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Ruhe ist die erste Bürgerpflicht

Willibald Alexis: Ruhe ist die erste Bürgerpflicht - Kapitel 68
Quellenangabe
typefiction
booktitleRuhe ist die erste Bürgerpflicht / I. Band
authorWillibald Alexis
year1996
publisherManuscriptum Verlagsbuchhandlung Thomas Hoof KG
address45611 Recklinghausen
titleRuhe ist die erste Bürgerpflicht
pages3-6
created19991228
sendergerd.bouillon
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Elftes Kapitel.
Ein belauschtes Intermezzo.

Im Vorzimmer des neuen Ministers stand Walter van Asten. Es war vieles vorgefallen, was diese Audienz, um die er nicht nachgesucht, immer wieder aufgeschoben hatte. Der Minister war einmal zum Könige berufen gewesen, eine dringende Konferenz hatte sich ein andermal in die Länge gezogen. Man hatte ihm hinaussagen lassen, es tue dem Minister sehr leid, aber um ihm seine Zeit nicht zu rauben, werde Exzellenz ihm einen andern Tag bestimmen lassen.

Am heutigen war Walter mit frohem Herzen aus dem Hause gegangen. Nicht weil ein entfernter Bekannter, der sich plötzlich seinen Freund nannte, heut morgen zu ihm gestürzt war, mit der frohen Kunde, die er vom Schwager des Bruders eines Kanzleibeamten gehört, daß derselbe seine Broschüre auf dem Arbeitstisch des Ministers liegen gesehen. Seine Schrift hatte Walter fast vergessen. Was war es jetzt Zeit zu Organisationen! Wenn man im Mittelalter eine Glocke goß zu Ehren einer Stadt, opferten die Reichen von ihrem Silber, daß sie einen schönen Klang gewinne, so war der Glaube. Wenn aber das Erz im Guß war, überkam eine fieberhafte Lust alle, man griff in die Läden und trug, was man Kostbares entbehren konnte, hinzu; ja, auch was man nicht entbehren konnte, und in der Opferlust sah man arme Witwen, alte Mütterchen, hinzustürzen, um ihren letzten Löffel in den Kessel zu werfen. Ihr Herz jauchzte, und die Träne rollte über die vertrockneten Runzeln, wenn sie ihr teures Silberstück schmelzen sahen. Zur Glorie der Stadt! Und wenn ihre Gebeine längst moderten, lebte, atmete, tönte ihr Opfer den Nachlebenden in der Luft, im Silberklang der Glocken.

Eine ähnliche Empfindung war es, mit der Walter heut sich auf den Weg gemacht. Er hatte kein Silberstück zu bringen; in dem Augenblick fühlte er alles wertlos, was er gedacht, geschrieben, sich selbst wollte er opfern. Gleichviel, was man mit ihm anfinge. Es war kein anderer Impuls in ihm, als die Luft des Atoms, sich aufzulösen in das Allgemeine. Nur rasch wünschte er die Operation. Es ist ja alles vergänglich; auch der tiefste Seelenschmerz, von dem wir nie zu genesen glauben, ist nur ein bitterer Rausch, der sich verflüchtigt. Wie furchtbar er auch die Brust des Ruhigen, Verschlossenen durchwühlt, so, in stillen Augenblicken, daß er die Sonne untergesunken sieht, um nirgend wieder aufzugehen, auch der Schmerz arbeitet doch nur wie alles, was Odem hat, bis – sein Atem ausging! Dann ja dann, was uns ins Auge fällt, der Abendstern oder ein Abenteuer, ein Problem oder ein Bild aus dem Alltagsleben, Hitze oder Kälte, Hunger oder Durst, die Neugier oder die Müdigkeit, sie erregen neue Wünsche, neue Anstrengungen, neue Arbeit, neues Leben. Was wäre auch das menschliche, wenn es an einem Schmerz schon verblutete, und jedem sind der Schmerzen so viele zugemessen!

Die Sonne der Liebe, die so wunderbar bei ihrem Aufgang in sein graues Leben gestrahlt, war versunken – freilich, er hatte ihr Licht schon lange immer matter, immer kälter werden sehen, aber so plötzlich untergesunken, so dunkel, unheimlich war auf einmal die Nacht, daß mit ihr alles versunken schien, was er gebaut, geträumt. Für sich, was sollte er da noch bauen, schaffen, wollen! wozu? Was er für sich erstrebt, es hatte ja keinen Zweck mehr! Ehre! Wo war denn Ehre überhaupt zu gewinnen! Eine Existenz! Brauchte er um die zu ringen? Ein dampfender Schlund schien sich vor ihm zu öffnen, in den er, ein anderer Curtius, unverzagt gestürzt wäre. Er hatte den Kanonendonner bei den Revuen gehört, das Geprassel des Pelotonfeuers. Wenn das Ernst ward, die breite Brust den dampfenden Batterien entgegenzuhalten, müßte es nicht Lust sein!

Der Minister ließ ihn lange warten. Seine Exzellenz waren in eifrigem Gespräch mit einem vornehmen Besuch. Wenn sie sich der Tür näherten, schallten Worte und ganze Sätze zu ihm; dann, die Klinke an der Hand, machten sie wieder kehrt, es schien neues Öl in die Flamme gegossen, und indem sie sich tiefer ins Zimmer entfernten, gingen die Worte in unartikulierte Töne über. Er glaubte den Titel seiner Schrift zu hören. Er konnte sich aber auch getäuscht haben. Er näherte sich unwillkürlich dem Tische, worauf die letzte Lektüre des Ministers lag. Obenauf seine Schrift. Sie war an vielen Stellen eingeknifft. Er sah dicke rote Striche, Ausrufungs- und Fragezeichen. – Also doch darum! Sie hatte die volle Aufmerksamkeit des ausgezeichneten Mannes erregt. Mußte er sich nicht vorbereiten? Er trat zaudernd noch näher. Da stand ein »Bravo!« dick neben einer Stelle. Sein Herz klopfte.

Schon griff seine Hand nach dem Buche, als die Tür aufsprang und der Minister seinen Besuch hinausbegleitete. Sie bemerkten ihn im Eifer der Unterhaltung nicht; der Fremde mochte zur englischen Gesandtschaft gehören, sie sprachen englisch.

»Mylord, Preußen ist durch den neuen Vertrag ohne Schwertstreich aus der Reihe der europäischen Mächte gestrichen. Sie können's in hundert Schriften lesen«, sprach der Minister. »Was verlangen Sie noch von uns?«

»Und doch hat Seine Majestät, Ihr König, Laforests Antrag nicht gewillfahrt«, sagte der Engländer.

»Weil der unverschämte Mensch forderte, er solle Lombard für etwas belohnen, wofür –«

»Sie und ich ihm einen andern Lohn gönnen«, fiel der Gesandte ein. »Indessen hatte Lombard nichts getan, als was Seine Majestät billigen mußten, er hatte Haugwitz während dessen Abwesenheit verteidigt, das heißt den Vertrag, den der König selbst ratifiziert hat.«

»Die Patrioten hätten Lombard in Stücke zerrissen, wenn man ihn noch dekorierte und beschenkte.«

»Seine Majestät hörten auf die Stimme des Volkes, aber auch auf die Ausfälle des ›Moniteur‹. Um Napoleon zu genügen, hat man den Baron Hardenberg entlassen.«

»Kämmerchen vermieten«, warf der Minister hin.

»Exzellenz, nichtsdestoweniger muß ich Ihnen bekennen, daß mein Kabinett grade dies am wenigsten versteht. Und wenn mein Kabinett, das englische Volk begreift es nicht.«

»Gibt die Diplomatie niemals mit der einen Hand, um mit der andern zu nehmen?«

»Nicht in Krisen, wo man nicht weiß, ob man noch Zeit hat, den ausgestreckten Arm zurückzuziehen.«

Der Minister, der eine Weile vor sich hingeblickt, zuckte mit den Achseln: »Und doch irren Sie, Mylord, die Uhren auf dem Kontinent gehen langsam. Die Stunde ist noch nicht so weit vorgerückt.«

»Seiner Majestät Uhr ging rascher, als Sie uns Hannover nahmen, Ihre Häfen uns verschlossen.«

»Weil Napoleon schneidend auf die Ausführung des Vertrages drang. Er stand mit dem Hammer des Auktionators da.«

»Und jetzt mit dem Liktorenbeile, Exzellenz. Er legt den Vertrag aus, wie es ihm gefällt. Er hat vor der Zeit Ihre Besatzung aus Wesel verdrängt. Der Kommandierende derselben hat, beinah ausgehungert, in seiner abgeschnittenen Lage um die zurückgelassenen Vorräte bitten müssen. Murat, der neukreierte Großherzog von Berg, hat, auch nach dem schmählichen Vertrage, unbestreitbar preußische Bezirke, Alten, Essen, Werden besetzt. Er zieht die Kassen ein, requiriert für die Magazine, setzt Beamte ein und ab. Der Kaiser bleibt, aller Remonstrationen ungeachtet, herrisch dabei. Ihr Staat ist so absolut isoliert, daß er von Frankreich abhängig sein muß, und doch genügt das Napoleon nicht. In seinem Übermute spielt er mit Preußen wie der Tiger mit seinem Opfer, ehe er es zerreißt. Wozu Schonung, er spricht es deutlich aus gegen jeden, der es hören will, nicht vor seinen Ministern, vor seinen Stallknechten ruft er: ›was Rücksichten gegen einen Staat, der so tief in der öffentlichen Meinung sank, daß er nirgends Freunde hat; daß, die es waren, am lautesten vor Schadenfreude lachen werden, wenn er zusammenstürzt.‹ Napoleon sucht Krieg, er will Krieg, er provoziert ihn –«

»Und findet lämmermütige Geduld«, fiel der Minister unerwartet ein. Mit ironischem Lächeln fügte er hinzu: »Sollte Seiner Majestät, dem Kaiser der Franzosen, da nicht am Ende selbst die Geduld ausgehen?«

Der Brite fixierte ihn: »Eine Maske, Exzellenz, tut zuweilen ihre Dienste, wenn man sich noch verstellen kann; wenn man aber sich so deployiert hat, daß der Feind alle Schwächen und Hilfsmittel kennt, ist es zu spät. Und wenn Sie es noch länger hinhalten, Ihr Volk hält es nicht länger aus.«

»Kennt man das auch in Paris!« sagte der Minister mit einem eigentümlichen Tone, zwischen tiefem Ernst und leichtem Spott.

»Ihre Staatsmänner zählen noch nach Jahren«, hub der Brite wieder dringender an. »Ich nach Monden, Wochen, vielleicht nach Tagen. Wissen Sie hier nichts von den Verhandlungen mit den deutschen Fürsten im Westen und Süden? Um das Reich Karls des Großen zu stiften, müssen die Wittekinde vorher im Staube liegen. Er darf auch den Schein eines Sachsenreiches nicht dulden. Wüßten wirklich Ihre Staatsmänner nichts davon, verschlossen sie in unglaublicher Verblendung ihr Ohr, oder glauben sie noch, ihr Veto einzulegen, wenn alles abgemacht ist?«

Der Minister war bewegt, nicht durch die letzte Mitteilung des Engländers. Er hatte nur bis jetzt seine Stimmung durch Einwendungen in ironischem Tone zu verdecken gewußt. Wie tief er in eigenen Gedanken versenkt war, beweist der Umstand, daß er das Vorzimmer vergaß und Walter nicht bemerkte, obschon dieser keinen Versuch gemacht, sich zu verbergen. Der Engländer mochte ihn gesehn, aber für einen Vertrauten, zum Hause gehörig, angesehen haben; auch setzte er vielleicht nicht voraus, daß ein Sekretär die englische Sprache verstand. Der Minister ging unruhig einige Schritte auf und ab. Walter hielt es sogar für seine Pflicht, durch ein Geräusch seine Anwesenheit zu verraten, aber ohne seinen Zweck zu erreichen.

»Wir wissen noch mehr, Mylord«, sprach der Minister, vor dem Briten stehenbleibend. »Eine Revolution ist im Ausbruch, eine Revolution, welche allen, die gewesen sind, die Krone aufsetzt. Sie spielt in der Hofburg zu Wien. Der Steuermann springt in den Rettungskahn, Fahrzeug und Volk sich selbst, den Wellen überlassend. Franz II. legt die römische Kaiserwürde nieder, er will seine deutschen Provinzen los und ledig erklären von allen Pflichten gegen das Reich. Das Reich mag an der nächsten Klippe zerschellen, damit Österreich gerettet wird.«

»Mich dünkt, einen preußischen Staatsmann sollte diese Nachricht nicht erschrecken«, sagte ruhig der britische Diplomat.

»Wenn er aus Herzbergs Schule ist! Wir fragen, hat er ein Recht dazu, darf er preisgeben ein ihm anvertrautes, heiliges, das höchste Amt der Nation, der Christenheit, ohne die zu befragen, die durch freie Wahl es ihm auftrugen? Das deutsche Volk behält das unveräußerliche Recht auf sein Dasein.«

Der Brite fixierte ihn: »Sprechen Eure Reichsfreiherrliche Gnaden da als preußischer Minister?«

Im Staatsmann arbeitete ein Feuer fort, er hörte nicht den Einwand. »Das ist der Fluch jener französischen Revolution, die aus dem nackten Begriff schöpfte und in den Hexenkessel roher Begriffe alles einwarf, Totes, Lebendiges, Ungebornes und Verwestes, auch das Heiligste und Gerechteste. Was blieb denn noch übrig, woran wir uns halten, wo der Vielfraß Zeit alles aufzehrte, als das Vaterland! Zersetzen wir auch das auf seine Knochen und Fasern, dann Valet die letzte Sprungkraft, die uns aus dem Schlamm aufreißt. Ohne daß wir an Deutschland festhalten, ist kein Hessen und kein Sachsen, ja, kein Preußen und kein Österreich. Sie, Mylord, wenn ich nicht irre, rühmen sich Waliser Abkunft, was hält denn Ihr großbritannisches Reich zusammen, als daß es eins ward, Briten und Sachsen, Sachsen und Normannen, Engländer und Schotten, selbst das widersträubende Irland hat der Nationalsinn mit eisernem Arm an die gemeinsame Brust geklammert. Wäre es Bonaparte damals gelungen, hätte er Ihre Schiffe gesprengt, Ihre Strandbatterien durchbrochen, Ihre Armee geschlagen, London genommen, hätte er die Mythe ins Leben und die Kronen von Frankreich und England auf eines, sein Haupt gesetzt, hätten Sie sich genügen lassen mit einem kleinen Waliser Reich oder Piktenreich? Zerfallen und zerfahren war Ihr schöner germanischer Staat, wenn der Nationalsinn kein Herz mehr hatte, von dem alle Adern ihr Blut empfingen. Uns hat man die Adern unterbunden, seit Jahrhunderten das Blut abgezapft und in andre Kanäle zu leiten gesucht, und doch wallt und strömt es immer wieder nach dem Herzen hin. Es sucht es und kann's nicht finden, das ist seine Qual, aber es muß, es wird es wiederfinden, oder – der deutsche Name ist ausgestrichen aus der Geschichte.«

»Und in England, wollten Sie sagen«, fuhr der Brite, ohne aus seiner Gelassenheit zu kommen, fort, als der Minister plötzlich innehielt, »daß die getrennten Stämme dies Herz erst gefunden haben. Richtig, es war ein glücklicher, aber ein künstlicher Prozeß. Die Fusion des Blutes ist hergestellt, aber der Stempel darauf ist das Interesse. Das sollten Sie doch nicht vergessen, Sie lesen es ja auch in allen Journalen und Schriften. Ja, Exzellenz, wir dürfen uns nicht darüber täuschen, es ist das Interesse, was uns zusammenfügte und hält, ein Band, das Napoleon durch seine Kontinentalpolitik täglich fester macht. Aber wenn wir sehen, daß die Kontinentalmächte, in deren Interesse es lag, mit unserm zu gehen, ihr eignes vergessen, wenn wir sie schwanken sehen von einem Tage zum andern, ihre Entschlüsse ändern, dann – mein Herr, wir sind Kaufleute, Phantasien und Fanatismus, zu manchen Geschäften gut, um den Impuls zu geben, tragen wir in unserm Kontobuch nur unter dem Riskontro ein. Napoleon ist ein großer Spekulant, er setzte bisher alles auf eine Karte; solange trauten wir ihm nicht. Seit er aber im fortdauernden Gewinnen und sich immer konsequent ist, dürfte England dahin kommen, ihn als einen solidern Kaufmann zu betrachten, mit dem es sich wohl einmal auf ein Geschäft einlassen könnte.«

»Pitts Nachfolger werden und können sich auf eine Associéschaft mit Bonaparte niemals einlassen.«

»Alle Vorstellungen täuschen, sobald die Rechnung ein anderes Fazit gibt.«

Der deutsche Staatsmann sah ihn scharf an: »Mylord, ich habe mir die Achtung vor dem Charakter bewahrt, auch in der Politik – und ich glaube, nie falsch gerechnet zu haben. Ein wirklicher Charakter stimmt mit den Gesetzen der Mathematik. Die Maske ist zu durchsichtig. Wo könnte England gewinnen?«

»Wenn es die schwankende, haltungslose Politik derer, die seine Freunde sein müßten und es nicht sind, sich selbst überläßt und mit dem starken Feinde ein einfaches Geschäft macht, Zug um Zug.«

Der Brite sah sich vorsichtig um. Indem sein Blick auf Walter fiel, dämpfte er die Stimme. Es war ein stilles Zwiegespräch von einigen Sekunden. Der Minister horchte, den Kopf etwas vorgebeugt, zu, bis er ihn wieder in die Höhe warf. Er war ein ganz andrer geworden. Alle Unruhe und Agitation war fort. Sein Auge lachte sogar etwas höhnisch, als er mit lauter Stimme sprach:

»Daß er die Proposition machen ließ, bezweifle ich gar nicht, wenn er aber England Hannover zurück anbot, so kenne ich die klugen Kaufleute in der Downingstreet zu gut. Fehlgeschossen, Ihr greift nicht nach dem Danaergeschenk. Wie! Eine Herde Euch schenken lassen, und wenn sie Euch gehörte seit Abrahams Zeit, aber um Heide und Stall haben sich Wölfe gelagert! Wollt Ihr sie annehmen unter der Kondition, daß Ihr die Wölfe nicht bekriegen dürft, daß Ihr Eure Lämmer unter der Aufsicht der Raubtiere schert und die Wolle holt? Glaubt Ihr zu besitzen, was nur auf einem Vertrage beruht, und wenn der Wolf hungrig ist, wollt Ihr ihm das Papier entgegenhalten? Nimmermehr, Mylord, lehren Sie mich von Ihren Staatsmännern nicht kleiner denken, nicht an sie den Maßstab von diesen hier anlegen! Ja, sei es, das Interesse allein trennt und verbindet, und darum bleibt England uns verbündet, wie gut oder wie schlecht wir's ihm gelohnt. Und doch rechne ich nicht darauf – ich habe gelernt, auf nichts mehr zu rechnen, ich rechne allein – doch das gehört nicht hierher. Im übrigen, Mylord, jetzt ist es Sommer, aber Bonaparte fängt erst im Herbst Krieg an.«

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