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Rübezahl-Buch

Carl Hauptmann: Rübezahl-Buch - Kapitel 6
Quellenangabe
typelegend
booktitleRübezahl-Buch
authorCarl Hauptmann
year1988
publisherBergstadtverlag Wilhelm Gottlieb Korn
addressWürzburg
isbn3-87057-125-X
titleRübezahl-Buch
pages1-147
created19991007
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1919
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Viertes Abenteuer

Ein Herbstkonzert Rübezahls

Allezeit war Rübezahl auch ein Goldmacher. Heimlich in den heimlichsten Schlupfen natürlich.

Wo sollte auch das schnöde Gold herkommen, um das alles Spiel des Lebens geht? Und solange es Carl Duisberg in Leverkusen noch immer nicht auf chemischem Wege erfunden hat.

Was so an goldenen Waren im Riesengebirge früher in den Hochzeitspinden der jungen Weiber oder als goldene Kegel oder als goldene Ruten in den Truhen der Drechslergesellen und Schustergesellen lag, was der Bauer an seinen Wagenrädern noch an Goldblättern daheim sammelte, wenn er auch freilich aus Dumpfheit und Faulheit den Hauptblättersegen, der ihm seinen Wagen beinahe eingedrückt, schon vorher abgeladen hatte, das alles erzählt die Chronik.

Denn Rübezahl war niemals ein Wesen, das seine ausbündigen Launen unbezahlt und unvergolten ließ.

Diesmal übrigens waren in Forstlangwasser, einem Gebirgsneste für zwei dreiviertel Bauern, die dort in drei einem halben Häuschen ganz an der Schattenstelle lebten, die Kirschen so groß geworden wie Preiselbeeren. Und man freute sich, daß der Herbst kam.

Und da es im Riesengebirge zwar keine Krösusse gab, die zu ihren Festen luden, so gab es doch immer Wirte, die etwas anstellen mußten, damit die Leute in Freudenlaune kamen und dächten, sie wären nicht bloß zum Essen und Trinken, sie wären auch zum Tanze und Juchhegeschrei in die Welt gekommen.

Die Zeit der Kirmes war da.

Polnische Schalmei- und Dudelsackleute, mit einem schwerfälligen, braunen Bären am Stricke hinter sich, waren aus dem Jammertal oder Armenruh, wie Schreiberhau damals hieß, Schritt für Schritt aufs Gebirge hochgestiegen.

Und oben standen die polnischen Musikanten, sahen tief unten die ferne Welt. Sahen Opalglanz die Täler füllen. Sahen in dem Opalglanz auch die Stadt Hirschberg halb versunken. Und darüber bis in den Ätherhimmel hinauf schillerten rubinige Tinten, so warm und rosig wie nur einer himmlischen Frau Wangenhaut, wenn sie vor tausend Engeln im lichten Himmelssaale die Cour hält.

Die Polen schleppten auch Brummbaß und Fiedel, hielten die langen Schallröhre in den Arm gepreßt und wollten zur Baudenkirmes. Sie wanderten ganz langsam. Der braune Bär grunzte beständig bei jedem Schritte.

Sie lebten ewig auf der Wanderschaft. Und strebten jetzt, wo es gegen den Abend ging, der Wiesenbaude zu. Sie wollten auf solchem Umweg dann weiter ins Böhmische hinein wandern.

Da war es in dieser Abendstunde schon ein gemachter Spaß, daß den Schalmei- und Dudelsackleuten ein junger, selbstherrlicher, sehr gewiefter Student aus Hirschberg, David Hollatz, des Apothekers Sohn, frisch schreitend nachkam, der an der Universität Wittenberg Jus studierte.

Der hatte auch eine schwirrende Laute bei sich. Und er bildete sich auf seine Lautenkunst besondere Stücke ein. Liebte es auch, davon vor fremden Leuten, die er in der Welt antraf, reichlich Gebrauch zu machen, um ihnen mit Sang und Spiel von sich den gehörigen Begriff zu geben.

Der hatte auch nach kurzer Bekanntschaft, und weil die Polen nicht recht Deutsch verstanden, bald die Laute aus seinem Felleisen herausgeholt, um die letzte, steinigste Wegstrecke kurz zu machen.

So zog bald die ganze, kleine verwegene Horde mit ihren Wimmerhölzern und Blaseröhren, lahmend und stolpernd, hinter dem schwärmenden Lautenspieler her, dessen Weisen freilich in den sonnigen Abendlüften hoch oben auf dem Kamme sich gehörig zerlösten.

Zerlösten. So muß man es nennen.

Denn allen erschien es gleich sonderbar, als wenn die Töne der Laute nur ganz in einem Wasserglase eingeschlossen wären oder aus einem Berg voller Watte heraus summten. Obgleich nicht ein Hauch die weichen, rubinigen Abendlüfte bewegte, in denen sie hinschritten.

Aber wie sie so mit kaum hörbarem Klingen auf dem freien Plane vorwärtszogen, kam ein verwegener Bauernkerl, wirr behaart bis zur Nase, mit einem mächtigen Wurzelstecken in massigen Händen, von irgendwoher plötzlich in ihre Wege, der ganz in sich eingekrummt und eingesunken fürbaß schlupfte. Es war an einem Kreuzwege.

Und weil die Polen und der voran spielende Jusstudent keine hinreichenden Erfahrungen in der einsamen Höhe besaßen, war das Musikantenvolk gezwungen, einen Augenblick das Tirilieren einzustellen, den unheimlichen Landbart aus seinen Träumen zu wecken und ihn nach dem richtigen Wege zu fragen.

Der verrunzelte Ackerkerl hatte sich durchaus für keine Kirmes angetan.

Er mochte so mir nichts dir nichts von Stall und Misthaufen davongegangen sein.

Er stand im groben, schmutzigen Lotterhemde. Trug abgewetzte Lederhosen. Schlurrte in vertretenen, alten Holzpantinen. Stand ohne Mütze mit richtig verhudeltem und verfilztem Braunhaar, fast als wenn er ein verbohrtes, irres Wesen verschlösse.

Aber der Sonderling sah jetzt doch in die Gesichter der Fragenden hinein, begann aufzuwachen. Hörte den braunen Bären grunzen. Merkte, daß der Wind ganz leise um die Steinblöcke pfiff. Sah auch blaue Enzianstauden ein wenig blattvergilbt im Abendlichte schimmern. Besann sich, daß er irgendwo zwischen dem großen Teiche und der Wiesenbaude war. Und trieb dann das Gauklergesindel mit dem säuselnden Studenten an der Spitze zur Eile an, wenn sie noch vor Dunkelheit in der Baude Unterkunft finden wollten.

Danach raste er freilich gleich, fast schien es mit Meilenpantinen, mit einem unheimlichen, windigen Sausen nach der Gegenseite weiter.

Aber er mußte bald zurückgebogen sein.

Ehe sich die Kirmeswanderer in ihrem Weiterstapfen versahen, war er von hinten neu an sie angefahren, um sich in dieser abendlichen Einöde eine Vergünstigung von ihnen zu erbitten.

»Vergebt mir«, sagte er wie eingeschüchtert, »daß ich Euch, der Ihr wohl ein Student der Rechte oder sonst ein weiser Grünschnabel sein mögt, um eine Liebe bitte... denn eine Liebe ist der andren wert.«

Und damit betrachtete er den Jusstudenten mit scharfem Funkelauge.

»Ihr seid doch aus Hirschberg... man sieht es Euch an der Nase an... und werdet es auch nicht anders tun, als in Wittenberg zu studieren... wo Meister Luther die Thesen schrieb!«

»Euer Diener, Monsieur!« sagte der Jusstudent sehr gefällig und im Selbstgefühl. »Ich bin hierher gekommen, um dem Herrn des Riesengebirges eins vorzuspielen und meine Kunst vor ihm hören zu lassen!«

»Nun... das tut nichts!« sagte der Bauernkerl ziemlich gleichgültig. »Wenn Ihr auch noch soviel Rechte auf Eurer Seite habt... Spielen ist Spielen... und ich muß auch einmal Eure Laute probieren!«

Und damit nahm er dem jungen Frischling das Lautenband über den vollen Haarschopf. Denn dessen Hut begann ein Windblasen eben weit in die Lüfte weg zu entführen.

Aber das achteten jetzt weder die Polen noch der Student selber, weil sie der wüste, verhudelte Lumpenbauer schon völlig im Banne hielt.

»Bitte!« sagte nur der zwanzigjährige Nasehoch und dachte bei sich in seinem Dünkel:

»Spiele nur immer, du mistiger Kärrner... ich habe die Laute auf mein Herz gebunden... und du willst mit deinen Schmutztatzen über die feinen Saiten fahren... das gibt ein Vergnügen!«

Und die Polen und er und auch der braune Meister Petz stellten sich in die Runde, des Spiels gewärtig.

Da kam es freilich gleich gehörig.

Der Bauer trug über dem sudligen Hemde die verfilzten Haare in dicken Strähnen um die Stirn, so daß die Augen fast bedeckt waren.

Aber man sah doch, wie er jetzt die Augen ganz zuschloß, um die Saiten abzufühlen und die Schwebetöne lebendig in die Abendhuschen des Kammes und in die Schimmer des Glanzes auf Stein und Gräsern hineinzujagen.

Gleich klang es hell. Gleich klang es wie loses Singen.

Gleich klang es, als wenn diese Töne mit den zitternden Halmen tanzten.

Gleich klang es, als wenn dieser Töne Gesponse die Windpfeifen wären, die nur immer geordneter um sie zu singen begannen.

Gleich war es auch, als wenn die Steine rings heimlich erwachten und Augen bekämen. Obgleich das nur vom letzten Sonnenglühen ein Schein war.

Und es war allmählich, wie wenn der große Viehkerl in sich kröche unter seine flatternden Haarwülste. Und als wenn er sich immer unheimlicher in sein selig erwachtes Konzert verlöre, darein jetzt auch der Abendstern wie eine helle Obermelodie jach hineinsprang.

Da war schließlich alles, was in der weiten, einsamen Berg- und Himmelshöhe ragte und hauchte und glühte, als seliger Ton in seine Abendmusik geklungen oder gar als Saite auf seine Laute gesprungen, sobald eine Saite gerissen war.

Da war dem Studenten sein Jus vergangen. Sein Hochmut flog wie ein goldener Strohhalm im Winde fort.

Da standen die polnischen Gaukler mit ihren Brummhölzern und ihrem Dudelsack. Und reckten die Schalmeien. Und begannen im Chore mitzutun, darein der wackelnde Hudelkopf den Takt nickte, obwohl er am Ende immer kleiner in sich hineinsank, je mehr die Nacht über die weiten Bergwiesen hereinbrach.

So hätten sie alle sicherlich noch um Mitternacht gestanden und hätten dem weiten Sternenhimmel ihre selige Chorweise anbetend und gehorsam vorgetragen, mit den Steinstimmen und den aufgesperrten Herbstblumenmäulern um die Wette, unter dem schwelgenden Vorausschritt der Abendsternstimme, wobei die Laute des Studenten in den plumpen Bauernhänden doch immer die taktgebende Führerin blieb, wenn nicht auf einmal eine gellende, schwüle Stille mit einem heißen Lufthauche eilig über den Kamm gefegt wäre. Alles um sie geschwiegen hätte. Nichts sich mehr zu rühren gewagt. Polen und Student wie aus einem glückseligen Schlafe allmählich ganz aufgewacht wären. Und zu ihrer Erstaunung auch gleich noch entdeckt hätten, daß der Hudelkopf des unheimlichen Meilenschreiters vor ihnen ganz in den dicken Felsklotz hineingekrochen war.

Da besannen sie sich voll.

Gingen nur stillschweigend weiter der Baude zu.

Der Student schwieg am tiefsten.

Die Polen mußten jetzt den Bären hart antreiben, der zu der Höhenmusik anfangs richtig mitgetanzt, und dann von dem tollen Drehen müde mit triefender Zappelzunge sich einfach wie ein hetzender Hund hingeworfen. Und der noch immer am liebsten nicht vom Flecke ging.

*

In der Wiesenbaude saß ein Hochzeitspaar. Dürftige Leute unten aus dem Tale, die vielleicht diesen einen Tag heute und nicht wieder im Leben mit Kränzen geputzt waren.

Und heute hatte der Schuhflicker auch die Ehre durchaus nicht lassen wollen, als ein Herr in Bekränzung neben dem bekränzten Weibe in einer bekränzten Kutsche vor das Kirchentor zu fahren und nach der kirchlichen Zeremonie auch noch den Dorfweg bis an eine höhere Stelle aufs Gebirge hinauf, um sozusagen die Straßengänger einmal von höher herab stolz anzulächeln.

Die Brautleute, Trauzeugen und Brautjungfern, eine winzige Schar, hatten dann den Fußweg bis zur Baude gemacht, hatten juchheit und Lieder gesungen und waren auch vom reichlichen Branntweintrinken unterwegs schon launiger als nötig in die Baude eingekehrt.

Nun sahen sie die stutzigen, schweigsamen Polen, einen nach dem andern, und dann auch den schweigsamen Studenten in die Baude eintreten.

Das gab vorerst ein tolles Grölen, ein Umarmen wider Willen und Durcheinander-Gestikulieren mit allen Körpern und Gliedmaßen.

So daß die junge Frau im Myrtenkranze ihren Schuhflicker und die Brautjungfern ihre Lieblinge am Arme wieder auf die Ofenbank und auf die Seitenbänke reißen mußten, ehe man begreifen konnte, was eigentlich los war.

Selbst dem Bären, der nur in der offenen, niedrigen Stubentür stand, war das Gezeter und der Tumult zuviel geworden, so daß er eine mächtige Grunze erschallen ließ, gleichsam als wenn er endlich gebieterisch Ruhe in die Stube brüllte.

Und da hatte alles vollends einmütig gelacht. Und es war wirklich still geworden.

Aber niemand wußte, daß auch schon Rübezahl wieder in der Baudenstube anwesend war.

Niemand hatte den räudigen Bauern in den hintersten Ofenwinkel auf die hinterste Bankecke schlüpfen sehen.

Alle dachten jetzt also nur an Tanz, aber keiner an Spuk.

Und niemand ahnte auch nur den geringsten Zauber, als der verrunzelte und verfaltete Puschelschädel jetzt von seiner Ofenbank aufstand und als erster zum Tanze bat. – Wen bat?

Den Bräutigam um die Braut bat.

Und gleich mit ihr tanzte, als wenn er der gemachte Tanzmeister wäre.

Sausend tanzte wie ein Quirl. Und herumschlüpfte, als wären die tapferen, schweren Holzpantinen eitel Schuhe aus weichem Samte.

Da begann man bald allerseits die Holzdiele zu trampeln.

Da stampfte und schob man durcheinander.

Da schwangen sich die dick gestopften und gefalteten Frauenröcke.

Da flogen buntseidene Haubenbänder den Frauenzimmern im Nacken.

Und die Mannsleute tumultuierten mit Armen und Beinen in den Lüften und juchzten und schrien, daß man nur lange ein wirres Nebelbild sah. Und vor aufgewühltem Staube in der kümmerlichen Spanbeleuchtung über dem Tische und in Ofennähe kaum atmen konnte.

Und gleich zu Anfang des ersten Bauerntanzes mochte schon der tanzenden Braut eine Verwirrung kommen, weil sie nicht anders tanzte, als wenn der schmierige Lodenkopf, der sie jetzt fest im Anne schwang, ein vom Himmel gefallener Engel wäre. Da sie nicht aufhörte, sich immer lächelnder und lieblicher zu drehen. Immer weniger ein Ende fand mit dem wahnsinnigen Wirbeljagen in dem niedrigen Holzgeräume. Und dieses einzige, verwegene Paar schließlich durch alle sonstigen Paare wie sinnlos von Ecke zu Ecke unaufhaltsam hindurchstob.

So ging es bei der aufgescheuchten Polenmusik eine lange Zeit.

Und je mehr die Manns- und Weibsleute in die Branntweinflasche sahen, wurde es immer gefirrer.

Bis aus der einen Stubenwand, die mit Brettern verschlagen war, vor die myrtenbekränzte Braut, die einst im Armenhause in Laus und Lumpen gelebt, plötzlich ein junger Mannesengel feierlich und steif heraustrat, der ihr ein blutrot funkelndes Granatband rechts und links um jedes dicke Handgelenk befestigte.

Der ihr auch liebreich lachend um den derben Hals eine Kette aus dicken, weinroten Steinen herumlegte.

Unterdessen aus den anderen Holzwänden, weil der Dungbauer wieder mit der Faust dagegen geschlagen, schon zwei herrliche Frauenzimmer, wie junge Gräfinnen oder auch Engel in Goldgewänder gekleidet, kamen, die auf Tabletten Silberbecher trugen und im Schoße purpurne Rosen. Diese Erscheinung wollten alle gleichzeitig gesehen haben.

Und alle sahen auch jetzt, daß Arbeitsleute Weinfässer hereinbalancierten, die zwar hohl und leer klangen. Aber aus denen trotzdem, als der filzige Bauernkerl mit dem Blechbecher darauf schlug, wobei der Blechbecher übrigens zu einem Kuchen verflachte, klarer Wein in Strömen herausfloß, gleichsam als wäre man nicht im Armutslande, sondern in die Nähe der Weinberge von Samaria aufgestiegen.

Da hatten die Leute plötzlich auch untereinander Dukaten statt Groschen aus allen Westen- und Hosentaschen herausgeholt.

Die Braut hatte ihr Wunder, ihren Bräutigam aus dem Edelmannswirbel, und der Bräutigam seine geputzte Kuhmagd aus dem Gewimmel von allerhand kostbaren Weibsbildern herauszufinden.

Das ging so fort, bis die Augen aller Hochzeiter und Kirmesgänger samt den Augen der Polenmusikanten irgendwo innen auf oder unter Stühlen und Bänken oder draußen um das Haus in den nahen Steinhalden jäh zugeklappt, und auch die rauchigen Spanlichter, die nur lichte Sterne noch aus Glasblumen geschienen, eines nach dem andern müde geflackt hatten und erloschen waren.

Nur den Bären, der im Stalle an der Kette gelegen, hatte das unheimliche Nachtgetümmel in der Baude ganz um den Nachtschlaf gebracht.

Und auch der Jusstudent hatte sich nach kurzem Imbiß schon gleich am Abend wieder aus der Baude in die nächtliche Bergwelt hinausgeschlichen.

Der saß jetzt am Morgen noch, wie er im Sinnen über die rübezählische Musik die Einsamkeit gesucht und sich unter dem weiten Sternenhimmel auf einen Steinklotz im Flechtengetrümmer niedergelassen.

Der saß noch im Morgenlichte wie ein schweigendes Steinbild.

Starrte nur nach Osten und wartete auf Rübezahls Morgenkonzert.

Aber das Gebirge lag menschenleer. Lag ganz einsam. Hob sich wie am ersten Schöpfungstage schimmernd hingebildet aus den Nebeln, die die Täler deckten. War nur leise um Halm und Stein umflüstert von Windstimmen. Weil Rübezahl den Tag vorher genug getanzt und getrunken, konzertiert und gelärmt hatte und endlich einmal Ruhe brauchte. Niemand konnte ahnen, wohin er an diesem Morgen zum Schlafe verschwunden war.

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