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Rheinsagen

Ludwig Bechstein: Rheinsagen - Kapitel 26
Quellenangabe
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typelegend
authorLudwig Bechstein
titleRheinsagen
publisherHermann Schaffstein Verlag in Köln
printrun71. bis 110. Tausend
illustratorOtto Ubbelohde
year1945
firstpub1912
correctorfranka.antenne@gmx.de
senderwww.gaga.net
created20090511
projectidfae5112d
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Der Franken Furt

Zur Zeit Karls des Großen kriegten die Sachsen gegen die Franken und ihren mächtigen König. Einst waren die Sachsen siegreich und trieben die Feinde bis hinab zum Mainstrom. Wie nun die flüchtigen Franken an die Stelle kamen, wo jetzt Frankfurt liegt, und des Stromes Breite und Tiefe sie erschreckte, da sie weder Brücke noch Schiffe hatten, siehe, da zeigte ihnen eine Hirschkuh den Weg, indem sie ohne Gefahr durch den Strom schritt und also eine Furt anzeigte, wo die Franken ohne Gefahr über den Strom setzen konnten. Als nun später die nachfolgenden Feinde kamen und jene Furt nicht kannten und fanden, mußten sie die Franken unverfolgt lassen. Und Karl der Große soll gesprochen haben: »Besser, daß die Völker sagen, ich sei mit meinen Franken diesmal vor den Sachsen geflohen, als daß sie sagen, ich sei hier gefallen; denn weil ich lebe, kann und will ich meine Ehre retten!« Dort nun siedelten sich Franken an; denn es war ein lieblich und fruchtreich gelegener Gau. Und sie nannten den Ort die Furt der Franken, Frankfurt.

Manche sagen, gleich damals hätten die Sachsen den Ort Sachsenhausen, Frankfurt gegenüber, dicht am Mainstrom begründet; andere aber behaupten, dessen Gründung sei erst dann geschehen, als Karl der Große überwundene Sachsen aus ihrem Heimatlande hinweg und zur Ansiedelung im Frankenlande genötigt habe, wovon bis auf den heutigen Tag noch viele Ortsnamen zeugen. Später erbaute Kaiser Karl selbst eine kleine Pfalz zu Frankfurt und hielt sich Jagens halber gern dort auf, feierte Ostern da und hielt ReichskonventeZusammenkünfte . Auch Karls des Großen Sohn, König Ludwig, wohnte da, recht in seines weiten Reiches Mitte, und sein Sohn Karl, hernachmals der Kahle genannt, ward allda geboren. Noch immer wird die seichte Stelle im Main gezeigt, wo der Franken Furt war und Frankfurts erster Anbau und Name sich begründete. Und Kaiser Karls Pfalz stand da, wo jetzt die St. Leonhardskirche steht, und die neue Pfalz, welche Ludwig der Fromme erbaute und der Saal hieß, lag neben dem Fahrtor; davon hat noch bis heute die Saalgasse ihren Namen. Im Saalhof starben Ludwig der Deutsche, des frommen Ludwig jüngster Sohn, wie auch Hemma, dessen Gemahlin. Dieser König war es, der Frankfurt zu des ostfränkischen Reiches weltlicher Hauptstadt erhob, während Mainz die geistliche war.

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