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Ravensnest oder die Rothhäute

James Fenimore Cooper: Ravensnest oder die Rothhäute - Kapitel 9
Quellenangabe
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typefiction
authorJames Fenimore Cooper
titleRavensnest oder die Rothhäute
publisherHoffmann'sche Verlags-Buchhandlung
seriesJ. F. Cooper's Amerikanische Romane
volumeSechsundzwanzigster Band
printrunZweite Auflage
year1853
translatorCarl Kolb
correctorJosef Muehlgassner
secondcorrectorHerbert Niephaus
senderwww.gaga.net
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Siebentes Kapitel.

So hört mich denn;
Ich bitte nur um eine kurze Frist
Geduld – von der Ihr freilich wenig habt –
Dann sollt des Magens Antwort Ihr vernehmen.

Menenius Agrippa.

 

Bei den Quellen trennten wir uns, da Mr. Warren und seine Freunde hier ein Fuhrwerk mit eigenen Pferden trafen, das sie an den Ort ihrer Bestimmung bringen sollte. Ich war mit meinen Onkel einig geworden, daß wir in bestmöglichster Weise weiter zu kommen suchen wollten, und so konnten wir denn die Erklärung abgeben, daß wir wahrscheinlich am andern oder zweiten Tage in Ravensnest eintreffen würden. Im Einklang mit unserem angeblichen Berufe hätten wir allerdings zu Fuß reisen sollen; wir waren übrigens mit einigem Ersparten versehen und konnten uns damit schon die Unterstützung irgend eines gemächlichen Weiterförderungsmittels sichern.

»Eines muß ich sagen, Hugh,« begann mein Onkel, sobald wir uns aus der Hörweite unserer neuen Bekannten befanden – »dieser Mr. Seneky, wie er sich selbst nennt, oder Sen, wie ihn seine holdselige Schwester titulirt, kömmt mir als einer der größten Schurken vor, die durch den ganzen Staat New-York zu finden sind.«

»Ihr zeichnet seinen Charakter nicht gerade en beau,« entgegnete ich lachend. »Aber warum kommt Ihr gerade in diesem Augenblick zu einer so entschiedenen Erklärung?«

»Weil dieser Augenblick zufälliger Weise der erste ist, in welchem ich Gelegenheit habe, mich über die Person, die ich so kürzlich erst in ihrer ganzen Schuftigkeit kennen lernte, auszusprechen. Du mußt bemerkt haben, daß der Kerl sich von Troy an bis zu dem Moment, in welchem ich mich von ihm verabschiedete, unablässig mit mir unterhielt.«

»Allerdings. Ich hörte seine Zunge ohne Unterlaß plappern, kann mir aber nicht denken, was er alles Euch zu vertrauen hatte.«

»Er sprach genug, um seinen ganzen Charakter mir zu enthüllen. Der Gegenstand betraf die Rentenhändel, die er mir als einem vermeintlichen Ausländer nach seinem Sinne zu erklären bemüht war, und ich wußte ihn Schritt für Schritt so geschickt zu fassen, daß er allmählig mit allen seinen Plänen und Aussichten, die er sich von der Sache verspricht, gegen mich herausrückte. Denke dir nur, Hugh, der Schandbube entblödete sich nicht, mir den Vorschlag zu machen, ich und du, wir beide sollten uns dem Dienst des Antirenterpöbels weihen und uns unter die spitzbübischen verkappten Rothhäute einreihen lassen!«

»Wie, so sind also diese Banden noch immer organisirt, dem Gesetz zum Trotz, das kürzlich gegen sie erlassen wurde?«

»Rede mir auch von Gesetz! Was kümmern sich in einem Lande, wie das unsrige, zwei- oder dreitausend Wähler um die Gesetzgebung und ihre angedrohten Strafen! Wer soll sie in Vollzug setzen? Selbst wenn sie Mordthaten begehen und zum Tode verurtheilt werden – die Aufregung über derartige Verbrechen könnte vielleicht doch das letztere herbeiführen – so wissen sie nur zu gut, daß man keinem von ihnen in gutem Ernst das hänfene Halsband anlegt. Die ehrenhaften Leute verhalten sich leider nur zu theilnahmlos, sobald sich's um Dinge handelt, die nicht auf ihre unmittelbaren Interessen Bezug haben. Allerdings ist es für jeden Biedermann unseres Staates schon um seiner selbst willen eine ernste Pflicht, gegen die Antirentenbewegung den Kampf zu eröffnen und sein Stimmrecht sowohl als auch seinen ganzen Einfluß zu benützen, um das Unwesen in den Koth zu treten, dem es seine Entstehung verdankt; aber unter Hunderten – selbst solchen, welche dieses heillose Treiben aus dem Grund ihrer Herzen verdammen – befindet sich nicht einer, der auch nur einen fußbreit von seiner gewohnten Weise abginge, um dem Umsichgreifen des Mißstandes Einhalt zu thun. Alles hängt daher nur von Denen ab, welche im Besitz der Gewalt sind, und diesen ist weit mehr daran gelegen, sich bei dem großen Haufen ränkesüchtiger Schurken in Gunst zu setzen, als den einzelnen ehrlichen Mann zu schützen. Du erinnerst dich, hier zu Lande kommen die Gesetze nach dem Grundsatz in Vollzug: was Jedermanns Sache ist, ist Niemands Sache.«

»Ihr werdet übrigens doch nicht glauben, daß die Obrigkeiten bei einer offenen Verhöhnung der Gesetze stillschweigend zusehen könnten?«

»Dieß wird ganz und gar von dem Charakter der einzelnen Gewalthaber abhängen, denen ich nur theilweise traue. Du darfst darauf zählen, daß man in einem fraglichen Falle mit dir und mir wenig Umstände machen würde, während sich bei dem großen Haufen die Sache ganz anders verhält. O, was habe ich in meiner Eisenbahnwagenecke für köstliche Entdeckungen gemacht! Die zwei oder drei Männer, welche sich Mr. Newcome anschloßen, sind aus den Antirenterdistrikten, und da sie in mir einen Freund zu haben glaubten, so ließen sie alle Zurückhaltung fallen. Einer davon spielt unter den Antirenters die Rolle des Vorlesers oder Reiseredners, und da er einen gewissen didaktischen Schwung besitzt, so hatte er die Gewogenheit, mir allmälig einige seiner Beweismethoden beizubringen.«

»Wie, es werden gar regelmäßige Vorträge im Sinne der Bewegungspartei gehalten? Ich hätte gedacht, die Zeitungen reichten zu, um dergleichen Ideen in Umlauf zu bringen.«

»O die Zeitungen haben sich, wie die allzufrei schwimmenden Schweine, selbst umgebracht; außerdem scheint es im gegenwärtigen Augenblick Mode zu sein, ihnen keinen Glauben zu schenken. Oeffentliche Vorträge sind nunmehr die großen moralischen Hebel der Nation.«

»Kann man aber in einem öffentlichen Vortrag nicht ebensogut Lügen auskramen, wie in einer Zeitung?«

»Ohne alle Frage – und wenn viele von diesen Volksrednern zu der Schule meines neuen Bekannten Holmes – ›Volksredner Holmes‹, wie ihn Seneka nannte – gehören, so muß ich besagtem löblichen Orden zur Steuer der Wahrheit nachrühmen, daß er sich gegen diese schöne Tugend sehr bedeutende Frechheiten erlaubte.«

»Ihr habt ihn also auf einigen Verstößen gegen die Wahrheit ertappt, lieber Onkel?«

»Rede mir nicht von einigen, sondern vielmehr von Hunderten. Für einen Mann in meiner Stellung war nichts leichter, als dieß, da ich ja die ganze Geschichte der Landeigenthumsrechte im Staat von Grund auf kenne. Einer seiner Beweisgründe faßt die schwache Seite unseres Systems so scharf, daß ich ihn dir mittheilen muß. Er sprach von dem ernstlichen Charakter der Unruhen – von der hohen Wichtigkeit für den Frieden und für die Ehre des Staates, ihnen schleunigst ein Ende zu machen, und ging dann – du wirst den Folgesatz sehr logisch finden – auf den von ihm entworfenen Vorschlag über, in Betreff der Besitztitel eine andere Verleihung vorzunehmen, damit das Volk zufriedengestellt werde!«

»Unter dem Volk sind natürlich die Pächter verstanden, denn die Grundbesitzer und ihre Rechte kommen nie in Betracht.«

»Dieß ist der eine schöne Zug in dieser Moral – das Auge oder die Wange – wie du willst; nun aber kömmt die Nase, und man muß sagen, daß sie ächt römisch ist. Ein gewisser Theil der Staatsgemeinschaft wünscht sich seiner vertragsmäßigen Obliegenheiten zu entledigen, und weil er finden muß, daß dieß auf gesetzlichem Wege nicht geschehen kann, so greift er, um seine Absichten durchzusetzen, zu Mitteln, welche allen Gesetzen Hohn sprechen. Störer des öffentlichen Friedens machen ihre eigenen Gesetzwidrigkeiten zu einer Grundlage weiterer Uebertretungen und fußen darauf, wie auf einem rechtlichen Boden, weil sie diesen nirgends anders finden können. Ich habe einige Zeitungsblätter durchlesen und aus den darin enthaltenen Proclamationen u. s. w. die Entdeckung gemacht, daß in Betreff dieser köstlichen Politik die Gesetzgeber sowohl als die Gesetzübertreter unter dem gleichen Hütchen spielen. Nicht eine Seele tritt mannhaft auf gegen die beabsichtigten Rechtsstörungen, und die bereits stattgehabten Verbrechen werden als Gründe vorangestellt, warum man Zugeständnisse machen und ihnen auf diese Weise Vorschub leisten müsse. Unsere Institutionen geben die Mittel an die Hand, allen ungerechten und ungesetzlichen Zusammenrottungen mit Nachdruck zu begegnen; aber statt dieselben in Anwendung zu bringen, erklärt man eben diese Umtriebe für einen hinreichenden Grund zu Abänderung der Gesetze selbst, und man begeht gegen einzelne Bürger das schreiendste Unrecht, nur damit die Herren der Gewalt bei dem großen Haufen ihre Popularität und damit bei Wahlen die Stimmenmehrheit nicht verlieren.«

»Dieß ist ein Verfahren, welches nur bei dem Vorhandensein begründeter Beschwerdemomente in Anwendung kommen kann, und hievon ist doch in dem Falle der Pächter nirgends auch nur ein Schein aufzufinden. Den gedankenlosen Pöbel kann man zwar in Betreff des Pachtsystems durch die Abzugsbürgschaften, die fetten Hühner, die Holzlasten und die Arbeitstage irreführen; aber meine Verträge sind insgesammt auf drei Lebensdauern festgesetzt und stipuliren die Rente in baarem Geld, ohne daß eine Klausel angefügt wäre, welche im Gebrauche des Feudalismus steht, obschon ich nicht einsehen kann, warum eine Uebereinkunft auf Naturalleistungen mehr von dem Charakter des Feudalwesens an sich tragen soll, als jede andere. Könnte man doch ebensogut von einem Vasallen- und Lehenherrlichkeitsverhältniß reden, wenn einer mit einem Schlächter für eine bestimmte Reihe von Jahren über Schweinefleischlieferungen einen Akkord schlöße! Lassen wir übrigens die Frage, was unter Feudalismus zu verstehen ist, beruhen. Meine Pachtverträge und die der meisten großen Grundbesitzer lauten auf Lebensdauern, und doch muß ich hören, daß die Unzufriedenheit allgemein ist, und daß Diejenigen, welche feierlich in solcher Weise ihre Verträge abgeschlossen haben, folglich nach Ablauf der bedungenen Zeit alles Anrecht verlieren, eben so laut in ihrem Geschrei über Rentenaufhebung und Eigenerwerbung sind, wie die ewigen Erbpächter. Allgemein heißt's jetzt, jede Leistung, mit Ausnahme der Erlegung eines Kaufschillings, sei ein Schimpf für den freien Bürger.«

»Du hast ganz recht, und wir sehen hier nur eine von den Betrügereien, die an der Welt im Großen geübt werden. In den öffentlichen Urkunden ist blos von den Manorleafes, von dem ewigen Erbpacht und seiner feudalistischen Begründung die Rede, während die Agitation alle Pachtgüter – oder wenn nicht gerade alle, so doch diejenigen insgesammt, welche um ihrer Ausgedehntheit willen einer solchen Mühe lohnen – in's Auge faßt. Sicherlich gibt es, sogar auf den Ländereien der Rensselaers, noch hunderte von Pächtern, die ehrlich genug sind, den Verpflichtungen, zu welchen sie sich laut ihrer Verträge anheischig gemacht haben, nachzukommen, wenn es die Aufwiegler nur gestatteten; aber der Geist der Habgier beherrscht die Bewirthschafter fremden Grunds und Bodens so gut wie die, welche in ihrem Eigenthum sitzen, und die Regierung betrachtet diesen traurigen Sachbestand für einen maßgebenden Grund zu Verwilligung von Zugeständnissen. Die Unzufriedenen sollen beschwichtigt werden, geschehe dieß nun auf dem Wege Rechtens oder nicht.«

»Hat Seneka bei dieser Gelegenheit nicht auch seine eigene Interessen zur Sprache gebracht?«

»Ja wohl, aber nicht gerade in der Unterhaltung mit mir, sondern in seinem Gespräch mit dem ›Volksredner Holmes‹. Ich hörte aufmerksam zu und verlor kein Wort, da ich zufälligerweise aus den Ueberlieferungen sowohl, als vermöge meiner persönlichen Sachkenntniß vollkommen über alle Hauptpunkte des Falls unterrichtet war. Da es dir bald zukommen wird, in dieser Angelegenheit für dich selbst zu handeln, so mag es am Platze sein, die letzteren dir gleichfalls auseinanderzusetzen, da sie dir noch obendrein für die moralische Würdigung der Verhältnisse, unter denen du die Hälfte deiner Farmen vergeben hast, als Wegweiser dienen können. Ohnehin würdest du dergleichen Dinge nie aus öffentlichen Berichten erfahren, da man über die Verträge, in welchen der Grundherr bei weitem zu kurz kömmt, pfiffigerweise schweigt, während dagegen über diejenigen, in welchen sich ein Pächter nur ein kleinwenig benachtheiligt glaubt, nah und fern ein Geschrei erhoben wird. Ich gebe die Möglichkeit zu, daß unter den vielen tausend Farmen, die im Staat New-York Eigenthum der Grundherren sind, hin und wieder eine sich befinden mag, mit welcher der Pächter ein schlechtes Geschäft gemacht hat; aber wie sind wir in einem solchen Falle mit unserer Regierung daran, wenn sie um Abhilfe derartiger Uebel angegangen wird? Wage es einmal einer der Rensselaers oder meinetwegen auch ein gewisser Hugh Littlepage, dem gesetzgebenden Körper eine Eingabe vorzulegen und darin die Benachtheiligungen auseinanderzusetzen, die für den Grundherrn zum Beispiel aus deinem Mühlpacht hervorgehen – ich kann dir noch obendrein sagen, Hugh, daß diese sehr bedeutend sind, obschon sie im eigentlichen Sinne des Worts nicht Anlaß zur Beschwerde geben können – so wird's ein allgemeines Geschrei absetzen, und das Resultat ist, daß man dich und deine Eingabe verdientermaßen dem Spott und Gelächter preisgibt. Der Einzelne hat nie Recht, wenn ihm ein Dutzend gegenüber steht.«

»So groß ist der Unterschied zwischen › de La Rochefoucauld et de La Rochefoucauld‹«

»Ja wohl der größte von der Welt. Aber laß dir die Thatsachen mittheilen, denn sie können dir zum Richtscheit dienen, nach denen du viele andere zu beurtheilen in die Lage kommst. Mein Großvater Mordaunt, welchen man den Patentisirten nannte, verlieh zuerst jenes Mühlanwesen an Seneka's Großvater, als dieser noch ein ganz junger Mensch war. Um nun Bebauer des Bodens zu gewinnen, war es in jenen frühen Zeiten nöthig, den Farmern große Vortheile einzuräumen, denn eine endlose Ausdehnung Landes lag herrenlos da, und es fehlte sehr an arbeitsfähigen Händen. Der erste Vertrag lautete also vollkommen zu Gunsten jenes Jason Newcome, dessen ich mich kaum noch entsinnen kann. Man schildert diesen Menschen verschieden, und die richtige Zeichnung dürfte ihn wohl als einen heuchlerischen Schelm darstellen müssen, dessen Hauptcharakterzüge in Neid, Habsucht und bäurischer Engherzigkeit bestanden. Der Sage nach ertappte man ihn einmal über Bretterdiebstal, und der Ruf legt ihm noch unterschiedliche andere Betrügereien bei. Oeffentlich aber galt er als einer jener tugendhaften, unermüdlich thätigen Ansiedler, welche ihren Nachkommen alle ihre Ansprüche, die vermeintlich moralischen sowohl, als die bekanntlich legalen übermachten. Dieses Gesalbader mag etwa noch für alte Damen, welche Thee und Schnupftabak lieben, und für Männer von ähnlich albernem Geiste einigen Klang haben; indeß kann es kein Verhältniß schaffen, welches auf Gesetzgeber und Verwaltungsbeamte in der wahren, würdigen Bedeutung dieser Ausdrücke Einfluß üben darf. Einige Zeit vor der Verehelichung meines Vaters lief der ursprüngliche Vertrag mit jenem Jason, der noch am Leben und im Besitz war, ab, und wurde ihm auf einundzwanzig Jahre fest oder auf drei Lebensdauern erneuert. Von letzteren ist die dritte noch nicht abgelaufen. Auch bei Erneuerung des Pachtvertrags erhielt der Pächter sehr vortheilhafte Bedingungen, die seit sechszig Jahren der Familie zu gut kommen, weil der alte Newcome zum Glück für seine Nachkommenschaft eine der verwilligten Lebensdauern einem Sohne übertrug, welcher ein hohes Alter erreichte. Nun zieht unser Seneky – Gott segne den Ehrenmann – bekanntermaßen von einigen der Grundstücke, die ihm als Erbtheil zufielen, mehr Pachtzins, als zu Tilgung der Rente für das ganze Anwesen erforderlich wäre, und gleich guten Ertrag liefert die Mühle schon seit dreißig und mehr Jahren her. Der Umstand aber, daß die Familie sich diese lange Zeit über der Früchte eines so vortheilhaften Vertrags erfreut hat, wird jetzt als ein Grund geltend gemacht, daß die Newcome's Ansprüche haben, das Gut für eine Kleinigkeit erb und eigen zu machen; ja, wenn es nach ihren Wünschen ginge, würden sie wohl gar nichts dafür geben.«

»Ich fürchte, eine derartige Verkehrung aller Grundsätze liegt nur zu sehr in der gebrechlichen Menschennatur. Es scheint mir, die Hälfte unseres Geschlechts treibe es mit den meisten ihrer Ansichten sens dessus dessous.«

»Die Hälfte ist noch viel zu gering angeschlagen, mein Junge, und du wirst selbst zu dieser Erfahrung gelangt sein, wenn du einmal älter bist. Aber war es nicht eine heillose Unverschämtheit von diesem Seneka, daß er uns den Vorschlag zu machen sich erdreistete, wir sollen uns dem Corps der Inschens anschließen.«

»Und was habt Ihr darauf geantwortet? Ich glaube kaum, daß es für uns gerathen wäre, uns bewaffnet und verkleidet betreten zu lassen; denn nachdem das Gesetz einen derartigen Akt für ein Kapitalverbrechen erklärt hat, dürfte er gefährlich ausfallen, selbst wenn man keinen andern Beweggrund dabei hätte, als die Unterstützung des Gesetzes.«

»Daß uns ein solcher Narrenstreich einfallen könnte! Glaube mir, Hugh, wenn man einem von uns oder was immer für einem Glied der alten grundherrlichen Familien ein solches Verbrechen zur Last legen könnte, so würde der Betretene sicherlich ein Opfer werden, da kein Gouverneur es wagen dürfte, uns zu begnadigen. Nein, nein – Milde und Schonung sind nur Worte, die bei offenkundigen, abgefeimten Schurken in Anwendung kommen.«

»Doch könnte uns der Umstand einigermaßen nützlich werden, daß wir in vorliegendem Falle zu einem sehr mächtigen Haufen von Gesetzübertretern gehören würden.«

»Du hast Recht; dieß ist mir für einen Augenblick außer Acht gekommen. Je zahlreicher die Unthaten und Verbrechen sind, mit desto größerer Wahrscheinlichkeit kann man darauf zählen, der Strafe zu entgehen. Es handelt sich obendrein hiebei nicht um den allgemeinen Grundsatz, daß die Macht dem Widerstand Trotz bietet, sintemal hier ein ganz anderes eigenthümliches Princip um sich greift – dieses nämlich, daß tausend oder zweitausend Stimmen von einer unendlichen Wichtigkeit werden, wenn bei einer Wahl die Entscheidung von dreitausend Votanten abhängt. Gott allein weiß, auf was dieß alles noch hinauslaufen wird.«

Wir näherten uns jetzt einem der bescheideneren Wirthshäuser des Platzes, weil wir bei unserer Außenseite füglicher Weise nicht auf die bessern Rücksicht nehmen konnten, und unser Gespräch wurde abgebrochen. Für den Besuch der Quellen war die Jahreszeit noch einige Wochen zu früh, und wir fanden nur wenige an Ort und Stelle, welche sich aus wirklichem Bedarf des Wassers bedienten. Da mein Onkel seiner Zeit ein Stammgast von Saratoga gewesen war und – wie er sich lachend ausdrückte – daselbst den beau von reinstem Wasser gespielt hatte, so konnte er mir alle Denkwürdigkeiten des Platzes genugsam erklären. Ein amerikanischer Kurort steht jedoch so weit unter den meisten europäischen Brunnenanstalten, daß er selbst in der vollen Höhe der Saison fast durch nichts als durch den Zusammenfluß vieler Menschen die Aufmerksamkeit des Reisenden auf sich zieht.

Im Laufe des Nachmittags fanden wir Gelegenheit, ein heimkehrendes Fuhrwerk zu benützen, welches uns bis zum nächsten Nachtquartier Sandy Hill brachte. Der andere Morgen war schön und heiter. Wir mietheten uns einen Wagen und fuhren den ganzen Tag landeinwärts. Abends lohnten wir unsern Kutscher ab, sandten ihn mit seinem Fuhrwerk zurück und suchten nun eine Herberge auf, in welcher wir übernachteten. Hier wurde viel von den »Inschens« gesprochen, die sich auf den Ländereien der Littlepages gezeigt hätten, und alles trug sich mit Muthmaßungen über das wahrscheinliche Resultat ihrer Bewegungen. Wir befanden uns in einem Township oder vielmehr auf einer Herrschaftsländerei, welche den Namen Mooseridge führte und vordem ein Eigenthum unserer Familie gewesen, nachher aber verkauft und von den nunmehrigen Insassen großentheils bezahlt worden war, da in jener Zeit Niemand daran gedacht hatte, an seinen vertragsmäßigen Verpflichtungen mäkeln zu wollen. Schon dem gewöhnlichsten Beobachter muß es bald auffallen, daß ein durch Verträge gebundener Bürger nur dann seinen Accord zu brechen wünscht, wenn ihm ein Gewinn in Aussicht steht. So habe ich nie aus dem Munde der Pächter auch nur eine Sylbe gegen die Bedingungen, unter denen sie ihre Farmen bewirthschaften durften, laut werden hören, wie sehr sie auch über diejenigen, vermöge derer sie sich zu einem baldigen Abzug genöthigt sahen, ein Geschrei erheben mochten. Hätte ich über die Thatsache Beschwerde führen wollen – und solcher Thatsachen ist die Fülle vorhanden – daß meine Vorfahren unvorsichtiger Weise ihre Ländereien für allzuniedrige Pachtzinse vergeben hätten, sintemalen die Pächter im Stande seien, ihre Rente für ein halbes Jahrhundert durch Afterverpachtung kleiner Theile ihrer Farmen zu tilgen, so würde man mich, wie mein Onkel sehr richtig angedeutet hatte, für einen Narren ausgeschrieen haben. »Bleib' bei Deiner Verschreibung,« wäre die allgemeine Losung gewesen, und an Shylock hätte kein Mensch mehr gedacht. Allerdings findet zwischen den Mitteln, welche einem wohlhabenden Grundbesitzer die Erwerbung von Einsicht, Bildung und gesellschaftlicher Stellung erleichtern, an die sich allerdings auch gesellschaftliche Pflichten knüpfen, und denen, welche einem fleißigen, ehrlichen, wohlgesinnten Landwirth, seinem Pächter, zu Gebot stehen, ein himmelweiter Unterschied statt. Eben deßhalb darf auch ein humaner, gebildeter Mann die Vortheile nicht außer Acht lassen, die er vielleicht ererbt oder überhaupt ohne sein eigenes Zuthun gewonnen hat – ein Sachverhalten, das ihn bestimmen sollte, bis zu einem gewissen Grade auch für das Interesse derjenigen besorgt zu sein, welche auf seinen Ländereien ihren Unterhalt suchen. Wenn ich aber auch alles dieß zugebe und zugleich noch beifüge, daß ein Staatsverband zu beklagen ist, dem eine solche Klasse von Menschen fehlt, weil ihm darin eines der sichersten Mittel abgeht, die Geistesbildung zu erweitern und die Civilisation zu erhöhen, so fällt es mir doch nicht entfernt ein, zu glauben, derartige Männer seien verpflichtet, sich's gefallen zu lassen, daß man ihnen ihre wirkliche Bedeutsamkeit mit ihren Folgen vorhält, sobald man von ihnen erwartet, sie sollen geben, bei allen andern Gelegenheiten aber sie mit ingrimmigem Neide mißachtet. Nichts kann einen so förderlichen Einfluß üben auf die Lebensweise, auf den Geist und auf das wahre Wohl einer ackerbauenden Bevölkerung, als wenn sie geleitet wird durch die Intelligenz und die gemeinsamen Interessen, welche das Verhältniß zwischen Grundherren und Pächtern bezeichnen sollten. Mögen immerhin gewisse Nationalökonomen von einem Zustand der Dinge faseln, welcher bei jedem Landwirth einen freien Grundbesitz voraussetzt und ihn mit einem Reichthum beschenkt, der ihn befähigt, unter den übrigen Landeigenthümern des Staats eine gleiche Stellung einzunehmen – ich lasse ihre Träumereien gerne gewähren; indeß weiß alle Welt, daß es in Betreff der äußeren Mittel die gleichen kleinen Abstufungen geben muß und wirklich gibt, welche man in der geistigen Organisation des menschlichen Geschlechtes findet. Der Natur der Sache nach wird die Mehrzahl bald unter dem Niveau des freien Grundbesitzers stehen, und hebt man das Verhältniß zwischen Grundherrn und Pächtern auf, so sind dadurch nur zwei große Nebel gewonnen. Natürlich will Niemand sein Capital ohne Sicherheit und ohne Ertrag verwenden; der Reiche ist folglich gehindert, sein Capital in Ländereien anzulegen, und dieser Mißstand verkümmert nicht nur dem Kapitalisten die Vortheile einer freien Verfügung über seine Mittel, sondern wirkt auch nachtheilig auf den Werth des Bodens, welcher durch bemittelte Kaufsliebhaber gesteigert würde. Andererseits aber ist jedem unmöglich gemacht, der Landwirthschaft seine Kräfte zu widmen, wenn er nicht das nöthige Geld besitzt, eine Farm zu kaufen. So weit sind übrigens diejenigen, welche jetzt Farmen haben möchten, und diejenigen, welchen es für den nächsten November um Stimmen zu thun ist, in der Einsicht noch nicht gekommen, und ihr kurzer Blick läßt sie die Wahrheit nicht entdecken, daß sie in Wirklichkeit mit ihrem Geschrei von »gleichen Rechten« dem armen Ackerbauer bloß ein Hinderniß in den Weg legen, welches ihn nie in eine bessere Stellung, als in die eines gewöhnlichen Taglöhners gelangen läßt.

Wir erhielten in unserem Wirthshause ein leidliches Unterkommen – ich rede indeß hier nur beziehungsweise, denn selbst der eifrigste amerikanische Patriot dürfte in den Schlafeinrichtungen einer gewöhnlichen Herberge nicht viel zu loben finden, wenn er anders etwas von fremden Ländern erfahren oder die Bequemlichkeit der besten Hotels in den Vereinigten Staaten kennen gelernt hat. Mit dem gleichen Aufwand von Geld und Mühe ließe sich ein Haus, welches jetzt ein Inbegriff von aller Ungemächlichkeit ist, nicht nur erträglich, sondern in vielen Fällen sogar gut einrichten. Aber wer soll eine solche Umwandlung zum Bessern veranlassen? Nach den Ansichten, die unter uns im Schwunge sind, befindet sich das ärmlichste Dorf bereits auf der höchsten Stufe der Civilisation, und was das Volk selbst betrifft, so gilt es als eine unumstößliche Wahrheit, daß ihm, ohne Unterschied der Klassen, kein anderes der Christenheit in Erziehung, Scharfsinn und Verstand das Wasser reichen darf. Doch nein – ich muß mich verbessern; meine vorige Bewertung paßt nur für den Fall, daß man keine Pachtungen ablösen will, denn dann erscheinen mit einemmale die Landbebauer als unschuldige, aller Erziehung und Bildung baare Menschen, welche in ihrer Harmlosigkeit ein Opfer der schändlichen, hinterlistigen Grundherrn werden Mr. Hugh Littlepage spricht allerdings etwas scharf, aber es wäre fruchtlos, wenn man läugnen wollte, daß allen seinen Aeußerungen eine ernste Wahrheit zu Grunde liegt. Der gereizte Ton, in welchem er spricht, läßt sich aus dem Umstande erklären, daß man so nachdrücklich mit dem Versuche umgeht, ihn der Ländereien zu berauben, die als väterliches Erbtheil auf ihn gekommen sind – ein Versuch, der sich sogar von Seiten der Behörden allen Vorschubs erfreut. Wir müssen ferner in Betracht ziehen, daß – wie sich im Laufe der Geschichte zeigen wird – in Betreff der Littlepages auch die Zunge der Verleumdung nicht unthätig gewesen war und Allem aufgeboten hatte, nach ihrer Art die Plane der Antirenters unterstützen zu helfen; denn in jedem Gemeindeverband, in welchem es nöthig ist, zu Erreichung ähnlicher Zwecke die öffentliche Stimmung zu gewinnen, wird man ein beabsichtigtes Unrecht stets mit Verlästerung der anstößigen Person begleiten. Was die Wirthshäuser anbelangt, so muß ich als alter Reisender der Wahrheit so weit die Ehre geben, daß Mr. Littlepage für seine Bemerkungen gute Gründe hat. Selbst in Fällen, in welchen mich die Noth zwang, zu den schlechtesten französischen Herbergen meine Zuflucht zu nehmen – ja, einmal sogar, als ich in einem Hause übernachten mußte, das blos Kärrner und Fuhrleute zu Kunden hatte, wurde ich mit besseren Betten bedient, als die sind, welche man in den berufensten amerikanischen Landgasthäusern findet. Was dagegen die Reinlichkeit betrifft, so ist man fast in jeder Dorfherberge des Staates New-York besser daran, als sogar in den ansehnlichsten Hotels von Paris. Der Seitenhieb auf den Geist des Volkes ist wohlverdient, denn ich habe mit eigenen Ohren zugehört, welche feine Unterscheidungslinien gezogen wurden, um den Beweis zu führen, daß das »Volk« einer früheren Generation nicht so verständig gewesen sei, wie das »Volk« der gegenwärtigen – ein Umstand, welchem man das Eingehen der früheren Pachtverträge zuschrieb, statt sie auf Rechnung der wahren Ursache – der damals herrschenden Ansichten und Bräuche – zu setzen. Jedenfalls befähigt mich die Erfahrung eines halben Jahrhunderts zu der Erklärung, daß das »Volk« gewißlich nie sonderlich blöde war, wenn es galt, einen vortheilhaften Handel abzuschließen. D. H.!

Nachdem wir unser Abendessen eingenommen hatten, verbrachten wir eine Stunde auf der Piazza, wo die Einwohner des Dorfes in Haufen versammelt waren. Dieß gab uns Gelegenheit, mit den Leuten einen Verkehr anzuknüpfen. Mein Onkel verkaufte eine Uhr, und um mich populär zu machen, setzte ich meinen Leierkasten in Thätigkeit. Nach dieser Einleitung kamen wir auf das große Thema des Tages, den Antirentismus, zu sprechen. Der Hauptredner war ein junger Mann von ungefähr sechsundzwanzig, von schäbiggentilem Aussehen, der sich bald als einen Attorney aus der Umgegend auswies. Er hieß Hubbard und hatte zur Folie einen andern Wortführer, Hall genannt, einen einfach aussehenden Mann von mittlerem Alter, welcher der Klasse der Handwerker angehörte. Diese beiden Personen saßen auf gewöhnlichen Küchenstühlen, die an der Seite des Hauses standen, und schaukelten sich natürlich auf den beiden Hinterbeinen ihrer gebrechlichen Sitze, während sie ihre eigenen Füße auf den vornbefindlichen Staffeln ruhen ließen. Diese Haltung konnte weder malerisch noch anmuthig genannt werden, war übrigens doch so gar gewöhnlich, daß sie nirgends Verwunderung erregte. Nachdem Hall mit den Stützbeinen seines Stuhls so lange hin und her gerückt war, bis er sie hatte, wo er sie haben wollte, schien er mit seiner Lage vollkommen zufrieden zu sein, während dagegen Hubbard's Blicke wohl noch eine Minute lang unruhig und sogar drohend umherschweiften. Dann zog er ein Messer aus seiner Tasche – allerdings nur ein kleines, zierliches Federmesser – schaute wild um sich her, und wie ich schon glaubte, er sei im Begriff, von seinem gutbalancirten Stuhl aufzuspringen und einen wüthenden Angriff auf die Säulen zu machen, welche das Dach der Piazza unterstützten, trat der Wirth mit mehreren kleinen Tannenstecken herzu und bot einen derselben dem Squire Hubbard an. Dieß beruhigte den Attorney, der den Stecken annahm und bald in die mir unbekannte Lust des Schnitzelns vertieft war. Ich kann mir nicht denken, welcher geheimnißvolle Hochgenuß in dem Zerkleinern eines Stückes Holz liegen mag, obwohl das Schnitzeln ein so allbekannter und beliebter Brauch ist; indeß muß ich mich bescheiden, da es mir in Betreff der Gewohnheit, Tabak zu kauen oder zu rauchen, ebenso ergeht. Die Vorsorge des Wirths war übrigens durchaus nicht unnöthig und schien von allen, welchen die Schnitzelstecken angeboten wurden – etwa sechs oder acht im Ganzen – mit großer Heiterkeit aufgenommen zu werden. Ueberhaupt bewies der ganze Zustand der Piazza die Notwendigkeit einer derartigen Vorsichtsmaßregel, wenn nicht etwa das ganze Haus dem Wirth über dem Kopf zusammenstürzen sollte. Zum Besten derjenigen, welche mit dergleichen Dingen und ihrem Nutzen unbekannt sind, will ich mich hierorts etwas weiter darüber ausbreiten.

Das Wirthshaus war aus Holz – ein mit Schindeln bekleidetes Geripp aus Tannenbalken. Hierin liegt nichts Besonderes, denn in vielen Ländern Europas baut man noch immer hauptsächlich aus Holz, und selbst in großen Städten wurden vor noch nicht langer Zeit die Häuser gemeiniglich aus Gebälk und Mörtel zusammengesetzt. Ich erinnere mich sogar, zu London in unmittelbarer Nähe des mit Recht berühmten Westminsterhall ähnliche Gebäude gesehen zu haben, und das so viel besprochene Schlößchen von Horace Walpole auf dem Strawberry Hill besteht aus dem nämlichen Material. Das Wirthshaus zu Mooseridge konnte sich übrigens einiges auf seine Architektur zu gut thun, abgesehen davon, daß es drei oder viermal größer war, als jedes andere Gebäude des Ortes. Natürlich war auch eine Piazza da – denn es müßte ein schlechtes Dorf sein, das sich nicht einer solchen Annehmlichkeit zu erfreuen hätte – und diese sowohl als ihr ganzer Zubehör trug mehrere Anstricheschichten von schmutzigem Bleiweiß. Die Säulen der Piazza übrigens wie auch die Schindeln des Hauses lieferten den Beweis, wie gefährlich es ist, einen Schindler dem ihm inwohnenden Instinkt zu überlassen. Adler mit ausgebreiteten Flügeln, Sterne, amerikanische Flaggen, Hussahs für Polk, Namensanfangsbuchstaben, ausgeschriebene Namen und ähnliche Dinge nebst vielen Ergießungen patriotischer oder parteisüchtiger Gefühle waren in solcher Menge umhergestreut, daß sie ein großartiges Urtheil über die Münze, welcher sie ihr Gepräge verdankte, gestattete. Das merkwürdigste Denkzeichen von dem Fleiß der Gäste war übrigens an einer der Säulen zu entdecken, die noch obendrein an einer Ecke stand, folglich für den Oberbau von doppelter Bedeutsamkeit war, wenn nicht etwa, wie in dem gegenwärtigen Falle, das Haus den architektonischen Charakter des vorigen Jahrhunderts besaß, welcher die Säule nicht zum Stützpunkt des Architravs, sondern den Architrav zum Träger der Säule machte. Die fragliche Säule bestand, wie dieß gewöhnlich der Fall ist – obschon man in letzter Zeit auch zu Backsteingemäuer und Stuck seine Zuflucht genommen hat – aus einem Weißtannenstamm, der übrigens in einer für die Schnitzler bequemen Höhe buchstäblich zu zwei Drittheilen durchschnitten war. Ich muß der Wunde zur Ehre nachrühmen, daß die zierliche Ausführung viel Geschicklichkeit und Sorgfalt verrieth, denn die Ränder waren in einer Weise geglättet, daß man wohl sehen konnte, wie viel Mühe sich die Künstler gegeben hatten, durch ihre Arbeit auch auf das Auge einen angenehmen Eindruck zu machen.

»Wer hat dieß gethan?« fragte ich den Wirth, indem ich auf den klaffenden Schaden an der Hauptsäule seiner Piazza hindeutete.

»Dieß? O, es rührt nur von den Schnitzlern her,« entgegnete der Wirth mit einem gutmüthigen Lächeln.

Ohne Frage sind die Amerikaner die gutmüthigsten Menschen auf Erden! Hier war ein Mann, dem sein Haus beinahe über den Ohren zusammenstürzte – natürlich stets das Princip der vorerwähnten Architektur ausgenommen – und er konnte dazu lächeln, wie etwa Nero gelächelt haben mochte, als er zum Brand von Rom sein Saitenspiel erklingen ließ.

»Aber was haben denn die Schnitzler davon, daß sie Euch Euer Haus ruiniren?« versetzte ich.

»O, Ihr wißt, dieß ist ein freies Land, und die Leute thun so ziemlich, was ihnen beliebt,« erwiederte der noch immer lächelnde Wirth. »Ich ließ sie drauf losschneiden, so lang ich es wagen durfte; indeß glaube ich doch, und Ihr werdet mir's zugestehen – es war hohe Zeit, daß ich mit meinen Schnitzelstecken herausrückte, denn 's ist doch immer gut, wenn man ein Dach über dem Kopfe hat, namentlich bei schlechtem Wetter. Hätte ich noch eine Woche zugewartet, so wäre die Säule entzwei gewesen.«

»Nun, ich muß sagen, daß ich mir dieß nicht gefallen lassen würde. Mein Haus ist mein Haus, und daran sollte mir Niemand etwas verderben. Laßt Ihr die Leute hier schnitzeln, so treiben sie's in der Küche ebenso, und wenn's auch gut ist, hin und wieder einen neuen Unterstock zu kriegen, so müßt' es mir, seht Ihr, doch lieber durch die rechte Art von Leuten geschehen.«

»Wie man an Eurer Sprache bemerkt, seid Ihr ein Fremder in diesen Landestheilen, mein Freund,« ergriff nun Hubbard selbstgefällig das Wort, denn er hatte mittlerweile seinen Schnitzelstecken in eine Form gebracht und konnte nun nach einem Schnitzelgesetz, mit dem ich nicht bekannt bin, in der Verkleinerung fortfahren, ohne dem Geschäft weiter ein besonderes Augenmerk zu schenken. »Wir nehmen's hier mit dergleichen Dingen nicht so genau, wie dieß in einigen Ländern der alten Welt der Fall ist.«

»Ja – das kann ich sehen. Aber wie steht's denn – kosten in Amerika Tannenstämme und Säulen kein Geld?«

»Ei gewiß. Es ist kein Mann in dem Lande, der es übernehmen würde, diese Säule sammt Anstrich und allem unter zehn Dollars mit einer neuen zu ersetzen.«

Dieß war die Einleitung zu einer Verhandlung über den muthmaßlichen Aufwand, welchen eine Vertauschung der beschädigten alten Säule mit einer neuen zur Folge haben mußte. Die Meinungen lauteten verschieden, und es sprach sich ein ganzes Dutzend über den Gegenstand aus. Einige schätzten die Kosten auf fünfzehn Dollars, andere aber stiegen in ihrem Anschlag bis auf fünf herunter. Ich war eben so betroffen über die Ruhe und Entschiedenheit, womit jeder seine Ansicht kund gab, als über die Sprache, deren sie sich dabei bedienten. Der Accent trug zwar bei allen, selbst Hubbard nicht ausgeschlossen, den Charakter der Provinz und hatte einen starken, nicht sehr angenehmen Beigeschmack von dem Dialekte Neu-Englands, während einige der Ausdrücke die geschraubte Redeweise der Zeitungen nachahmten; aber im Ganzen war die Sprache für Leute aus dieser Lebensklasse überraschend richtig und gut. Die einzelnen Aeußerungen verriethen großen Scharfblick und eine genaue Bekanntschaft mit praktischen Dingen; auch wurden sie mitunter in einer Weise vorgetragen, daß man auf die Belesenheit des Sprechers schließen konnte. Hall übrigens setzte mich wirklich in Erstaunen. Er ließ sich mit einer Bestimmtheit und Sachkenntniß vernehmen, die einem gut geschulten Mann Ehre gemacht haben würden, während zugleich in seinen Worten eine Einfachheit lag, welche nicht wenig dazu beitrug, den Eindruck derselben zu erhöhen. Eine gelegentliche Bemerkung bewog mich zu der Erwiederung:

»Ich wollte mir's gefallen lassen, wenn ein Inschen eine solche Säule zusammenschnitte, aber von einem weißen Mann hätte ich es nicht erwartet.«

Dieser mein Einwurf lenkte das Gespräch auf den Antirentismus, und schon nach wenigen Minuten sahen Onkel Ro und ich unsere Aufmerksamkeit völlig in Anspruch genommen.

»Im Grunde geht's doch mit der Sache vorwärts,« sagte Hubbard ausweichend, nachdem die übrigen ihr Sprüchlein angebracht hatten.

»Leider,« versetzte Hall. »Man hätte von vornherein der ganzen Geschichte in einem Monat ein Ende machen können, und von einem civilisirten Land wäre dieß auch zu erwarten gewesen.«

»Gleichwohl werdet Ihr zugestehen müssen, Nachbar Hall, daß es eine große Verbesserung in dem Zustande der durch den ganzen Staat zerstreuten Pächter wäre, wenn sie ihre Pachtgüter erb- und eigen machen könnten.«

»Dieß unterliegt keinem Zweifel, wie es denn auch eine wesentliche Verbesserung in der Lage meiner Werkstattgesellen wäre, wenn sie sich selbst als Meister aufthun könnten. Doch hierum handelt sich's nicht, sondern vielmehr um die Frage, ob der Staat das Recht habe, an was immer für einen Mann das Ansinnen zu stellen, daß er gegen seinen Willen sein Eigenthum verkaufe. Es wäre mir eine saubere Art von Freiheit, wenn wir uns gefallen lassen müßten, daß das Gesetz in solcher Weise über unsere Häuser und Güter verfüge.«

»Und stehen wir mit unsern Häusern, Gärten und Farmen nicht wirklich unter einem solchen Gesetz?« versetzte der Attorney, der augenscheinlich vor seinem Gegner Respekt hatte und deßhalb nur vorsichtig und unter Winkelzügen mit seinen eigenen Ansichten herausrückte. »Wenn das Volk Land braucht, so muß es ihm gegen Bezahlung abgetreten werden.«

»Ja, aber zwischen brauchen und brauchen ist ein Unterschied. Ich habe jenen alten Bericht des Repräsentanten-Comité's auch gelesen und möchte seine Grundsätze durchaus nicht unterschreiben. Was die öffentliche Politik im gegenwärtigen Falle verlangt, ist etwas ganz Verschiedenes von dem Bedürfniß für öffentliche Zwecke. Braucht man Land zu Anlegung einer Straße, einer Festung oder eines Kanals, so muß es allerdings ein Gesetz geben, welches gegen billige Abschätzung den Verkauf gebietet, da der erforderliche Grund anders nicht zu erzielen ist; aber ich sehe gar schlechte Unterstützung des Rechtes darin, wenn in einem Falle, wo ein Contrahent einseitig von seinem Vertrag abgehen will, die Staatsregierung einzugreifen sich anmaßt, ohne einen andern Grund dafür zu haben, als daß man auf diese Weise den Unzufriedenen, statt ihn durch die Gesetze zum Gehorsam zu zwingen, leicht und wohlfeil zufrieden stellen kann. Wollte man diesen Grundsatz weiter ausführen, so wäre es auch leichter, sich mit dem nächsten besten Taschendieb durch einen Vergleich, statt durch die gesetzliche Bestrafung abzufinden, und eben so gut wären in dieser Weise alle Arten von Verträgen zu umgehen.«

»Aber alle Regierungen bedienen sich dieser Gewalt, sobald es nöthig wird, Nachbar Hall.«

»Das Wörtlein » nöthig« hat ein gar weites Feld, Squire Hubbard, und die einzige Notwendigkeit, von welcher hier die Rede sein kann, besteht darin, daß auf diesem Wege gewisse Personen leichter und wohlfeiler ihre Zwecke erreichen können. Durch den ganzen Staat New-York bezweifelt es kein Mensch, daß die Regierung leicht mit den Antirenters fertig zu werden im Stande ist, und ich hoffe, sie wird auch diesem Treiben ein Ziel stecken, sofern Gewalt gegen Gewalt in Frage kömmt. Der Fall bietet also keine andere Notwendigkeit, als vornweg die, welche alle Demagogen fühlen, wenn es ihnen darum zu thun ist, möglichst viele Stimmen für sich zu gewinnen.«

»Jedenfalls sind in einer Volksregierung diese Stimmen eine gewaltige Waffe, Nachbar Hall.«

»Dieß will ich nicht in Abrede ziehen; und da man eben jetzt davon spricht, in der Constitution Veränderungen vorzunehmen, so dürfte wohl der günstige Augenblick gekommen sein, um die Ränkeschmiede zu lehren, daß sie das Recht der Stimmgebung nicht in solcher Weise mißbrauchen dürfen.«

»Wie wäre dieß zu hindern? Ich kenne Euch doch als einen Menschen, der das allgemeine Stimmrecht nicht verkürzt sehen möchte.«

»Ich bin für das allgemeine Stimmrecht unter ehrlichen Leuten, wünsche aber nicht, daß meine Obrigkeit von Leuten gewählt wird, die sich nie zufrieden geben, wenn sie ihre Hände nicht in die Tasche ihres Nebenmenschen stecken dürfen. Man soll der Constitution eine Clausel einverleiben, welche jede Stadt, jedes Dorf und jede Grafschaft, wenn sie einer gerichtlichen Hülfsvollstreckung öffentlichen Widerstand entgegensetzt, für eine gewisse Zeit ihres Stimmrechts beraubt. Eine solche Maßregel müßte in Bälde dergleichen Gesetzesübertreter zur Besinnung bringen.«

Es war augenscheinlich, daß den Zuhörern diese Idee neu war, und mehrere gaben ihre beifällige Zustimmung laut zu erkennen. Auch Hubbard räumte die Originalität dieses Gedankens ein, war aber nicht geneigt, an seine Ausführbarkeit zu glauben; auch schmeckten seine Einwürfe, wie es von einem Winkeladvokaten zu erwarten stand, eher nach der Rabulistik einer beschränkten Praxis als nach der Auffassung eines Staatsmanns.

»Wie wolltet Ihr zum Beispiel die Ausdehnung des Distrikts bestimmen, welcher in dieser Weise seiner Wahlrechte beraubt werden soll?« lautete seine Frage.

»Man nimmt die gesetzlichen Gränzen, wie sie dastehen. Ist eine Combination stark genug, um in einer Stadt die Vollstrecker des Gesetzes geringschätzend zu behandeln und ihnen offenen Widerstand zu leisten, so züchtige man besagte Stadt durch eine jeweilige Stimmrechtsentziehung; machen sich mehrere Städte dieses Vergehens schuldig, so sollen sie in die gleiche Strafe verfallen, und erstreckt sich die Unbotmäßigkeit über eine ganze County, so soll auch diese dasselbe Geschick erleiden.«

»Auf diese Weise würden aber die Unschuldigen mit den Schuldigen in Strafe genommen.«

»Die Maßregel hätte das Wohl der Gesammtheit im Auge; und überdieß straft man ja ohnehin die Unschuldigen statt der Schuldigen oder vielmehr mit den Schuldigen auf tausenderlei Arten. Ihr und ich, wir beide müssen Steuer zahlen, damit die Trunkenbolde nicht verhungern; denn es ist gerathener und der Humanität weit angemessener, daß man ein derartiges Opfer bringe, als daß man zusehe, wie unsere Nebenmenschen Hunger sterben oder durch die Noth zum Diebstahl verleitet werden. Durch die Erklärung des Kriegsgesetzes wird in einem Sinne der Unschuldige mit dem Schuldigen in Strafe genommen, und so ergeht es in hundert Fällen. Hier aber handelt es sich nur um die Frage: ist es weiser und besser, die Demagogen und jene Störer des öffentlichen Friedens, welche ihr Stimmrecht zu schlechten Zwecken zu gebrauchen wünschen, durch eine so einfache Maßregel ihrer Waffen zu berauben, oder ihnen zu gestatten, daß sie durch den schreiendsten Mißbrauch ihrer politischen Privilegien ihre Anschläge durchsetzen?«

»Und was würde Euch bestimmen, eine Stadt ihres Stimmrechts für verlustig zu erklären?«

»Die durch Zeugenschaftsbeweis erhärtete Anklage vor einem öffentlichen Gerichtshof. Die Richter sind unter solchen Umständen die passende Entscheidungsbehörde und würden ohne Zweifel in zwanzig Fällen neunzehnmal recht urtheilen. Es liegt im Interesse eines jeden Bürgers, der das Stimmrecht nach reinen Grundsätzen geübt zu sehen wünscht, daß ihm ein derartiger Schutz verliehen werde gegen solche, die mit ihrer Stimmberechtigung ganz andere Zwecke zu verfolgen wünschen. Allerdings kann zuvor ein Friedensbeamter sein posse comitatus oder auch das Volk zum Beistand aufbieten. Erscheint letzteres in zureichender Anzahl, um die Rebellen zur Ordnung zu verweisen – wohl und gut; andernfalls aber ist der Beweis geliefert, daß die Bewohner des Distrikts nicht würdig sind, als freie Männer ein Stimmrecht zu üben. Diejenigen, welche eines unserer schönsten Privilegien mißbrauchen, haben kein Anrecht an unsere Sympathieen, und was die Art der Ausführung einer solchen Maßregel betrifft, so dürfte sie wohl leicht erledigt werden können, wenn man nur erst über den Grundsatz zu Stande gekommen ist.«

Das Gespräch währte wohl noch eine Stunde fort, und Nachbar Hall entwickelte seine Ansichten noch ausführlicher. Ich hörte ihm mit freudiger Ueberraschung zu.

»Solche Leute sind in der That das Mark und die eigentliche Kraft des Landes,« sagte ich zu mir selbst. »Männer von diesem Schlage findet man zu tausend und aber tausenden im Staate, und warum sollten sie sich beherrschen lassen durch Intriguanten, die dem schlechtesten Theil der Gemeinschaft entnommen sind – warum sich beugen vor einer Regierung, deren Triebfedern so oft auf der schnödesten Grundsatzlosigkeit beruhen? Wird der Rechtliche ewig nun theilnahmlos zusehen, während die Schlechten und Verderbten alle Minen springen lassen?«

Als ich diesem Erguß auch gegen meinen Onkel Luft machte, erwiederte er:

»Lieber Hugh, es ist immer so gewesen und wird, wie ich fürchte, auch stets so bleiben. Hier liegt der Fluch unseres Landes« – er deutete dabei auf einen mit Zeitungen bedeckten Tisch, das unerläßliche Möbel eines jeden nur einigermaßen besuchten amerikanischen Wirthshauses. »So lange die Leute glauben, was ihnen eine schlechte Presse vorschwatzt, wird es stets nur Bethörte oder Schurken unter ihnen geben.«

»Die Zeitungen haben übrigens doch auch ihr Gutes.«

»Dieß erhöht eben den Krebsschaden. Enthielten sie nichts als Lügen, so wurde man bald nichts mehr von ihnen wollen; aber wie wenige sind im Stande, das Falsche von dem Wahren zu sichten? Fassen wir zunächst die Antirentenfrage in's Auge – zeige mir die Zeitungen, welche in dieser Sache der Wahrheit das Wort reden? Hin und wieder wagt es zwar ein ehrlicher Mann aus der Journalistenzunft, von der Brust weg zu sprechen; aber wo einer dieß thut, tragen zehn andere Grundsätze zur Schau, an die sie selbst nicht glauben – und alles dieß nur, um sich Stimmen zu sichern: Stimmen, Stimmen und ewig Stimmen! In diesem einzigen Wort liegt der Schlüssel zu dem ganzen Unwesen.«

»Jefferson sagte, wenn man ihm die Wahl ließe zwischen einer Regierung ohne Zeitungen oder Zeitungen ohne Regierung, so würde er sich für das Letztere entscheiden.«

»Ja, aber Jefferson kannte die Zeitungen, wie wir sie jetzt haben, noch nicht. Ich bin alt genug, um aus eigener Wahrnehmung ermessen zu können, welcher Wechsel hierin stattgefunden hat. In seinen Tagen konnten drei oder vier erwiesene Lügen einen Zeitungsschreiber zu Grunde richten, aber in unserer Zeit verschluckt man sie zu tausenden. Laß Dir sagen, Hugh, unser Vaterland schleppt sich unter zwei Systemen fort, die einander so entgegengesetzt sind, als man sich nur etwas denken kann – unter dem Christenthum und unter den Zeitungen. Das erstere hämmert täglich auf den Menschen los, um ihm die Ueberzeugung beizubringen, daß er ein elendes, gebrechliches, taugenichtsiges Wesen sei, während letztere immer und ewig von der Vollkommenheit der Menschen und von den hohen Vorzügen der Volksherrschaft schreien.«

»Vielleicht sollte weder auf das eine, noch auf die andern ein allzu großes Gewicht gelegt werden.«

»Die Prediger des Evangeliums haben unter gewissen Beschränkungen, über die wir alle im Klaren sind, wohl recht; aber was die Zeitungen betrifft, so muß ich gestehen, daß für mich bessere Zeugnisse, als die ihrigen erforderlich sind, wenn ich ihnen Glauben schenken soll.«

Onkel Ro verstieg sich zuweilen und gerieth dadurch auf Abwege, obschon ich ehrlich gestehen muß, daß er oft vollkommen Recht hatte.


 

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