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Saat und Ernte

Friedrich Strubberg: Saat und Ernte - Kapitel 1
Quellenangabe
typefiction
authorArmand (Friedrich Strubberg)
titleSaat und Ernte
created20070626
senderhproding@sun.ac.za
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Erster Band.

Erstes Kapitel.

Es war eine stille, sternüberfunkelte, aber sehr finstere Nacht, als drei Reiter durch einen der riesigen Urwälder Kentuckys auf einer rohen, ausgefahrenen Straße hintrabten, um, wie es schien, baldigst ihr Ziel zu erreichen. Einer derselben, ein herkulisch gebauter Neger, ritt in kurzer Entfernung voran und trug eine Fackel von Kienspänen, die er in der großen Faust emporhielt, um für die beiden Nachfolgenden den Weg zu erhellen. Der eine von diesen war ein hoher, stattlicher Mann von vornehmem Aeußern und dem Anschein nach in einem Alter von einigen vierzig Jahren. Er trug einen feinen Strohhut mit sehr breitem Rande, Rock und Beinkleider von grau und weiß gestreiftem Leinen, und gelbe wildlederne Schuhe ohne Sporen, woraus man schließen konnte, daß der Ritt kein sehr weiter sein würde.

Der dritte der Reiter war ein Knabe von etwa fünfzehn Jahren, ein Bild jugendlicher Schönheit. Seine feinen, edel geschnittenen Gesichtszüge mit griechischem

Profil waren von einer reichen Fülle dunkelblonder Locken umrahmt und von blauen, geistvollen Augen belebt. Auch er trug leichte Schuhe, Beinkleider von weißem Leinen, eine kurze, zierlich geschnittene Jacke vom gleichen Stoff und einen Strohhut.

»Reite hier rechts ab durch das Holz, Jack; vor uns in der Straße ist ein grundloser Sumpfplatz«, rief der ältere Herr dem Neger zu, indem er seinen prächtigen Rappen zum Schritt anhielt und noch halblaut vor sich hin sagte: »Man wird es gleich gewahr, wenn man in die Nähe eines dieser Demokraten kommt; für das wahre öffentliche Wohl rührt keiner die Hand.«

Der Schwarze bog von dem Fahrweg ab und folgte der Spur eines schweren Wagens, in welcher das hohe Buschwerk unter Ochsentritten und Rädern niedergebrochen war und welche nach einigen Schritten im Bogen wieder in die Straße einlenkte.

Abermals fielen die Pferde in raschen Trab, der Wald wurde lichter, und die Reiter erreichten ein Feld, an dessen Einzäunung hin sie einem Seitenwege folgten. Aus der Ferne schimmerte ihnen jetzt ein Licht entgegen; sie näherten sich demselben schnell, und bald darauf hielten sie unter dem dichten Laubdach uralter Bäume vor einem Blockhause ihre Pferde an, aus dessen offener Thür das grelle Licht eines Kaminfeuers hervorströmte.

In demselben Augenblick trat eine Mannsgestalt in den hellerleuchteten Eingang und fragte, die Hand über die Augen haltend:

»Wer ist da?«

Die Reiter waren abgestiegen, und während der Neger die Pferde mit den Zügeln an die Bäume befestigte, trat der ältere Herr, ohne auf die Frage des Mannes in dem Blockhause Antwort zu geben, bis in den Lichtschein vor denselben und sagte dann mit nicht freundlichem Tone:

»Ich bin es, Herr Randolph!«

»Sie, Herr Williams, und noch so spät?« erwiderte der Angeredete und ging dann mit den Worten: »Seien Sie willkommen und treten Sie ein«, aus der Thür dem Angekommenen entgegen.

»Das Geschäft, welches mich zu Ihnen führt, Herr Randolph, werden wir wohl außerhalb des Hauses abzumachen haben«, versetzte Williams und winkte seinem Begleiter, welcher sein Sohn Harry war, näher heranzutreten.

»Sie haben einen Mulatten Jeremias, der sich heute Nachmittag erfrecht hat, auf meinem eigenen Grund und Boden diesen meinen Sohn Harry zu schimpfen und ihm schließlich damit zu drohen, Hand an ihn legen zu wollen. Sie wissen, daß die gesetzliche Strafe dafür hart an sein Leben treten würde. Ich will Ihnen nun das Kapital nicht in Gefahr bringen, welches Sie in dem Sklaven besitzen, da ich weiß, daß Sie es nicht gut entbehren können, ich verlange aber die sofortige Züchtigung des Mulatten und ersuche Sie, ihn zu diesem Zweck herbei zu rufen.«

Randolph war sichtbarlich durch die Worte seines vornehmen Nachbars, des Herrn Williams, sehr unangenehm berührt, und für einige Augenblicke fehlte ihm die Antwort darauf, dann aber sagte er mit erzwungener Ruhe:

»Die Sache ist mir ebenso unbekannt als leid, Herr Williams, und Sie dürfen sich darauf verlassen, daß ich sie streng untersuchen und dem Manne die verdiente Strafe geben werde.«

»Es scheint, Herr, daß Sie die Aussage meines Sohnes der des Mulatten unterordnen und nach dem Wort Ihres Sklaven einen Rechtsspruch fällen wollen; Sie vergessen aber, daß Sie kein Richter sind, und wissen vielleicht noch nicht, daß die Aussage eines Farbigen einem Weißen gegenüber vollständig nichts ist. Ich ersuche Sie um kurze einfache Erklärung, ob Sie den Mulatten augenblicklich stellen wollen, damit ihm mein Neger Jack fünfzig Peitschenhiebe gibt, oder ob ich die Sache morgen früh dem Gericht überweisen soll; geniren

Sie sich nicht und thun Sie, was Sie für Ihr Interesse am besten halten.«

Bei diesen Worten hatte Williams die linke Hand in seinen Busen geschoben, schlug mit seiner Rechten die Reitpeitsche spielend gegen sein Beinkleid und blickte stolz auf den Farmer Randolph.

»Aber, Herr Williams«, sagte dieser heftiger bewegt, »ohne alles Verhör einen Menschen auszupeitschen – Jerry ist mir immer ein treuer, zuverlässiger Diener gewesen!«

»Warum sind Sie nicht in Ihrem Staate Neuyork geblieben?« fiel Williams stolz und geringschätzend ein. »Dort konnten Sie nach Belieben Ihre Neger mit sich auf gleiche Stufe stellen und deren Rechte Ihren Nachbarn gegenüber in Schutz nehmen. So sind aber diese nordischen Krämerseelen; sie drängen sich zwischen uns, um unter dem Schutze unserer Rechte Geld zu verdienen, und wollen doch zugleich uns diese Rechte schmälern und uns womöglich Gesetze vorschreiben. Merken Sie es sich, Herr, daß für den Adel des Südländers der Farbige niemals etwas Anderes sein kann als der Sklave, mögen Sie ihn im Norden zu Ihrem Freund, zu Ihrem Herrn machen. Ich bin aber nicht hierher gekommen, um Ihnen Vorlesungen über südliche Institutionen zu halten, ich frage Sie nur, wollen Sie den Mulatten jetzt stellen oder nicht?«

Die ziemlich laute Unterhaltung der beiden Männer hatte nicht allein in dem Blockhause, sondern auch in den dahinterstehenden beiden Negerhütten Bewegung und Bestürzung hervorgebracht, denn man lief hin und her, von einer Thür zur andern, bei den letzten Worten Williams' aber trat plötzlich eine dunkle Gestalt neben dem Haus hervor und ging ruhigen Schrittes dem erzürnten fremden Herrn entgegen. Es war der angeschuldigte Mulatte Jerry selbst.

»Hier bin ich, Herr Williams; thun Sie mit mir, was Sie wollen«, sagte er mit verbissenem Ingrimm. »Ihr Herr Sohn hat mich gereizt, hat mich einen Affen, einen Pavian genannt, weil ich in der Ferne an ihm vorüberging, ohne ihn zu begrüßen, und er drohte mir dann, mir den Hut von dem Kopfe zu schlagen. Halten Sie mich für schuldig, weil ich es fühlte, daß unser gemeinschaftlicher Gott mich nicht zu einem Thiere, sondern ebenso gut zu einem Menschen gemacht hat wie den Weißen, so strafen Sie mich.«

Hiermit zog der Mulatte sein rothes wollenes Hemd über den Kopf, schlug seine kräftigen Arme vor der Brust zusammen und kehrte Williams den nackten, schön geformten Rücken zu.

»Jack«, sagte dieser mit verächtlichem Tone zu seinem Neger, »gib ihm fünfzig Hiebe.«

Der Neger trat vor, um den Befehl seines Herrn zu vollziehen, doch Randolph stellte sich ihm mit den Worten entgegen:

»Laß mich die Peitsche sehen, ob kein Draht hineingeflochten ist.«

»Eine solche Nichtswürdigkeit kann nur ein Jankee einem Südländer zutrauen, Herr Randolph. Das sind Erfindungen aus dem Staate Neuyork, wo man den Schwarzen Menschenrechte predigt und sie zugleich schindet«, versetzte Williams, als Randolph die Peitsche ergriff und sie untersuchte.

»Sind Sie nun durch den Augenschein zufrieden gestellt?« fuhr er dann noch heftiger fort. »So halten Sie mich nicht länger unnöthig hier in Ihrer Nähe, oder ich werde das Gericht statt meiner handeln lassen.« Randolph zitterte vor Wuth, dennoch drängte er bei dem Gedanken an die Gefahr, in welcher der Mulatte schwebte, die bösen Worte, die ihm auf die Lippen traten, gewaltsam zurück, nahm dem Neger die Fackel aus der Hand und gab ihm das Zeichen, mit dem Auspeitschen seines Sklaven zu beginnen.

Neben dem Blockhause hatten sich einige Negerinnen mit mehreren schwarzen Kindern an einander gedrängt und hielten, die wolligen Köpfe zusammensteckend, ihre im Licht der Fackel blitzenden Augen auf den vornehmen Mann gerichtet, der ihresgleichen, ihren Gatten, ihren Freund, ihren Vater peitschen lassen wollte.

Auch in der Thür des Blockhauses, theilweise vom Kaminfeuer in demselben, theils auch von dem Fackellicht beschienen, hatten sich mehrere Frauengestalten aufgestellt, die bangend der Schreckensscene harrten und bald ihre entrüsteten Blicke nach Williams schossen, bald wieder sich Thränen von den Augen wischten.

»Go on, Jack!« (»Vorwärts, Jack!«) rief Williams dem Neger zu. Dieser ließ die Peitsche über sich durch die Luft schwirren, und pfeifend fiel der Schlag auf die breiten Schultern des Mulatten. Derselbe zuckte unter dem brennenden Schmerz zusammen, veränderte aber seine Stellung nicht um einen Zoll breit, obgleich er schon wieder die Peitsche hinter sich kreisen hörte. Hieb auf Hieb in regelmäßigen Zwischenräumen, wie die Takte einer Melodie, fielen die Schläge auf des Sklaven Rücken, einer unter dem andern, wie die Linien eines Manuscripts. Dabei zählte der Neger jeden Hieb laut und strich dann die Spitze der Peitsche unter seinem Arme durch, um das Blut davon abzuwischen, welches sie aus der geschlagenen Wunde geleckt.

Randolph hielt die Fackel immer höher empor, und immer schneller und heftiger zitterte sie in seiner Hand, je mehr sich der Rücken seines Sklaven roth färbte, und doch zählte Jack, der kolossale Neger, erst: »Fünfundzwanzig!«

»Herr Williams«, rief Randolph plötzlich aus, »haben Sie denn kein menschliches Gefühl in der Brust? Ist es möglich, daß Sie einen Menschen kalten Blutes so zerreißen lassen können?«

»Jack, schlage keinen Hieb auf dieselbe Stelle, Du hast Raum genug für fünfzig«, sagte Williams, ohne auf den Ausruf Randolph's zu achten, und: »Achtundzwanzig – dreißig!« zählte der Neger.

Der Mulatte hatte seine Stellung noch nicht verändert, seine Gesichtszüge aber waren andere geworden, verzerrte, verzogene, schmerzschreiende, und seine Augen hatten sich nach Williams hingewandt, als wollten sie ihn auf ihrem Spiegel lesen lassen, was in seiner Seele vorging.

»Vierzig!« rief Jack jetzt und zog die blutige Peitsche unter dem Arme durch, um sie wieder zu neuem Hieb durch die Luft schwirren zu lassen.

»Halt!« sagte Williams mit kalter lauter Stimme. »Es mag genug sein. Ich hoffe, der Bursche wird es in Zukunft nicht wieder vergessen, was er dem Weißen, den die Natur zu seinem Herrn machte, schuldig ist.«

Zugleich gab er dem Neger einen Wink, die Fackel zu nehmen und nach den Pferden vorauszugehen.

»Sind Sie nun vollständig zufrieden gestellt und hat der Mann seine verdiente Strafe empfangen, Herr Williams?« fragte Randolph jetzt mit fester Stimme.

»Vollständig«, antwortete ersterer und wandte sich mit einem kurzen »Gute Nacht!« von dem Farmer ab, doch dieser folgte ihm rasch nach und sagte, seinem Zorne Luft machend:

»So nehmen Sie noch einen Rath mit auf die Reise. Lassen Sie sich nicht wieder bei meinem Hause sehen, oder ich möchte Ihnen für Ihre Unverschämtheit, für Ihren ungezogenen Hochmuth zeigen, daß der Nordländer mit Ihnen auf gleicher Stufe steht und gleiche Rechte mit Ihnen hat.«

»Nehmen Sie sich in Acht, Herr Randolph; Ihre Rechnung möchte falsch sein. Noch sind Sie und Ihresgleichen fremd hier, und Ihre Freiheitsideen zu Gunsten der Neger sind schon bekannter geworden, als es gut für Sie sein dürfte. Sie sollten mir danken, daß ich Ihren Sklaven nicht dem Gerichte überlieferte; Ihre Drohungen kümmern mich sehr wenig«, entgegnete Williams verächtlich, bestieg sein Pferd und ritt mit seinen Begleitern davon, während Randolph ihm noch einige unfreundliche Grüße nachsandte.

Im Innern des Staates Kentucky liegt ein anmuthiges schönes Städtchen, Danville, in dessen Umgebung viele der ältesten Geschlechter Amerikas seit einer langen Reihe von Jahren ihre Familiensitze hatten. Kentucky sowie sein Nachbarland Virginien, die beiden Musterstaaten der Union, waren der Hauptsitz des amerikanischen Geburtsadels, der seine Abkunft von den ersten Einwanderern in dieses Land und auch häufig von den Häuptlingen der durch dieselben vertilgten Indianerstänune herleitet, der aber nie seinen Stammbaum über den Ocean nach der alten Welt zurückführt, mögen dort seine Vorfahren auch Purpur und Kronen getragen haben.

Die Natur scheint in dieser neuen Welt Alles neu schaffen zu wollen und den Menschen nicht allein körperlich durch Kreuzung, der vielen hier zusammentreffenden Völkerstämme und durch verändertes Klima zu einer neuen, eigenen Rasse heranzubilden, auch seinem Geist streift sie das Verbrauchte, das Abgelebte der alten Welt ab und läßt ihn selbstständig als neuen Keim in frischer Lebensfülle emporschießen, damit er sich kräftig und unabhängig in anderer Form entwickle, um nach Jahrhunderten unter dem Zahn der Zeit wieder altersschwach ebenso zusammenzusinken, wie der Stamm, aus dem er hervortrieb.

Eine der ältesten Familien Amerikas waren die Williams, die mit Stolz ihre Abkunft von dem einst so mächtigen Indianervolke, den Pocahontas ableiteten, welche in Virginien wohnten und den ersten englischen Einwanderern unter Kapitän Smith so kräftigen Widerstand entgegensetzten. Ein Williams war dem berühmten und hochgefeierten Frontiermann Daniel Boone, dem Schrecken der Indianer, der der Civilisation zuerst den Weg nach Kentucky zeigte, bald in dieses, damals noch wilde, aber schöne Land nachgefolgt und hatte sich in dem Thale, wo später Danville erstand, eine Heimat gegründet. Von der großen Strecke Landes, die er als äußerster Frontiermann in Besitz genommen hatte, verkaufte er nach und nach kleinere Stücke an die ihm nachziehenden Ansiedler, und als infolge der wachsenden Bevölkerung das Städtchen Danville erbaut ward, gab er für hohen Preis Grund und Boden dazu her und wurde dadurch zum sehr reichen Manne.

Die Besitzung dieses Williams war bereits in die dritte Nachkommenschaft übergegangen, doch die Wohnung stand noch immer, auf demselben Platze, wenn auch an die Stelle des Blockhauses ein prächtiges steinernes Gebäude getreten, statt des Urwaldes ein wohlgepflegter Park und statt der natürlichen Quelle, wie sie dem ersten Williams unter einer Platane hervor entgegensprudelte, ein großes Marmorbecken zu ihrer Aufnahme erstanden war. Reiche Mais- und Tabaksfelder, sowie unabsehbare herrliche Wiesen breiteten sich nach allen Seiten um die Herrschaftsgebäude aus, und in einiger Entfernung von diesen standen in dem Schatten alter Eichen und Buchen einige zwanzig Blockhäuser, in denen die Sklaven ihre Wohnstätten hatten.

Der jetzige Eigenthümer der Besitzung war Herr William Williams, derselbe, der so eben dem Farmer Randolph den unangenehmen nächtlichen Besuch abgestattet hatte. Er war ein vornehmer Mann, der wegen seines Stolzes unter seinen Nachbarn zwar nur wenig Sympathie genoß, in der ganzen County aber hoch in Ansehen stand und seinen mächtigen Einfluß bei politischen Angelegenheiten des Staates immer sehr zur Geltung zu bringen wußte. Seine Hauptthätigkeit verwandte er auf den Anbau von Tabak, wobei er seine vielen Sklaven beschäftigt hielt und von welchem Artikel er jährlich eine Ernte erzielte, die ihm durchschnittlich gegen zehntausend Dollars einbrachte. Er stand in dem Rufe eines sehr strengen Herrn gegen seine Sklaven, die er zwar gut nährte und kleidete, die er aber über ihre Kräfte arbeiten ließ und denen er gleichfalls Sklaven zu Aufsehern gab, welche sie hart und grausam behandelten.

»Dieses gemeine Gesindel!« sagte er verächtlich, als er von Randolph's Wohnung wegtrabte und die nachgerufenen Worte des Farmers noch sein Ohr trafen. »Kaum hat sich dieser Pöbel ein paar Neger und ein Stück Land zusammengeschwindelt, so will er den Herrn spielen und sich uns gleichstellen; und fragt man die Lumpe, woher sie kommen, so wissen sie kaum zu sagen, wer ihr Großvater gewesen.«

Bei diesen Worten drückte er den Hut fester auf den Kopf und trieb sein Pferd zu größerer Eile an.

Die wenigen Meilen bis zu dem Wohnsitze Williams' waren bald zurückgelegt. Kaum wurde das Fackellicht, welches ihm voranleuchtete, dort sichtbar, so sammelten sich viele farbige Diener vor dem Hause, um den gnädigen Herrn zu empfangen, und zugleich trat Madame Williams mit ihrem ältesten Sohne Ashmore und ihrer Tochter Olivia aus der Salonthür des ersten Stocks auf die Plattform der hohen Treppe, um ihren Gatten zu bewillkommnen, während ihr jüngster Knabe Charles demselben auf dem saubern Sandwege, der durch den Park nach dessen Einfahrtsthor führte, entgegensprang.

Wenige Minuten später kam Williams, mit dem kleinen Charles vor sich auf dem Sattel, im Schritt herangeritten, während sein Sohn Harry ihm vorangesprengt war und bereits bei seiner Mutter auf der Treppe stand.

»Halloh, Bruder Charles, kannst Du schon reiten?« rief Harry diesem zu, als sein Vater abstieg und den Kleinen vom Sattel hob. »Dann sollst Du morgen auch mit mir einen Ritt machen; da soll es aber lustiger gehen!«

»Harry«, sagte Williams zurechtweisend, »ich bitte mir sehr aus, daß Du es Dir nicht einfallen läßt, Charles auf Dein Pferd zu nehmen. Wenn Du bei Deinem tollen Reiten Deine geraden Glieder brechen willst, so hast Du selbst dafür zu dulden, Andere aber sollst Du keiner solchen Gefahr aussetzen. Wenn Charles einmal fünfzehn Jahre alt ist, so wird er vielleicht ein noch besserer Reiter sein als Du. Nicht wahr, Charles?« setzte er hinzu, indem er dem Kleinen die Locken zurückstrich und, ihn an seiner Hand leitend, der Treppe zuschritt, wo ihm seine Gattin entgegenkam.

»Gott Lob, daß Du wieder hier bist«, sagte diese, indem sie Arm in Arm mit ihm in den Salon schritt; »es war mir so bange ums Herz. Du rittest in solcher Aufregung von hier fort, und da fürchtete ich ernste Auftritte bei Randolphs.«

»Ernste Auftritte bei solchen erbärmlichen Plebejern? Die dürfen es doch nicht wagen, zu uns aufzusehen, geschweige denn ernste Opposition gegen uns zu machen; unser moralisches Uebergewicht ist zu groß«, entgegnete Williams, indem er sich mit seiner Gattin zum Abendessen niederließ. »Freilich«, fuhr er fort, »sie möchten sich gern neben uns stellen, man muß ihnen aber niemals die Zügel schießen lassen und ihnen bei jeder Gelegenheit in das Gedächtniß zurückrufen, wo uns gegenüber ihr Platz ist. Gibt man ihnen nur einen Finger, so nehmen sie die ganze Hand. Ich wette, die Neger dieses Herrn Randolph gehen nicht wieder an uns vorüber, ohne zu grüßen. Ich habe dieses brutale Volk lange genug beobachtet; wie aber der Herr, so der Diener!«

»Ehrlich gestanden«, fiel Madame Williams ein, »ich habe immer eine sehr gute Meinung von diesen Randolphs gehabt, und soviel ich weiß, haben sie in der ganzen Umgegend einen außerordentlich guten Namen.«

»Das ist immer der Fall mit solchem Gesindel. Solange sie arm wie die Feldmäuse sind, bleiben sie kriechend höflich, kaum aber haben sie festen Fuß gefaßt, so wächst der Hochmuth in ihnen auf und macht sich im Einklang mit ihrer Persönlichkeit durch Unverschämtheit und Grobheit kenntlich; gemein bleiben sie immer, und wenn sie sich mit Seide und Gold überdecken.«

»Randolph aber ebenso wie seine Frau sollen sehr gebildete Leute sein, so sagt man allgemein«, bemerkte Madame Williams.

»Gebildet? Sie haben vielleicht etwas gelesen und wissen von diesem und jenem zu reden, aber durch alles Lesen und Lernen ist noch Niemand zum wirklichen Gentleman, zum Edelmann geworden; das liegt im Blute und wird bei der Geburt gegeben. Aus einem ordinären Gaul kann man mit aller Dressur doch niemals ein edles Pferd machen«, sagte Williams und wandte sich dann nach dem Negerknaben um, der an der fernen Wand hinter ihm stand und mittels eines Seils den großen, an Eisenstäben über dem Tisch hängenden Fächer hin und her stiegen ließ, um die drückende Schwüle des Zimmers durch Zugluft zu kühlen.

»Ben, Du scheinst einschlafen zu wollen, oder hast Du nicht Kraft genug, den Fächer stärker zu ziehen?« rief er dem Knaben zu und befahl dann dem Mulattenmädchen, welches hinter seinem Stuhle stand, ihm ein Glas Eiswasser zu reichen.

Außer diesen beiden Dienern befanden sich noch fünf Farbige in dem Salon, welche der Winke der speisenden Herrschaft harrten. Sie waren aber sämmtlich sehr nachlässig gekleidet, sowie die ganze Ausstattung des Zimmers mehr auf einen Glanz vergangener Zeiten deutete. Die Vorhänge, Spiegel und der Kronleuchter waren alt und schadhaft, die Möbel abgenutzt und die Oelfarbe der Thüren sowie der Gyps der Wände und der Decken hatten ihre weiße Farbe verloren. Dem kostbar geschnitzten hohen Credenztisch an der breiten Wand fehlte die Politur, und statt geschliffener Caraffinen mit verschiedenen Weinen und Liqueuren standen auf demselben auf einem großen altmodischen silbernen Theebret gewöhnliche Flaschen mit Cognac und Genevre.

Ashmore, der älteste Sohn, erhob sich zuerst von dem Abendtisch mit dem Bemerken, daß er auf die Hirschjagd gehen wolle, und zwar mit Fackellicht, wie dies im Westen Amerikas sehr üblich ist; Harry folgte ihm, um im nahen Flusse Nachtangeln für größere Fische zu stellen, und Charles war mit seiner Schwester Olivia fortgerannt, als auch Herr Williams und seine Gattin sich erhoben und vor der Thür des Salons auf der hohen Treppe auf der dort angebrachten Bank Platz nahmen. Sie hatten eine Weile neben einander gesessen, als Williams das Schweigen brach und sagte:

»Die kleinen Farmer, wie dieser Randolph, sind wahre Plagen für uns Tabaksbauer; sie verderben uns stets den Preis, denn sie arbeiten von der Hand in den Mund und müssen ihren Tabak verkaufen, sobald er gepackt ist. Wir großen Pflanzer würden uns vereinbaren, nicht unter einem gewissen Preis loszuschlagen, und würden die Käufer in den Hafenstädten zwingen, uns denselben zu geben; was hilft uns aber unser Nichtverkaufen? Diese kleinen Lumpe liefern zusammen doch ein hinreichend bedeutendes Quantum, um den Nothbedarf zu befriedigen und unsere Vorräthe zeitweise entbehrlich zu machen. Meine ganze Ernte vom vergangenen Jahre liegt ja noch unverkauft hier, weil ich hoffte, daß der Preis in die Höhe gehen würde; statt dessen ist er jetzt niedriger, als er im verflossenen Winter stand. Nun kommt meine diesjährige Ernte noch hinzu, und beide zusammen könnten mir im günstigen Falle gegen achtzehntausend Dollars liefern, während sie mir zu dem augenblicklichen Preis vielleicht kaum zwölftausend Dollars einbringen würden. Das Kapital, welches ich darauf geborgt habe, kostet mich hohe Zinsen, und ich wurde schon wiederholt darum angegangen, das Geld zurückzuzahlen; was bleibt mir zuletzt übrig, als um jeden Preis zu verkaufen? Ich bin niemals in einer solchen Verlegenheit gewesen wie jetzt. Und an allem diesem sind lediglich jene erbärmlichen kleinen Ansiedler schuld, welche Gott danken, wenn sie nur ein paar Fässer Tabak ernten.«

Hier schwieg Williams und sah gedankenvoll vor sich hin.

»Wenn Du nun einige Neger verkauftest und mit dem Gelde das geborgte Kapital zurückzahltest?« nahm die Frau theilnehmend das Wort.

»Dabei würde ich nichts gewinnen, denn die Neger stehen im Verhältniß ebenso niedrig im Preis wie der Tabak; dann thue ich noch besser, ich verkaufe diesen und behalte die Arbeitskräfte.«

»Du hast ja aber auch auf sie Geld für hohe Zinsen geborgt, und sie zu ernähren kostet Dich viel. Thätest Du nicht besser, wenn Du mit weniger Sklaven und ohne alle Schulden arbeitetest? Ich glaube, Du würdest mehr verdienen«, bemerkte Madame Williams.

»Unser Haushalt ist zu kostspielig, wir geben zu viel Geld aus«, versetzte Williams mit einem Tone, in dem ein leichter Vorwurf lag.

»Weniger der Haushalt, lieber Williams, als die Gesellschaften, die Gastfreiheit, womit wir unser Haus Freunden und Fremden öffnen. Mir thätest Du einen großen Gefallen, wenn Du hierin eine Aenderung eintreten lassen wolltest, denn das sind Ausgaben, für welche wir nichts erhalten.«

»Die wir aber nicht ganz vermeiden können und die wir unserm Namen schuldig sind«, sagte Williams, worauf abermals eine Pause eintrat, in welcher die Eheleute ihren Gedanken zu folgen schienen.

»Höre, Williams«, begann nach einer Weile die

Frau, wie zu einem Entschluß gekommen, »laß mich bei dieser Gelegenheit nochmals einen Punkt berühren, den ich schon früher anregte, wenn wir uns auch nicht darüber einigen konnten. Es ist die Erziehung unserer Kinder, namentlich unserer beiden ältesten Söhne; so jung sie noch sind, so geben sie doch schon viel Geld aus, und ich glaube mehr, als uns bekannt ist.«

»Du hast es immer mit den Jungen zu thun! Es ist besser, wenn sie frühzeitig Geld in Händen haben, dann lernen sie dessen Gebrauch und Werth kennen«, entgegnete Williams halb unwillig.

»Ganz recht«, fuhr die Frau fort, »aber sie sollten dabei überwacht werden und Nachweis über die Verwendung geben. Das geschieht aber nicht, sie kaufen und vertauschen Pferde, Hunde und Gewehre, ohne Dich oder mich darum zu fragen, und haben sie Schulden gemacht, so zahlst Du sie, ohne ihnen darüber eine Zurechtweisung zu geben.«

»Einen edlen Keim darf man nicht einzwängen, soll er sich nicht auf Nebenwegen Luft machen; es ist das Blut der Williams, das in den Jungen tobt und sie zu wilden Streichen verleitet, das sie aber auch später ihrer Vorfahren würdig zum ritterlichen Gentleman macht. Jungen von ihrem Alter sind doch keine Kinder mehr und können nicht am Gängelbande geführt werden.«

»Eben weil sie aus den Kinderschuhen heraus sind, müssen wir mehr für ihre Erziehung thun; sie haben nichts gelernt als reiten, jagen, fischen und nothdürftig eine Zeitung lesen«, versetzte Madame Williams.

»Und die Verhältnisse ihres Vaterlandes kennen sie so gut wie irgend ein Amerikaner und können trotz dem besten Advocaten darüber reden«, fiel Williams ein. »Ich möchte wohl wissen, ob Du einen talentvollern Jungen in unserer Gegend kennst, als Harry. Welch einen Brief er schreibt! Weder Du noch ich bin im Stande, es ihm nachzuthun.«

»Und gerade für Harry ist mir am meisten bange. Er ist ein zu ungewöhnlicher Knabe, zu leidenschaftlich und lebenslustig und zu schön, als daß er den Weg gewöhnlicher Menschen gehen sollte; entweder es wird aus ihm ein sehr großer gefeierter Mann, oder er geräth auf Abwege und nimmt ein trauriges Ende«, sagte die Frau noch mehr bewegt.

»Nein, jetzt muß ich aber lachen, Frau«, entgegnete Williams rasch. »Ich glaube gar, Du hättest lieber einen dummen, häßlichen Tölpel zum Sohne, als diesen prächtigen Jungen, von dem in jedem Zoll der Keim zu einem Edelmann liegt! Mache Dir keine unnöthigen Sorgen, liebes Weib; Harry ist ein echter Williams, ich bin stolz auf den Burschen, und er wird uns Freude und Ehre machen; laß ihn nur austoben.«

»Heißer und inbrünstiger hat nie eine Mutter ihrem Schöpfer für ein Kind gedankt, als ich es für Harry that; es ist aber meine Liebe für den Knaben selbst, die mich für seine Zukunft bangen läßt; er ist nicht wahr, nicht offen und hat eine eiserne Verstellungsgabe«, antwortete Madame Williams und setzte nach einer augenblicklichen Pause, als ob die Worte ihr entschlüpften, noch hinzu: »Ich glaube gar nicht, daß er fischen gegangen ist.«

»Aber liebe Frau, jetzt wird es mir doch bald zu bunt! Wohin, um Gotteswillen, soll der Junge denn wohl gegangen sein?« entgegnete Williams unwillig und sah sie an, als warte er auf weitere Erklärung.

»Ich mag es Dir kaum sagen, Williams, denn es klingt unglaublich und lächerlich, und doch ist es wahr. Der Junge hat schon eine Liebelei mit einem Mulattenmädchen unseres nächsten Nachbars, des Herrn Baxton. Ich weiß es sicher, daß er schon verschiedene Male in der Nacht hinübergeritten ist, um sie zu sehen. Die Jungen gehen ja und kommen, wie es ihnen beliebt, wenn wir schon lange ruhig schlafen.«

»Was sagst Du? Harry eine Liebelei mit dein Mulattenmädchen?« rief Williams und sprang von seinem Sitze auf.

»So ist es, und ich bin überzeugt, daß er jetzt wieder zu ihr geritten ist.«

»Das wäre doch mehr als toll. Harry eine Liebschaft und auf ein nächtliches Abenteuer ausgeritten – es ist ja gar nicht denkbar! Dieser Junge!« sagte Williams außer sich vor Verwunderung und setzte dann lachend hinzu: »Nun, einen schlechten Geschmack hat er wahrhaftig nicht; es ist das schönste Mädchen in der ganzen Gegend. Jetzt will ich mich überzeugen, und ist es wahr, so werde ich ein ernstes Wort mit ihm reden.«

Hiermit ging er in das Haus und kam bald darauf mit Hut und Stock und mit einer Laterne in der Hand zurück.

»Ich will selbst sehen, ob sein Pferd fort ist oder nicht«, sagte er zu seiner Frau und eilte die Treppe hinab, den Negerwohnungen zu, in deren Nähe sich die Stallungen befanden.

Beim Eintreten in diese überredete er sich selbst zu dem Glauben, daß er das Pferd ruhend in dessen Stand vorfinden würde, doppelt groß aber war sein Erstaunen, als er den Platz leer fand. Einige Augenblicke war er unschlüssig, ob er selbst ein Roß besteigen und seinem Sohne nachreiten solle, nach einiger Ueberlegung jedoch hielt er es für zweckmäßiger, denselben zu Hause zu erwarten. Mit diesem Beschluß begab er sich wieder nach der Wohnung und rief seiner Frau schon am Fuße der Treppe zu, daß sie Recht gehabt, daß das Pferd Harry's nicht im Stalle sei und daß auch dessen Sattelzeug fehle.

»Es ist mir lieb, daß Du Dich endlich einmal selbst überzeugst, wie sehr nothwendig es ist, die Jungen strenger zu überwachen, namentlich Harry, der bereits auf bösen Wegen ist«, sagte Madame Williams, als ihr Gatte zu ihr trat.

»Ich werde hier sitzen bleiben, bis er zurückkommt, und ihm dann eine Lection geben, die er sobald nicht wieder vergessen soll«, versetzte dieser und wollte sich auf die Bank niederlassen, seine Gattin aber nahm ihn bei der Hand und führte ihn in den Salon, indem sie sagte: »Nein, Williams, das sollst Du nicht, Du würdest Dir unnöthig die Nachtruhe rauben und dann vielleicht härter gegen Harry sein, als es Dir morgen lieb wäre. Ungeschehen kannst Du es ja doch nicht machen.«

»Sorge nicht, Frau«, entgegnete er, indem er einen Armsessel nahe an den Eingang zog und sich darin niederließ; »ich werde dem Teufelsjungen nichts zu Leide thun, aber ein ernstes, böses Gesicht soll er doch sehen, damit er künftig solche Streiche unterläßt; ehrlich gesagt, ich wünsche, daß dieser der schlimmste bleiben mag, den er in seinem Leben begeht.«

»Nun, wenn Du hier bleiben willst, so werde ich Dir Gesellschaft leisten«, sagte die Frau; »ich will nur Charles und Olivia zu Bett schicken und dann alle Lichter im Hause auslöschen lassen, denn sonst kommt Harry nicht herein.«

»Das würde ich an seiner Stelle auch nicht thun«, rief ihr Williams lachend nach, zog eine kleine Pfeife aus der Tasche, füllte sie mit Tabak und zündete sie an. Dann legte er sich behaglich in seinen Sessel zurück, schlug ein Bein über das andere und richtete seinen Blick durch die Thür hinaus auf den Sandplatz vor dem Gebäude, auf den das Licht der Salonfenster fiel.

Bald kehrte Madame Williams zurück, löschte die große Lampe, welche auf dem Tische stand, aus und setzte sich neben ihren Gatten an den offenen Eingang. »Ich bin neugierig, welcher von den Jungen zuerst zurückkehrt; am Ende ist Ashmore auch auf Abenteuer ausgeritten«, begann Williams die Unterhaltung.

»Nein, das ist nicht der Fall. Ashmore ist gerade und offen, und was er in dieser Art begehen wollte, würde er bei Tage ausführen; er ist wirklich auf die Jagd geritten und wird vor Tagesanbruch nicht nach Hause kommen, denn wenn der Morgen graut, so geht er sicher noch einmal in den Wald am Flusse, wo die Turkeys (Truthühner) bäumen, um einen jungen Hahn in die

Küche zu liefern; er weiß, daß es mir angenehm ist. Ashmore hat ein edles, reines Gemüth voll Treue und Wahrheit und besitzt zugleich eine eiserne Willenskraft. Harry dagegen ist unzuverlässig, wenn auch voller Energie; er wird von seinen Neigungen, seinen Leidenschaften nicht blindlings hingerissen, sondern folgt ihnen vollständig bewußt und berechnet seine Schritte genau, doch immer nur für sein eigenes Interesse.«

»Du beurtheilst ihn zu streng, liebe Frau«, nahm Williams wieder das Wort; »es ist die zu rasch entwickelte übersprudelnde Lebenskraft, welche ihn bei allem seinem Thun und Treiben anspornt und die ihn dereinst zum großen Manne machen muß. Wer weiß, ob der Präsidentenstuhl ihm zu hoch sein wird!«

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