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Sagen aus Bayern

: Sagen aus Bayern - Kapitel 42
Quellenangabe
titleSagen aus Bayern
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Erlebnisse am Fastnachtsdienstag

Am Fastnachtsdienstag darf niemand in den Wald gehen, weil an diesem Tage die unholden Wesen alles Recht haben; wer's trotzdem tut, kann Arges erleben, und wer's getan hat, weiß davon zu erzählen.

Mehrere Windheimer Männer fuhren einmal an einem Fastnachtsdienstag in den Wald, um in den Teufelsgrüben, einer Abteilung im Fürstlich-Löwensteinschen Park, Holz zu holen. Als sie eine Fuhre geladen hatten, brach ihnen ein Rad. »Jetzt müssen wir den Wagen stehen lassen«, sagten sie, »das ist recht ärgerlich.« – »O nein!« rief es hinter ihnen, und als sie sich umwandten, sahen sie, daß dort der Teufel stand, der trug ein neues Rad in der Hand. Er steckte es an die Achse und machte es fest; dabei plauderte er ganz leutselig mit ihnen, wie arg es sei, wenn einem unterwegs etwas passiere, wie bitter, wenn man wieder unverrichteterdinge heimgehen müsse und was halt so derlei allgemeiner und unverbindlicher Redensarten sind. So freuten sich denn die Männer, weil der Teufel gar so umgänglich war, und einer meinte: »Diesmal haben wir Glück gehabt.« –»Freilich«, sagte der Teufel, »Glück muß der Mensch haben, ja, und was ich noch sagen wollte: Umsonst ist nicht einmal der Tod, denn der kostet das Leben. Für das Rad muß ich mir einen von euch mitnehmen. Ihr könnt selber aussuchen, welcher es sein soll.« Die Männer erschraken gar sehr und baten ihn, daß er das Rad wieder zurücknehme, aber darauf ließ er sich nicht ein. Sie handelten aus, wer mit dem Teufel gehen solle, konnten sich aber nicht einig werden und begannen zu streiten. Das dauerte dem Teufel zu lange: er packte den Nächstbesten und schleppte ihn davon.

 


 

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