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Rundfunkarbeiten

Walter Benjamin: Rundfunkarbeiten - Kapitel 17
Quellenangabe
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typenarrative
authorWalter Benjamin
titleRundfunkarbeiten
publisherSuhrkamp
seriesGesammelte Schriften
volumeSiebter Band. Erster Teil
printrunErste Auflage
editorRolf Tiedemann und Hermann Schweppenhäuser
year1991
isbn3-518-28537-8
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Caspar Hauser

Heute erzähle ich euch mal zwischendurch ganz einfach eine Geschichte. Dreierlei sage ich euch gleich vorher. Erstens, jedes Wort in ihr ist wahr. Zweitens, sie ist für Erwachsene ebenso spannend wie für Kinder, und Kinder verstehen sie ebensogut wie Erwachsene. Drittens, trotzdem die Hauptperson am Schluß stirbt, hat diese Geschichte kein richtiges Ende. Dafür hat sie aber den Vorzug, daß sie noch weiter geht. Und daß wir vielleicht alle zusammen eines Tages das Ende von ihr erfahren.

Wenn ich jetzt anfange zu erzählen, müßt ihr nicht denken: das fängt ja so an wie irgendeine Geschichte für die reifere Jugend mit Bildern. Wer so umständlich und gemütlich zu erzählen anfängt, der bin nicht ich sondern der Geheime Appellationsrat Anselm von Feuerbach, der weiß Gott nicht für die reifere Jugend geschrieben hat, sondern sein Buch über Caspar Hauser für Erwachsene bestimmte. In ganz Europa ist es gelesen worden, und so wie ihr hoffentlich 20 Minuten lang dieser Geschichte zuhört, so hat Europa ihr fünf Jahre lang von 1828 bis 1833 atemlos gelauscht. Es fängt an:

»Der zweite Pfingsttag gehört zu Nürnberg zu den vorzüglichsten Belustigungstagen, an welchen der größte Teil der Einwohner sich auf das Land und in die benachbarten Ortschaften zerstreut. Die im Verhältnis zu ihrer spärlichen Bevölkerung ohnehin sehr weitläufige Stadt wird dann zumal bei schönem Frühlingswetter so still und menschenleer, daß sie beinahe weit eher jener verzauberten Stadt in der Sahara als einer rührigen Gewerbs- und Handelsstadt zu vergleichen wäre. Besonders in einigen von ihrem Mittelpunkt entfernteren Teilen kann dann leicht manches Geheime öffentlich geschehen, ohne darum aufzuhören, geheim zu sein. – So ereignete sich denn am zweiten Pfingsttage, 26. Mai 1828, abends zwischen 4 und 5 Uhr folgendes: Ein Bürger, wohnhaft auf dem sogenannten Unschlittplatz, weilte noch vor seinem Hause, um von da vor das sogenannte Neue Tor zu gehen, als er, sich umsehend, nicht weit von sich einen als Bauernburschen gekleideten jungen Menschen gewahr wurde, welcher in höchst auffallender Haltung des Körpers dastand und einem Betrunkenen ähnlich sich vorwärts zu bewegen mühte, ohne gehörig aufrecht stehen und seine Füße regieren zu können. Der erwähnte Bürger nahte sich dem Fremdling, der einen Brief ihm entgegenhielt mit der Aufschrift: ›An den Herrn wohlgeborenen Rittmeister bei der 4. Eskadron des 6. Chevaux-Leger-Regiments Nürnbergs‹.« Hier muß ich die Geschichte wohl unterbrechen, nicht nur um zu erklären, daß ein Chevaux-Leger-Regiment das ist, was wir heute ein Kavallerie-Regiment nennen, sondern auch um euch zu sagen, daß dieses französische Wort ganz falsch, nur so nach dem äußeren Klange geschrieben war. Das ist wichtig. Denn so müßt ihr euch nun auch die Rechtschreibung des Briefes vorstellen, den Caspar Hauser mit sich hatte und den ich euch nachher vorlese. Wenn ihr diesen Brief gehört haben werdet, werdet ihr euch leicht vorstellen können, warum der Rittmeister den Jungen nicht lange bei sich behielt, sondern auf dem kürzesten Wege loszuwerden suchte, und das war der Weg, die Polizei zu rufen. Ihr wißt, das erste, wenn man der Polizei mit irgendwas kommt, ist, daß ein Akt angelegt wird. Und damals, als der Rittmeister den Caspar Hauser, von dem er nicht wußte, was er mit ihm anfangen sollte, an die Polizei weitergab, entstanden die ersten Akten des ungeheuren Aktenwerks »Caspar Hauser«, das heute in 49 Bänden im Münchener Staatsarchiv aufbewahrt wird. Das eine geht deutlich aus ihm hervor, daß Caspar Hauser nach Nürnberg als ein ganz verwilderter, blöder Mensch kam, dessen Sprachschatz nicht mehr als 50 Worte umfaßte, der nichts, was man ihm sagte, verstand und auf alle Fragen nur zwei Antworten hatte: »Reuta wörn« und »Woas nit«. Wie kam er nun aber zu seinem Namen »Caspar Hauser«? Das ging seltsam genug vor sich. Als er von dem Rittmeister auf die Wache war gebracht worden, waren die meisten Polizisten sich nur darüber uneinig, ob man ihn für einen Schwachsinnigen oder einen Halbwilden halten solle. Der eine und andere meinte jedoch, es wäre wohl möglich, daß in diesem Buben ein feiner Betrüger stecke. Und diese Meinung bekam nun auf den ersten Blick durch den folgenden Umstand eine gewisse Wahrscheinlichkeit. Man kam nämlich auf den Einfall zu versuchen, ob er vielleicht schreiben könne, gab ihm eine Feder mit Tinte, legte einen Bogen Papier vor ihn hin und forderte ihn auf zu schreiben. Er schien darüber erfreut, nahm die Feder ganz geschickt zwischen seine Finger und schrieb zum Erstaunen aller Anwesenden in festen leserlichen Zügen den Namen: Caspar Hauser. Er wurde jetzt weiter aufgefordert, auch den Namen des Ortes herzusetzen, aus dem er komme. Aber er tat hierauf nichts, als daß er wieder sein »Reuta wörn« und »Woas nit« hervorstieß.

Was diesen braven Polizeileuten damals nicht gelungen ist, das hat nun bis auf den heutigen Tag niemand zustande gebracht; keiner hat erfahren, woher Caspar Hauser gekommen ist. Aber was man damals zuerst in der Wachtstube sich zuraunte, daß nämlich dieser Knabe vielleicht ein ganz ausgepichter Betrüger wäre, das hat sich als Gerücht oder Überzeugung nun ebenfalls bis heute behauptet. Ihr werdet nachher noch mancherlei sehr Merkwürdiges hören, worauf diese Behauptung sich gründet. Immerhin will ich als Erzähler euch nicht verschweigen, daß ich sie für falsch halte. Nicht hier in dem Knaben, sondern an ganz anderer Stelle ist der Betrug zu suchen, mit dem diese Geschichte ihren Anfang genommen hat. Dazu muß ich euch nun den Brief vorlesen, mit welchem Caspar Hauser nach Nürnberg gekommen ist.

»Hochwohlgeborener Herr Rittmeister! Ich schicke Ihnen einen Knaben, der möchte seinem König getreu dienen, verlangte er. Dieser Knabe ist mir gelegt – das soll heißen untergeschoben, heimlich zugeschoben – worden 1812, den 7. Oktober, und ich selber ein armer Tagelöhner, ich habe auch selber zehn Kinder, ich habe selber genug zu tun, daß ich mich fortbringe, und seine Mutter habe ich nicht erfragen können. Jetzt habe ich auch nichts gesagt auf dem Landgericht, daß mir der Knabe untergeschoben ist, ich habe mir gedenkt, ich müßte ihn für meinen Sohn haben; ich habe ihn christlich erzogen und habe ihn seit 1812 keinen Schritt weit aus dem Haus gelassen, daß kein Mensch nicht weiß davon, wo er auferzogen ist worden, und er selber weiß nicht, wie mein Haus heißt, und das Ort weiß er auch nicht; Sie dürfen ihn schon fragen, er kann es Ihnen aber nicht sagen. Bester Herr Rittmeister, Sie dürfen ihm gar nicht zusetzen, er weiß mein Ort nicht, wo ich bin, ich habe ihn mitten bei der Nacht fortgeführt, er weiß nicht mehr zu Haus. Und er hat keinen Kreuzer Geld nicht bei sich, weil ich selber nichts habe. Wenn Sie ihn nicht behalten, so müssen Sie ihn totschlagen oder im Rauchfang aufhängen.«

Bei diesem Brief lag nun ein kleiner Zettel, der nicht wie dieser Brief mit deutschen sondern mit lateinischen Buchstaben geschrieben war, auch auf anderm Papier. Wie es schien, mit einer ganz andern Schrift. Das sollte der Brief sein, mit dem vor 16 Jahren die Mutter das kleine Kind ausgesetzt hätte. Da stand drin, sie sei ein armes Mädchen. Das Kind könne sie nicht ernähren. Der Vater sei vom Nürnberger Chevaux-Leger-Regiment. Das Kind aber, das solle man, wenn es sein 17. Jahr erreicht habe, auch dahin schicken. – Jedoch, und hier stößt man nun zum ersten Mal handgreiflich auf den Betrug, der bei dieser abenteuerlichen Sache im Spiele gewesen ist: die chemische Untersuchung ergab, daß beide Briefe, der von 1828, den der Tagelöhner, und der von 1812, den die Mutter geschrieben haben sollte, beide mit der gleichen Tinte geschrieben sind. Nun könnt ihr euch denken, daß man alsbald weder dem einen noch dem andern Briefe, weder dem angeblichen Tagelöhner noch dem angeblichen armen Mädchen ihr Dasein geglaubt hat. Indessen tat man den Caspar Hauser zunächst ins Stadtgefängnis von Nürnberg, hielt ihn dort aber weniger als einen Gefangenen, denn als eine Sehenswürdigkeit, die einen der Anziehungspunkte der Stadt für die Fremden bildete. Unter den vielen vornehmen Leuten, die ihr Interesse für den außerordentlichen Fall nach Nürnberg führte, war auch der Geheime Appellationsrat Anselm von Feuerbach, der damals den Caspar Hauser kennenlernte, über welchen er einige Jahre später das Buch schrieb, dessen Anfang ich euch vorhin vorlas. Der gab nun dieser Geschichte ihre entscheidende Wendung. Er war nämlich der erste, der Caspar Hauser nicht nur so obenhin besah, sondern mit dem tiefsten Interesse studierte. Dabei hat er sehr bald gemerkt, daß die Hilflosigkeit, Blödheit und Unwissenheit des Knaben im schreiendsten Gegensatz zu seinen großartigen Gaben und edlen Charakteranlagen standen. Diese besondere Natur und Vorzüglichkeit seiner Anlagen, aber auch gewisse Äußerlichkeiten, wie zum Beispiel, daß das Kind Impfpocken hatte und damals nur die vornehmsten Familien ihre Kinder impfen ließen – dies also brachte den Feuerbach als ersten auf den Gedanken, der rätselhafte Findling möchte das Kind einer sehr vornehmen Familie sein, das verbrecherischerweise von Verwandten, die es um die Erbfolge bringen wollten, beiseite geschafft worden sei. Feuerbach dachte dabei an die Familie des Großherzogs von Baden. Dergleichen Vermutungen standen damals sogar in verhüllter Form in der Zeitung zu lesen. Sie steigerten das öffentliche Interesse an diesem Menschen, und es läßt sich denken, wie sehr all dies diejenigen beunruhigen mußte, die etwa geglaubt hatten, Caspar Hauser auf unauffällige Art in irgendeinem Nürnberger Armenhaus oder Hospital verschwinden zu sehen. Es kam ganz anders. Feuerbach, der als hoher Staatsbeamter hier ein Wort mitzureden hatte, sorgte dafür, daß der Knabe in eine Umgebung kam, in der seine nunmehr mit ungeheurer Lebhaftigkeit erwachte Lernbegierde auf ihre Kosten kam. Und Caspar Hauser wurde wie ein Sohn in der Familie des Nürnberger Professors Daumer aufgenommen. Das war nun ein gütiger, nobler Mann, aber ein recht seltsamer Kauz. Er hat uns nicht nur ein großes Buch über Caspar Hauser, sondern eine ganze Bibliothek voll schrulliger Werke über morgenländische Weisheit, Naturgeheimnisse, Wunderkuren, Magnetismus hinterlassen. Er hat, sicher auf eine sehr schonende und menschliche Art, Versuche in solcher Richtung mit Caspar Hauser gemacht, und nach den Schilderungen, die er davon gegeben hat, muß dieser während der Dauer seines Lebens im Daumerschen Hause ein Wesen von wunderbarer Zartheit des Fühlens, Klarheit des Denkens, Nüchternheit und Reinheit gewesen sein. Wie dem auch sei, jedenfalls machte er gewaltige Fortschritte, und bald war er soweit, den Versuch, sein Leben selbst zu beschreiben, unternehmen zu können. Bei dieser Gelegenheit kam nun zum Vorschein, was wir bis heute von der Zeit wissen, die seinem Auftauchen in Nürnberg vorherging. Er scheint viele Jahre lang in einem unterirdischen Verlies, in dem er weder Licht noch Lebendes zu sehen bekam, verbracht zu haben. Zwei hölzerne Pferdchen und ein hölzerner Hund seien seine einzigen Gefährten, Wasser und Brot seine einzige Nahrung gewesen. Erst kurz bevor er aus dem Kerker geführt worden sei, habe ein Unbekannter sich mit ihm in Verbindung gesetzt, seinen Kerker betreten und hinter ihm stehend, so daß er ihn nicht sehen konnte, ihm die Hand geführt, um ihn schreiben zu lehren. Daß diese Erzählungen, noch dazu in dem unbeholfenen Deutsch, in dem sie niedergeschrieben sind, die größten Zweifel erweckten, ist selbstverständlich. Aber da ist es nun wieder seltsam: die Tatsache, daß Caspar Hauser in den ersten Nürnberger Monaten nur Wasser und Brot vertrug und gar nichts anderes zu sich nehmen konnte, nicht einmal Milch, ist ebenso bezeugt, wie daß er im Dunklen sehen konnte. Die Zeitungen ließen sich's nicht entgehen zu berichten, Caspar Hauser habe begonnen, an seiner Lebensbeschreibung zu arbeiten. Das wäre fast damals schon sein Verhängnis geworden. Denn kurz nachdem das bekannt geworden war, fand man ihn bewußtlos, aus einer Stirnwunde blutend, im Keller des Daumerschen Hauses. Ein Unbekannter, erzählte er, habe, während er in einem Verschlage unterhalb der Treppe sich aufgehalten, mit einem Beil von außen nach ihm geschlagen. Entdeckt hat man den Unbekannten nie. Aber ungefähr vier Tage nach der Tat soll ein eleganter Herr sich vor den Toren der Stadt zu einer Bürgersfrau gesellt und sich bei dieser angelegentlich nach dem Leben oder Tod des verwundeten Hauser erkundigt haben; dann mit der Frau bis zum Tore gegangen sein, wo eine die Verwundung Hausers betreffende polizeiliche Bekanntmachung angebracht war, und nachdem er diese gelesen, sich auf höchst verdächtige Weise, ohne die Stadt zu betreten, wieder entfernt haben.

Wenn wir nun so viel Zeit hätten, wie es nicht nur mir, sondern hoffentlich auch euch lieb wäre, könnte ich euch mit einer neuen merkwürdigen Person bekannt machen, die an dieser Stelle in Hausers Leben auftauchte, einem vornehmen Herrn, der ihn adoptierte. Aber was es mit dem für eine Bewandtnis hatte, können wir jetzt nicht untersuchen. Nur so viel, man wollte für Hausers Sicherheit jetzt besser Sorge tragen und brachte ihn von Nürnberg nach Ansbach, wo Anselm von Feuerbach selbst eine Stelle als Gerichtspräsident innehatte. Das war 1831. Zwei Jahre lebte Caspar Hauser noch, 1833 wurde er ermordet. Wie, erzähle ich euch nun zum Schluß. Inzwischen war aber mit ihm eine große Wandlung vorgegangen. So schnell seine Geisteskräfte in Nürnberg sich entwickelt, so edel seine Anlagen sich erwiesen hatten, so plötzlich stockte nach einiger Zeit seine Geistesentwicklung, so sehr trübte sich sein Charakterbild, und zuletzt, am Ende seines Lebens – er wurde ja nicht älter als 31 Jahre – soll er ein schlechter, rechter Durchschnittsmensch gewesen sein, der sich als Gerichtsschreiber und mit Papparbeiten, in denen er sehr geschickt war, brav seinen Lebensunterhalt verdiente, im übrigen aber sich weder durch besonderen Fleiß noch besondere Wahrheitsliebe auszeichnete.

Da geschah es an einem Dezembermorgen des Jahres 1833, daß auf der Straße ein Mann auf ihn zutrat mit den Worten: »Eine Empfehlung vom Herrn Hofgärtner, und ob er sich nicht heut Nachmittag den Arthesischen Brunnen im Park wolle zeigen lassen. Dann und dann.« – Gegen vier Uhr erschien Caspar Hauser im Hofgarten. Am Arthesischen Brunnen war niemand zu sehen; er ging in gewohnter Richtung hundert Schritt weiter. Da trat aus dem Gebüsch ein Mann, hielt ihm einen violetten Beutel entgegen und sagte: »Ich mache Ihnen diesen Beutel zum Präsent!« Caspar Hauser hatte ihn kaum berührt, da fühlte er einen Stich, der Mann verschwand, Caspar ließ den Beutel fallen und schleppte sich noch nach Hause. Die Wunde aber war tödlich. Er starb nach drei Tagen. Vorher hat man ihn noch vernommen. Ob aber dieser Unbekannte derselbe war, der ihn in Nürnberg, vier Jahre vorher, zu töten versucht hatte, ist ebenso dunkel geblieben wie alles andere. So gab es denn auch jetzt Leute, die behaupten wollten, den Stich habe Caspar Hauser sich selbst beigebracht. Aber den Beutel hat man gefunden. Und mit dem stand es merkwürdig genug. Er enthielt nämlich nichts als einen gefalteten Zettel, auf dem in Spiegelschrift folgendes stand: »Hauser wird Euch ganz genau erzählen können, wie ich aussehe und woher ich bin. Dem Hauser die Mühe zu ersparen, will ich es Euch selber sagen, woher ich komme. Ich komme von der bayerischen Grenze. Ich will Euch sogar meinen Namen sagen.« Nun kommen aber nur drei große Buchstaben: MLO.

Ich habe euch schon erzählt, daß da 49 Aktenbände im Münchener Staatsarchiv stehen. Der König Ludwig I., der sich sehr für die Sache interessierte, soll sie alle durchgesehen haben. Danach sind noch viele Gelehrte gekommen. Der Streit, ob Caspar Hauser ein badischer Prinz war oder nicht, ist immer noch nicht entschieden. Jedes Jahr kommt ein oder das andere Buch heraus, in dem behauptet wird, das Rätsel sei nun gelöst. Wir können 100 gegen 1 wetten: Wenn ihr erwachsen seid, wird es immer noch Leute geben, die von dieser Geschichte nicht loskommen. Wenn so ein Buch euch dann in die Hände fällt, dann werdet ihr's vielleicht lesen, um zu sehen, ob da die Auflösung drinsteht, die der Rundfunk euch schuldig geblieben ist.

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