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Römische Elegien

Johann Wolfgang von Goethe: Römische Elegien - Kapitel 16
Quellenangabe
typepoem
booktitleGesammelte Werke in sieben Bänden
authorJohann Wolfgang Goethe
editorBernt von Heiseler
yearo.J.
publisherBertelsmann Lesering
addressGütersloh
titleRömische Elegien
pages181-198
created19990207
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1788
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16.

        »Warum bist du, Geliebter, nicht heute zur Vigne gekommen?
Einsam, wie ich versprach, wartet ich oben auf dich.« –
Beste, schon war ich hinein; da sah ich zum Glücke den Oheim
Neben den Stöcken, bemüht, hin sich und her sich zu drehn.
Schleichend eilt ich hinaus! – »O welch ein Irrtum ergriff dich!
Eine Scheuche nur wars, was dich vertrieb! Die Gestalt
Flickten wir emsig zusammen aus alten Kleidern und Rohren,
Emsig half ich daran, selbst mir zu schaden bemüht.« –
Nun, des Alten Wunsch ist erfüllt: den losesten Vogel
Scheucht' er heute, der ihm Gärtchen und Nichte bestiehlt.
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