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Sächsische Volksmärchen aus Siebenbürgen

Josef Haltrich: Sächsische Volksmärchen aus Siebenbürgen - Kapitel 54
Quellenangabe
titleSächsische Volksmärchen aus Siebenbürgen
authorJosef Haltrich
sendernoname@abc.de, hille@abc.de
typefairy
firstpub1856
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53. Die drei schweigsamen Spinnerinnen

Eine Frau hatte drei Töchter, die waren sehr plauderhaft, und über dem vielen Reden blieb ihr Rocken immer voll. Da ward die Frau zornig und sprach: »Hier gebe ich einer jeden von euch einen Bund Hanf, den sollt ihr abspinnen, ohne auch nur ein einziges Wort zu sprechen; die dagegen handelt, kriegt keinen Mann, das sage ich euch!« Nun saßen die drei Töchter und spannen und spannen und wagten kaum zu atmen. Nur einmal riß der einen der Faden, und sie rief, ohne daß sie wollte, sogleich: »Fäden nätsch!« (nätsch – kindisch gesprochen: knätsch== zerrissen.) Die zweite vergaß sich auch und setzte dazu: »Näpp e Nitschen drun!« (kindisch gesprochen statt: Knäpp e Knitchen drun = Knüpfe einen Knoten dran), und die dritte lachte und rief unwillkürlich: »Ei wol geat, dät ich näst deried hun!« So hatten denn alle drei gesprochen:

»Fäden nätsch,
Näpp e Nitschen drun,
Ei wol geat, dät ich näst deried hun!«

Ob aber die Mutter ihr Wort gehalten, weiß ich nicht; wer's glaubt, zahlt einen Groschen.

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