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Rheinisches Sagenbuch

Wilhelm Ruland: Rheinisches Sagenbuch - Kapitel 23
Quellenangabe
typelegend
authorWilhelm Ruland
titleRheinisches Sagenbuch
publisherVerlag von Friedr. Heyn, Hofbuchhändler
printrun2. Auflage
yearo.J.
firstpub1896
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20140914
projectidb75acf2c
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Boppard

Kloster Marienberg

I.

Auf seiner Burg zu Boppard lebte Graf Konrad Bayer, der Sproß eines hochedlen rheinischen Geschlechtes. Er war noch jung an Jahren, voll feurigen Lebensmutes, oft beherrscht von jugendlichem Ungestüm und gefährlicher Wildheit, doch nicht entartet. Leider hatte sich ein Kreis verderblicher Zech- und Jagdgenossen an den jugendlichen Ritter gekettet und mancher gute Kern, der hoffnungsvoll in seiner Seele schlummerte, ward durch jenen gefährlichen Umgang erstickt.

Das Fräulein einer benachbarten Burg hatte er einstmals kennen gelernt und die bezaubernde Anmut der Jungfrau hatte in dem Ritter den Entschluß gereift, um ihre Hand zu bitten. Ihre Väter waren eng befreundet gewesen und gern wurde der ritterliche Jüngling auf dem Schloß gesehen. Auch Maria, das Schloßfräulein, lernte ihn achten, und wenn wohl mitunter die kraftpulsende Männlichkeit des Ritters ihr zartes Mädchenherz ungern empfand, so faßte sie dennoch eine warme Neigung zu dem kühnen Jäger und ritterlichen Freier, und als er eines Tages um ihre Hand warb, da gab sie seiner Werbung Gewähr und nannte sich gern seine Verlobte. Für den nächsten Mond war die Hochzeit bestellt und in hoffnungsreichem Brautstande verbrachte die liebliche Maid die folgenden Wochen.

Minder fröhlich war der Seelenzustand ihres Bräutigams. Mit spöttelnden Reden hatten ihn seine wüsten Zech- und Jagdgenossen beglückwünscht. Sie alle fühlten es mißbehaglich, daß das tolle Junkerleben in der Burg des gastlichen Freundes ein Ende nehmen, zum mindesten eine Beschränkung erfahren sollte, und während die einen ihm schilderten, welch goldner Freiheit er sich leichtfertig für immer begebe, verstanden die anderen es, ihn mit Witz und Spott zu überzeugen, welch drückende Fesseln er sich in der Blüte seiner Jahre anzulegen gedenke. Anfangs hörte der Ritter sie lächelnd an. Das Bild der Verlobten verdrängte die trüben Bilder der beredten Sprecher; je mehr diese ihm aber zuredeten, um so schwankender ward er; der kraftstolze Jugendübermut regte sich stärker denn je in seiner Brust und verdrängte die edleren Regungen.

Eines Tages, als die junge Gräfin ihren Verlobten erwartete, kam er nicht. Statt seiner traf ein Schreiben ein, bei dessen Lesen sie weinend zusammenbrach. Es enthielt die Erklärung des Grafen Konrad Bayer, daß er sich noch nicht reif genug halte, das Ehejoch zu tragen und seines Wortes sich entbinde.

II.

Wochen waren vergangen.

Durch den Forst seiner Besitzung ritt Graf Konrad. In Gedanken versunken – trübgestimmt war er geworden trotz zwiefacher Lustigkeit der Gelage – hatte er nicht bemerkt, wie ein fremder Ritter mit verhülltem Visir ihm in den Weg sprengte. Mit überraschtem Zuruf hielt er den andern an und frug ihn nach Name und Begehr.

»Mein Schild giebt dir Antwort,« entgegnete mit seltsamer Stimme der fremde Ritter. »Mariens Rächer bin ich, dich feigen Treubruchs zu zeihen und Gottes Urteil mich mit dir zu unterstellen. Schicke dich zum Kampfe an.«

Die stolze Herausforderung reizte des Ritters Zorn. Der Klang der verschleierten Stimme hatte sein Inneres mächtig bewegt, das Wappen des Schildes gehörte dem Geschlechte seiner ehemaligen Verlobten: ihr Bruder muß es sein, der im Morgenlande weilte, schloß er bei sich, und meiden mochte er den Zweikampf. Doch schon ritt der Gegner vor: ein kurzer Kampf ward's. Ungeübt war des Fremden schwacher Arm, ein gewaltiger Hieb Ritter Bayers bohrte sich durch seine Brünne und lautlos sank er zu Boden. Der Sieger eilte hinzu, den Helm zu lösen. Ein Ruf des Entsetzens entfuhr seinem Munde. In den Händen hielt er das Haupt Mariens, seiner verlassenen Braut, aus klaffender Todeswunde floß ihr Blut.

»Von deiner Hand suchte ich den Tod, seitdem deine Treue mir starb.« Sie hauchte es mit erlöschender Stimme. Über die Sterbende warf sich laut stöhnend der verzweifelte Ritter.

* * *

Erstorben war seit jenem Tage im Schloß zu Boppard der Jubel fröhlicher Gelage auf immer: still ward es im Forst, darin gar oft Fanfarenton und Rüdengebell erklungen. Auf jener Stelle im Forst hat man ein Kloster gebaut, Marienberg geheißen (noch heute trägt es den Namen), dem hat Ritter Konrad Bayer, der es gründete, alle seine Güter vermacht zur Sühne. Er selber aber ist nach dem heiligen Lande gezogen, wo der Kreuzfahrer fromme Scharen mit den Ungläubigen um den Besitz der heiligen Stätten stritten. Ohne Panzer hat er gefochten – man sagt, er habe stets das wildeste Kampfgewühl aufgesucht – und Wunder der Tapferkeit verrichtet im Kreuzfahrerheer. Da traf ihn, bei der Erstürmung von Ptolemais, ein feindlicher Lanzenstich und er starb ergeben, auf den Lippen den Namen seiner unglücklichen Verlobten.

Sternberg und Liebenstein. (Die Brüder.)

I.

Im Mittelalter war das Schloß Sternberg oberhalb Boppard eine der schönsten Burgen an den Ufern des Rheines. Zur Zeit, wo unsere Geschichte spielt, bewohnte es ein alter Paladin Kaiser Konrads des Staufen, der aus der Wahl hervorgegangen auf der Ebene von Oppenheim bei Mainz. Zwei Söhne standen dem ergrauten Degen zur Seite. Längst schlummerte sein Weib unterm Stein. Seitdem klang selten fröhliches Lachen durch die hohen Gänge.

Eines Tages begrüßte ein lieblicher Gast das einsame Herrenschloß. Ein Stückchen Sonnenschein zog mit ihm in die dunklen Räume. Ein entfernter Vetter aus dem Geschlecht der Bröncher von Rüdesheim war gestorben und hinterließ sterbend sein einziges Kind, ein blühendes Mägdlein, der Obhut seines Verwandten, des Herrn zu Liebenstein.

Die blondhaarige Angela – sie verdiente ihren Namen – ward bald der Liebling des Schlosses. Sie verehrte den Greis wie ihren Vater und lohnte die wohlwollende Freundschaft der beiden Jünglinge mit schwesterlicher Zuneigung. Was Jahrtausende vordem geschah und noch heute geschieht, traf auch hier ein: die Freundschaft der jugendlichen Ritter verwandelte sich bald in Liebe. Beide bewarben sich um die Gunst der Jungfrau.

Der greise Burgherr bemerkte es, und trübe Ahnungen legten sich um sein Vaterherz. Mit gleicher Liebe war er beiden Söhnen zugethan; dennoch befriedigte ihn das sanfte, von der Mutter ererbte Wesen des Erstgeborenen mehr als der feurige Geist Konrads, des jüngern. Schon vom ersten Augenblicke an, wo die junge Waise auf seinem Stammsitz erschien, hatte ihn der Wunsch beseelt, die liebliche Jungfrau seinem Lieblingssohne Heinrich zu vermählen, dem des Vaters Name und Stammburg zu eigen.

Heinrichs Liebe glühte im Stillen. Ihre Flammen lohten schweigend himmelan. Sein Bruder hingegen machte keinen Hehl aus der glutvollen Liebe, die er für Angela empfand, und bald gewahrte der Greis mit Betrübnis, daß das schöne Mädchen die Neigung des Ritters erwidere. Auch dem Bruder blieb das Liebesglück der Beiden nicht verborgen und tiefbeklommen sargte er seine Liebe ein, ein scheues Kind, vielleicht deshalb zum Sterben verdammt, weil ihm die Sprache nicht frühzeitig gekommen.

Und Angela? Wohl entging ihr nicht die Schwermut, welche die Blicke des Ältern umflorte, Sie ward bewegt, als sie einst bemerkte, wie seine Stimme zitterte, da er ihren Namen sprach; aber der Sonnenglanz ihrer jungen Liebe blendete ihr Auge, daß sie die Wolken nicht schaute, welche des Ritters ernste Züge umschatteten.

Um jene Zeit kam Bernhard von Clairvaux aus Frankreich an den Rhein und predigte einen neuen Kreuzzug gegen die Ungläubigen. Tausende wurden entflammt durch die Flammenworte des heiligen Mönches. Auch auf der Veste Liebenstein ward sein Ruf vernommen. Heinrich nahm das Kreuz. Nicht länger hielt es ihn auf der Burg, wo die weilte, die er hoffnungslos liebte. Aber auch des jüngern thatenstürmender Geist war mächtig erregt von den unbekannten Reizen, welche ein Kreuzzug im märchenhaften Morgenlande bot. Seine üppige Kraft, jahrelang eingeengt auf weltferner Veste, dürstete nach Abenteuern, wie sie des kühnen Kreuzfahrers, fern unter des Orients Palmen, in Levantens Wüsten harrten. Vergeblich waren die Bitten und Thränen der liebenden Jungfrau, vergeblich der Schmerz seines Vaters, der ihn bat, ihn nicht zu verlassen.

Verzweifelt war der Greis über den unbeugsamen Entschluß seiner Söhne.

»Wer bleibt mir auf der Burg meiner Väter, wenn Ihr sie verlaßt, um nie mehr dorthin zurückzukehren?« rief er schmerzlich. »Dich fleh ich an, mein Ältester, Abbild deiner Mutter, habe Mitleid mit dem weißem Haar deines Vaters! Du, mein Konradin, habe Mitleid mit den Thränen der Dir Anverlobten.«

Schweigend standen die Brüder. Dann faßte der Ältere des Greisen Hand.

»Ich werde dich nicht verlassen, mein Vater,« sprach er weich.

»Und du Angela,« sprach stolz der Jüngere zu der Jungfrau, welche weinte, »du wirst das Opfer der Trennung tragen und ein Lorbeerreis pflanzen, mir den Kranz daraus zu winden, wenn ich zurückkehre.«

II.

Am folgenden Tage verließ der junge Ritter die heimatliche Burg.

Das junge Mädchen schien anfangs in ihrem Schmerz untröstlich. Die verlassene Liebe weinte sich aus und schlief dann ein, wie ein thränenmüdes Kind, und als sie aufwachend um sich schaute, kam der Groll und raunte ihr anklagend ins Ohr und trübte die Wasser ihrer Erinnerung, darin sich das Bild des leichtsinnigen Verlobten strahlte, der sich um schnöden Ruhm von ihr getrennt.

Mehr als früher ruhte ihr Auge auf dem stolzen Jüngling, der ein frauenhaftes Antlitz auf Mannesschultern trug, und der gezwungen war, unter einem Dache mit seiner verlorenen Liebe zu leben. Sie bewunderte ihn, der ihr durch ungezählte Akte reiner Freundschaft die Leiden der Gegenwart zu versüßen suchte. Vieles an ihm war ihr früher entgangen, seinen hohen Mut auf der Jagd, seine Erfahrenheit in den Waffen fand sie nunmehr gleich bewundernswert.

Er schien sie zu fliehen, als fürchte er, die Geister der toten Liebe zu wecken, die in seiner Seele schliefen. Angela indessen fühlte sich mehr und mehr zu dem Ritter hingezogen. Sie suchte ihm verständlich zu machen, daß ihre Liebe zu dem jüngern nichts gewesen, als das Strohfeuer einer Jugendleidenschaft, die mit ihrem Gegenstand davonging. Sie fühlte sich unglücklich, als sie sah, daß jener, den sie anfing wahrhaft zu lieben, nichts für sie zu empfinden schien, als brüderliche Zuneigung. Und dennoch hätte sie ihm für ein Wörtlein Liebe ihr reiches, tieffühlendes Herz gegeben.

Die Veränderung ihres Empfindens war dem Ritter nicht verborgen geblieben; stolz aber und männlich erstickte er jedes aufdämmernde Gefühl für die Verlobte seines Bruders.

Tiefe Befriedigung erfüllte des Greisen Gemüt, als Angela ihm eines Tages ihr Herz öffnete. Er bat Gott, die beiden lieblichen Menschen zusammenzuführen, die nach seinem Glauben ein Paar würden nach dem Geiste des Herrn. In seinen Träumen sah er bereits Angela, in ihrem Schoße ein Knäblein wiegend, blauäugig und blondhaarig, wie sein totes Weib und sein Erstgeborener. Dann gedachte er plötzlich des stürmenden Jünglings, der als Kreuzfahrer im heiligen Lande lebte und jäh unterbrach er seine Träume. Seiner Stammburg gegenüber ließ er eine stolze Veste bauen. Ihr gab er den Namen Liebenstein und bestimmte sie für seinen Zweitgeborenen, wenn er vom Kreuzzuge heimkehrte. Kaum war die Burg vollendet, da starb der Greis.

Einige Zeit später war der Kreuzzug beendet. Die rheinischen Herren, die zurückkehrten, brachten die seltsame Mär, Graf Konradin bringe eine schöne und vornehme Griechin mit, die er im Morgenlande geheiratet.

Flammenden Auges hörte es der Bruder. Unmöglich schien die Post. Er vertraute der Jungfrau die nahe Rückkehr des Verlobten. Sie erblaßte. Ihre Lippen bewegten sich, aber die Bewegung lähmte ihr die Zunge. Oft stieg sie auf den Turm und richtete ihre Blicke nach Süden.

III.

Eines Tages, Nachmittag war es, zeigte sich ein großes Schiff auf dem Rhein. Fremde Flaggen wehten von seinen Masten. Angela sah es von der Zinne und rief den Bruder. Das Schiff kam näher, man hörte den Ruf der Fergen und unterschied die Gesichter der Bemannung. Plötzlich stieß die Jungfrau einen Schrei aus und warf sich weinend in die Arme des erstarrten Ritters. Dieser zuckte zusammen. Finster starrte er auf das Fahrzeug. Der Ritter, der dort in strahlender Rüstung am Schiffsbord stand, war sein Bruder, an ihn schmiegt sich ein schönes, fremdes Weib.

Das Schiff stößt ans Land.

Als erster springt Graf Konradin ans Ufer. Die Beiden auf der Schloßzinne waren verschwunden. Ein Knappe näherte sich dem Ritter und berichtete ihm, daß das neue Schloß sein eigen.

An demselben Tage kündete er sich auf Sternberg an. Dem vor aufgezogener Brücke Harrenden ließ sein Bruder sagen, nur mit dem Schwerte in der Hand wolle er den Treulosen sehen, der seine Verlobte verlassen.

Die Dämmerung trauerte über den beiden Burgen. Auf dem schmalen Grund, der die Vesten trennt, standen zwei Brüder im Kampf auf Leben und Tod.

Das war ein grimmer Bruderkampf! Gerechter Zorn und verletzter Stolz kreuzten die blanken Schwerter. Die beiden Gegner hatten gleiche Kraft, gleichen Mut. Rot rieselte das Blut aus der Armschiene des Ältern.

Da teilten sich die Büsche. Eine Jungfrau, weißverschleiert, im Antlitz höchste Angst, warf sich zwischen die Kämpfer. Es war Angela. Verzweifelt klang ihr Flehen:

»Im Namen Gottes, der Euch sieht, haltet ein! Im Namen Eures Vaters hemmt den Brudermord! Die, um derentwillen ihr die Schwerter zückt, geht in dieser Stunde noch ins Kloster und wird Gott bitten, Euch, Ritter Konradin, Euren Treubruch zu verzeihen und Euch zu segnen, gleich Eurem Bruder, für und für.«

Die beiden Brüder senkten die Waffen. Konradin, das Haupt tief hinabgeneigt, beschattete den Blick mit der Hand. Er wagte nicht, das Weib zu betrachten, das in stummer Anklage vor ihm stand. Heinrich erfaßte die Hand der Jungfrau, welche weinte.

»Dank, meine Schwester,« flüsterte er. »Komm, der Treulose verdient nicht deine Thränen.«

Die Schatten der Bäume nahmen sie auf. Schweigend starrte der Ritter nach der Richtung, die sie eingenommen. Ein Gefühl überkam ihn, das er nie gekannt. Er verhüllte das Haupt und weinte.

IV.

Eine Wegestunde von den Burgen entfernt, liegt im Thal das Kloster Marienburg. Hinter seinen Mauern fand Angela Ruhe. Zwischen Sternberg und Liebenstein erhob sich nach wenigen Monden eine dicke Mauer und redete stumme Sprache von der Feindschaft der beiden Brüder.

Fest folgte auf Fest in dem neuerbauten Schlosse, allwo die schöne Griechin unter den rheinischen Rittern Triumphe ihrer Schönheit feierte.

Ueber der Burg Sternberg lagerte trübe Trauer. Der Ritter hatte nicht vermocht, den Entschluß der Jungfrau umzustimmen. Seit ihrem Fortgehen welkte seine Kraft dahin. Am Fuß des Berges ließ er ein Kloster bauen und nahm das Mönchsgewand. Wenige Monate drauf entschlief er. An demselben Tage – so wollte es das Geschick, das sie trennte – läutete die Sterbeglocke im Kloster Marienburg, den Tod Angelas verkündend.

Der Herr von Liebenstein erfreute sich nicht eines dauernden Glückes an der Seite seines verführerischen Weibes. Die üppige Griechin brach die eheliche Treue und entfloh mit ihrem Geliebten, einem befreundeten Ritter, welcher die Gastfreundschaft auf Liebenstein genoß. Von Schmerz und Schmach überwältigt, stürzte sich der Burgherr von des Schlosses Zinnen in die Tiefe.

Die Burgen fielen an den Ritter Bröncher von Rüdesheim. Kirche und Kloster stehen noch heute im Thal und sehen jährlich tausende von Pilgern; längst aber sind die beiden Vesten zerfallen. Während unten im Kloster Bornhofen täglich die Glocken läuten und der Wallfahrer rührende Gesänge ertönen, herrscht oben zwischen den öden Ruinen, noch heute im Volksmund die Brüder genannt, trauernde Stille; nur dann, so hat uns der Loreley-Sänger verraten, wenn der Vollmond durch die Sommernacht geistert, klingen im schmalen Grund, der die Vesten trennt, die Schwerter der feindlichen Brüder.

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