Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Livius >

Römische Geschichte

Livius: Römische Geschichte - Kapitel 103
Quellenangabe
typetractate
booktitleRömische Geschichte Bd. I
authorTitus Livius
translatorKonrad Heusinger
firstpub1821
year1821
publisherFriedrich Vieweg Verlag
addressBraunschweig
titleRömische Geschichte
created20060416
sendergerd.bouillon
Schließen

Navigation:

31. Hierauf antwortete der Römische Feldherr ungefähr so: «Es ist mir nicht entgangen, Hannibal, daß bloß die Hoffnung auf deine Ankunft die Carthager bewog, sowohl die ausdrückliche Zusage des Waffenstillstandes, als die Hoffnung des Friedens umzustoßen. Und du selbst bist wahrlich nicht Willens, dies abzuleugnen, da du von den vorigen Friedensbedingungen Alles wieder zurücknimmst, außer was schon längst in unsrer Gewalt ist. Allein so wie du dir es zur Angelegenheit machst, deine Mitbürger fühlen zu lassen, welch einer großen Last sie durch dich entledigt werden, so habe auch ich dahin zu arbeiten, daß sie nicht etwa von solchen Punkten, zu denen sie sich damals verstanden, wenn ich sie diese heute aus den Friedensbedingungen zurücknehmen ließe, eine Belohnung ihrer Treulosigkeit ernten. Unwerth, daß man euch die vorigen Bedingungen offen läßt, macht ihr eure Forderungen so, daß ihr sogar von eurer Unredlichkeit Vortheil haben wollt. Weder unsre Väter haben über Sicilien, noch wir über Spanien Krieg angefangen. Damals geboten uns bei der Gefahr unsrer Bundsgenossen, der Mamertiner, und diesmal bei der Zerstörung Sagunts, Treue und Pflicht, die Waffen zu ergreifen. Daß ihr selbst die Angreifenden gewesen seid, gestehst du nicht allein selbst, sondern dessen sind auch die Götter Zeugen, die den Ausgang jenes Krieges so geleitet haben, und den des jetzigen schon so leiten und noch leiten werden, wie menschliche und göttliche Rechte es fodern.»

628 «Was mich anbetrifft, so bin ich der menschlichen Unsicherheit nicht uneingedenk, beherzige den Einfluß des Schicksals allerdings, und weiß, daß Alles, was wir unternehmen, tausend Zufällen unterworfen ist. So wie ich mich indeß eines übermüthigen und gewaltthätigen Verfahrens schuldig bekennen würde, wenn ich jetzt dich abweisen wollte, falls du vor meinem Übergange nach Africa Italien freiwillig geräumt, und nach Einschiffung deines Heers von selbst dich eingefunden hättest, auf einen Frieden anzutragen; so bin ich dir jetzt, da ich beinahe habe Hand an dich legen müssen, um dich bei allem deinen Sperren und Ausweichen nach Africa herzuziehen, zu keiner Verbindlichkeit verpflichtet. Wenn ihr außer jenen Bedingungen, auf welche dem Anscheine nach der Friede damals zu Stande gekommen sein würde – du kennst sie – noch für die während des Waffenstillstandes mit ihren Ladungen aufgebrachten Schiffe und für die Beleidigung unsrer Gesandten eine Geldstrafe zahlt, so läßt sich die Sache vor einen Kriegsrath bringen. Scheinen euch aber jene Bedingungen schon zu hart, nun so macht euch fertig zum Kampfe, weil ihr euch in den Frieden nicht habt finden können.»

Als sie ohne Frieden geschlossen zu haben, nach der Unterredung zu den Ihrigen zurückkamen, zeigten sie ihnen an, «Es sei bei vergeblichen Worten geblieben. Das Schwert müsse entscheiden, und man habe sich an das Schicksal zu halten, das die Götter bescheiden würden.»

32. Als sie in ihrem Lager ankamen, kündigten Beide ihren Truppen an: «Sie möchten sich mit Waffen und Muth zum letzten Kampfe rüsten, nicht, um auf Einen Tag, sondern, wenn das Glück ihnen beistände, auf immer Sieger zu werden. Ob Rom oder Carthago den Völkern Gesetze geben solle, würden sie vor der morgenden Nacht erfahren. Denn nicht etwa Africa oder Italien, sondern der Erdkreis werde der Preis des Sieges sein, aber auch diesem Preise angemessen die Gefahr derer, für welche die Schlacht unglücklich abliefe.» Und wirklich war auch den Römern in einem fremden 629 unbekannten Lande jeder Weg zum Entfliehen geschlossen; und eben so sah Carthago, wenn es seine letzte Kraft verbraucht hatte, offenbar der nahen Zerstörung entgegen. Zu einer solchen Entscheidung traten am folgenden Tage die beiden berühmtesten Feldherren zweier so mächtiger Staten und die beiden tapfersten Heere auf, um ihren vielfachen früher erworbenen Ruhm an diesem Tage entweder zu erhöhen oder zu vernichten. So hielt denn die Gemüther ein Gemisch von eben so unsichern Hoffnungen als Besorgnissen in Unruhe; und wenn sie bald auf ihre eigne, bald auf die feindliche Linie hinblickten, – beurtheilten sie gleich die Kräfte mehr mit den Augen als nach Vernunftgründen: – so schwebten ihnen zugleich erfreuliche und niederschlagende Bemerkungen vor. Was ihnen von selbst nicht beifiel, riefen ihnen die Feldherren als Erinnerer, als Ermunterer, ins Gedächtniß. Hannibal nannte ihnen die seit sechzehn Jahren auf Italischem Boden erfochtenen Siege her, die vielen erschlagenen Römischen Feldherren und Römischen Heere, und so wie er an Krieger kam, die sich in irgend einer Schlacht eine Auszeichnung ihres Namens erworben hatten, jedem Einzelnen seine Ehrenthat. Scipio erinnerte die Römer an beide Spanien, an die neulichen Schlachten in Africa, an das eigne Geständniß der Feinde, insofern sie aus Furcht hätten um Frieden bitten müssen und ihn doch aus angeborner Treulosigkeit nicht hätten halten können. Außerdem legte er seiner Unterredung mit Hannibal, da sie ohne Zeugen gewesen war und ihm zu jeder Angabe freien Spielraum ließ, einen Inhalt unter, wie er selbst wollte. Er verkündigte ihnen, bei ihrem Ausrücken zur Schlacht hätten ihnen die Götter dieselbe Leitung zugesagt, unter welcher einst ihre Väter bei den Ägatischen Inseln gefochten hätten. «Das Ende des Krieges und der Anstrengung sei da: sie hätten die Beute Carthago's, die Heimkehr ins Vaterland, zu ihren Ältern, Kindern, Gattinnen und Hausgöttern schon in Händen.» Dies sprach er mit der seinem Äußern eignen Erhabenheit und einer so frohen Miene, daß man hätte glauben sollen, er habe schon gesiegt. Dann stellte er das 630 erste Glied voran, hinter dieses das zweite, und schloß mit dem dritten sein Hintertreffen.

33. Er ließ aber seine Cohorten nicht in dichtem Schlusse vor ihren Fahnen auftreten, sondern gab den Rotten einige Entfernung von einander, um einen Raum zu gewinnen, in welchen man die feindlichen Elephanten ohne Störung für die Glieder einlassen könne. Dem Lälius, den er vorher als Legaten, in diesem Jahre aber einem Senatsschlusse zufolge als außerordentlichen Quästor zum Beistande hatte, stellte er mit der Italischen Reuterei am linken, den Masinissa und die Numider am rechten Flügel auf. Die Lücken zwischen den Rotten der beiden ersten Glieder füllte er mit den Abspringern, den damaligen leichten Truppen, die den Befehl hatten, beim Ansturze der Elephanten sich entweder hinter die gerade Linie zu retten, oder rechts und links aus einander sprengend sich an die beiden ersten Glieder anzuschließen, um den Thieren den Weg offen zu lassen, auf dem sie in die von beiden Seiten ihnen entgegen gestreckten Lanzen rennen müßten.

Hannibal pflanzte zum ersten Schrecken die Elephanten an die Spitze: er hatte deren achtzig, mehr als in irgend einer Schlacht vorher; dann die Hülfstruppen von den Liguriern und Galliern, an die sich die Balearen und Mauren schlossen; in das zweite Treffen die Carthager, Africaner und die Macedonische Legion; in einem mäßigen Zwischenraume hinter diesen als Rückhalt eine Linie von Italiern; diese waren meistentheils Bruttier, deren mehrere aus Zwang und Noth, als aus Neigung, ihm bei seinem Abzuge aus Italien gefolgt waren. Die Reuterei schloß er ebenfalls an die Flügel; den rechten besetzten die Carthager, den linken Numider. Bei einem Heere von so vielerlei Menschen, an Sprache, an Sitten, Gesetzen, Waffen, Tracht .und Haltung so verschieden, wie an Beweggründen zum Kriegsdienste, gab es auch der Ermunterungen mancherlei. Die Hülfsvölker spornte die Hoffnung augenblicklicher Zahlung und der durch die Beute vervielfachte Sold. Die Gallier entflammte man durch ihren alten, gegen die Römer ihnen eignen Haß. Die 631 Ligurier vertröstete man in Hoffnung des Sieges auf die reichen Fluren Italiens, auf welche sie von ihren rauhen Gebirgen herabgeführt würden. Die Mauren und Numider schreckte er mit der bevorstehenden tyrannischen Regierung eines Masinissa. Bei den Einen wurde diese, bei Andern eine andre Hoffnung oder Besorgniß geweckt. Die Carthager wurden auf die Mauern ihrer Vaterstadt hingewiesen, auf ihre Hausgötter, auf die Grabmale ihrer Vorfahren, auf ihre Kinder, Ältern und bebenden Gattinnen, und daß sie entweder Zerstörung und Knechtschaft, oder Weltherrschaft, aber auch nichts in der Mitte Liegendes zu fürchten oder zu hoffen hätten.

Noch unterhielt seine Carthager ihr Feldherr, und von den Anführern der übrigen Völker jeder seine Landsleute mit diesen Vorstellungen, die meisten freilich ihre mit Fremden gemischten Haufen durch Dolmetscher, als die Römer Trompeten und Hörner erschallen ließen und ein so fürchterliches Geschrei erhoben, daß sich die Elephanten, vorzüglich auf dem linken Flügel, gegen ihr eignes Heer, auf die Mauren und Numider, zurückwarfen. Hier brachte Masinissa leicht die Bestürzten völlig in Verwirrung und durch ihn war für die feindliche Linie die Reuterei auf diesem Flügel verloren. Gleichwohl richteten einige Elephanten, die, ohne scheu zu werden, in den Feind getrieben wurden, unter den Reihen der Leichtbewaffneten eine gewaltige Niederlage an, so viele Wunden sie selbst dabei bekamen. Denn da die auf ihre Rotten zurückflüchtenden Leichtbewaffneten, um nicht zertreten zu werden, den Elephanten den Weg offen ließen, so schossen sie nun von hier und von dort auf die dem Schusse zu beiden Seiten ausgesetzten Thiere ihre Lanzen ab, und die beiden Vorderlinien ließen es eben so wenig an Wurfspießen fehlen; bis die Elephanten endlich, durch die von allen Seiten auf sie zusammenstürzenden Geschosse aus der Römischen Linie gejagt wurden, und nun auch auf ihrem eignen rechten Flügel die Carthagische Reuterei zur Flucht zwangen. Lälius, so wie er hier die Feinde in Unordnung sah, brachte die Bestürzten vollends in Verwirrung.

632 34. Schon war die Punische Linie auf beiden Flügeln ohne Reuterei; da erst kam ihr Fußvolk zum Gefechte, dem Feinde an Vertrauen und Stärke nun nicht mehr gleich. Hierzu kam ein Umstand, für den Geschichtschreiber geringfügig, aber von eben so großer Wirkung im Augenblicke der Schlacht. Das Geschrei der Römer war einstimmig, und darum so viel stärker und fürchterlicher; gegenüber stimmten bei so vielerlei Völkern von ungleich klingenden Sprachen die Töne nicht zusammen. Das Gefecht der Römer, die mit Körper- und Waffengewichte sich auf den Feind einsenkten, war feststehend: auf jener Seite war mehr ein Ansprung, mehr Behendigkeit, als Kraft. Also schoben die Römer gleich im ersten Angriffe die Linie der Feinde vom Platze. Als sie jetzt gegen die durch Stöße mit Arm und Schild Weggedrückten sich in Schritt setzten, rückten sie., als hätten sie niemand gegen sich, eine ziemliche Strecke vor: auch drängten die letzten Glieder, sobald sie das Fortrücken der Linie bemerkten, den vordersten nach, und gerade dies war das wirksamste Mittel, den Feind zu werfen. Bei den Feinden hingegen waren die Africaner und Carthager so weit davon entfernt, als zweite Linie ihre weichenden Hülfsvölker aufzuhalten, daß sie sich sogar selbst zurückzogen, damit der Feind durch das Einhauen auf die hartnäckig Stand haltenden Vorderen nicht auch an sie gelangen möchte. Also kehrten ihre Hülfsvölker auf einmal dem Feinde den Rücken, und gegen die Ihrigen gewandt flohen sie theils in die zweite Linie, theils hieben sie diejenigen, welche sie nicht einlassen wollten, nieder; wurden sie doch von ihnen vorhin nicht unterstützt, und jetzt ausgeschlossen. Hier bekam die Schlacht beinahe eine zwiefache Mischung, weil sich die Carthager genöthigt sahen, zugleich mit den Feinden und mit den Ihrigen zu fechten. Und dennoch nahmen sie diese Bestürzten und Ergrimmten nicht in ihre Linie auf; sondern vermittelst ihres Gliederschlusses drängten sie jene aus dem Gefechte auf die Flügel und in das umliegende freie Feld hinaus, um nicht in ihrer festen, frisch auftretenden Linie ein Gemisch von Leuten zu 633 haben, welche durch Flucht und Wunden verschüchtert waren. Übrigens hatten den Platz, auf welchem diese Hülfsvölker kurz zuvor gestanden hatten, so viele hingestreckte Leichen und Waffen bedeckt, daß es beinahe schwerer ward, hier durchzukommen, als vorher durch die dichtgedrängten Feinde. Folglich geriethen in der voranschreitenden ersten Linie, wo jeder Römer, so gut er konnte, über Haufen von Körpern und Waffen und durch zu Koth vertretenes Blut den Feind verfolgte, die Fahnen und Reihen in Unordnung; auch ihr zweites Treffen verlor die Richtung, weil es die Linie vor sich ohne Haltung sah. Als Scipio dies gewahr wurde, ließ er dem ersten Treffen sogleich das Zeichen zum Rückzuge geben, dann die Verwundeten hinter die letzte Linie bringen, und führte das zweite und dritte Treffen als Flügel auf, um so dem in die Mitte genommenen ersten so viel mehr Schutz und Stärke zu geben. So begann die Schlacht von neuem wieder: denn nun erst trafen die Römer auf die eigentlichen Feinde, die an Waffen, an Kriegserfahrenheit, an Thatenruf, wie in Rücksicht der Wichtigkeit dessen, was sie zu hoffen oder zu fürchten hatten, ihnen gleich kamen. Doch an Zahl sowohl als an Muth war das Übergewicht auf Seiten der Römer, weil sie schon die Reuterei, schon die Elephanten geschlagen hatten, schon nach Besiegung der ersten Linie gegen die zweite fochten.

35. Da fielen Lälius und Masinissa, die der geschlagenen Reuterei auf eine ziemliche Weite nachgeeilt waren, bei ihrer Rückkehr zur rechten Zeit der feindlichen Linie in den Rücken: und dieser Angriff der Reuterei warf endlich den Feind. Viele wurden im Treffen umringt und niedergehauen: Viele, die die Flucht auf das offene Feld umher aus einander warf, auf dem sich die Reuterei überall verbreitete, fanden ihren Tod in der Zerstreuung. Von den Carthagern und ihren Verbündeten blieben an diesem Tage über zwanzigtausend: fast eben so viele kamen mit hundert und dreiunddreißig Fahnen und elf Elephanten in die Gefangenschaft. Der Sieger fielen an zweitausend.

Hannibal, der in dem Getümmel nur mit wenigen 634 Reutern entkam, floh nach Adrumetum, nachdem er sowohl vor dem Treffen, als während der SchlachtOmnia et]. – Nach der von Drakenb. berichtigten Verbesserung Dukers lese ich: omnia et ante aciem, et in praelio, priusquam excederet pugna, expertus., ehe er das Gefecht verließ, alles Mögliche versucht, und selbst nach Scipio's und aller Kriegskundigen Geständnisse sich den Ruhm erworben hatte, daß er seine Linie an diesem Tage mit seltener Kunst geordnet habe. Die Elephanten nämlich vorn an die Spitze, damit durch deren regellosen Ansturz und ihre unwiderstehliche Gewalt die Römer gehindert würden, den Fahnen zu folgen und Glied zu halten, worauf sie gerade ihre meiste Hoffnung setzten. Dann die Hülfsvölker vor der Carthagischen Linie, damit diese aus einem Zusammenflusse aller Völker gemischten Truppen, die nur der Sold, nicht eigne Treue bei der Fahne hielt, nicht nach Willkür die Flucht nehmen könnten: zugleich sollten sie den ersten hitzigsten Angriff der Feinde als Ableiter brechen, und, wenn auch weiter nichts, den feindlichen Stahl durch ihre Wunden stumpfen. Hinter diesen dann diejenigen Truppen, auf denen die ganze Hoffnung beruhete, die Carthager und Africaner, so daß diese, in jeder andern Hinsicht dem Feinde gleich, schon dadurch das Übergewicht bekommen müßten, daß sie als frische Truppen nur mit Ermüdeten und Verwundeten zu fechten hätten. Und endlich die Italier, die er eben so gut für Feinde als für Bundesgenossen nehmen konnte, sogar durch einen Zwischenraum geschieden, als die in die hinterste Linie Zurückgesetzten. Als Hannibal, der hier gleichsam die letzte Probe von seinem Feldherrnwerthe ablegte, nach Adrumetum geflohen war, und von dort nach Carthago berufen, nach einer Abwesenheit von sechs und dreißig Jahren, seitdem er es als Knabe verlassen hatte, zurückkam, so gestand er dem Senate, er sei nicht bloß für diese Schlacht, sondern für den ganzen Krieg der Besiegte, und es lasse sich keine andre Rettung hoffen, als ein auszumittelnder Friede.

36. Scipio, der gleich nach der Schlacht das feindliche Lager eroberte und plünderte, ging auf die eingelaufene Nachricht, daß Publius Lentulus mit funfzig Kriegs- 635 und hundert Ladungsschiffen mit Zufuhr aller Art zu Utica eingetroffen sei, an das Meer und zu seinen Schiffen zurück. Da er also glaubte, das bestürzte Carthago von allen Seiten bedrohen zu müssen, so hieß er den Cneus Octavius – denn den Lälius schickte er mit der Siegsnachricht nach Rom – mit den Legionen zu Lande gegen Carthago gehen; er selbst richtete, nach Vereinigung der neuen Flotte des Lentulus mit seiner alten, von Utica ab seine Fahrt auf den Hafen von Carthago. Er war nicht weit mehr entfernt, als ihm ein mit Bändern und Ölzweigen umhangenes Schiff von Carthago entgegenkam. Es führte zehn Gesandte, die Ersten des Stats, die man auf Hannibals Betrieb abgeschickt hatte, um Frieden zu bitten. Als sie an das Hintertheil des Hauptschiffes kamen, hielten sie nach Art demüthig Flehender die umwundenen Zweige empor, und baten und fleheten um Scipio's Schutz und Erbarmen; doch gab er ihnen keinen andern Bescheid, als, sie möchten nach Tunes kommen, wohin er mit seinem Lager vorrücken werde. Nachdem er die Lage von Carthago, nicht sowohl um für jetzt von dieser Runde Gebrauch zu machen, als um die Feinde völlig niederzuschlagen, in Augenschein genommen hatte, ging er wieder nach Utica, wohin er auch den Octavius zurückrief. Als sie von hier nach Tunes aufbrachen, lief die Nachricht ein, Vermina, des Syphax Sohn, komme, stärker an Reuterei als Fußvolk, den Carthagern zu Hülfe. Nur ein Theil des Heers, der mit der ganzen Reuterei gerade am ersten Tage der Saturnalien die Numider angriff, schlug sie nach leichtem Kampfe, und da ihnen, weil die Reuterei sie auf allen Seiten umgab, auch der Ausweg zur Flucht abgeschnitten wurde, so blieben ihrer funfzehntausend; tausend zweihundert wurden gefangen genommen; tausend fünfhundert Numidische Pferde und zweiundsiebzig Fahnen erbeutet. Der Prinz selbst entkam im Getümmel nur mit Wenigen.

Darauf nahm Scipio bei Tunes sein Lager an der vorigen Stelle und hier fanden sich dreißig Gesandte von Carthago ein. Freilich thaten sie jetzt, je dringender 636 ihre Noth war, weit kläglicher, als das erstemal, wurden aber, weil ihre Treulosigkeit noch in frischem Andenken war, mit weit geringerm Mitleiden angehört. Im Kriegsrathe selbst waren Alle, so gerecht auch die Erbitterung war, welche die sämtlichen Mitglieder zur Zerstörung Carthago's aufforderte, dennoch für den Frieden gestimmt; theils weil sie bedachten, was für eine schwere und langwierige Unternehmung es sein werde, eine so feste und mächtige Stadt zu belagern, theils weil den Scipio der Gedanke an einen zu erwartenden Nachfolger beunruhigte, der sich zu dem durch die Anstrengungen und Gefahren eines Andern ihm erworbenen Ruhme, den Krieg beendigt zu haben, nur einzufinden brauche.

37. Nachdem er Tags darauf die Gesandten wieder vorgefordert und ihnen unter einem scharfen Verweise ihrer Treulosigkeit ans Herz gelegt hatte, doch nun durch so viele Niederlagen belehrt nicht länger Götter und Eide für Nichts zu halten, gab er ihnen folgende Friedensbedingungen. «Sie sollten frei nach eigenen Gesetzen leben. Ihre Städte und Länder sollten sie nach den Gränzen, die sie vor dem Kriege gehabt, behalten; und das Römische Heer sollte mit dem heutigen Tage alle Plünderung einstellen. Alle Überläufer, flüchtigen Sklaven und Gefangenen sollten sie den Römern zurückgeben: ihre Kriegsschiffe sollten sie bis auf zehn Dreiruderer, die zahmen Elephanten, so viele sie hätten, ausliefern und keine wieder zähmen; so wenig in als außerhalb Africa ohne Erlaubniß der Römer Krieg führen; dem Masinissa das Seinige erstatten und Frieden mit ihm schließen; bis die Gesandten von Rom wiederkämen, Getreide liefern und den Sold für die Hülfstruppen; zehntausend Silbertalente zahlen, auf funfzig Jahre in gleiche Summen vertheiltDecem milia talentorum]. – Wenn wir das Talent zu 1000 Rthlr. annehmen, so wäre die ganze Summe zehn Millionen Rthlr. Also hatten sie in fünf Jahren eine Million, oder jährlich 500,000 Rthlr. abzuzahlen. Crevier nimmt hier das Talent zu 1200 Rthlr. an. Dies gäbe die Summe von zwölf Millionen Thlr.; hundert und . . . .Centum]. – Daß hier die Abschreiber eine Zahl ausgelassen haben, ergiebt sich aus XXXII. 2. Geisel 637 stellen, wie Scipio sie wählen würde, nicht jünger als vierzehn, nicht älter als dreißig Jahre. Waffenstillstand werde er ihnen nur dann bewilligen; wenn sie die während des vorigen Waffenstillstandes weggenommenen Frachtschiffe und Alles, was darauf gewesen sei, herausgäben; widrigenfalls sei so wenig an Waffenstillstand, als an Frieden zu denken.» Diese Bedingungen mußten die Gesandten mit nach Hause nehmen. Als sie diese der Volksversammlung vorlegten, und die eben so unkriegerische als unruhige Menge dem Gisgo, welcher auftrat, um den Frieden zu widerrathen, Gehör gab, ergriff Hannibal voll Unwillen, daß man unter diesen Umständen dergleichen vorbringe und anhöre, den Gisgo und zog ihn mit eigner Hand von der Rednerbühne herab. Da das Volk über diesen einem freien State ungewohnten Auftritt laut wurde, sprach Hannibal, der durch diese Äußerung städtischer Freiheit als Krieger in Verlegenheit gerieth: «Nach sechsunddreißig Jahren bin ich, der als neunjähriger Knabe von euch schied, zurückgekommen. Die Regeln des Krieges, über die mich von Kindheit an theils meine eigne Lage, theils die des States belehrte, soll ich so ziemlich inne haben. Allein über die Rechte der Stadt und des Gerichts, über Gesetze und Gebräuche bedarf ich eurer Belehrung.» Nach Entschuldigung seiner Unkunde setzte er ihnen weitläufig aus einander, wie dieser Friede gar nicht unbillig und wie nöthig er sei. Die größte Schwierigkeit machte der Umstand, daß von den während des Waffenstillstandes genommenen Schiffen sich nichts weiter vorfand, als die Schiffe selbst; und die Untersuchung war mißlich, weil diejenigen, die man hätte in Anspruch nehmen können, eben deswegen den Frieden zu hintertreiben suchten. Man beschloß, die Schiffe zurückzugeben und vor allen Dingen die Menschen aufsuchen zu lassen, für das übrige Fehlende dem Scipio die Angabe des Werths anheimzustellen, so daß Carthago den Ersatz in barem Gelde zu leisten habe.

Nach einigen Schriftstellern ging Hannibal vom Schlachtfelde an das Meer und fuhr sogleich auf einem 638 bereit gehaltenen Schiffe zum Könige Antiochus; und Scipio bekam auf die erste seiner Forderungen, ihm den Hannibal auszuliefern, zur Antwort: Hannibal sei nicht mehr in Africa.

38. Als die Gesandten zum Scipio zurückkamen, mußten die Schatzmeister das Statseigenthum, das auf den Schiffen gewesen war, in Abschrift aus den Statsrechnungen, und die Privateigenthümer das Ihrige angeben; der ganze Betrag wurde gleich bar mit fünfundzwanzigtausendUngefähr 781,248 Gulden Conv. M. Pfund Silbers bezahlt; und nun den Carthagern auf drei Monate Waffenstillstand bewilligt. Mit diesem wurde die Bedingung verbunden, daß sie in der Zeit des Waffenstillstandes nirgendwo Gesandte hinschicken sollten, außer nach Rom, und alle Gesandten, die nach Carthago kämen, nicht eher entließen, bis sie dem Römischen Feldherrn angezeigt hätten, woher sie kämen und was sie suchten. Den Carthagischen Gesandten nach Rom wurde Lucius Veturius Philo mitgegeben und Marcus Marcius Ralla und Lucius Scipio, des Feldherrn Bruder. In diesen Tagen bewirkten die Zufuhren aus Sicilien und Sardinien einen so wohlfeilen Marktpreis, daß der Kaufmann den Schiffern das Getreide statt des Frachtlohns überließ.

Zu Rom war man auf die erste Nachricht vom Wiederausbruche des Krieges bei Carthago in Unruhe gerathen, und Tiberius Claudius hatte Befehl bekommen, seine Flotte zeitig nach Sicilien zu führen, und von da nach Africa überzusetzen: ja der andre Consul, Marcus Servilius, mußte in der Stadt verweilen, bis man wüßte, wie die Sachen in Africa ständen. Allein Consul Tiberius Claudius hatte die ganze Ausrüstung und das Auslaufen der Flotte langsam genug betrieben, weil durch den Schluß der Väter die Festsetzung der Friedensbedingungen dem Scipio und nicht dem Consul überlassen war. Auch die Schreckzeichen, welche ungefähr mit dem Gerüchte von der Erneurung der Feindseligkeiten zugleich gemeldet 639 wurden, hatten Bestürzung verbreitet. Zu Cumä hatte man die Sonnenscheibe sich verkleinern sehen; auch war ein Steinregen gefallen. Im Gebiete von Veliträ war der Erdboden in ungeheure Höhlen eingesunken und Bäume waren vom Abgrunde verschlungen. Zu Aricia waren der Marktplatz und die Buden umher, zu Frusino die Mauer an mehreren Stellen, auch ein Thor, vom Blitze getroffen; und auf dem Palatium hatte es Steine geregnet. Dies Schreckzeichen wurde nach väterlicher Sitte durch eine neuntägige Opferfeier, die übrigen durch Opferung großer Thiere abgewandt. Auch die während dieser Ereignisse eingetretene ungewöhnliche Höhe des Wassers zog man auf Ungnade der Götter. Denn die Tiber trat so gewaltig aus, daß man schon, weil die Rennbahn überschwemmt war, die Feier der Apollinarischen Spiele vor dem Collinischen Thore bei dem Tempel der Venus Erycina veranstaltete. Allein am Tage der Spiele selbst, bei überraschender Aufheiterung des Himmels, ließ man den Feierzug, der sich schon bei dem Collinischen Thore in Gang setzte, auf die Nachricht, daß sich das Wasser auf der Rennbahn verlaufen habe, umrufen und dorthin vor sich gehen: und der dem gewöhnlichen Schauspiele wiedergegebene eigenthümliche Platz erhöhete die Freude des Volks und die Feierlichkeit der Spiele.

39. Den Consul Claudius, der endlich von der Stadt absegelte, brachte ein schrecklicher Sturm, der ihn zwischen den Hafen von Cosa und CäreLauretanumque]. – Ich lese Caeretanumque. L und C werden von den Abschreibern so oft vertauscht. Caere ist zwar keine Hafenstadt, allein Pyrgi wird, selbst auf den Karten, Navale Caeretanorum genannt. überfiel, in große Noth. Als er endlich Populonii erreicht und hier so lange gestanden hatte, ging er nach der Insel Ilva und von Ilva nach Corsica über, von Corsica nach Sardinien. Hier fuhr er eben um das Rasende Gebirge herum, als ein weit heftigerer Sturm, der ihn noch dazu in einer gefährlicheren Gegend traf, die Flotte zerstreute. Viele Schiffe wurden leck und verloren ihr Takelwerk; einige wurden ganz zertrümmert. So kam die Flotte übel 640 zugerichtet und zerschlagen nach Carales. Während hier die aufs Land gebrachten Schiffe ausgebessert wurden, überfiel ihn der Winter; das Jahr war abgelaufen, und Claudius brachte die Flotte, da ihm niemand den Oberbefehl verlängerte, als Privatmann nach Rom zurück.

Marcus Servilius. ging erst dann in seine Provinz ab, nachdem er, um nicht des Wahltages wegen nach der Stadt zurückgerufen zu werden, einen Dictator, den Cajus Servilius Geminus, ernannt hatte. Der Dictator wählte den Publius Älius Pätus zum Magister Equitum. Die mehrmals angesagten Wahlversammlungen wurden durch Gewitter unterbrochen. Da also am vierzehnten März die bisherigen Obrigkeiten abgegangen und an ihre Stelle noch keine neue gewählt waren, so war der Stat ohne curulische Obrigkeit. In diesem Jahre starb der Oberpriester Titus Manlius Torquatus: an seine Stelle kam Cajus Sulpicius Galba. Von den Curulädilen Lucius Licinius Lucullus und Quintus Fulvius wurden die Römischen Spiele dreimal ganz gegeben. Durch einen Angeber erfuhr man, daß die Schreiber und Amtsdiener der Ädilen heimlich aus der Schatzkammer Geld weggeholt hatten, und sie wurden, nicht ohne üble Nachrede für den Ädil Lucullus, zur Strafe gezogen. Die Bürgerädilen Publius Älius Tubero und Lucius Lätorius, bei deren Wahl ein Fehler vorgefallen war, legten ihr Amt nieder, nachdem sie schon die Spiele und den mit den Spielen verbundenen Ehrenschmaus Jupiters angestellt und von den Strafgeldern drei silberne Statüen im Capitole aufgestellt hatten. Vermöge eines Senatsschlusses feierten der Dictator und Magister Equitum Spiele zur Ehre der Ceres.

40. Als aus Africa die Römischen und Carthagischen Gesandten zugleich nach Rom kamen, so wurde im Tempel der Bellona Senat gehalten. Hier erzählte Lucius Veturius Philo zu großer Freude der Väter, daß man dem Hannibal eine Schlacht, und zwar für die Carthager die letzte, geliefert habe und daß endlich dem traurigen Kriege ein Ziel gesetzt sei. Er fügte hinzu, als eine kleine Zugabe zu jenen glücklichen Thaten könne 641 man auch einen über den Vermina, des Syphax Sohn, erfochtenen Sieg ansehen. Nun mußte er in der Versammlung auftreten und die Freude auch dem Volke mittheilen. Da wurden unter allgemeiner Freudensbezeigung alle Tempel in der Stadt geöffnet und auf drei Tage feierliche Dankgebete angesagt. Den Gesandten der Carthager und des Königs Philipp – denn auch diese waren gekommen – mußte auf ihre Bitte, im Senate vorgelassen zu werden, der Dictator auf Befehl der Väter antworten, die neuen Consuln würden sie dem Senate vorstellen.

Nun wurde der Wahltag gehalten. Cneus Cornelius Lentulus und Publius Älius Pätus wurden zu Consuln gewählt; von den Prätoren bestimmte das Los dem Marcus Junius Pennus die Gerichtspflege in der Stadt, dem Marcus Valerius Falto die Bruttier, dem Marcus Fabius Buteo Sardinien, dem Publius Älius Tubero Sicilien. Über die Geschäftsplätze der Consuln beschloß man vorher nichts auszumachen, bis man die Gesandten Königs Philipp und der Carthager gehört habe. Man sah schon vorher, daß das Ende des einen Krieges der Anfang des andern sein werde.

Der Consul Cneus Lentulus brannte vor Begierde, Africa zu seinem Standorte zu erhalten; denn er versprach sich dort, wenn der Krieg fortdauerte, einen leichten Sieg; oder wenn er dann aufhörte, die Ehre, daß er als Consul einen so wichtigen Krieg geendet habe. Also erklärte er, er werde keine Verhandlung gestatten, bevor nicht ihm Africa zuerkannt sei; denn sein Amtsgenoß trat zurück, als ein gemäßigter und kluger Mann, der es begriff, daß der Kampf um diese Ehre mit einem Scipio, die Unbilligkeit abgerechnet, auch sehr ungleiche Parteien haben möchte. Da sprachen die beiden Bürgertribunen Quintus Minucius Thermus und Marcus Acilius Glabrio: «Cneus Cornelius mache denselben Versuch, den schon im vorigen Jahre Consul Tiberius Claudius vergebens gemacht habe. Vermöge eines Senatsgutachtens sei bei dem Gesamtvolke angefragt, was in Betreff des Oberbefehls in Africa des Volkes Wille sei; und alle 642 fünfunddreißig Bezirke hätten diesen Oberbefehl dem Publius Scipio zuerkannt.» Nach vielen Streitigkeiten, welche die Sache im Senate und vor dem Volke veranlaßte, kam man zuletzt dahin, daß die Tribunen die Entscheidung dem Senate anheimstellten. Die Väter also, und zwar, nach eigner Verabredung, hierzu beeidigt, erklärten, die Consuln sollten über ihre Anstellungsposten sich entweder vergleichen oder losen, wer von ihnen beiden Italien, und wer eine Flotte von funfzig Schiffen haben solle. Wem die Flotte zufiele, sollte nach Sicilien segeln, und, wenn der Friede mit den Carthagern nicht zu Stande käme, nach Africa übersetzen. Dann solle der Consul den Oberbefehl zur See haben, und Scipio mit allen seinen Rechten, wie bisher, zu Lande. Würde man über die Friedensbedingungen eins, so sollten die Bürgertribunen bei dem Gesamtvolke anfragen, ob es die Abschließung des Friedens dem Consul oder dem Publius Scipio übergebe, und wenn nun das siegreiche Heer aus Africa abgeführt werden müsse, wem die Abführung. Wenn es sich dahin erkläre, daß Publius Scipio den Frieden zu schließen und so auch das Heer abzuführen habe, so sollte der Consul aus Sicilien nicht nach Africa übergehen dürfen. Der andre Consul, welchem Italien zufallen würde, sollte sich die zwei Legionen vom Prätor Marcus Sextius übergeben lassen.

41. Dem Publius Scipio wurde der Oberbefehl auf seinem Posten in Africa über dieselben Heere verlängert, die er hatte. Dem Prätor Marcus Valerius Falto wurden die beiden Legionen im Bruttischen bestimmt, welche im vorigen Jahre Cajus Livius befehligt hatte. Der Prätor Publius Älius sollte die beiden Legionen in Sicilien vom Cneus Tremellius übernehmen. Dem Marcus Fabius wurde für Sardinien die eine Legion bestimmt, welche Publius Lentulus als Proprätor gehabt hatte. Dem vorjährigen Consul Marcus Servilius wurde ebenfalls der Oberbefehl über seine zwei Legionen in Hetrurien verlängert. Was beide Spanien betreffe, so ständen dort Lucius Cornelius Lentulus und Lucius Manlius 643 Acidinus schon mehrere Jahre. Die Consuln also sollten mit den Tribunen ausmachen, daß diese sichs gefallen ließen, bei den Bürgern anzufragen, wem sie den Oberbefehl in Spanien zusprächen. Der sollte dann von jenen zwei Heeren die dort dienenden Römer in Eine Legion und die Latinischen Bundesgenossen in funfzehn Cohorten zusammenziehen, um mit diesen die Provinz zu behaupten; die alten Soldaten aber sollten Lucius Cornelius und Lucius Manlius nach Italien abführen. Dem Consul Cornelius bestimmte man eine Flotte von funfzig Schiffen aus den beiden Flotten, der des Cneus Octavius, welche bei Africa stand, und der des Publius Villius, welche Siciliens Küste schützte, so daß er sich die Schiffe nach eignem Gefallen auswählen sollte, Publius Scipio sollte die vierzig Schiffe, die er bisher gehabt habe, behalten. Wünsche er, daß Cneus Octavius den Oberbefehl über diese, so wie er ihn bisher gehabt, behalte, so solle Octavius für dies Jahr als Proprätor angestellt sein: übergebe er sie aber dem Lälius, so solle Octavius nach Rom abgehen, und die Schiffe, von welchen der Consul keinen Gebrauch mache, zurückführen. Auch dem Marcus Fabius wurden für Sardinien zehn Kriegsschiffe bestimmt; ferner, die Consuln befehligt, zwei Stadtlegionen zu werben, so daß der Stat in diesem Jahre vierzehn Legionen und hundert Kriegsschiffe in Thätigkeit setzte.

42. Der nächste Gegenstand der Berathschlagung waren die Gesandschaften Philipps und der Carthager. Es wurde beliebt, die Macedonier zuerst hereintreten zu lassen. Ihr Vortrag war sich sehr ungleich, da sie theils gegen die Vorwürfe der von Rom aus an den König abgeschickten Gesandten, Römische Bundesgenossen geplündert zu haben, sich vertheidigten, theils selbst zwar auch über diese Bundesgenossen Klage führten, weit härter aber über den Marcus Aurelius; – denn ob er gleich zu den drei an sie abgeschickten Gesandten gehört habe, sei er, mit Truppenaushebungen sich beschäftigend, dort geblieben, habe gegen allen Vertrag sie feindlich 644 angegriffen und ihren Heerführern mehrmals ordentliche Treffen geliefert: – theils auch darauf antrugen, daß ihnen die Macedonier mit ihrem Anführer Sopater, welche bei dem Hannibal um Sold gedient hätten und jetzt als Gefangene in Fesseln lägen, zurückgegeben würden.

Dagegen setzte Marcus Furius, welchen Aurelius in dieser Absicht aus Macedonien geschickt hatte, aus einander: «Aurelius, der dort habe bleiben sollen, um die Bundesgenossen Roms nicht unter den Verheerungen und Mishandlungen erliegen und an den König abfallen zu lassen, habe sich nie aus den Gränzen der Bundesgenossen entfernt, aber freilich sichs zum Geschäfte gemacht, die Plünderer nicht ungestraft in die Gränzen derselben einbrechen zu lassen. Sopater sei Hofbeamter und Verwandter des Königs, und gerade einen solchen Mann habe er mit viertausend Macedoniern und einer Geldsumme noch vor kurzem dem Hannibal und Carthago zu Hülfe gesandt.» So verwickelt die Antwort war, welche die über diese Punkte befragten Macedonier vorbrachten, so gerade herausAnte responsum tulerunt]. – Daß ante eine verderbte Lesart sei, zeigen theils die mancherlei gezwungenen Erklärungen, theils die Vorschläge der Critiker. Ich lese statt dessen aperte, als Gegensatz von perplexe, und glaube, daß die falsche Lesart ante dadurch entstand, daß in der Abbreviatur a pte der Fuß des p mit dem Querstriche erloschen war. So heißt es XXXIII. 34. Nihil iam perplexe, ut ante, – – sed aperte pronunciatum: ut excederet caet. Einen ähnlichen Fehler finden wir bei Drakenb. 39, 43, 3 in zwei Handschriften, welche in puelle (pervelle) den Querstrich des p übersahen und puelle daraus machten. Man vergleiche XXXIII, 40. im Anfange. wurde ihnen geantwortet: «Der König suche Krieg; und wenn er so fortfahre, solle er ihn nächster Tage haben. Den Frieden habe er doppelt gebrochen; einmal weil er sich gegen Roms Bundesgenossen Mishandlungen erlaubt und sie feindlich angegriffen; zum andern weil er dessen Feinde mit Hülfstruppen und Gelde unterstützt habe. Nicht bloß Publius Scipio scheine darin ganz recht und ordnungsmäßig gehandelt zu haben und noch zu handeln, daß er diejenigen, die er im Gebrauche ihrer Waffen gegen das Römische Volk gefangen nähme, als Feinde 645 in Fesseln halte; sondern auch Marcus Aurelius handle, wie das Beste des Stats es fordere; und der Senat wisse es ihm Dank, daß er die Bundesgenossen des Römischen Volks, sobald ihm die rechtliche Hülfe des Friedens unmöglich gemacht werde, mit den Waffen schütze.»

Mit dieser unfreundlichen Antwort wurden die Macedonier entlassen, und die Carthagischen Gesandten hereingerufen. Als die Väter lauter Männer von Jahren und Stande vor sich sahen – und sie waren bei weitem die Ersten ihres Stats – äußerte jeder auf seine Art: «Nun sei es Carthago mit dem Frieden ein Ernst.» Doch zeichnete unter den Übrigen Hasdrubal sich aus – er hatte bei seinen Landsleuten den Zunamen Hädus (Bock) – der beständige Forderer des Friedens und Gegner der Barcinischen Partei. So viel mehr Gewicht hatte er jetzt, wenn er die Schuld des Krieges vom State ab auf die Herrschsucht einiger Privatpersonen hinüberleitete. Nachdem er seinen Vortrag geendet hatte, – dem er mehrere Wendungen gab, insofern er bald Beschuldigungen widerlegte, bald diese oder jene einräumte, um sich nicht durch die Unverschämtheit, womit sie Thatsachen ableugneten, die gesuchte Verzeihung zu erschweren; bald sogar warnend den versammelten Vätern einen bescheidenen und gemäßigten Gebrauch ihres Glückes empfahl: «denn wenn die Carthager ihn und den Hanno hätten hören wollen, so würden sie die Friedensbedingungen, um die sie jetzt bitten müßten, selbst haben geben können. Nur selten würden den Sterblichen gute Tage und gute Entschließungen zugleich verliehen. Das Römische Volk sei darum unüberwindlich: weil es zur Zeit des Glücks weise zu sein und sich zu berathen nicht vergesse. Und in der That, wenn es anders handelte, so würde dies haben befremden müssen. Denn nur die, denen Glück etwas Neues sei, verlören über die Ungewohnheit die Besinnung, weil sie sich in ihre Freude nicht finden könnten. Dem Römischen Volke hingegen sei die Freude des Siegs etwas Gewöhnliches, fast etwas Altes; und es habe seine Oberherrschaft beinahe 646 mehr durch Schonung der Besiegten, als durch Siege erweitert:» – sprachen die Übrigen mehr im Tone der Klagenden, indem sie zu bedenken gaben, «von welcher großen Höhe und zu welcher Tiefe die Macht ihres Stats herabgesunken sei. Sie, die noch vor kurzem beinahe den Erdkreis mit ihren Waffen besetzt gehabt hätten, sähen sich nichts übrig gelassen, als Carthago's Mauern. Auf diese beschrankt sähen sie weder zu Lande noch zu Wasser das mindeste Eigenthum. Ja Stadt und Obdach selbst würden sie nur unter der Voraussetzung behalten, wenn die Römer nicht auch diese noch übrigen letzten Reste ihren Zorn treffen lassen wollten.» Als der Eindruck des Mitleidens auf die Väter unverkennbar war, soll einer der Senatoren aus Unmuth über die Punische Treulosigkeit den Gesandten zugerufen haben: «Bei welchen Göttern sie den Vertrag beschwören wollten, da sie denen, bei welchen sie den vorigen beschworen hatten, eidbrüchig geworden wären.» Da sprach Hasdrubal: «Bei eben denen, deren Rache die Bundbrüchigen so sichtbar verfolgt.»

43. Alle zeigten ihre Stimmung für den Frieden: nur der Consul Cneus Cornelius, dessen Wirkungskreis vom Auslaufen der Flotte abhing, that gegen den Senatsschluß Einsage. Da legten die Bürgertribunen Manius Acilius und Quintus Minucius dem Gesamtvolke die Frage vor: «Ob Roms Bürger darein willigten und den Senat zu der Ausfertigung bevollmächtigten, daß man mit Carthago Frieden mache. Ferner, wen sie dazu bestimmten, diesen Frieden zu ertheilen, und wer die Heere aus Africa zurückführen solle.» In Absicht des Friedens gaben alle Bezirke ihre Beistimmung zu dem geschehenen Antrage, hießen den Publius Scipio den Frieden ertheilen und die Heere abführen. Der eingeholten Volkserklärung gemäß fertigte der Senat den Schluß aus, daß Publius Scipio mit Beistimmung von zehn Bevollmächtigten mit dem Carthagischen Volke auf die Bedingungen, die er gut finden würde, Frieden machen sollte.

Jetzt statteten die Carthagischen Gesandten den 647 Vätern Dank ab und baten um die Erlaubniß, in die Stadt zu gehen und um eine Unterredung mit ihren Landsleuten, welche im Statsgefängnisse lagen. Es wären darunter theils ihre eignen Verwandten und Freunde, Leute von Stande, theils solche, an welche sie Aufträge von Verwandten hätten. Nachdem sie diese gesprochen hatten, und nun wieder um die Bewilligung baten, diejenigen von den Gefangenen, welche sie aussuchen würden, loskaufen zu dürfen; mußten sie die Namen angeben: und als sie gegen zweihundert angegeben hatten, wurde der Senatsschluß ausgefertigt: «Die Römischen Bevollmächtigten sollten von den Gefangenen zweihundert, welche sich die Carthager aussuchen würden, zum Publius Scipio nach Africa mitnehmen, und ihm bestellen, wenn der Friede zu Stande käme, sie den Carthagern ohne Lösegeld zurückzugeben.» Als die Bundespriester aufgefordert wurden, zur Schließung des Friedens nach Africa abzugehen, wurde auf ihre Vorstellung ein Senatsbefehl in folgenden Worten ausgefertigt: «Jeder von ihnen sollte einen Kieselstein, jeder geweihetes Gras mitnehmen. Der Römische Prätor sollte ihnen anbefehlen, den Friedensvertrag zu schließen, und sie sollten vom Prätor das geweihete Gras verlangen.» Dieses Gras, das man von der Burg holt, wird jedesmal den Bundespriestern gereicht.

Als die hierauf von Rom entlassenen Gesandten der Carthager in Africa beim Scipio angekommen waren, schlossen sie den Frieden unter den oben angegebenen Bedingungen. Ihre Kriegsschiffe, Elephanten, die Überläufer, entlaufenen Sklaven und viertausend Gefangene lieferten sie aus. Unter den letztern befand sich der Senator Quintus Terentius Culleo. Die Schiffe ließ Scipio auf die hohe See fahren und verbrennen. Nach einigen Angaben sollen sich diese auf fünfhundert Ruderschiffe aller Art belaufen haben, und der plötzliche Anblick ihres Brandes den Carthagern so traurig gewesen sein, als stände jetzt Carthago selbst in Flammen. Die Überläufer wurden härter bestraft, als die entflohenen Sklaven. 648 Geborne Latiner wurden enthauptet, geborne Römer ans Kreuz gehängt.

44. Vierzig Jahre früher war mit Carthago der letzte Friede geschlossen, unter den Consuln Quintus Lutatius, Aulus Manlius. Dreiundzwanzig Jahre nachher, unter den Consuln Publius Cornelius, Tiberius Sempronius, war der Krieg wieder ausgebrochen. Er wurde im siebzehnten Jahre unter den Consuln Cneus Cornelius, Publius Älius Pätus geendet. Scipio soll nachher oft gesagt haben, die Ehrsucht zuerst des Tiberius Claudius und dann des Cneus Cornelius habe ihn gehindert, diesen Krieg mit der Zerstörung Carthago's zu endigen.

Als die erste Aufbringung der Kriegssteuer bei der Erschöpfung von dem langwierigen Kriege zu Carthago Schwierigkeiten fand, und es auf dem Rathhause nur Trauer und Thränen gab, wollte man gesehen haben, daß Hannibal lachte. Wie ihn nun Hasdrubal, der Bock, darüber anfuhr, daß er bei der allgemeinen Wehklage lachen könne, da er selbst die Ursache der Thränen sei, sprach er: «Könnte man so, wie man die Mienen des Gesichts mit den Augen wahrnimmt, auch die Stimmung im Innern beobachten, so würde sichs euch deutlich ergeben, daß dies von euch getadelte Lachen nicht aus einem freudigen, sondern aus einem durch mancherlei Unglück fast empfindungslosen Herzen kommt. Und doch ist es lange nicht so unzeitig, als diese eure abgeschmackten und unstatthaften Thränen. Da hättet ihr weinen sollen, als uns die Waffen genommen, die Schiffe verbrannt, die Kriege mit dem Auslande untersagt wurden. Mit dieser Wunde empfingen wir den Todesstreich. WahrhaftigNec esse in vos]. – Bei Drakenborchs Vermuthung, necesse est in vos, muß doch auch das est eingeschoben werden. Herr Walch will das Ganze als eine Frage annehmen. Ich glaube, dann würde der Indicativ creditis (glaubt ihr es noch nicht?) natürlicher sein. Auch dünkt mich ist die Frage zu unerwartet, zu sehr vom Vorhergehenden und Nachfolgenden abgerissen. Daß dies Herr W. ebenfalls gefühlt habe, vermuthe ich aus der von ihm selbst angehängten Erklärung: (Immo maxime credatis!) Nulla (enim) magna civitas, etc. Und gerade dies gewünschte immo maxime credatis! sagt Livius selbst, wenn wir nur statt nec esse lesen wollen nae esse – – credatis; wie ich übersetzt habe. In Mss. von höherem Alter, z. B. in dem Codex Guelpherb. Mallii de metris, sieht das a einem cc so ähnlich, daß aus nae sehr leicht nec gelesen werden kann, Doch ich sehe jetzt, daß schon Hr.  Ruperti sagt: Possis etiam – – nae legere pro nec. , ihr könnt es glauben, diese 649 Maßregel hat den Römern der Haß gegen euch eingegeben. Kein großer Stat verträgt eine lange Ruhe. Hat er keinen Feind auswärts, so findet er ihn im Innern; so wie ein von Stärke strotzender Körper vor Angriffen von außen gesichert scheint, aber mit seinen eignen Kräften überladen ist. Wir – in der That! – fühlen vom Unglücke des Stats grade nur so viel, als unsre besondern Umstände trifft, und selbst hiebei erbittert uns nichts heftiger, als die Einbuße an unserm Gelde! Wie also dem besiegten Carthago die Denkmale seiner Siege entführt wurden, wie ihr es von nun an entwaffnet und hülflos zwischen die vielen bewaffneten Völker Africa's hingestellt sahet, da seufzte niemand: und jetzt heult ihr, weil ihr die Steuer aus eigenem Vermögen aufbringen sollt, als würde der Stat zu Grabe getragen. Wie sehr fürchte ich, ihr werdet nächstens empfinden, daß das Übel, worüber ihr heute weint, gerade das kleinste war!» So nahm sich Hannibal zu Carthago.

Scipio beschenkte vor dem versammelten Heere den Masinissa mit der Stadt Cirta und den übrigen Städten und Bezirken, welche die Römer in den Staten des Syphax erobert hatten, als einer Zugabe zu seinem Erbreiche. Den Cneus Octavius hieß er die Flotte nach Sicilien abführen und dem Consul Cneus Cornelius übergeben; die Carthager aber Gesandte nach Rom abschicken, um seine mit Zuziehung der zehn Bevollmächtigten getroffenen Verfügungen durch ein Gutachten des Senats und durch eine Verordnung des Gesamtvolks bestätigen zu lassen.

45. Als Friedensstifter zu Wasser und zu Lande segelte er mit seinem eingeschifften Heere nach Lilybäum in Sicilien über. Von hier ließ er einen großen Theil seiner Truppen zu Schiffe weiter gehen; er selbst verfolgte seinen Weg durch das über den Frieden nicht weniger, als über den Sieg, erfreute Italien: die 650 Städtebewohner strömten zu seinem ehrenvollen Empfange aus den Thoren, Scharen von Landleuten besetzten die Heerstraßen, und sein Triumpheinzug in die Stadt war der glorreichste von allen. An Silber lieferte er in die Schatzkammer hundert und dreiundzwanzigtausend PfundUngefähr 3,125,720 Gulden Conv. M. Die Soldaten erhielten jeder 8 Rthlr. 8 Ggr.. Jedem Soldaten gab er als Antheil an der Beute vierhundertQuadragenos]. – Glareanus, Perizonius, Duker, Drakenborch lesen quadringenos, weil quadragenos (etwa 20 Ggr.) für diesen Sieg und eine Beute von Millionen zu schimpflich sein würde: und ich folge diesen Vermuthungen. Die 400 Asses betragen doch etwa 8 Rthlr. Kupferass.

Den Syphax, der kurz vorher zu Tibur starb, wohin er von Alba versetzt war, entzog der Tod der Augenweide der Zuschauer, dem Glanze des Triumphirenden unbeschadet. Doch hatte sein Tod eine Auszeichnung, weil er auf öffentliche Kosten begraben wurde. Polybius, dessen Angabe allerdings Gewicht hat, sagt, dieser König sei im Triumphe aufgeführt. Hinter dem triumphirenden Scipio ging, mit einem Hute auf dem Kopfe, Quintus Terentius Culleo; und nachher bewies er, so lange er lebte, dem Retter seiner Freiheit, wie billig, jede Art der Verehrung. Ob den Zunamen, der Africanische, schon früher die Liebe der Truppen, oder das Wohlwollen des Volks geltend gemacht habe, oder ob ihn, wie zu unsrer Väter Zeiten beim Sulla den Zunamen des Glücklichen, beim Pompejus den des Großen, die Schmeichelei der nähern Umgebungen veranlaßte, darüber habe ich keine hinlängliche Auskunft. Wenigstens war Scipio der erste Feldherr, der durch die Benennung nach dem von ihm besiegten Volke verherrlicht wurde. Nach seinem Beispiele stellten späterhin Andre, konnten sich gleich ihre Siege mit diesem keinesweges messen, eine Reihe von Ahnenbildern mit auszeichnenden Unterschriften und prunkende Zunamen in ihrer Familie auf.

 << Kapitel 102  Kapitel 104 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.