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Rheinsagen

Ludwig Bechstein: Rheinsagen - Kapitel 35
Quellenangabe
pfad/bechstei/rheinsag/rheinsag.xml
typelegend
authorLudwig Bechstein
titleRheinsagen
publisherHermann Schaffstein Verlag in Köln
printrun71. bis 110. Tausend
illustratorOtto Ubbelohde
year1945
firstpub1912
correctorfranka.antenne@gmx.de
senderwww.gaga.net
created20090511
projectidfae5112d
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Triers Alter

Trier und Solothurn sollen die ältesten Städte in Europa sein; 1300 Jahre vor Christus habe Trier schon gestanden, wie alte Rheinverse aussagen. Ja, Trier war lange die zweitgrößte Stadt in der alten Welt, Rom die größte. Die Alten nannten es das reiche Trier – und dies schon zur Römerzeit. Zur Zeit des Mittelalters war Trier des Christentums Wiege, das deutsche Rom. Triers frühe Blüte brachen zuerst die Gallier durch eine dreimalige Verheerung und schufen aus der Stadt einen großen Totenhof.

Das schönste unter den vielen Baudenkmälern uralter Zeit ist der Dom zu Trier. Lange zeigte man in ihm ein Horn, das die Einwohner die Teufelskralle nannten, und sie erzählten, der Erbauer des Doms habe allein nicht zustande kommen können und den Teufel zu Hilfe gerufen und diesen überlistet. Da habe der Teufel in seiner Wut die Altäre umreißen wollen; es sei ihm aber nicht gelungen, und er habe noch dazu eine Kralle lassen müssen.

Im Dom zu Trier wird auch der ungenähte heilige Rock aufbewahrt, den Christus der Herr getragen haben soll und um den die Kriegsknechte gewürfelt, weil er zu schön war, als daß sie ihn hätten zerschneiden mögen. Es ist ein Mannsrock mit langen Ärmeln, aus zartem Linnenstoff, aus feinen Fäden buntfarbig gewirkt. Die heilige Helena war es, welche diesen Rock mit einem Stücke des heiligen Kreuzes und einem Nagel, mit welchem Christus an das Kreuz geheftet war, nach Trier schenkte. Dieser Rock genießt der andächtigsten Verehrung von vielen Millionen Gläubigen, die an seiner Echtheit nicht zweifeln, obschon an vielen Orten ein ähnlicher Rock für echt gezeigt wird.

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