flüchtete er von diesem Ort des Grauens.

Als die Arbeiter am nächsten Morgen ihr Werk fortsetzen wollten, fanden sie die Mauern wieder zerstört. Doch soll dem Teufel der Anblick des liegengebliebenen Kreuzes die Lust am Wiederkommen verleidet haben. Trotzdem wollte der Müller, abgeschreckt durch das schauerliche Erlebnis die Mühle nicht fertigbauen lassen, und so blieb der Bau unvollendet bis zum heutigen Tag. Die Stätte aber wurde von den Bewohnern gemieden und heißt heute noch die Teufelsmühle.

 


 

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