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Römische Geschichte

Livius: Römische Geschichte - Kapitel 15
Quellenangabe
typetractate
booktitleRömische Geschichte Bd. I
authorTitus Livius
translatorKonrad Heusinger
firstpub1821
year1821
publisherFriedrich Vieweg Verlag
addressBraunschweig
titleRömische Geschichte
created20060416
sendergerd.bouillon
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Drittes Buch.

Vom Jahre Roms 287 – 309.

200 Inhalt des dritten Buchs.

Unruhen über vorgeschlagene Landvertheilungen. Das Capitolium wird von Vertriebenen und Sklaven eingenommen, und, nachdem man sie niedergehauen, wieder gewonnen. Zweimal Schatzung. Bei dem ersten Schatzungsopfer wurden hundert und viertausend zweihundert und vierzehn Bürger geschatzt, die Waisen und Witwen nicht mitgerechnet; bei dem zweiten hundert und siebzehntausend zweihundert und neunzehn. Ein unglückliches Treffen mit den Äquern veranlaßt die Römer, den Lucius Quinctius Cincinnatus, der auf dem Lande bei seiner Beschäftigung mit der Feldarbeit zum Dictator ernannt wird, zur Führung dieses Krieges holen zu lassen. Er läßt die besiegten Feinde unter einem Joche durchziehen. Die Zahl der Bürgertribunen wird sechs und dreißig Jahre nach den ersten Bürgertribunen, auf zehn vermehrt. Man erbittet sich Athens Gesetze durch eine Gesandschaft, und als sie ankommen, werden, um sie abzufassen und einzuführen, statt der Consuln Decemvirn, ohne alle weitere Obrigkeit, gewählt; im Jahre nach Roms Erbauung dreihundert und zwei: und so, wie von den Königen auf die Consuln, ging jetzt die höchste Gewalt von den Consuln auf die Decemvirn über. Sie hängten zehn Gesetztafeln aus, nahmen sich in ihrem Amte mit vieler Mäßigung, und als man deshalb diese Regierungsverfassung auch für das folgende Jahr beibehielt, vermehrten sie die Gesetztafeln mit zwei neuen, übten aber mancherlei Übermuth aus, wollten ihr Amt nicht niederlegen und setzten es auch auf das dritte Jahr fort; bis endlich die Unzucht des Appius Claudius ihrer verhaßten Regierung ein Ende machte. Er hatte sich in eine Bürgerstochter verliebt, stellte jemand an, der sie als seine Sklavinn in Anspruch nehmen mußte, und setzte ihren Vater Virginius, der sie nicht anders retten konnte, in die Nothwendigkeit, ehe er seine Tochter dem Willen des Entehrers preisgäbe, sie mit einem im nächsten Laden ergriffenen Messer zu durchstechen. Empört über diese Zügellosigkeit des Wollüstigen besetzen die Bürger den Aventinischen Berg, und zwingen die Decemvirn, vom Amte abzutreten, Die strafbarsten unter ihnen, Appius und einer seiner Amtsgenossen, werden ins Gefängniß geworfen, die übrigen Landes verwiesen. Außerdem lesen wir Siege über Volsker, Äquer, Sabiner; auch einen Rechtsspruch, der dem Römischen Volke gar nicht zur Ehre gereicht. Von den Ardeaten und Aricinern zum Schiedsrichter ernannt, sprach es den streitigen Acker sich selbst zu.

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