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Robinson der Jüngere

Joachim Heinrich Campe: Robinson der Jüngere - Kapitel 36
Quellenangabe
typefiction
booktitleJoachim Heinrich Campe
authorRobinson der Jüngere
year1981
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3-15-007665-x
titleRobinson der Jüngere
pages4
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1779
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Ein und zwanzigster Abend.

Einige zugleich. O nur geschwind, lieber Vater, daß wir nur erst hören, was aus dem armen Robinson geworden sei!

Vater. Eben, da er sich für gerettet hielt, stürzt' er, wie wir gehört haben, in ein neues Unglük, welches leicht noch größer werden konte, als dasjenige, dem sie so eben erst entgangen waren. Der Kahn saß plözlich fest und die Wellen fingen an, über Bord zu schlagen. War nun dasjenige, wovon das Schif festgehalten wurde, eine Felsenspize: so war es aller Wahrscheinlichkeit nach, um sie geschehen!

Robinson untersuchte, so geschwind als möglich, mit dem Ruder den Grund im Wasser, und da er ihn rund um das Schif herum fest und das Wasser nicht über eine halbe Elle tief fand: so besan er sich keinen Augenblik, sondern sprang über Bord. Freitag folgte seinem Beispiel und beide fanden zu ihrem großen Troste, daß es nur eine Sandbank und kein Felsen sei, worauf sie gerathen waren.

Beide strengten darauf alle ihre Kräfte an, um den Kahn wieder zurük ins tiefere Wasser zu schieben. Es glükte ihnen; das Schif ward flot, und beide sprangen wieder hinein.

Lotte. Nun wird der arme Robinson gewiß den Schnupfen kriegen, weil er sich die Füße naß gemacht hat!

Vater. Liebe Lotte, wenn man durch eine arbeitsame und natürliche Lebensart sich erst so abgehärtet hat, als Robinson: so pflegt man von einer solchen Kleinigkeit den Schnupfen nicht mehr zu kriegen. Sei deswegen nur unbesorgt!

Nachdem sie das eingesprüzte Wasser, so gut es mit den Rudern gehen wolte, wieder ausgeworfen hatten, beschlossen sie, vorsichtiger zu Werke zu gehen und ohne Segel zu fahren, damit sie die Lenkung des Schiffes besser in ihrer Gewalt hätten. So ruderten sie also längst der Sandbank hin, in der Hofnung, daß sie bald ein Ende nehmen werde. Aber sie musten wohl erst vier gute Stunden schiffen, ehe diese Hofnung erfült ward: so weit lief die Bank von Norden nach Süden hin. Robinson merkte, daß sie sich bis in diejenige Gegend des Meeres hin erstrekke, wo er vor neun Jahren Schifbruch gelitten hatte, und daß es also eben dieselbe sei, auf welcher das Schif damahls gestrandet war.

Frizchen. Was heißt das gestrandet?

Gotlieb. O daß du doch auch immer den Vater unterbrechen must!

Vater. Nun, das ist ja gut von ihm, daß er gern belehrt sein wil! Aber nicht so gut von dir, lieber Gotlieb, daß du darüber unfreundlich wirst! Hüte dich künftig davor! – Stranden, lieber Friz, heißt, wenn ein Schif auf eine solche Sandbank oder auf einen Felsen geräth, und nicht wieder davon loskommen kan.

Frizchen. Gut!

Vater. Endlich erreichten sie wieder ein ordentliches Fahrwasser, und ruderten nun mit aller Gewalt der Insel zu, welche ihnen jezt schon ganz vor Augen lag. Sie erreichten endlich den Strand, da die Sonne eben ihre lezten Blikke auf den Gipfel der Berge warf, und stiegen ganz ermattet, aber unbeschreiblich froh über ihre glükliche Rettung, ans Land.

Beide hatten den ganzen Tag keinen Bissen genossen. Sie konten daher die Zeit nicht abwarten, da sie wieder in der Burg würden angekommen sein, und sezten sich gleich am Strande nieder, um von dem Vorrathe, den sie mit sich zu Schiffe genommen hatten, erst eine reichliche Mahlzeit zu thun. Dan zogen sie den Kahn in eine kleine Bugt – ihr wißt doch, was das ist?

Johannes. O ja! Wo das Wasser so etwas ins Land hineintrit. Es ist ja fast eben das, was ein Meerbusen ist.

Vater. Nur, daß der Meerbusen größer ist! – Sie zogen, sag' ich, den Kahn in eine Bugt und gingen mit allem, was sie im Schiffe gehabt hatten, beladen nach Hause. –

Nikolas. O es ist doch wohl noch nicht aus?

Vater. Robinson und Freitag haben sich bereits zur Ruhe begeben, und der lezte liegt schon im tiefen Schlaf versunken, indeß der erste noch ein feuriges Dankgebeth für seine abermahlige Errettung zu Gott schikt. Wir könten's also auch so machen; aber da es noch so früh am Tage ist: so wil ich die Nacht überspringen und nun noch erzählen, was am folgenden Tage geschahe.

»Nun, Freitag, fragte Robinson beim Frühstük, hättest du Lust, dich noch einmahl so mit mir zu wagen, als gestern?«

Freitag. Gott bewahre!

Robinson. Also entschließt du dich, dein Leben auf dieser Insel mit mir zu endigen?

Freitag. Wenn nur mein Vater auch hier wäre!

Robinson. Also hast du noch einen Vater?

Freitag. Wenn er nicht unterdeß gestorben ist!

Hier legt' er die Kartoffel aus der Hand, und ein Paar große Tränen rolten ihm die Bakken herab. Robinson dachte an seine eigene Eltern und muste sich gleichfalls die Augen wischen. Beide beobachteten eine Zeitlang ein rührendes Stilschweigen.

Robinson. Sei gutes Muths, Freitag! Dein Vater wird noch leben, und wenn es Gottes Wille ist: so wollen wir nächstens hinüber fahren und ihn zu uns hohlen.

Nun das war zu viel Freude für den armen Freitag! Laut heulend sprang er auf, warf sich über Robinsons Knie hin, klammerte sich fest daran und konte vor Schluchzen kein Wort sprechen.

»Kinder! rief hier die Mutter aus, welch ein Beispiel von Elternliebe an einem Wilden! An einem Wilden, der seinem Vater keine Erziehung, keinen Unterricht, nur das bloße Leben, und noch dazu ein recht armseliges Leben zu verdanken hatte!«

So gewiß, fügte der Vater hinzu, hat Gott die Liebe und Dankbarkeit gegen Eltern allen Menschen ins Herz gelegt! Und welch ein Ungeheuer müste also nicht der sein – wenn es unter uns gesitteten Menschen einen solchen gäbe – der diesen angebohrnen Trieb bei sich erstikte, und gegen seine Eltern gleichgültig werden, ihnen wohl gar Kummer und Betrübniß verursachen könte! Soltet ihr je einen solchen Unmenschen antreffen: o so verweilet nicht mit ihm unter einen Dache; flieht ihn, als eine Pest der Geselschaft, als einen solchen, der auch jeder andern Unmenschlichkeit gleichfalls fähig ist, und dem die gerechten Strafgerichte Gottes auf dem Fuße nacheilen! –

Nachdem Freitag sich einiger maßen erhohlt hatte, fragte Robinson, ob er denn auch wohl der Fahrt nach seiner Heimath so völlig kundig wäre, daß sie nicht abermahls ein ähnliches Unglük, als ihr gestriges, zu besorgen hätten? und Freitag betheuerte, daß das Fahrwasser dahin ihm so bekant wäre, daß er zur Nachtzeit dahin zu schiffen sich getraue, weil er sich oft mit dabei befunden hätte, wenn seine Landsleute herüber geschift wären, um hier ihre Siegesfeste zu feiern.

Robinson. Also bist du oft mit dabei gewesen, wenn man Menschen schlachtete?

Freitag. O ja!

Robinson. Und hast sie mit verzehren helfen?

Freitag. Leider! Ich wuste ja noch nicht, daß das was Böses sei!

Robinson. An welcher Stelle unserer Insel pflegtet ihr dan zulanden?

Freitag. Allemahl an der südlichen Küste, weil uns diese die nächste war, und weil es da Kokusbäume giebt.

Robinson sahe hieraus noch deutlicher ein, wie viel Ursache er habe, Gott zu danken, daß er ihn an der nördlichen Seite der Insel, und nicht an der südlichen hatte Schifbruch leiden lassen, weil er im lezten Falle gewiß in kurzer Zeit ein Raub der Wilden würde geworden sein. Er wiederhohlte hierauf das für Freitag so angenehme Versprechen, daß er in kurzem mit ihm hinüber fahren wolte, um seinen Vater abzuholen. Für jezt liesse sich's noch nicht thun, weil die Gartenarbeiten, zu denen es eben Zeit war, ihre Gegenwart erfoderten.

Zu diesen ward also gleich geschritten. Robinson und Freitag gruben um die Wette und in den Ruhestunden waren sie darauf bedacht, sich immer brauchbarere Werkzeuge zu machen. Robinson, dessen Erfindungskraft und Geduld gleich unerschöpflich waren, kam so gar damit zu Stande, eine Harke zu verfertigen, ohngeachtet er die Löcher, zu den Zähnen mit einem spizigen Steine – ihr könt denken wie langsam! ausboren muste. Freitag hingegen schnizte nach und nach mit einem steinernen Messer zwei Spaten aus so hartem Holze, daß sie ihnen beinahe dieselben Dienste leisteten, als wenn sie von Eisen gewesen wären.

Und nun begnügte sich Robinson nicht mehr damit, blos für die allernöthigsten Bedürfnisse zu sorgen: sondern er fing auch nach und nach an, auf eine Verschönerung seines Aufenthalts zu denken. Und so, Kinder, ist es immer in der Welt gegangen. So lange die Menschen noch alle ihre Gedanken auf die Erwerbung ihres Unterhalts und auf die Sicherheit ihres Lebens richten musten, fiels ihnen gar nicht ein, sich auf diejenigen Künste zu legen, welche nur dazu dienen, die Gegenstände um uns her zu verschönern, und unserer Sele feinere Vergnügungen zu verschaffen, als die blos thierischen Vergnügungen der Sinne sind. Aber kaum war für Nahrungsmittel und für Sicherheit hinlänglich gesorgt, so fingen sie auch an, das Schöne mit dem Nüzlichen, das Angenehme mit dem Nothwendigen verbinden zu wollen. So entstanden dan die eigentliche Baukunst, die Mahlerei, die Bildhauerkunst, die Tonkunst, und alle die übrigen künstlichen Geschiklichkeiten, welche unter dem Nahmen der schönen Künste begriffen werden.

Robinson fing mit der Verbesserung und Verschönerung des Gartenwesens an. Er theilte seinen Garten nach einem ordentlichen Plane in regelmäßige Felder ein; durchschnit diese Felder mit schnurgraden Wegen, legte lebendige Hekken, Lauben und Alleen an; bestimte den einen Plaz zum Blumengarten, den andern zum Küchengarten und einen dritten zum Obstgarten. In diesen leztern pflanzt' er alles, was er von jungen Zitronenbäumen auf der Insel finden konte, nebst einer Menge anderer junger Bäume, auf die er Kokusreiser pfropfte. Bei dieser lezten Arbeit machte Freitag besonders große Augen, weil er gar nicht begreifen konte, wozu das solte, bis ihm Robinson das Verständniß darüber öfnete.

Jezt pflanzten sie Kartoffeln und Maiz in großer Menge und weil der Akker vielleicht von Erschaffung der Welt her brach gelegen hatte; so wuchs das Gepflanzte bald zu einer sehr geseegneten Erndte auf.

Unter durch stellten sie auch Fischereien an, weil Freitag wie ich erzählt habe, in der lezten Regenzeit die Neze dazu verfertiget hatte. Sie fingen jedesmahl weit mehr, als sie brauchen konten, und warfen daher die Ueberflüßigen wieder ins Meer. Bei dieser Gelegenheit pflegten sie sich dan gemeiniglich auch zu baden; und da muste Robinson die erstaunliche Geschiklichkeit bewundern, welche Freitag im Schwimmen und Untertauchen bewies. Er suchte sich mit Fleiß ein felsichtes Ufer aus, wo die Meereswellen sich auf eine fürchterliche Weise brachen. In diese sprang er scherzend von oben hinab, blieb einige Minuten unterm Wasser, so daß dem armen Robinson oft angst und bange dabei ward, kam dan wieder hervor auf die Oberfläche des Wassers, legte sich auf den Rükken um sich von den Wellen wiegen zu lassen und trieb allerlei Gaukeleien, deren umständliche Beschreibung beinahe alle Glaubwürdigkeit verlieren würde. Robinson konte dabei nicht umhin, die erstaunlichen Anlagen der menschlichen Natur zu bewundern, die zu allem fähig ist, was ihr von Jugend an zur Uebung gemacht wird.

An andern Tagen belustigten sie sich mit der Jagd, weil Freitag gleichfalls Meister, so wohl in der Verfertigung, als auch in dem Gebrauche des Bogens und der Pfeile war. Sie schossen Vögel und junge Lama's, doch nie mehr, als sie jedesmahl brauchen konten, weil Robinson es mit Recht für sündlich hielt, ein Thier, es sei, welches es wolle, blos zur Lust oder um nichts zu quälen und zu tödten.

So sehr übrigens Robinson dem guten Freitag am Verstande und an mancher Geschiklichkeit überlegen war: so verstand doch dieser auch wieder viele kleine Künste, welche seinem Herrn vorher unbekant gewesen waren, und die ihnen gleichwohl jezt vortreflich zu statten kamen. Er wuste sich allerlei Werkzeuge aus Knochen, Steinen, Muscheln und andern Dingen zu machen, womit er manches so gut bearbeiten konte, als wenn er Werkzeuge von Eisen gehabt hätte. So macht' er sich z. E. aus dem Armbeine eines Mannes, welches er zufälliger Weise fand, einen Meissel; eine Raspel aus Korallen; ein Messer aus Muscheln; eine Feile aus der scharfen Haut eines Fisches. Damit verfertigte er viel kleines Hausgeräth, welches die Bequemlichkeit ihres Lebens gar sehr vergrösserte.

Noch lernte Robinson von Freitag den Gebrauch der Kakaobohnen, die er bei einer ehemaligen Wanderung auf seiner Insel entdekt und einige davon aufs Gerathewohl mit sich genommen hatte. Er legte sie nemlich ans Feuer, so wie die Kartoffeln, und ließ sie rösten. Dan gewährten sie eine gar nicht unangenehme und dabei sehr nahrhafte und gesunde Speise.

Robinson, welcher gar zu gern neue Versuche anstelte, zerstampfte einige derselben, nachdem sie geröstet waren, zwischen zwei Steinen, schüttete das kleingeriebene Pulver in einen mit Lamamilch angefülten Topf und sezte ihn ans Feuer. Wie erstaunt' er nicht, und wie groß war sein Vergnügen, da er die daraus entstandene Suppe kostete und fand daß es ordentliche Schokolade sei.

Frizchen. Ah! Schokolade?

Vater. Ja, nur daß das Gewürz und der Zukker daran fehlten. – So vervielfältigten sich nach und nach die Nahrungsmittel des guten Robinsons und die Quellen seines Vergnügens! Aber zu seinem Ruhme muß ich sagen, daß er demohngeachtet bei seinem neulichen Vorsaze blieb, und eben so mäßig und einfach zu leben fortfuhr, als er angefangen hatte.

Beide stellten jezt öftere und lange Wanderschaften durch die ganze Insel an, besonders an solchen Tagen, an welchen ein Wind blies, der den Wilden entgegen war; und sie entdekten bei solchen Gelegenheiten noch Manches, was ihnen nüzlich werden konte.

Endlich war der Garten völlig bestellt, und nun wurde der Tag bestimt, an welchem sie nach Freitags Heimath hinüber fahren und den Vater desselben abholen wolten. Je näher aber die Zeit zur Abfahrt heranrükte, desto öfterer fiel unserm Robinson der Gedanke aufs Herz: wie? wenn Freitags Landsleute dich dennoch als einen Feind behandelten? Wenn sie an Freitags Vorstellungen sich nicht kehrten, und du ein Opfer ihres abscheulichen Menschenhungers werden müstest? Er konte sich nicht enthalten, diese Besorgniß seinem Freunde mitzutheilen. Aber Freitag versicherte ihn bei Allem, was heilig ist, daß er nichts zu besorgen habe; er kenne seine Landsleute zu gut und wisse daher mit völliger Gewißheit, daß sie keinem etwas zu Leide thäten, der nicht ihr Feind sei. Robinson war überzeugt, daß er dies nicht sagen würde, wenn's nicht so wäre. Er unterdrükte also alle ängstliche Sorgsamkeit, traute der Ehrlichkeit seines Freundes, und beschloß, am folgenden Morgen in Gottes Nahmen mit ihm abzufahren.

Sie hatten in dieser Absicht den Kahn, der bis dahin auf den Strand gezogen war, wieder aufs Wasser gebracht und an einer in die Erde gestekten Stange befestigst. Den Abend brachten sie damit zu, Kartoffeln zu braten und andere Speisen zuzurichten, die sie mitnehmen wolten, um sich wenigstens auf acht Tage mit Proviant zu versorgen. Freitag zeigte bei dieser Gelegenheit, daß er auch in der Kochkunst so unerfahren eben nicht sei, und lehrte seinen Herrn, ein ganzes junges Lama, welches sie geschossen hatten, in kürzerer Zeit weit mürber zu braten, als es am Spiesse geschehen konte. Das fieng er so an.

Er grub ohngefähr zwei Fuß tief ein Loch in die Erde, welches er schichtweise mit troknem Holze und mit platten Steinen anfülte. Dieses Holz zündete er an. Dan hielt er das junge Lama über's Feuer um die Hare abzusengen, und nachdem dieses geschehen war, schabte er es mit einer Muschel so rein ab, als wenn es mit heissem Wasser wäre abgebrühet worden. Mit eben dieser Muschel schnitt' er den Leib des Thieres auf, um die Eingeweide heraus zu nehmen. Unterdeß war das Holz zu Kohlen gebrant; das Loch war durch und durch erhizt und die Steine waren glühend geworden. Er warf darauf in der größten Geschwindigkeit diese Steine nebst den Kohlen aus dem Loche hinaus; legte dan einige der heißgemachten Steine auf den Boden des Lochs und bedekte sie mit grünen Kokusblättern. Auf diese legt' er das Lama, bedekt' es abermahls mit Blättern und pakte die übrigen heissen Steine darauf. Dan schüttete er das ganze Loch mit Erde zu.

Nach einigen Stunden ward das Loch wieder geöfnet und das Lama heraus genommen. Robinson, der ein Stükchen davon kostete, muste gestehen, daß es weit mürber, saftiger, und wohlschmekkender sei, als wenn's am Spiesse wäre gebraten worden; und er nahm sich daher vor, künftig immer so zu verfahren.

Johannes. Eben so machen's ja auch die Otahiter, wenn sie ihre Hunde braten?

Vater. Das thun sie auch.

Gotlieb. Ihre Hunde? Essen die denn Hundefleisch.

Johannes. Ja wohl! Wir haben's vorigen Winter ja gelesen; und die Engländer, die mit davon aßen, gestanden, daß es sehr gut schmekke.

Einige. Fi!

Vater. Ihr müßt nur wissen, daß die dortigen Hunde auch eine ganz andere Lebensart, als die Unsrigen, führen. Sie fressen kein Fleisch, sondern leben blos von Früchten. Da mag denn ihr Fleisch auch wohl ganz anders schmekken, als das Fleisch der Unsrigen schmekken würde.

Nun, Kinder, alle Vorbereitungen zu der beschlossenen Reise waren jezt gemacht. Wir wollen also unsere beiden Wanderer erst ausschlafen lassen, und dan sehen, was es morgen geben wird.

Alle. Oh!

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