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Gutenberg > Willibald Alexis >

Ruhe ist die erste Bürgerpflicht

Willibald Alexis: Ruhe ist die erste Bürgerpflicht - Kapitel 8
Quellenangabe
typefiction
booktitleRuhe ist die erste Bürgerpflicht / I. Band
authorWillibald Alexis
year1996
publisherManuscriptum Verlagsbuchhandlung Thomas Hoof KG
address45611 Recklinghausen
titleRuhe ist die erste Bürgerpflicht
pages3-6
created19991228
sendergerd.bouillon
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Siebentes Kapitel.
Der Staatsmann.

Wir überlassen die Geheimrätin Lupinus und den Hofrat Heim ihrem Tête-à-tête, welches für den letztern minder interessant gewesen sein muß als für die erstere, denn schon nach zehn Minuten nahm er seinen Stock – den Hut ließ er immer im Wagen zurück – und sagte: »Hören Sie mal, Frau Geheimrätin, Ihre Krankengeschichte erzählen Sie mir wohl ein andermal; denn hol mich der Teufel, wenn ich nicht geglaubt hätte, es ginge auf Leben und Tod, so mußte ich zur Prinzeß Ferdinand, die ist wirklich krank.« – Aber auch die Prinzessin Ferdinand mußte nicht ganz so krank sein, denn er machte noch verschiedene andre Besuche, bis er durch den Sand des Wilhelmsplatzes vor ihrem Palais vorfuhr, und auch da ward er nicht sogleich vorgelassen, weil die Prinzessin noch mit ihren Kammerfrauen einige dringende Toilettengeschäfte hatte. Etwa zehn Minuten spielte der Hofrat mit dem großen Rohrstocke und dem goldenen Knopfe, indem er ihn sanft in der Hand gleiten und sanft auf den Boden fallen ließ, während der Kammerherr ihn mit Bemerkungen über das Wetter und Anekdoten aus der kleinen Hofgeschichte unterhielt. Dann aber ließ er den Stock etwas stärker auf das Parkett fallen und faßte den Kammerherrn am Knopfe: »Hören Sie mal, Baron, sagen Sie Ihrer Königlichen Hoheit, ich will erst zum Scharfrichter Brand vors Hamburger Tor. Da wird die Kindesmörderin seziert, ein prächtiger Kadaver. Wenn ich zurück bin, wird die Prinzessin wohl fertig sein.« Es verging keine Minute, so ward Heim vorgelassen. Wir wissen nicht, ob er auch hier eine Krankheitsgeschichte hören mußte; aber er brauchte seitdem nie mehr in der Antichambre zu warten.

Wir führen unsere Leser in die Wohnung und die Geschäftszimmer des vornehmen Mannes, dessen flüchtige Bekanntschaft wir in der Gesellschaft gemacht. In seinem Hause, unter seinen Untergebenen, war der Wirkliche Geheimrat ein andrer Mann. Man könnte sagen, er sei um einige Zoll gewachsen; der von den vielen huldreichen Verbeugungen gekrümmte Rücken war hier grade geworden. Er war aber um deswillen kein großer und auch kein grader Mann.

Im Vorzimmer waren Expektanten. Die trüben Mienen verrieten, daß nicht jeder Hoffnung hatte, vorgelassen zu werden. Sie wandten sich an die durchpassierenden Beamten. Wie viele große Männer hätte ein Neuling da zu entdecken geglaubt, wenn sie freundlich zuhörten, sich an der Binde zupften oder die Schulter zuckten. Und doch waren es nur Schreiber und Boten. Ob einer von ihnen sich in den Winkel ziehen und zu einer vertraulichen Verständigung hinreißen ließ, will ich nicht verraten haben.

Das Zimmer, wo der Geheimrat empfing, war geräumig, halb mit Aktentischen und Repositorien, halb mit den Bequemlichkeiten und dem Luxus eines reichen Lebens ausgestattet. Auf den Fauteuils und kleinen Tischen lagen zerstreut in elegantem Einband die neuesten Werke der französischen Literatur. Am Ende des Aktentisches saß ein jüngerer Rat, in den eingegangenen Schriftstücken blätternd und sie zum Vortrag ordnend. Im entferntern Winkel stand der Geheimrat und hatte einer Dame Audienz erteilt, die sich sehr bescheiden in der Ecke zwischen Fenster und Hintertür hielt. Es war eine Tapetentür, durch welche sie auch vermutlich der Kammerdiener eingelassen, denn nach Beendigung der Audienz schlich sie durch diese Tür hinaus. Ihre vielen Ringe, eine Garderobe aus den kostbarsten und auffällig modernen Stücken und der prachtvolle Shawl darum schienen ihr eher ein Anrecht auf einen Platz auf dem Sofa zu geben, wenn nicht die Haltung der sehr wohlbeleibten Frau verraten hätte, daß die Hülle nicht recht zum Körper oder der Körper zur Hülle sich schickte. Einem Psychologen hätte vielleicht schon ein Blick auf ihre groben Füße angezeigt, daß die feine Kleidung ihr nicht angeboren war. Wer ihr aber ins Gesicht sah, wo trotz aller Sanftmut und Glätte die ursprüngliche Gemeinheit sich nicht verbergen konnte, begriff, warum der Geheimrat in einer Art ihr Audienz gab, wie es in der Regel auch ein noch vornehmerer Mann keiner Dame gegenüber übers Herz bringen würde. Er stand, die Hände in den Seitentaschen, halb seitwärts, halb ihr den Rücken kehrend, wodurch sie freilich Gelegenheit gewann, ihr Anliegen auf dem nächsten Wege ihm ins Ohr zu flüstern. Sie sprach leise. Er hatte mehrmals den Kopf geschüttelt. Dann sprach er, gleichfalls mit gedämpfter Stimme: »Gedulden Sie sich also, bis Lombard kommt; er kann die Sache allein arrangieren. Und bis dahin hüten Sie sich, daß keine Klage einläuft. Keinen Skandal! In dem Fall wollen wir die Sache schon hinhalten.«

Die Supplikantin verbeugte sich tief. Er klopfte ihr freundlich auf die Schultern. Sie wollte ihm die Hand küssen. Das litt er nicht.

Der junge Rat las von einem Zettel den Namen der nächst zur Audienz aufgeschriebenen Person. Der Geheimrat machte eine Bewegung mit der Hand und warf sich, die Beine übereinander, aufs Sofa; ein Zeichen, daß er sich erholen wolle, vielleicht glaubte der Vortragende darin eines für sich zu erkennen, daß Bovillard sich über die vorige Audienz auszulassen Lust hatte.

»Was wollte denn die Schubitz?« fragte er, zwischen den Papieren kramend. »Eine Eingabe von ihr ist nicht da.«

»Man will sie in der Behrenstraße nicht länger dulden. Sie soll ihr Haus verlegen – in eine minder anständige Straße«, setzte der Geheimrat mit sarkastischer Miene hinzu.

»Wer will denn das, wenn ich fragen darf?«

»Erinnern Sie sich, was le grand Frédéric dem alten Spalding antwortete? Der beklagte sich auch über eine Nachbarschaft, die ihn in seinen Meditationen störte, und Friedrich schrieb nur auf den Rand des Memorials: ›Mon cher Spalding, ni vous ni moi... pourquoi donc gêner d'autres...‹ Unter Friedrich hätte die Behrenstraße petitionieren können, bis sie aschgrau ward.«

»Auch unter –«, der Rat verschluckte es, denn der Geheimrat unterbrach ihn.

»Das muß man Wöllnern lassen. Er wußte christlich ein Auge zuzudrücken, wenn – es die Schwäche seines Nächsten galt.« Er betonte die letzten Worte.

Der junge Rat hatte vorhin die Aufforderung zum Lächeln übersehen. Er lächelte jetzt.

»Aber wer kann es sein?«

»Wer! Wer? Mon cher! Haugwitz vielleicht, oder Lucchesini, Schulenburg, oder Beyme, der Cato Censorius. Vielleicht ist auch Prinz Louis Ferdinands sittliches Gefühl beleidigt.«

Der Geheimrat gefiel sich so, daß er aufstand und mehrmals durch die Stube schritt: »Ja, ja, es hat sich manches in Preußen geändert.«

»Und wird noch manches anders werden«, setzte der Rat hinzu.

»Gewiß, wenn man uns in Ruhe läßt, wenn man verständig denkt und handelt; wenn man die Kläffer nicht hört, wenn, wenn – was liegt noch vor, lieber Rat?«

Das Vorliegende schien den Wirklichen nicht sehr zu interessieren. Er ging noch immer auf und ab: »Der Freiherr Hardenberg ist ein gentiler Mann, das ist nicht zu leugnen, und ich verdenke ihm auch nicht, daß er lieber in Berlin ist als in Ansbach und Bayreuth, aber – –« Der Wirkliche fand es für gut, den folgenden Gedanken zu verschlucken. Nach einer Weile fand er es wieder für gut, einige Gedanken über die Lippen zu lassen: »Auf diese Sprudelköpfe gebe ich gar nichts. Eine Partei, die nur dampft und lodert, ist nicht gefährlich. Sie kennen, lieber Freund, die Natur des Königs noch nicht, wenn Sie glauben, daß solches Feuer auf ihn Eindruck macht. Im Gegenteil, die Genialitäten sind ihm zuwider. Diese Herren von Sturm und Drang, die uns aus unsrer Haut jagen möchten, weil unsre Aisance ihnen nicht gefällt, kommen mir vor wie die modernen Kraftgenies, diese sogenannten Romantiker, über die der Vernünftige lächelt. Man macht es mit, weil es Modesache ist. Ja, wir langweilten uns; diese jungen Leute bringen etwas Pikantes ins Leben, Paradoxien, Raketenfeuer, was einen Augenblick angenehm prasselt. So muß man es auffassen. Ein Tor, wer es für mehr nimmt. Oder glauben Sie, daß aus diesen jungen Herren je etwas wird, vorausgesetzt, daß sie sich nicht bekehren, was übrigens bald genug eintritt. Der extravagante Herr Bernhardi gibt schon jetzt klein bei und unterhandelt beim Magistrat um eine Anstellung an der Schule. Ach, mein Freund, das praktische Leben bildet die Menschen, und wenn der Brotkorb hoch hängt, so lernt auch der Lahme springen. Der Wackenroder hat einen braven Vater, er wird schon zu sich kommen. Ich bitte Sie, halten Sie es für möglich, daß diese Herren Schlegel jemals nur auf einer Universität zugelassen werden! Und dieser junge Mensch, der Monsieur Tic oder Tique, der mit seinen krausen Phantasien die Welt verkehrt machen will, glauben Sie, daß nach zehn Jahren noch ein Hahn nach ihm kräht? In einem Menschenalter ist sein Name vergessen. Gönnen wir ihnen das Vergnügen, sich ein wenig sonnen in der Gunst des Augenblicks, und gaffen wir's an wie einen Sonnenaufgang in der Oper. Mais mon cher, le classique est éternel! Racine und Corneille, welche dieser Monsieur Schlegel wie Schulknaben traktiert, seront pour toujours les délices du genre humain, und könnte ich einen Blick in das Elysium werfen, möchte ich le grand Voltaire sehen, wie er mit dem grand Frédéric sich über diese deutschen Kritiker mokiert, die an seinem Piedestal von Granit mit einem Schusterpfriemen feilen. Der Kotzebue, an dem sie auch häkeln und mäkeln, er ist nicht eminent, aber ich sage Ihnen, und dazu gehört keine Clairvoyance, daß er sie um ein Siècle überlebt.«

Der Rat sagte: »Wer in den Spiegel der Zukunft sähe!«

»C'est plus que ridicule«, fuhr der Redner fort, »daß in der Kapitale Friedrichs, wo Voltaire das Pflaster betreten hat, oder eigentlich ist er nur in der königlichen Kutsche gefahren, wo wir doch ganz respektable Gelehrte haben, die Herren Nicolai, Biester, und wie sie heißen, daß hier eine école mystique sich auftun konnte.«

»Sie findet nicht großen Anhang.«

»Wer redet davon! Haben Sie das Sonett auf die Jungfrau von dem Judenjungen neulich gelesen? C'est charmant! Das lob ich mir. Man glaubt draußen allen Ernstes, sie könnten uns über Hals und Kopf konvertieren, und wenn wir eines Morgens aufständen, wären wir katholisch geworden, wir wüßten nicht wie!«

»Die Brandenburger würden sich schwer dazu akklimatisieren.«

»Acclimatiser! ein hübscher Einfall. Aber meinethalben! Je mehr Schaumblasen, die das Publikum beschäftigen, und Phantome, die es ins Bockshorn jagen, desto besser für uns. Aber diese Herren sollten sich nur nicht mit politischen Ideen abgeben. Die tudesquen Vorstellungen, die hie und da auftauchen, doppelt lächerlich in Friedrichs Hauptstadt! Je vous prie, mon cher, qu'est-ce que c'est donc que l'Allemagne? Allerlei Mansch, allerlei Menschen, bunt durcheinander. Ce terrible Götz de Berlichingen, wenn er in dem eisernen Ofen über die Bretter knackt, et les ravissements et les larmes du public! Klassische Bildung! en vérité! Da ist ein junger Herr von Kleist, höre ich, der möchte den großen Arminius auf die Bretter bringen. Den Hermann sollten sie doch ruhig auf seiner Bärenhaut schlafen lassen, wo Klopstock ihn eingesungen hat. Wo gehört denn der Deutsche besser hin als auf die Bärenhaut, um zu meditieren. Aber so sind wir Idealisten! Mit nichts wissen sie umzuspringen, für nichts zu arbeiten, für nichts sich zu schlagen – als für Ideen.«

»Geschlagen haben sich die Deutschen doch, und wenn sie sich nicht so schlugen, wie sie sollten, war es eben nur, wie ich meine, weil ihnen die Idee fehlte, für die sie sich schlugen.«

Der Einwand schien dem Geheimrat unbequem zu kommen. Von Untergeordneten läßt sich ein vornehmer Mann ungern aus dem Felde schlagen. Er fiel plötzlich dem Gegner in die Flanke, da, wo er es wirklich nicht erwartete:

»Sagte ich es Ihnen nicht! Ganz richtig Ihre Bemerkung, die Ideen fehlen ihnen, weil nur das Genie Ideen hat und kein Genie da ist. Wo sollten sie denn zutage gefördert werden? In der freien Reichsstadt Dinkelsbühl, in Nürnberg oder bei der Reichsritterschaft des obersächsischen Kreises? Wenn diese Misere, die nie gelebt hat, die nur das faule Fleisch war, die Schwiele und Hornhaut vom Körper, welche seinen gesunden Blutumlauf hindert, ich bitte Sie, wenn diese Misere jetzt prätendiert, wo der Riese von Korsika sie mit einem Fußtritt zerquetscht, Ideen eines Gesamtlebens zu haben!«

»Sie prätendieren es auch kaum«, sagte mit ernstem Tone der Rat.

»Desto törichter, wenn andere für sie denken und prätendieren, wenn Phantasten und Nebelmenschen Vorstellungen erwecken wollen, die durch die Weltgeschicke glücklicherweise applaniert sind. Solch ein Dunstbild einem Genie wie Bonaparte gegenüber! – Sie sind noch jung, Herr von Fuchsius. Ich trug auch Ideen aus den Hörsälen ins Leben über. Ach, aber Teuerster, wie schnell kuriert uns das Geschäftsleben. Mich kümmern auch nicht im geringsten diese Schwärmer, sie sind so unpraktisch, unbedeutend, daß man ihnen nicht einmal irgendein Spielzeug hinzuwerfen braucht. Verdrießlich ist nur, daß Bonaparte, durch falsche Zuträger, durch Zeitungsartikel getäuscht, davon Notiz nimmt. Lombard hat alle Mühe, ihm zu beweisen, daß dieser Furor teutonicus nichts ist als eine Seifenblase, mit der sich einige Professoren belustigen.«

»Der Beweis wird ihm nicht zu schwerfallen«, sagte der Rat aufstehend. »Herr Geheimrat ließen gestern fallen, daß Ihnen eine Notiz im ›Hamburger Unparteiischen‹ bezüglich auf Lombards Depesche nicht unangenehm wäre. Wir wurden unterbrochen. Meine Feder und mein Wille stehen zu Ihrer Disposition.«

Bovillard setzte sich halb auf den Tisch, indem er vertraulich den Arm auf die Schultern des Rates legte; die Runzeln seines Gesichtes verzogen sich in ein wohlgefälliges Lächeln:

»Mich hat seit lange kein Brief so erquickt!«

»Lombard muß Wichtiges berichtet haben«, bemerkte der Beamte. »Nach den Äußerungen des Herrn Geheimrats gestern zu mehreren Geschäftsmännern herrscht unter den Kaufleuten eine sehr frohe Stimmung.«

»Dürfte ich Ihnen den Brief zeigen! Bonaparte hat ihn empfangen nicht wie einen Abgesandten, sondern wie einen alten lieben Bekannten, den er endlich von Angesicht zu Angesicht sieht. Er saß auf dem Sofa und las. Was denken Sie? Den Ossian. Nachdem er Lombard die Hand gereicht, rezitierte er ihm eine Stelle voll der tiefsten Empfindung für Menschenwohl. Er fragte ihn, ob er Ossians Gefühle teile. Lombard war nicht ganz vertraut, da las er ihm selbst die Szene vor, wo Malwine im Mondenschein über das Schlachtfeld eilt und süße Betrachtungen ausgießt darüber, daß Mord und Schlachten die Geschicke der Menschheit regulieren. Bonaparte schlug das Buch zu und wandte sich schnell ab, um seine eigene Bewegung zu verbergen. Und diesen Mann gefallen sich unsere Fanatiker einen Blutmenschen zu nennen! ›Wer gebietet der Parteienwut!‹ Das warf auch Bonaparte im Gespräch hin. ›Sire‹, erwiderte Lombard, ›Europa kennt den Sieger des achtzehnten Brumaire.‹ Der Kaiser schüttelte mit gesenktem Blick den Kopf: ›Ach, das war für die Straßen von Paris, für Frankreich vielleicht, aber der Genius muß noch geboren werden, der Europa wieder in seine Fugen richtete.‹ Lombard zitierte eine Stelle aus einer Schrift des jungen Ancillon. Napoleon schien sie zu kennen, aber mit einem schlauen Augenaufschlag fiel er ein: ›Mich dünkt, der Sinn ist weit schlagender in den Worten ausgedrückt.‹ – Und was zitierte er? Eine Stelle aus einem von Lombards Traités

»Sollte Bonaparte Lombards Schriften gelesen haben?« rief der junge Rat mit einem ungläubigen Lächeln.

»Dieselbe Frage stellte Lombard, natürlich nur mit andern Worten, und sein Gesicht mag auch dabei geglänzt haben, denn, wir wollen es nicht leugnen, er ist etwas eitel. Eitel sind wir alle, lieber Fuchsius. Napoleon sah ihn mit seinen schönen, klugen Augen vielsagend an und griff dann nach einem Buche, das neben ihm auf dem Tische lag. Es war Pariser Druck und Band, Sie werden es sehen. Kaum, daß er darin geblättert, schlug er eine Seite auf und reichte sie dem Gesandten. Es war Lombards Diktum. – ›Unverdiente Ehre, wenn mich ein französischer Schriftsteller zitiert hat.‹ – ›Sie sind es ja selbst‹, lächelte Napoleon und wies ihn auf den Titel. Kurzum, es waren Lombards Traités in einer Pariser Ausgabe, prachtvoll gedruckt. Und mit einem Wort, es kam heraus: Der Kaiser hat Lombards Abhandlungen, weil sie ihm so sehr zusagen, in einer Prachtausgabe für sich und seine vertrauten Freunde drucken lassen. Napoleon Bonaparte, sage ich Ihnen, der Genius des Jahrhunderts, kann sich von Lombards Schriften nicht trennen, er führt sie mit sich in seinem Feldnecessaire, er blättert täglich, er findet Zerstreuung, Erholung, Erquickung darin, wenn die Sorgen ihn drücken. Mit französischer Artigkeit bat er ihn um Entschuldigung wegen des Nachdrucks, den er in seinem Reiche streng bestrafen würde, denn jeder Arbeiter müsse die Früchte seiner Arbeit genießen können. Aber die deutsche Typographie sei noch so weit zurück, es tue seinen Augen wehe, einen schönen Gedanken grob auf deutschem Papier zu sehen. ›Ach‹, fügte er hinzu, ›was könnte aus Deutschland, ich meine, aus Ihrem Preußen werden, wenn ein Genius die Industrie belebte!‹ Lombard erwiderte in galanter Weise die Artigkeit: er fühle sich in seinem Interesse durch den Nachdruck so lädiert, daß er auf eine große Entschädigung Anspruch mache. Er fordere nicht weniger als das Exemplar, welches durch des Kaisers Hand geweiht sei. ›Ich gebe es ungern, es ist mir lieb geworden‹, sagte der Kaiser, ›aber Sie sind im Recht, und nun ist es nicht mehr meines., Er hatte rasch seinen Namen mit einer verbindlichen Zeile hineingeschrieben.«

Der Geheimrat war nach dem verschlossenen Schrank geeilt, von wo er einen in saubere Hüllen verschlossenen Band holte und auf dem Tische enthülste: »Lombard hat ihn vorausgeschickt. Doch das ist nur für uns. Um Himmels willen davon keine Mitteilungen. – Da ist sein Name. Schöne, feste Züge, der Charakter des Genius. Ex ungue leonem. – Hier ist auch mein Bericht, den Lombard die Güte hatte in seinem Traité aufzunehmen, mit abgedruckt.«

Der Geheimrat umhülste das Buch wieder mit einer Geschicklichkeit, die einem Buchbinder Ehre gemacht, und stellte es auf seinen Ort zurück. »Was sagen Sie nun. Ist der Mann, wie seine enragierten Feinde ihn uns darstellen wollen?«

»Das sind allerdings überraschende Kombinationen.«

»Sie haben an eine Attrappe gedacht. Sehen Sie, wie Sie sich durch Ihr Vorurteil täuschen ließen. Überhaupt, da war nichts Affektiertes in Bonapartes Benehmen, nichts von der Herablassung eines Emporkömmlings. Er verhandelte mit unserm Freunde wie der Gleiche mit dem Gleichen. Lombard wollte diplomatisch Schritt um Schritt mit seinen Missionen herausrücken. Napoleon unterbrach ihn rasch: ›Ich bin Frankreich, die Welt fängt an, es zu erkennen, und Sie sind Preußen, die Welt erkennt es noch nicht, aber ich. Überlassen wir doch das anderen, sich untereinander zu täuschen‹, setzte er mit dem durchdringenden freundlichen Blicke hinzu. – Das bleibt natürlich unter uns, und Lombard tat natürlich das Seinige, dagegen zu protestieren und auf seine untergeordnete Stellung zu weisen. – ›Wie sie wollen‹, sagte Napoleon lächelnd, ›ich nehme die Menschen, wie sie sind, respektiere aber auch den Schein, den sie hervorzukehren für nötig halten.‹ – Und nun floß das Gespräch anmutig hin wie zwischen zweien, die, wie Schiller sagt, auf der Menschheit Höhen stehen und parteilos und affektlos das Getriebe tief unter sich betrachten.«

»Und bei dem Gespräche blieb es?«

»Lombard kann nicht genug sein Entzücken über den reichen Geist ausdrücken. Er schüttete seine Anschauungen über die Weltverhältnisse wie eine Fee aus ihrem Füllhorn. Unser Freund sagt, er hat in dieser einen Stunde viel gelernt.«

»Dazu ward er indes nicht hingeschickt. – Und noch gar keine positiven Resultate?«

»Wir können ganz beruhigt sein. Bonaparte hegt eine Achtung vor Preußen, die mich wirklich überrascht hat. Wenn er von Friedrich spricht – nun, das versteht sich von einem Genius wie seiner von selbst. Er malte seine Schlachten; als er die von Hochkirch schilderte, geriet er in eine wahre Begeisterung: Die gewonnenen Schlachten wolle er dem großen Toten lassen, rief er aus, aber er gebe drei seiner eigenen Siege für den Rückzug von Hochkirch.«

»Lombards Mission war aber doch nicht eigentlich, sich Unterricht über den Siebenjährigen Krieg geben zu lassen?«

»Spötter! Wissen Sie, was Napoleon über den Baseler Frieden sagte?«

»Die erste Wunde unserer Ehre!« seufzte der Rat.

»Das gab er selbst zu. Erkennen Sie die Größe des Mannes. Aber nach diesem Frieden sei es Preußens Aufgabe gewesen, die demarkierten Teile von Deutschland, die unter seinen Schutz gegeben waren, sich zu unterwerfen. ›Ein kleines Unrecht‹, rief er, ›kann in der Politik nur gutgemacht werden durch ein großes Unrecht. Was wäre Preußen jetzt, es stände da, eine europäische Macht, die nicht nötig hätte, Sie, mein lieber Lombard, zu mir zu schicken, um mich zu sondieren. Es wäre an mir gewesen, zu Ihnen zu schicken, ich hätte aber freilich schwer einen Lombard gefunden.‹ Er tat einige Schritte im Zimmer auf und ab. ›Aber es tut nichts‹, hub er wieder an. ›Preußen ist ohnedem, was es ist. Der Genius Friedrichs schwebt über ihm, und die Fittiche seines Adlers rauschen stark genug, daß sich so leicht kein Feind heranwagt.‹«

»Und weiter berichtet Lombard nichts?«

»Sie bleiben ein ungläubiger Thomas. Der Kaiser ist nicht allein weit entfernt von einer feindlichen Absicht, sondern eine innige Verbindung mit uns wäre sein Wunsch. Wohlverstanden, eine Alliance, welche die Zügel der Welt in die Hand nimmt. Zivilisation, Kultur, wahre Aufklärung, das Glück des Menschengeschlechts und ewiger Frieden wären ihr Ziel. Wer zwingt ihn denn, immerfort das Schwert wieder zu ziehen, als die Manöver des Herrn Pitt, der jetzt Österreich, jetzt Neapel, nun Rußland, Schweden und die Kleinen, warum nicht auch Spanien und die ganze Welt aufhetzt. Was sind diese Subsidien, die das monopolisierende England verschwenderisch auswirft, als das Blutgeld, womit es den Ruin der Länder erkauft, die sich verführen lassen? England wäre es recht, wenn der ganze Kontinent zur Wüste würde, wenn er nur damit der Markt wird, wo die Bettelvölker, um ihre Blöße zu kleiden, seine schlechtesten Waren kaufen müssen. Das ist sein Ziel, und jedesmal, wenn Bonaparte seinen Degen gegen einen neuen Feind ziehen muß, tut er es mit Seufzen; er weiß, er kriegt nicht gegen die armen Neapolitaner, Hessen und Schwaben, die sind nur die Schlachtopfer; seine eigentlichen Gegner, die reichen Kaufleute an der Themse, sitzen ruhig hinter ihren Wollsäcken und trinken ihren ostindischen Tee, derweil die mit ihren Taschengeldern zu ihrem Vergnügen, zu ihrer Spekulation erkauften Völker in die französischen Kanonen getrieben werden. Darum ist sein Grimm gegen Pitt und die andern unbeschreiblich. Wenn ihm die Landung gelänge, wenn er England seinen Degen ins Herz bohrte, so würde er vielleicht der Blutmensch, den man aus ihm macht. Aber seine Vernunft regelt seine Begierden. Seine Pläne sind andre. Könnte er den ganzen Kontinent mit einem Netz gegen die fremde Ware umspannen, daß kein Ballen ihrer Manufakte eindringt, könnte er den Gewerbefleiß unter den Kontinentalen anstacheln, daß wir gezwungen würden, für uns selbst zu erfinden, schaffen, könnte er die Briten aushungern, daß sie sich den Tod essen an ihren Schlauderwaren, dann hätte er gesiegt, wie er wünscht, nicht für sich, für die ganze europäische Menschheit. Dann würden wir alle reiche, glückliche, selbständige Völker. Aber er allein, ein wie großes Genie auch, kann das nicht. Er braucht einen Bundesgenossen. Rußland kann es nicht sein, Österreich ist des Gedankens nicht fähig, Preußen allein steht auf der Höhe der Zivilisation und Intelligenz, mit Preußen Hand in Hand könnte er den Weltgedanken ausführen. Begreifen Sie nun, warum es in seinem Interesse ist, mit uns freund zu bleiben?«

»Lombard hat die Propositionen zur Allianz vermutlich schon in der Tasche?«

»Bonaparte kennt uns, und darum gibt er fast die Hoffnung auf. Er kennt die Hindernisse. Ich versichere Sie, mit erschreckender Genauigkeit kennt er die Koterien an unserm Hofe, er weiß, was bei der Radziwill, in den Kreisen der Prinzeß Wilhelm über ihn gesprochen, wie er tituliert wird. Er weiß die Ausdrücke, das Treiben in den Umgebungen des Prinzen Louis Ferdinand auf ein Haar, ja, er liest die Gedanken, die der Prinz unterdrücken muß. Die Diskurse in unsern Wachtstuben, die freien Unterhaltungen unsrer Garde du Corps liegen aufgezeichnet in seinen Akten. Soll ihm das Vertrauen und Hoffnung auf uns einflößen?«

Der Rat war ernsthaft geworden: »Das ist schlimm. Man sagt, seine Spione kosten ihm viel. Preußen soll ihm überhaupt viel kosten, und das ist noch schlimmer.«

»Ich sage Ihnen, jene Phantasten und Gelehrten sind Bagatell; diese sogenannte Kriegspartei aber wird uns ruinieren. Sie bohrt und drängt und stürmt, bis einmal der Widerstand der wahren Staatsmänner zu schwach wird und das gute Herz des Königs nachgibt.«

»Und wir ständen allein«, fiel der Rat ein.

»Prenez garde, mon cher, das auszusprechen. Man muß diesen Fanatikern gegenüber vorsichtig sein. Es freut mich, daß Sie den Wahn nicht teilen, als wären wir allein stark genug, gegen den Strom zu schwimmen. Doch besser, daß man dies für sich behält. Um so mehr, als, denken Sie, auch Napoleon zweifelt. Wie hübsch er das auffaßt. ›Ich bin ja nicht töricht‹, sagte er zu Lombard, ›um nicht zu wissen, daß, wenn Preußen bei Valmy, Pirmasens, wenn es am Rhein ernstlich gewollt hätte, Frankreich nicht mein Frankreich und ich nicht ich wäre.‹ Das ist nun allerdings zuviel Artigkeit, indessen ersehen Sie daraus, wie hoch er auch unsre Armee schätzt. ›Ich weiß‹, sagte er, ›Ihres Königs Herz schlägt für Menschen- und Völkerglück wie nur meines, aber ich würdige vollkommen seine Lage, er ist jung, befangen, zu gewissenhaft, er weiß sich nicht zu helfen zwischen den guten und bösen Ratgebern. Zuviel Blutsbande verknüpfen ihn mit den Ungestümen, Rasenden, und man kann sich keines Augenblicks versehen, daß nicht eine Mine auffliegt und die Feinde der Humanität siegen.‹«

»Und wird Mortier Hannover räumen?« fragte der Rat mit scharfer Betonung. »Wird die Sperrung der Weser- und Elbemündungen, auf die Preußen bestehen muß, aufgehoben werden? Unser Handel geht zugrunde, wenn das nicht geschieht. Das ist schlimm, aber es gibt Schlimmeres. Wir verfeinden uns England. Das ist aber noch nicht das Schlimmste. Ganz Deutschland aber blickt sehnsüchtig und erwartend auf Preußen als die einzige Macht, die ungebrochen dasteht, frei noch von Frankreichs Einfluß, als die einzige Macht, welche die Ehre des Vaterlandes retten, der übermütigen Gewalttat eine Schranke entgegensetzen kann. Wenn wir diese Aufgabe nicht erfüllen, nicht rettend einschreiten, attestieren wir unsre Ohnmacht, und wir laden die Schmach auf uns, daß eine Koalition fremder Mächte, die nicht ausbleiben kann, diese Aufgabe übernimmt. Ich wiederhole nur, was die Tausende täglich sagen, die man Biedermänner nennt, mich selbst, wie sich versteht, jedes Urteils begebend.«

»So!« sagte der Geheimrat gedehnt. »Diese Biedermänner werden sich gedulden müssen, bis Lombard aus Brüssel zurück ist. Die Spezialitäten seines Auftrags wird er mündlich Seiner Majestät vortragen.«

Die Geschichte und auch die Memoiren der Zeit erzählen nichts von diesem Gespräch und dem, was es hervorrief; der Dichtung aber ist es erlaubt, auch aus der Tradition zu schöpfen, wo sie noch die Worte lebendiger Zeugen belauscht hat, die es glaubten. Was einmal geglaubt ward ist ein Faktum, das auch der Geschichte angehört. Übrigens mag der Geheimrat Bovillard Verhandlungen und Gespräche anders aufgefaßt haben als die, welche gesprochen und verhandelt hatten; er war ein Mann von lebhafter Imagination.

»Und der Artikel für den ›Hamburger Korrespondenten‹?« sagte nach einer Weile der Rat Fuchsius.

»Sie werden das selbst am besten kombinieren. Ihre feine Feder weiß die Fäden zu verschlingen, daß man nicht ahnt, woher es kommt. De haut en bas etwas, mit einem gelinden Achselzucken die kriegerischen Herren behandelt. Es versteht sich, die hohen Personen, die ich nannte, bleiben unerwähnt, auch die Generale, namentlich Rüchel, Blücher. Nur mit der höchsten Distinktion von ihnen gesprochen! Zu ihrer Einsicht habe das Publikum die feste Zuversicht, daß sie die verderblichen Ratschläge von des Königs Ohr abhalten würden. Die Seitenhiebe werden Sie ebenso geschickt applizieren. Es bleibt, wie gesagt, alles ganz Ihrem Ermessen überlassen. Es ist Ihr Dafürhalten.«

»Dann bleiben mir nur die Gendarmerieoffiziere übrig.«

»Mit diesen Herren komm ich nicht gern in Konflikte. Man begegnet sich doch täglich in Gesellschaften.«

»So könnten nur die deutschen Gelehrten, die Romantiker, die Zielscheibe sein.«

»Ganz richtig.«

»Die Herr Geheimrat eben für unschädlich erklärt.«

»Sie verführen die anderen mit ihren abstrakten Ideen. Ja, setzen Sie es recht ins Licht, die Lächerlichkeit dieser Theoretiker, die sich einbilden, über Dinge mitsprechen zu können, von denen sie nichts verstehen. Geben Sie's ihnen recht stark, legen Sie auch Napoleon einige pikante Phrasen in den Mund über die deutschen Ideologen. Sie wären das einzige Hindernis des Friedens, nach dem alle Welt sich sehnt. Ich weiß, sie sind's nicht. Darauf kommt es aber nicht an. Sie schlägt man, die Kriegspartei meint man. Die Herren vom Militär erfreut es inniglich, wenn man gegen die Professoren- und Schreiberweisheit loszieht. Sie schlucken die Invektiven mit Heißhunger herunter und merken nicht, daß es Schläge für sie selbst waren. – Apropos, wenn Sie auch einige scharfe Seitenhiebe gegen den Herrn von Stein geschickt anbringen könnten –«

»Rechnen Herr Geheimrat den Freiherrn zu den Ideologen, zu den Romantikern oder der Kriegspartei?«

»Qu'importe

»Viele richten ihre Blicke gerade jetzt auf ihn.«

»Um so schlimmer, der Mann wäre imstande –«

Der Geheimrat hielt plötzlich, wie durch eine Erinnerung gestört, inne. Sein Sekretär unterbrach das Gespräch in einem Augenblick, wo der Geheimrat selbst im Begriff stand, es zu enden, vielleicht, weil ihm Gedanken aufstiegen, für die Fuchsius ihm nicht der geeignete Vertraute schien.

»Ich kann heut niemand mehr empfangen«, rief er dem Sekretär zu. »Mein Gott, wenn man doch wüßte, wie ich überlaufen bin. Ich kann mich doch nicht verdoppeln und verdreifachen.«

Der Sekretär nannte einen Namen. Das Gesicht des Wirklichen verzog sich merklich in die Länge.

»Diesmal werden Herr Geheimrat ihn wohl nicht abweisen können«, sagte der Rat. »Sie ließen ihn durch mich auf diese Stunde bescheiden.«

Aufgähnend und mit einer französischen Phrase fand sich der Geheimrat in sein Schicksal.

Der Rat beurlaubte sich, das nächste Gespräch würde wohl besser ohne Zeugen geführt.

»Ein anderer«, dachte der Wirkliche, »würde in seiner Stelle die Last mir abzunehmen verstanden haben. Aber das Insinuante, entweder das Geschick oder die Neigung, sich ihren Oberen gefällig zu zeigen, fehlt den jungen Männern von heut. Er hat Kopf, Talent, Geschick, Kenntnisse, auch Gewissenhaftigkeit – nur zu viel. Während zu unserer Zeit der Anfänger es seine erste Aufgabe sein ließ, nachzusinnen, abzulauschen, wie er seinen Vorgesetzten gefällig werde, schießen in der jüngern Generation eigentümliche Begriffe von der Staatskarriere auf. Wie soll mit dieser Neigung, die Dinge selbst zu beurteilen, eine eigene Meinung zu haben, die Disziplin künftig bestehen. – Wäre er eben nicht ein so geschickter Arbeiter –! Ja, dieser Legationsrat aus Thüringen, wenn ich ihn für unsern Staatsdienst gewinnen könnte –«

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