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Sächsische Volksmärchen aus Siebenbürgen

Josef Haltrich: Sächsische Volksmärchen aus Siebenbürgen - Kapitel 51
Quellenangabe
titleSächsische Volksmärchen aus Siebenbürgen
authorJosef Haltrich
sendernoname@abc.de, hille@abc.de
typefairy
firstpub1856
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50. Die beiden Prahler und der Bescheidene

Drei Studenten, die aus einem Dorfe waren, kamen nach Hause und hielten bei dem Pfarrer um die erledigte Lehrerstelle an. Der Pfarrer aber sagte: Er müsse erst wissen, was jeder von ihnen gelernt hätte, um die Stelle dann dem Würdigsten zu verleihen. Da sprach der erste ganz stolz: »Herr Pfarrer! Ich habe so viel gelernt, daß ich in zehn Jahren das nicht erzählen könnte, was ich weiß!« Der zweite sprach noch hochmütiger: »Das ist alles blutwenig; ich aber habe so viel gelernt, daß man's nicht niederschreiben könnte, wenn das Meer lauter Tinte und der ganze Himmel Papier wäre.« Der dritte sagte ganz bescheiden: »Herr Pfarrer! Ich habe zwar immer gelernt, aber das, was ich weiß, ist so wenig gegen das, was man wissen kann, daß es fast nichts ist!« Da antwortete der Pfarrer: »Ihr, die ihr alles gelernt habt, könnt überall in der Welt euer Fortkommen finden; es ist aber nur recht und billig, daß wir für den sorgen, der das nicht kann!«

So wurde der Bescheidene Schulmeister; die Prahler aber zogen mit Schande ab und halten noch immer in der Welt ihre Gelehrsamkeit feil.

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