Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Ludwig Bechstein >

Rheinsagen

Ludwig Bechstein: Rheinsagen - Kapitel 4
Quellenangabe
pfad/bechstei/rheinsag/rheinsag.xml
typelegend
authorLudwig Bechstein
titleRheinsagen
publisherHermann Schaffstein Verlag in Köln
printrun71. bis 110. Tausend
illustratorOtto Ubbelohde
year1945
firstpub1912
correctorfranka.antenne@gmx.de
senderwww.gaga.net
created20090511
projectidfae5112d
Schließen

Navigation:

Sankt Gallus

Schon in frühen Zeiten drang das Christentum in das rhätische Gebirge. Ein britischer Königssohn, Ludius mit Namen, soll übers Meer gekommen sein und diesem Lande zuerst das Evangelium gepredigt haben. Nach ihm heißt heute noch ein Gebirgspfad zwischen Graubünden und der Herrschaft VaduzFürstentum Liechtenstein der Ludiensteig.

Nach ihm kamen die Apostel Rhätiens und Helvetienslateinische Bezeichnung für die Schweiz , Sankt Gallus, ein Königssohn aus Schottland, und seine Gefährten Mangold und Siegbert, samt dem heiligen Columban an den Bodensee, zerstörten die Götzenbilder und brachen das Heidentum. Sie wohnten als fromme Einsiedler in Hütten, heilten Kranke und predigten das Evangelium. Ein allemannischer Herzog, Gunzo, wohnte in Überlingenam Bodensee ; dem war die Tochter schwer erkrankt. Der heilige Gallus heilte sie, und dafür schenkte Gunzo ihm und seinen Gefährten ein großes Waldgebirge zum Eigentum, in welchem sie sich nun besser anbauten. Aus diesem ersten Anbau ist die hernachmals so berühmte und herrliche Abtei Sankt Gallen geworden, die einer Stadt und einer ganzen Landschaft den Namen gegeben. Aber St. Gallus blieb nicht beständig in seiner Einsiedelei. Als die Abtei St. Gallen begründet war, stieg er an der SitterNebenfluß der Thur entlang höher empor und erbaute sich an einem geeigneten Ort eine neue Zelle, um das Hirtenvolk zu bekehren. Diese nannte das Volk des Abten Zelle; daraus ist der Name Appenzell entstanden.

Das Hirtenvolk nahm auch willig das Christentum an. Als aber später die mächtige Abtei es in seiner Freiheit bedrohte, erhob es sich zum Kampfe. Der Abt von St. Gallen suchte Hilfe bei Österreich. Es saß aber droben auf der festen Burg Werdenbergam linken Rheinufer ein edler Grafensohn, Rudolf von Werdenberg, der hielt zu den Hirten des Appenzeller Gebietes und führte sie zum Kampfe gegen St. Gallen. Am Stoßin Appenzell-Außerrhoden geschah eine heftige Schlacht. Lange schwankte der Sieg. Plötzlich aber kam über den Berg herüber eine große Schar Kriegsvolk den Hirten zu Hilfe. Als die Feinde der Appenzeller diese erblickten, flohen sie eilend vom Schlachtfeld. Die Hilfsvölker aber, die sich gezeigt und durch ihren Anblick schon von weitem den Feind hinweggeschreckt hatten, waren keineswegs Kriegsmänner, sondern – der Hirten Weiber und Töchter in männlicher Tracht gewesen. Seitdem blieb das Ländlein Appenzell mitten im St. Galler Lande ein eigenfreies und regierte sich selbst.

 << Kapitel 3  Kapitel 5 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.