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Gutenberg > William Shakespeare >

Richard III

William Shakespeare: Richard III - Kapitel 22
Quellenangabe
typetragedy
titleRichard III
authorWilliam Shakespeare
translatorAugust Wilhelm Schlegel
publisherPhilipp Reclam jun. Stuttgart
year1971
isbn3-15-000062-9
senderodyssee@xpoint.at
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FÜNFTER AUFZUG

ERSTE SZENE

Salisbury. Ein offner Platz.

(Der Sheriff und die Wache, mit Buckingham, der zur Hinrichtung geführt wird.)

Buckingham.

Will König Richard sich nicht sprechen lassen?

Sheriff.

Nein, bester Herr; drum faßt Euch in Geduld.

Buckingham.

Hastings und Eduards Kinder, Rivers, Grey,

Du heil'ger Heinrich und dein holder Sohn,

Vaughan, und alle, die Ihr seid gestürzt

Durch heimliche, verderbte, schnöde Ränke:

Wenn Eure finstern, mißvergnügten Seelen

Die Wolken durch, die jetz'ge Stunde schaun,

So rächt Euch nur und spottet meines Falls! –

Ist heut nicht Allerseelentag, ihr Leute?

Sheriff.

Ja, Mylord.

Buckingham.

Nun, Allerseelentag ist meines Leibs Gerichtstag.

Dies ist der Tag, den wünscht' ich über mich

In König Eduards Zeit, wofern ich falsch

An seinem Weib und Kindern würd' erfunden;

Auf diesen Tag wünscht' ich mir meinen Fall,

Durch dessen Falschheit, dem zumeist ich traute;

ja dieser, dieser Allerseelentag

Ist meiner armen Seele Sündenfrist.

Der hoh' Allsehende, mit dem ich Spiel trieb,

Wandt' auf mein Haupt mein heuchelndes Gebet

Und gab im Ernst mir, was ich bat im Scherz.

So wendet er den Schwertern böser Menschen

Die eigne Spitz' auf ihrer Herren Brust.

Schwer fällt Margrethas Fluch auf meinen Nacken:

»Wenn er«, sprach sie, »dein Herz mit Gram zerreißt,

Gedenke, Margaretha war Prophetin.« –

Kommt, daß ihr mich zum Block der Schande führt;

Unrecht will Unrecht, Schuld, was ihr gebührt.

(Sie führen ihn ab.)

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