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Römische Geschichte

Livius: Römische Geschichte - Kapitel 36
Quellenangabe
typetractate
booktitleRömische Geschichte Bd. I
authorTitus Livius
translatorKonrad Heusinger
firstpub1821
year1821
publisherFriedrich Vieweg Verlag
addressBraunschweig
titleRömische Geschichte
created20060416
sendergerd.bouillon
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Siebentes Buch.

Vom Jahre Roms 389 – 413.

80 Inhalt des siebenten Buchs.

Die obrigkeitlichen Ämter wurden mit zwei neuen vermehrt, der Prätur und dem Curulischen (adlichen) Ädilenamte. Die Stadt wurde von einer Pest heimgesucht, welcher des Furius Camillus Tod eine Denkwürdigkeit gab; und da man, um zu genesen und die Pest zu vertreiben, neue heilige Feierlichkeiten anstellte, so gab dies den Spielen der Schaubühne den Ursprung. Als der Bürgertribun Marcus Pomponius den Lucius Manlius wegen seiner Härte bei der Werbung, und weil er seinen erwachsenen Sohn Titus Manlius ohne Schuld auf das Land verwiesen habe, vor Gericht forderte; so kam der Jüngling selbst, dessen Verweisung man dem Vater zum Vorwurfe machte, in des Tribuns Schlafzimmer, und zwang ihn mit gezücktem Schwerte, ihm den Eid nachzusagen, daß er die Klage nicht fortsetzen wolle. Das ganze Vaterland geräth durch einen Erdfall in der Stadt Rom in den größten Schrecken, und man wirft in den tiefen Schlund Kostbarkeiten aller Art. In seiner Rüstung zu Pferde stürzt Curtius sich hinein, und der Abgrund schließt sich. Der junge Titus Manlius, der seinen Vater von der Plackerei des Tribuns gerettet hatte, trat gegen einen Gallier, der die Römischen Soldaten herausforderte, zum Zweikampfe auf, nahm dem Erlegten eine goldne Halskette ab, die er nachher selbst trug, und bekam davon den Namen Torquatus. Zu den Bezirken kommen zwei neue hinzu, der Pomptinische und Publilische. Licinius Stolo wird kraft des von ihm selbst vorgeschlagenen Gesetzes verdammt, weil er mehr als fünfhundert Morgen Landes besaß. Marcus Valerius erlegt als Kriegstribun einen Gallier, von dem er gefordert war, mit Hülfe eines Raben, der sich ihm auf den Helm setzt und den Feind mit Krallen und Schnabel anfällt; bekommt davon den Namen Corvus, und wird das Jahr darauf, in einem Alter von drei und zwanzig, seiner Tapferkeit wegen zum Consul gewählt. Geschlossener Freundschaftsvertrag mit Carthago. Weil die Campaner, von den Samniten mit Krieg bedrängt, die bei dem Senate gesuchte Hülfe gegen sie nicht erhalten, so übergeben sie ihre Stadt und Land dem Römischen Volke: dies bewirkt den Entschluß, sie als nunmehriges Römisches Eigenthum, mit den Waffen gegen die Samniten in Schutz zu nehmen. Als das Heer unter Anführung des Consuls Cornelius in einer nachtheiligen Stellung in große Gefahr gerieth, wurde der Kriegstribun Publius Decius Mus dessen Retter. Durch Besetzung eines Hügels, der die Höhe beherrschte, auf welcher sich die Samniten gelagert hatten, gab er dem Consul Gelegenheit, sich auf einen vorteilhafteren Platz hinauszuziehen: er selbst schlug sich durch die ihn umschließenden Feinde. Als die zur Besatzung in Capua gelassenen Römischen Soldaten sich verschworen hatten, die Stadt für sich in Besitz zu nehmen, und nach Entdeckung ihres Anschlages aus Furcht vor der Strafe vom Römischen Volke abfielen, wurden sie durch den Dictator Valerius Corvus, dessen Klugheit sie von ihrer Verblendung zurückrief, dem Vaterlande wiedergegeben. Außerdem enthält dies Buch Siege über die Herniker, Gallier, Tiburtiner, Privernaten, Tarquinienser, Samniten, und Volsker.

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