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Rübezahl-Buch

Carl Hauptmann: Rübezahl-Buch - Kapitel 9
Quellenangabe
typelegend
booktitleRübezahl-Buch
authorCarl Hauptmann
year1988
publisherBergstadtverlag Wilhelm Gottlieb Korn
addressWürzburg
isbn3-87057-125-X
titleRübezahl-Buch
pages1-147
created19991007
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1919
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Siebentes Abenteuer

Wie Rübezahl Maria, Joseph und den Sternträger und später die beiden Bradlerjungen aus der Martinsbaude in sein Geisterreich aufnimmt

Unten in Spindelmühl hausten in einer Holzhütte am Waldsaum armselige Besenbinder. Der alte Veist mit der kranken, frommen Frau und zwei Jungen, denen sich noch immer aus dem unteren Dorfe ein dritter Junge zugesellte, wenn es galt, auf Abenteuer zu gehen.

Der alte Veist war ein gehässiger Bocksbart, den nur die gelähmte Alte mit dem Heiligengesicht im Zaum hielt.

Aber die Jungen hielt niemand im Zaum. Denn die gingen durch Dick und Dünn, wo Gelähmte nicht den Weg finden, auch wenn sie wirklich noch anderthalb Beine gebrauchen könnten.

Ernst und Paul, vierzehn- und zwölfjährig, hatten derbe Muskeln und viel Hunger. Die Hütte oben wurde auch leicht kalt, wenn der Winter hart und kein Holz auf dem Stapel war.

So war ihnen weder das gräfliche Holz im Walde, noch der Kartoffelkeller des Polizeimeisters heilig, selbst wenn sich hinter dem Lattenverschlag noch eine große Preßwurst zeigte.

Kecke, lustige, rothaarige Jungen beide. Frech, daß sie am Dorflehrer und am Schulzen sicher lachend vorübergingen, wenn sie nicht nur Kartoffeln und Rüben, wenn sie gleich eine ganze Speckseite unter ihren Lumpenkleidern verborgen hielten.

Und gutmütig waren sie auch.

Dem noch elenderen, letzten Dorfbettler schnitten sie triumphierend die Hälfte ihres Winterraubes ab, wenn sie es gehörig im Heimlichen tun konnten.

Es war ihnen nicht nur um die Aussicht, sich daheim voll zu fressen. Auch das Gefühl, sich an dem Polizeimeister zu rächen, belustigte sie höllisch.

Der dritte im Bunde hieß Richard, dessen Eltern nie in der Welt existiert hatten.

In der Schule standen gewöhnlich alle drei mit von Rohrstockhieben zerdroschenen Rücken im Winkel. Denn der kleine Richard litt zu Recht oder Unrecht mit, wenn die Veiste für ihre Frechheiten den Zahlaus bekamen.

Richard war immer mit ihnen.

Heute stellte er die Jungfrau Maria dar und trug das Jesuskind im Arm. Er war ein zärtlicher Junge, den Veistjungen bis zur Unterwürfigkeit ergeben.

Ernst Veist war Sternträger.

Paul Veist trug unterm Mantel die goldene Krippe und das blaue Zimmermannshemd.

Alle hatten Gürtel und Schnallen und Knöpfe mit Gold beklebt. Und Maria trug die goldene Krone auf dem Kopfe.

An diesem Tage gingen die Wintergewalten in den Bergen mit heulenden Tönen und Schneewolken über die Hänge.

Es war ein Dezembertag.

Auch drei Waldarbeiter, junge Männer aus den benachbarten Hütten, die die Veistjungen gut kannten, wanderten als die drei Könige aus dem Morgenlande mit purpurnen Kattunlappen und Kronen lustig verkleidet auf die Hänge hinauf. Da hatten es die drei waghalsigen Jungen ruhig mit unternommen, auf den Kamm hinauf zu ziehen, um oben in dem traulichen Holzgehäuse der Peterbaude den Traum des alten Weihnachtsspiels wecken zu helfen.

Jetzt war es später Nachmittag, und man stapfte schon höher im Walde aufwärts.

Die purpurnen drei Könige schritten bereits aus dem Waldgürtel heraus den Hang empor. Immer noch im Licht des Tages trotz des heulenden Flockentreibens.

Man konnte auch einander immer noch sehen.

Tiefer schwenkte der Sternträgerjunge im Wirbel den Goldstern an der Stange.

Noch weiter unten drehte sich Maria im tollsten Flockentanze, schwang das Kindlein in die Lüfte und sang in die tollsten Windhuschen:

»– inse Mutter soate:
War ne vor da Pilza ißt,
Die doch schmecka wie Solloate,
Wie ihr jo schunn olle wißt,
Hot faars ganze Johr doas Leiden,
Doß ihm kene Kleider stihn,
Migas sein die schinsta seiden,
War de ißt, dam stihn se schin.«

Aber wie dann die Dämmerung gekommen, waren die drei Könige bald ganz in dem treibenden, quirlenden Grau der Höhe verschwunden...

Als Maria und Joseph aus dem Waldgürtel heraus auf die freie, unsinnig durchfegte und immer mehr in Dämmergrau sinkende Höhe traten, mußten sie sich fest aneinanderhalten.

»Du... Paul... oben in der Baude... verstehste... Warmbier... der alte Erlebach... den kenne ich gutt!« sagte Maria plötzlich, vom Sturmhauche ganz um den Atem gebracht.

Aber kühn waren auch die beiden kleinen Zwölfjährigen. Man konnte auch denken, daß ihnen jetzt der Sternträgerjunge schnell zupfiff, der ihnen voraus war.

Denn Pfiffe formten sich in der Dämmerjagd.

Den beiden war lustig zumute, daß es so toll in den Lüften zuging.

Und wie sie in dem nächtlichen Dämmer stapften, psalmodierte Joseph:

»Meinen Jesum laß ich nicht, holla hü, holla hu!«

Aber je länger sie schritten, desto dunkler kamen die Scharen der Bergweiber am Hange niedergetrieben.

Und je höher sie an dem freien Hange weiterzogen, desto atemloser wurde der Weg, und trieben ihnen die heulenden, johlenden Schemen sinnlos hetzend den Atem vom Munde weg in die Täler.

Über ihnen und um sie in der finsteren Nacht hing und raste wesenloser Tumult nachtgrauen Gelichters.

»Nu, das heißt... hier erfriert man sich obendrein noch die Zehen... wenn wir überhaupt wüßten, wo wir hier wären!« sagte Maria.

»Ach... nur feste... wir kommen schon vorwärts!«

Das kam schon so wild und sinnverworren, daß sie ihren lustigen Weihnachtsrefrain doch eine Weile vergessen mußten.

Aber Mut hatten sie. Frech waren sie. Nicht nur vor dem Dorfschulzen und Dorflehrer. Frech waren sie auch gegen die wilden Fauststöße der gespenstisch jagenden Weiberheere.

Schließlich begannen sie sich, als ihnen die Nacht unversehens vollends auf dem Halse saß, nach dem Sternträgerjungen zu sehnen.

Und Maria dachte dann auch gleich an die hellerleuchtete Pfarrstube zurück. Und es fiel ihr ein, wie sie gestern unten im Pfarrhause in Spindelmühl das heilige Puppenstöckchen behaglich in der Wiege gewiegt. Indessen Joseph mit der Rute in der Hand knarrig singend um des Pfarrers Eßtisch in der warmen Stube Umgang gehalten.

Da fingen sie plötzlich an, wie aus einer Kehle nach dem Sternträgerjungen zu schreien. Oder wenigstens halb lachend seinen Namen in den düsteren Nachttumult hinauszurufen.

Beide ein paarmal zu gleicher Zeit. Aber da war kein Widerhallen, weil ihnen nur heulend und in Fetzen zerrissen die Worte vom Munde flogen und in die Dunkelschluchten niederpfiffen.

Da war doch allmählich beiden eine Ahnung gekommen, daß sie vielleicht in der Irre säßen.

Denn sie waren wieder ewig gestapft.

Um sie war jetzt nur Nacht und Wirbel und ein reines Tollhaus von quiekenden und schmetternden Tönen.

Sie konnten beim besten Willen nicht mehr wissen, was Oben und Unten, Rechts und Links in diesem wahnwitzigen Umgang noch bedeutete.

Da griff Maria zum Glück eine Wegstange.

Und außerdem, weil sie beide glühend heiß in ihren gefrorenen Kleidern steckten, machte es ihnen längst neue, gute Täuschungen vor.

Sie sahen die Warmbiertöpfe vor der Nase dampfen. Und einen tiefen Teller voll Suppe mit großen Fleischbrocken drin, ein jeder.

Und in beider Blute stieg auch der Vers wieder auf:

»Meinen Jesum laß ich nicht, holla hü, holla hu!«

Und es war ihnen auch wieder sehr weihnachtlich zu Sinn. Und weil sie dann noch eine Wegstange griffen, stapften sie weiter, was das Zeug hielt.

Bis sie plötzlich einen Stern am Himmel schießen sahen; ein Gezeter und Dröhnen und Donnern wie ein Lawinensturz auf sie einstob, sie hart zurückstieß. Sie umstäubte. Und sie irgendwo tiefer in eine Schlucht senkte.

Da gingen die Gedanken der beiden nur eine Weile im hellen Wirrwarr um. Das Blut tollte. Sie griffen nacheinander mit den Händen und griffen nach ihren Gesichtern, die richtig mit Eis überzogen waren. Obwohl aus ihnen nebenbei auch noch ein lustiges Lachen ausfuhr, wie bei tollkühnen Leuten, wenn sie die tollste Gefahr vor Augen haben.

Sie hatten die bellende Nacht vor Augen.

Maria schossen auch innere Bilder vorbei.

Nein, wirklich war ihr bei dem Sturze noch einmal die allerlichteste Pfarrstube mit vor dem Blicke vorbeigesprungen.

Und auch Joseph hatte schließlich einige Juchzer in die Luft gerufen.

Aber sie klammerten sich dabei fest aneinander. Sie hatten die Gesichter ganz nahe zueinander gebracht. Sie fühlten ihren heißen Atem in der beißenden Eiskälte wohlig. So daß sie sich ihn wechselseitig vom Munde tranken.

Denn die Eiskrallen stachen an allen Ecken durch die Kleider ins weiche Fleisch.

»Feste, Paul... immer feste!«

»Immer feste, Richardtel!«

»Wir müssen raus aus der Fuchsfalle!«

»Jawohl... Richardtel... stemm dich!«

»Es wird schon!«

»Jawohl... es wird schon!«

»Stemm dich, Paul... es geht...«

»Gut... Ja... Plampe...«

»Ich sage dir, Paul... es geht...«

»Es muß gehen!« sagte Paul.

Sie dachten jetzt wirklich, es ginge.

Und im nächsten Augenblick hatten die johlenden, jagenden Geisterheere längst wieder ihren Atem ausgetrunken und sie um die Besinnung gebracht.

Sie rutschten von neuem.

Den Stern am Himmel sahen sie neu niederschießen.

Und ein paar hartgefrorene Kleiderzipfel hörten sie beständig aneinander klappen und schlagen, soweit sie nicht ganz in der verzweifelten Sturmnacht untergegangen.

»Paul... wir müssen vorwärts!«

»Wir müssen vorwärts, Richardtel.«

In beiden stieg jetzt die Angst auf die Höhe. Der Atem jagte ihnen vom Munde weg heiß wie Dampf.

Sie klammerten sich krampfend aneinander.

Sie wollten nun um Hilfe rufen.

Richard begann aufzuweinen.

»Sei nicht verrückt, Richardtel...«

»Hier kommen wir um!«

»I keine Spur... wir kommen nicht um!«

»Hier kommen wir um... meine Beine sind starr... ich sag dir, ich kann kein Glied mehr rühren...«

»Schlag die Arme ineinander... und rühr die Zehen...«

Dann begannen beide wirklich ihre Hilferufe hinauszuschreien. Und tief in die tollenden Finsternisse gleich danach hinauszuhorchen.

Jetzt begriffen es die verwegenen Jungen, daß sie irgendwo in eine Gebirgsschrunde hineingestürzt waren und an diesem Abend und diese ganze Nacht keine Hoffnung auf Hilfe mehr war.

Da begannen sie auch ebenso rasch ganz still ineinander einzukriechen, sich dicht aneinander zu legen und eine lange, stumme Weile nur den Schauern der treibenden Nachtgewalten sich zu ergeben...

Aber... da kam... in die brüllende, furchtbare Nacht... ganz langsam ein kleines, helles Licht.

Offenbar von einer ziemlich großen Stallaterne.

Das warf einen Schein weit vor sich.

So daß die beiden gar nicht sehen konnten, wer eigentlich diese Laterne vor sich her durch den samtschwarzen Wirbelsturm herantrug. Es deuchte ihnen nur, als wenn sie einander neu vor Augen hätten.

Der Gottesmutter hatten die Bergfeen offenbar ihren alten Jackenfetzen längst in die grauen Gründe fortgetrieben.

Sie stand jetzt im blauen Gewande. Hielt das Christkind zärtlich in ihren Arm gedrückt, und die kleine Goldkrone auf ihrem Blondhaar schimmerte hell.

Auch Joseph stand im blauen Zimmermannshemd, eine kleine Krone im Haar. Und die Goldkrippe vor sich in beiden Händen.

Beide schienen gleich mitten in einem Strahlenlicht zu stehen.

Und dann war der Nachtwandrer ganz nahe herangekommen. Ein kräftiger, breitmäuliger, behaglicher Kerl mit verschneiten Hudelhaaren. Der ihnen aber nur freundlich zuwinkte, hintendrein zu gehen, als er die Höhe in dem Wirbeljagen in sich versunken weiterschritt.

Es begannen dann auch Menschenstimmen wer weiß woher plötzlich zu klingen.

Das alte Baudenhaus schwebte richtig wie aus dem verhallenden Nachtsturme hervor.

Und als sie die kleinen lichten Baudenfenster schimmern gesehen, waren sie über die trauliche Schwelle in die große Baudenstube hineingehuscht.

Da saßen sie längst am warmen Herde geborgen.

Es gab ein fröhliches Durcheinander.

Die Heiligen Drei Könige schritten unter der niedrigen, spanerhellten Balkendecke um die bunte Säule herum. Auch der muntere Sternträgerjunge hielt lachend die Stange mit dem goldenen Flitterstern hoch.

Durch Blick und Blut all der vielen Leute juchzten die Worte:

»Meinen Jesum laß ich nicht, holla hü, holla hu!«

Alle, auch die Väter und Mütter, die aus dem Tale gekommen waren, taktierten fröhlich den eilfertigen Rhythmus in die Lüfte.

Auch die dampfenden Kessel auf der Ofenplatte und die Dampfkringel aus den vollen Warmbiergläsern und Suppennäpfen schienen die Weise mitzusingen.

So daß ein tolles Gelächter herrschte. Und allen drollig und selig zumute war.

Nun hoben sie an, gemeinsam zu singen:

»Wir treten herein ohn' jeden Spott:
Ein'n schön guten Abend, den gebe euch Gott!
Ein'n schön guten Abend, eine fröhliche Zeit,
Die uns der Herr Christus hat bereit't.
Wir sein gezogen in großer Eil',
In dreißig Tagen vierhundert Meil'n.
Da kamen wir vor Herodes sein Haus.
Herodes, der schaute zum Fenster heraus.
Herodes, der sprach aus falschem Sinn:
Ihr lieben Weisen, wo wollt ihr hin?
Nach Bethlehem, ins jüdische Land,
Dort sind wir drei Weisen gar wohl bekannt.«

Eine rätselhafte, monotone Musik. Darein auch für Augenblicke harte Sturmstöße wie aus Tiefdunkel stöhnten. Indessen in der traulichen, lichten Enge das winzige Geräusch der heiligen Wiege fortwährend deutlich den Takt schlug.

Dann trat der eine der Mohrenkönige vor, in Purpurmantel und goldener Krone:

»Ich bin der König aus dem Mohrenland,
Die Sonne hat mich so verbrannt.
Schwarz bin ich, das weiß ich,
Die Schuld aber ist meine nicht,
Die Schuld ist meiner Kindermagd,
Weil sie mich nicht rein gewaschen hat.
Hätt' sie mich gewaschen mit dem Schwamm,
So wäre ich weiß wie ein Lamm;
So aber hat sie mich gewaschen mit dem Lappen,
So bin ich schwarz wie ein Rappen.
Pax vobis! Friede sei mit euch!
Ein'n schön guten Abend wünsch' ich euch,
Ein'n schön guten Abend den Herren und Damen,
Ein jeder wird's nehmen in Billigkeit. Amen.«

Irgendwo schien es auch von Eiszapfen eintönig zu tropfen.

Es war ein unaussprechliches Geheimnis.

Der alte, strupphaarige Nachtwandrer, der längst die große Stallaterne in den Winkel gehangen, saß breitbeinig auf der Ofenbank und lachte vor sich hin, die kurze Pfeife einen Augenblick taktierend in die Lüfte schwingend und auch psalmodierend:

»Meinen Jesum laß ich nicht, holla hü, holla hu!«

Alle hatten sich längst halbtot gelacht, als sie sahen, daß die zärtliche Himmelsmutter nur ein langer, feiner Knabe war.

Man hätte denken können, daß es eine hellerlichte, himmlische Stube wäre.

Die Sternsinger in ihren lichten, bunten Kleidern gingen darin um.

Manchmal schien das Bild für Augenblicke wie in tiefste Stille und eisige Erstarrung einzusinken.

Aber die Münder der Jungen öffneten sich neu von himmlischer Freude. Und schrien ausgelassen die Lust des Weihnachtspieles in die alte, wohlige Baudenstube.

*

Zwei Tage nachher hatte man die drei munteren Jungen aus Spindelmühl, Maria, Joseph und den Sternträger, nach langem Suchen irgendwo vom Wege abgeirrt, in der bittersten Kälte totstarr und verschüttet gefunden.

Aber seit jener Nacht huschen und treiben die dreie oben an allen Winterhängen des Riesengebirges hin. Fliegen und wirbeln unter den wilden Bergfrauen wie erlöste Luftgestalten.

Und mit ihnen zusammen tummeln sich in den jachen Flockenfesten der Höhe auch zwei andere waghalsige, übermütige Gebirgskinder, die sich in neuerer Zeit zu ihnen gefunden.

Das sind die beiden Bradlerjungen aus der Martinsbaude.

Denen hat Rübezahl in ihren Nachtschrecken auch zu rechter Zeit seine gaukelnden Baudenstufen unter die stämmigen Füße geschoben, als sie den Schlitten mit Winterholz verspätet aus der Höhe wollten ohne Vaterhilfe unten in die Martinsbaude niederholen.

Jetzt sehen Winterwanderer, die auf Schneeschuhen hinstieben, die Jungen hoch oben im Wirbel um die Wette tanzen, wenn die tollsten Stürme die Hänge fegen. Sehen den Sternträgerjungen den Goldstern an der Stange, Maria und Joseph in buntflatternden Kleidern lustig durch den Wirbel quirlen. Und die beiden Bradlerjungen mit ihrem mächtigen Schlitten mit hoher Holzbürde juchhend hintendrein durch die Lüfte ziehen.

Dort oben fliegen die kühnen Gebirgskinder, mit jedem neuen Winter neu erwacht und in Rübezahls Geisterreiche geborgen.

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