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Ravensnest oder die Rothhäute

James Fenimore Cooper: Ravensnest oder die Rothhäute - Kapitel 33
Quellenangabe
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typefiction
authorJames Fenimore Cooper
titleRavensnest oder die Rothhäute
publisherHoffmann'sche Verlags-Buchhandlung
seriesJ. F. Cooper's Amerikanische Romane
volumeSechsundzwanzigster Band
printrunZweite Auflage
year1853
translatorCarl Kolb
correctorJosef Muehlgassner
secondcorrectorHerbert Niephaus
senderwww.gaga.net
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Schlußbemerkung des Herausgebers.

Hier schließt das Manuscript von Mr. Hugh Roger Littlepage junior, da es dieser Gentleman wahrscheinlich nicht über sich gewinnen konnte, die Ereignisse zu schildern, welche sich in neuester Zeit zugetragen haben. Es liegt deßhalb uns ob, noch einige Worte beizufügen.

Jaaf ist vor zehn Tagen gestorben; er brummte bis auf den letzten Augenblick über die Rothhäute und sprach von seinen jungen Massers und Missusses, so lange er Athem hatte. Was seine eigenen Nachkommen betrifft, so hat man ihn während der letzten vierzig Jahre nie ihre Namen erwähnen hören.

Susquesus lebt noch immer, aber die »Inschens« sind insgesammt entschlafen. Die öffentliche Meinung hat endlich diesen Stamm aus dem Dasein gestrichen, und es steht zu hoffen, daß sie ihre Calico-Säcke gewissen Politikern vermacht haben, welche sie so sicher, als die Sonne auf- und untergeht, nützlich finden werden, um ihre Gesichter darin zu verhüllen, wann einmal die Scham und die Zerknirschung kommen, die nach einem Benehmen, wie das ihrige, unmöglich ausbleiben können.

Es wird hier am Ort sein, über den Ton, der in diesem Buche herrscht, eine Bemerkung beizusetzen. Die Sprache ist die eines Mannes, der schwere Kränkungen erfahren hat und mit dem Feuer der Jugend noch gesteigert durch das Gefühl erlittenen Unrechts, vorstehende Blätter niederschrieb. Als Herausgeber haben wir nicht weiter damit zu schaffen gehabt, als daß wir – wenn es auch nöthig war, die Dinge mit den rechten Namen zu bezeichnen – Sorge dafür trugen, eine Sprache zu vermeiden, welche dem öffentlichen Geschmack als allzu stark erscheinen könnte. Was die Moral und die politischen Grundsätze in der besprochenen Angelegenheit betrifft, so sind wir ganz auf Seite der Messrs. Littlepage, obschon wir es nicht für nöthig halten, alle ihre Phrasen anzunehmen – Phrasen, die zwar für Männer in ihren Stellungen natürlich sein mögen, aber doch vielleicht bei denen nicht am Ort sind, welche blos in der Eigenschaft von historischen Schriftstellern zu handeln wünschen.

Zum Schlusse: – Littlepage und Mary Warren wurden vor wenigen Tagen in der Saint-Andrews-Kirche getraut. Wir trafen den Gentleman erst gestern auf seiner Hochzeitsreise, und er theilte uns mit, nachdem er eine solche Gefährtin gewonnen habe, gedenke er seinen Wohnsitz nach einem andern Theil der Union zu verlegen; er habe hiezu Washington gewählt, ausdrücklich in der Absicht, eine günstige Lage zu finden, welche es ihm möglich mache, zu sehen, ob die Gesetze der Vereinigten Staaten dem Fingerhutsystem in der New-Yorker Gesetzgebung gegenüber noch Geltung hätten. Er ist willens, alle Fragen, die mit seinen Pachtverhältnissen in Verbindung gesetzt wurden, zur Sprache zu bringen: das Besteuern des Grundbesitzers für ein Eigenthum, aus dem vertragsmäßig der Pächter alle Steuern zu bezahlen hat – die Beschlagnahme wegen der Renten, wenn eine Beschlagnahme dem Wiedereintritt, welcher durch die Verträge stipulirt ist, vorausgehen muß – und alle anderen Pfiffe und Kunstgriffe, auf welche das Gehirn unserer rabulistischen Gesetzgeberlein verfallen mag, um ihn gegen alles Recht und Gesetz aus seinem Eigenthum zu verdrängen. Was uns selbst betrifft, so können wir nur sagen: Gott segne seine Bemühungen! denn wir sind aufs Tiefste überzeugt, daß die werthvolleren Theile der amerikanischen Institutionen nur erhalten werden können, wenn man den schnöden Geist der Habgier in den Staub tritt, der jede Spur von moralischem Gefühl und Rechtssinn, welche unter uns noch zu finden ist, zu vernichten droht.

Wie wir die Sache betrachten, sind Oregon, Mexiko und Europa mit vereinter Macht nicht im Stande, unserer Nation nur halb so viel zu schaden, als in diesem Augenblick von einem Feind in Aussicht steht, der schon jetzt im Besitz so vieler Bollwerke sich befindet und unablässig die Saat des Unheils auszustreuen bemüht ist, dabei stets die Freiheit im Munde führend, während er doch nur den Grund zur wildesten Tyrannei immer tiefer und tiefer legt.

Ich habe beizufügen vergessen, daß Mr. Littlepage beim Abschied die bedeutungsvolle Aeußerung gegen mich fallen ließ, wenn er in Washington seinen Zweck nicht erreichen sollte, stehe ihm immerhin in Florenz eine Zufluchtsstätte offen, wo er unter den übrigen Opfern der Unterdrückung leben und sich noch obendrein der Auszeichnung erfreuen könne, als ein Verbannter der republikanischen Tyrannei bewundert zu werden.

 

*

 

Ende

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