Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > James Fenimore Cooper >

Ravensnest oder die Rothhäute

James Fenimore Cooper: Ravensnest oder die Rothhäute - Kapitel 14
Quellenangabe
pfad/cooper/ravens/ravens.xml
typefiction
authorJames Fenimore Cooper
titleRavensnest oder die Rothhäute
publisherHoffmann'sche Verlags-Buchhandlung
seriesJ. F. Cooper's Amerikanische Romane
volumeSechsundzwanzigster Band
printrunZweite Auflage
year1853
translatorCarl Kolb
correctorJosef Muehlgassner
secondcorrectorHerbert Niephaus
senderwww.gaga.net
created20121017
projectid99d5e72e
Schließen

Navigation:

Zwölftes Kapitel.

»Fortan sollen in England sieben Halbpenny-
Laibchen für einen Penny verkauft werden. Die
dreireifige Kanne soll zehn Reife haben, und ich
will's zu einem Kapitalverbrechen machen, Dünnbier
zu trinken. Das ganze Reich soll gemeinschaftlich
sein, und mein Zelter soll in Cheapside
grasen.«

Jack Cade.

 

»Ich sehe nicht ein, Sir,« bemerkte ich, als wir nach dem letzten Anhalten weiter zogen, »warum die Gouverneure, die Gesetzgeber und die Journalisten, welche über den Antirentismus schreiben, so viel über Feudalismus, Hühner, Tagarbeiten und eiserne Pachtverträge schreien, während doch nichts dergleichen bei uns vorhanden ist, wohl aber die angebliche Folge davon, die Unzufriedenheit, sich allenthalben fühlbar macht.«

»Du wirst dieß schon besser begreifen lernen, wenn du erst mit den Menschen näher bekannt geworden bist. Keine Partei bringt ihre eigenen schwachen Seiten zur Sprache, 's ist allerdings so, wie du sagst; aber die Schritte der Pächter würden die Theorieen der Philanthropen Lügen strafen und müssen deßhalb in den Hintergrund gestellt werden. Man darf annehmen, daß sich die Unzufriedenheit noch nicht über die Hälfte oder über ein Viertel der pachtbaren Güter im Lande – ja vielleicht kaum über ein Zehntel erstreckt hat, wenn man die Zahl der Grundbesitzer, nicht aber die Ausdehnung ihrer Liegenschaften zum Maaßstab nimmt; aber sie wird nothwendig immer weiter greifen, wenn die Behörden noch lange mit den Rebellen unter einer Decke spielen.«

»Wenn das Einkommen der Grundherrn unter dem System der dauernden Rente besteuert werden soll, haben dann die gekränkten Partien nicht dasselbe Recht, gegen einen solchen Akt der Bedrückung zu den Waffen zu greifen, wie unsere Väter im Jahr 1776?«

»Sogar noch ein besseres, denn das unserer Ahnen war nur ein gebildetes und aus allgemeinen Grundsätzen abgeleitetes Recht, während sich's heutzutag um einen Versuch handelt, dem geschriebenen Recht auf die gemeinste Weise auszuweichen. Das Bübische dieses Versuchs ist eben so schuldhaft, wie seine bösliche Absicht. Jedermann weiß, daß eine derartige Taxe, so weit sie etwas Anderes sein soll, als ein Köder für die Wähler, blos den Zweck hat, die Grundbesitzer von dem Festhalten an ihren Verträgen abzuschrecken, und dieß ist ein Schritt, den sich kein Staat unmittelbar erlauben kann, ohne Gefahr zu laufen, daß seine Gesetzgebung durch die Gerichtshöfe der Vereinigten Staaten, wo nicht gar durch seine eigenen für inkonstitutionell erklärt werde.«

»Ihr denkt an den Court of Errors

»Der Court of Errors ist durch seine Mißbräuche verfehmt. Nicht einmal Catilina hat die Geduld Roms mehr erschöpft, als diese Zwitterversammlung die Geduld eines jeden verständigen Rechtsgelehrten im Staate mißbrauchte. Das Sprichwort: › fiat justitia, ruat coelum‹ wird jetzt so übersetzt: ›laßt Gerechtigkeit geschehen, mag auch der Gerichtshof darüber zu Grunde gehen.‹ Niemand wünscht seine Fortdauer, und die nächste Convention wird ihn zu den Capulets schicken, wenn sie auch sonst nichts Preiswürdiges zu Stande bringt. Er war eine klägliche Nachahmung des Oberhaus-Systems nur mit dem augenfälligen Unterschied, daß die englischen Lords Männer von Erziehung sind, die sehr viel bei der Sache auf dem Spiel stehen haben. Sie sind verständig genug und werden schon durch ihre eigenen Interessen darauf hingewiesen, die Erledigung von Appellationsfragen den Juristen ihrer Körperschaft zu überlassen, von denen stets eine achtbare Zahl vorhanden ist, diejenigen nicht mitgerechnet, welche im Besitz des Wollsacks und des Gerichtsstuhls sind. Bei uns dagegen besteht der Senat aus einem Haufen von kleinen Advokaten, Landärzten, Kaufleuten und Farmern, unter die sich nur hin und wieder ein Mann von wirklich freisinniger Bildung verliert. Steht der Court of Errors unter der Leitung eines scharfsinnigen, ehrenwerthen Richters, wie dieß die meisten unserer eigentlichen Richter gewöhnlich sind, so würde wohl kaum eine Jury zu Stande kommen können, die bei Ehrenkränkungen zum Beispiel eine achtbare Person durch ihres Gleichen richten ließe, und bei uns übt er das Amt eines Tribunals letzter Instanz, um Gesetzpunkte zu bereinigen!«

»Wie ich bemerke, hat er kürzlich erst in einer Injurienklage eine Entscheidung erlassen, über welche der ganze Advokatenstand spottet.«

»Gewiß; und betrachte nun eben diese Entscheidung – sie gibt dir einen Maaßstab für die Kenntnisse dieses Gerichtshofs. Ein Zeitungsschreiber bezeichnet der Welt einen Schriftsteller als einen Mann, dem es darum zu thun sei, eine kleine Summe zusammenzubringen, um sich in Wallstreet for shaving purposes niederzulassen. Die einzige wesentliche Frage, die sich hiebei erhebt, betrifft die eigentliche Bedeutung des Wortes shaving. Kommt ein Mann dadurch, daß er in Verbindung mit der Benützung von Geld ein shaver genannt wird, in Mißkredit, so reicht die Erklärung des Klägers zu: wo nicht, so ist sie unerheblich, weil das eigentlich Injurirende fehlt. Die Wörterbücher und die Menschen im Allgemeinen verstehen aber unter shaving Wucher und nichts Anderes. Bezeichnet man also einen Menschen als einen shaver, so hat man ihn als einen Wucherer prädicirt, ohne daß man in weitere Einzelnheiten einzugehen braucht. Nun werden aber in Wallstreet und unter den Geldmäcklern gewisse Manöver, welche man letzter Zeit unter die Categorie von shaving gebracht hat, weder von den dabei Betheiligten, noch von den Gerichtshöfen, für unehrenhaft gehalten, und shaving ist unter den Papierspekulanten ein technischer Ausdruck, welcher den Ankauf von Wechseln unter ihrem Nennwerth bedeutet. Dieß ist ein Geschäft, gegen welches die Gesetze nichts einzuwenden haben. In Hinblick auf diesen letztern Umstand hat der höchste Appellations-Gerichtshof in New-York, wie er selbst in seinen veröffentlichten Entscheidungsgründen zugesteht, das Urtheil abgegeben, daß es keine Beschimpfung sei, wenn man einen Menschen einen shaver nenne; er machte also einen conventionellen Ausdruck der Mäckler in Wallstreet zu einer höhern Autorität für den Gebrauch der englischen Sprache, als die Wörterbücher und alle Diejenigen, welche Englisch reden. Wenn nach demselben Grundsatze eine Bande von Taschendieben zu Five Points auf den Einfall käme, ihr Gewerb dadurch ein wenig zu mystificiren, daß sie in den Ausdruck ›mausen‹ die buchstäbliche Bedeutung von borgen eines Taschentuches einschlößen, so würde es keine Ehrenkränkung mehr sein, einen Bürger zu beschuldigen, daß er ›seines Nachbars Schnupftuch gemaust habe‹.«

»Aber die Schmähung wurde vor der ganzen Welt ausgestoßen, nicht vor den Mäcklern in Wallstreet allein, von denen sich allerdings erwarten läßt, daß sie ihre Kunstausdrücke verstehen.«

»Ganz richtig; sie stand in einer Zeitung, welche die Lüge nach Europa trug, und der Verfasser der Anschuldigung gab, als er darüber vernommen wurde, öffentlich zu, er habe keinen Grund, von besagtem Schriftsteller eine derartige Absicht zu vermuthen. Das Ganze sei eben ein ›Scherz‹ gewesen. Jede Zeile des Artikels zeigte aber die bösliche Absicht und die Entscheidung erscheint mir ganz in dem Lichte, wie wenn man einen Menschen, der einen andern einen »Dieb« nennt, auf die Entschuldigung hin frei sprechen wollte, er habe darunter einen ›Herzensdieb‹ verstanden, weil man hin und wieder diese zwei Worte miteinander in Verbindung zu bringen pflegt. Wenn nun Menschen von Beiwörtern Gebrauch machen, die in ihrer allgemeinen Bedeutung ehrenrührig sind, so liegt es ihnen ob, im Texte schon den Sinn, welchen sie im Auge haben, näher zu erläutern. Indeß möchte sich's sehr fragen, ob es sogar in Wallstreet einen achtbaren Geldmäckler gibt, der, wenn man ihn in einem Gerichtshof dazu aufforderte, nicht schwören würde, er halte die allgemeine Beschuldigung des shaving unter allen Umständen für eine Injurie.«

»Ihr glaubt also, Sir, die Grundbesitzer seien moralisch im Rechte, wenn sie gegen eine Besteurung ihrer Renten Widerstand leisten?«.

»Ohne alle Frage, denn es handelt sich dabei um eine Einkommensteuer, die im ganzen Lande nur sie betrifft. Ja, was noch mehr ist, ich bin vollkommen überzeugt, daß zweitausend Männer, die zusammenträten, um einer solchen Tyrannei Widerstand zu leisten, der ganzen verfügbaren Macht des Staates Trotz bieten könnten, denn ich glaube nicht, daß sich die Bürger unter die Waffen rufen ließen, um ein so schreiend ungerechtes Gesetz durchzuführen. Die Leute sehen zwar theilnahmlos zu und lassen das Unrecht geschehen, rühren aber sicherlich keine Hand, wenn man von ihnen verlangt, sie sollen selbst zu der Rechtsverletzung mitwirken. Doch wir nähern uns jetzt der Farm, und Tom mit seinen Taglöhnern harrt schon auf unsere Ankunft.«

Es ist unnöthig, ausführlich zu wiederholen, was bei Gelegenheit unsres zweiten Besuchs in dem Farmhause vorging. Miller nahm uns auf's freundlichste auf, und bot uns ein Bett an, wenn wir bei ihm übernachten wollten. Die Geschichte mit dem einen Bett hatte uns im Lauf unsrer Wanderungen mehr Noth gemacht, als Alles andere. Die bessern Gasthäuser New-Yorks sind zwar längst über das System der zwei- und dreischläfrigen Betten hinaus, und in keinem achtbaren Hotel wird einem Gentleman mehr zugemuthet, er solle, so fern nicht dringende Nothfälle eine Entschuldigung bieten, auch nur sein Zimmer, geschweige denn sein Bett mit einem andern theilen; aber dieß ist eine Regel, welche auf Hausirer und wandernde Musikanten keine Anwendung findet. Wir hatten Augenschein genommen und gefunden, daß man von uns erwartete, wir sollten nicht nur in demselben Bett, sondern auch in einer Stube schlafen, die mit andern Betten angefüllt war. Es gibt gewisse Dinge, die zur zweiten Natur werden, und keine Mummerei ist im Stande, sie zu bewältigen; hieher gehört unter andern die Abneigung gegen gemeinschaftliche Benützung eines Zimmers und einer Zahnbürste. Diese kleine Schwierigkeit belästigte uns jene Nacht, die wir in Tom Millers Haus zubrachten, mehr als Alles, was uns bisher zugestoßen war. In den Wirthshäusern erreichten wir durch Geschenke wohl unsern Zweck, aber in einem Farmhause ging dieß nicht so gut an. Endlich brachten wir's so weit, daß ich ein Unterkommen unter dem Dach fand, wo mir in der Behausung, die mein Eigenthum war, ein Strohlager bereitet wurde. Die achtbare Mrs. Miller wußte ihrer Entschuldigungen kein Ende zu finden, daß sie keine Federndecke besitze, in welche ich mich »wickeln« könne. Ich sagte der guten Frau nicht, daß ich weder Sommers noch Winters an Federbetten gewöhnt war, denn in diesem Falle würde sie mich in gleiche Reihe mit den armen Kreaturen aus dem »unterdrückten« Deutschland gesetzt haben, wo die Leute gar nicht wüßten, was leben heiße. In Betreff der Betten hätte sie auch nicht so ganz Unrecht gehabt, denn auf allen meinen Reisen traf ich nirgends so unbehagliche Schlafstätten, als in Deutschland – ein Mangel, von dem ich nur den Rhein und die großen Städte ausnehmen kann Da der »ehrenwerthe Gentleman aus Albany« die eigentliche Bedeutung des Ausdrucks »provinziell« nicht zu begreifen scheint, so will ich ihm bemerken, daß eines von den Merkmalen dieses Prädikats darin besteht, wenn man ein Bett in einem amerikanischen Landwirthshaus bewundert. Der Herausgeber..

Während man die Vorbereitungen zu unserem Unterkommen traf, bemerkte ich, daß Josh Brigham, wie der antirentisch gesinnte Taglöhner Millers hieß – für Alles, was geschah oder gesprochen wurde, Auge und Ohr offen hielt. Von allen Menschen auf Erden ist der Amerikaner dieser Klasse am mißtrauischsten, und er thut sich sogar etwas darauf zu Gute, daß sein Argwohn im Augenblick geweckt ist. Der Indianer auf dem Kriegspfad – die Schildwache, die eine Stunde vor Tagesanbruch in der Nähe des Feindes auf einem in Nebel gehüllten Posten steht – ein eifersüchtiger Gatte oder ein parteigängerischer Pfaffe – keiner von allen diesen ist auch nur um ein Haar erfinderischer in seinen Vorstellungen, Muthmaßungen oder Behauptungen, als ein Amerikaner von gemeinem Schlag, wenn er »mißtrauisch« geworden ist. Dieser Brigham nun war ein wahres beau ideal aus der Sippschaft des Argwohns – eben so neidisch und boshaft, als verschmitzt, lauernd und habgierig. Schon der Umstand, daß er in Verbindung mit den »Inschens« stand – wie sich später wirklich herausstellte – trug dazu bei, seinen natürlichen Hang durch das Bewußtsein der Schuld zu steigern und ihn doppelt gefährlich zu machen. Die ganze Zeit, die mein Onkel und ich darauf verwendeten, jedem von uns ein Stübchen, und wenn es auch die schlechteste Kammer wäre, zu erwirken, verwandte er kein Auge von uns, und seine mißtrauischen Blicke bekundeten, daß unsere Bewegungen jedenfalls seine Neugierde, wo nicht entschiedenen Argwohn, weckten. Nachdem alle Einleitungen getroffen waren, folgte er mir nach dem kleinen Hof vor dem Hause, von wo aus ich die mir so wohl bekannte Landschaft im Lichte der untergehenden Sonne betrachten wollte, und begann die Art seiner Muthmaßungen durch seine Sprache zu verrathen.

»Der alte Mann,« er meinte damit Onkel Ro – »muß viel goldene Uhren bei sich haben,« sagte er, »daß er so höllisch besonder wegen seines Betts ist. Denk' wohl, es muß in einigen Gegenden ein kitzliches Gewerb sein, solche Dinge zu verhausiren.«

»An manchen Orten ist's freilich gefährlich, obschon ich nicht glaube, daß man in diesem guten Land etwas zu besorgen hat,« erwiederte ich in gebrochenem Englisch.

»Warum hat sich's denn der alte Kerl so angelegen sein lassen, dieses Stübchen für sich zu gewinnen und Euch unter das Dach hinauszuschieben? Wir, die wir im Taglohn arbeiten, mögen mit dem Dach nichts zu schaffen haben, weil's dort im Sommer gar heiß ist.«

»In Dscharmany hat Jedermann ein eigenes Bett,« antwortete ich, da mir angelegentlich darum zu thun war, auf diesen Gegenstand nicht weiter einzugehen.

Dieß war allerdings ein wenig geprahlt, denn ich wäre der Wahrheit näher gekommen, wenn ich gesagt hätte: ›hat jedermann ein halbes Bett‹, obschon vielleicht die zweite Hälfte sich in einem andern Zimmer befindet.

»Oh, dieß ist's also? Na, ich kann mir denken, daß jedes Land seine besondern Weisen hat. Dscharmany muß ein desperat aristokratisches Land sein, schätz ich.«

»Ja, man findet noch viel von der alten Feudalgesetzgebung und von den Feudalbräuchen in Dscharmany.«

»Grundherrn die Menge, kann ich mir denken, wenn man die Sache beim Licht betrachtet. Pachtverträge so lange als mein Arm, rechne ich!«

»In Dscharmany glaubt man, je länger ein Pachtvertrag sei, desto besser sei der Pächter daran.«

Da dieß eine rein deutsche Ansicht war, welche nicht im Geringsten mit den Begriffen harmonirte, die von unsern Staatsmännern unter den Amerikanern verbreitet wurden, so suchte ich sie durch meinen Dialekt wo möglich noch deutscher zu machen.

»Das ist ein kurioser Einfall! Wir hier meinen, daß ein Pachtvertrag etwas Schlimmes sei; und je weniger man von einem Uebel hat, desto besser ist's.«

»Ich weiß nicht, was ich hiezu sagen soll, da ich die Sache nicht recht verstehe; aber was läßt sich wohl anfangen, um sie zu ändern?«

»Oh, die Gesetzgebung wird Alles zurecht bringen. Es ist die Rede davon, daß ein Gesetz erlassen werden soll, welches künftighin alle Pachtverträge verbietet.«

»Und wird sich das Volk dieß gefallen lassen? Jedermann sagt mir, Amerika sei ein freies Land; und kann man den Leuten verbieten, Ländereien zu pachten, wenn sie Lust dazu haben?«

»Ja, seht Ihr, wir wünschen nur den Grundbesitzern ihre gegenwärtigen Pachtverträge zu entleiden. Hat man's einmal so weit gebracht, so kann das Gesetz gelegentlich schon wieder weich geben.«

»Aber ist dieß recht? Das Gesetz sollte gerecht sein und nicht bald anziehen und bald wieder weich geben, wie Ihr's nennt.«

»Ich merke schon, Ihr versteht mich noch nicht. Nein, wir haben die netteste und rundeste Gesetzgebung von der Welt, und hier muß es gerade wieder wie bei dem Bankerottgesetz zugehen.«

»Und wie ist's denn damit zugegangen, wenn ich fragen darf? Ich kann mir nicht denken, was Ihr meint, da ich nichts von der Sache verstehe.«

»Wirklich nicht? Ei, es that Wunder für einige von uns, kann ich Euch sagen. Es zahlte unsere Schulden und half uns auf, als wir am Boden lagen. Glaubt mir, dieß ist wahrhaftig keine Kleinigkeit. Ich hab' selbst zu dem ›Benefiz‹ gegriffen, wie man's nannte.«

»Ihr? Wie kommt Ihr dazu, zu dem Benefitz eines Bankerottgesetzes zu greifen? Ihr, der Ihr als Dienstmann auf dieser Farm lebt?«

»Jawohl; warum nicht? Unter jenem Gesetz brauchte man weiter nichts, als ungefähr sechszig Schillinge, um durch die Mühle zu kommen, und wenn Einer so viel zusammenscharren konnte, hinderte ihn nichts, das Kerbholz so lang werden zu lassen, als er wollte. Ich hatt' mich in eine Spekulation eingelassen, und das macht oder ruinirt ein Geschäft, kann ich Euch sagen. Gut, ich stehe ungefähr um vierhundert dreiundzwanzig Schillinge, zweiundzwanzig Cents schlechter, als auf Nichts; aber da ich etwa neunzig Schillinge in der Hand habe, gehe ich durch die Mühle, ohne daß ein Zahn auch nur den kleinsten Fetzen erwischt! Ich denke, man macht ein gutes Geschäft, wenn man mit zwanzig Cents einen ganzen Dollar Schulden zahlen kann.«

»Und mit diesem guten Geschäft habt Ihr Euch abgegeben?«

»Ihr dürft mir dieß nachsagen; und nun hab' ich im Sinn, mir durch die Antirenterei wohlfeil zu einer Farm zu verhelfen – das heißt, was ich wohlfeil nenne. Nicht dreißig oder vierzig Schillinge für den Acre, kann ich Euch sagen!«

Ich begriff vollkommen, daß Mr. Joshua Brigham dergleichen öffentliche Gewaltmaßregeln für nichts anderes, als für pragmatische Sanctionen hielt, welche die Atmosphäre der Moral sowohl, als die des Rechts vor jeder, auch der mindesten Schwierigkeit, die in der Form veralteter Ansichten noch vorhanden war, zu säubern, damit er in dem einen Falle leicht seiner Schulden ledig, im andern aber plötzlich reich werden könne. Wahrscheinlich konnte man mir meine Betroffenheit ansehen, als ich so mit einem Male die Entdeckung machen mußte, daß ich Angesicht in Angesicht einem gemeinen Schurken gegenüber stand, der sich mit der wohlüberlegten Absicht trug, mich einer Farm zu berauben. Auch Joshua schien mein Benehmen aufzufallen, denn er lud mich ein, mit ihm einen kleinen Spaziergang die Straße hinunter zu machen, und benutzte sodann die Gelegenheit, die moralischen Bedenken, die mir etwa noch zu schaffen machten, durch eine weitere Erörterung des Gegenstandes zu beschwichtigen.

»Ja seht,« nahm Joshua wieder auf, »ich will Euch sagen, wie es steht. Die Littlepage's haben dieses Land lange genug gehabt, und es ist Zeit, auch den armen Leuten eine Aussicht zu geben. Der junge Schwenkfelder, welcher sich herausnimmt, alle die Farmen, welche Ihr nah und fern seht, für sein Eigenthum zu erklären, hat sein ganzes Leben nie etwas dafür gethan, und sein ganzer Vorzug besteht darin, daß er seines Vaters Sohn ist. Nun aber ist's meine Ansicht, der Mensch müsse auch etwas thun für sein Land und dürfe es nicht bloß der Natur zu verdanken haben. Dieß ist ein freies Land, und welcher Einzelne soll da mehr Recht haben, an Grund und Boden, als ein Anderer?«

»Oder an sein Hemd, an seinen Tabak, an seinen Rock, oder wie sonst sein Eigenthum heißen möge?«

»Nein, so weit will ich gerade nicht gehen. Jeder hat ein Recht an seine Kleider – meinetwegen auch an ein Roß oder an eine Kuh, aber so weit gehen seine Gerechtsame nicht, daß er alles Land in der Schöpfung ansprechen kann. Eine Kuh muß man Einem lassen, und diese kann Einem nicht einmal durch den Auspfänder genommen werden.«

»Und gibt das Gesetz nicht auch ein Recht an den Landbesitz? Ihr werdet Euch schwerlich auf dieses berufen dürfen, wenn Ihr ausreichen wollt.«

»Wir haben's gern, wenn wir das Gesetz so viel wie möglich auf unsre Seite kriegen können. Die Amerikaner sind Freunde der Gesetzmäßigkeit, und Ihr könnt's in allen Büchern lesen, – in unsern Büchern, meine ich, die in Amerika gedruckt sind, – daß die Amerikaner das gesetzlichste Volk auf Erden seien, und daß sie für's Gesetz mehr thun, als man von irgend einem andern Volk weiß.«

»Der Tausend, dieß ist's nicht, was man den Amerikanern in Europa nachsagt. Nein, nein, man hat eine andere Ansicht von ihnen.«

»Und glaubt Ihr etwa nicht, daß es so sei? Haltet Ihr nicht Amerika für das größte und auch für das gesetzlichste Land auf der Erde?«

»Ich weiß da wahrhaftig nichts zu sagen. Das Land ist eben Land, und Ihr werdet einsehen, daß es nichts weiter sein kann, als was es ist.«

»Nun ja, denk' wohl, Ihr werdet schon noch meiner Denkweise werden, wenn wir einander besser verstehen.« Nichts ist leichter, als einen Amerikaner durch die Gutachten, die sie von den Fremden verlangen, irre zu führen; denn in dieser Beziehung sind sie das verblendetste Volk auf Erden, obschon sie in anderer Beziehung sicherlich unter die verschmitztesten gehören. »So geht's immer beim Anfang von neuen Bekanntschaften; man versteht einander nicht immer recht, und dann kommt Ihr auch nicht sonderlich mit der Sprache fort. Doch jetzt wollen wir auf die Hauptsache übergehen, Freund – aber Ihr müßt mir zuerst schwören, daß Ihr mich nicht verrathen wollt.«

»Ja, ja, ich begreife; ich soll schwören, daß ich Euch nicht verrathen wolle. Dieß ist gut.«

»Nun so hebt Eure Hand auf. Halt; von welcher Religion seid Ihr?«

»Natürlich ein Christ. Ich möcht kein Jude sein – nein, nein: aber ich bin ein sehr schlimmer Christ.«

»Was dieß betrifft, sind wir Alle schlimm genug, und ich lege keinen sonderlichen Werth darauf. Ein bischen vom Teufel in einem Menschen ist gerade recht, um uns in dieser unserer Geschichte fortzuhelfen. Aber Ihr müßt ein wenig mehr sein, als ein Christ, denk' ich, denn in unserem Lande nennen wir dieß noch keine Religion. Was habt Ihr noch für einen Beihilfsglauben?«

»Beihilfsglauben? Nein, dieß verstehe ich wahrhaftig nicht. Was ist der Beihilfsglaube? Kommt er von Melanchthon und Luther – oder kommt er vom Pabst her? Erklärt mir zuerst die Bedeutung dieses Wortes.«

»Nun ja, welche Religion patronisirt Ihr? Patronisirt Ihr die stehende Ordnung oder die knieende Ordnung – oder vielleicht keine von beiden? Einige Leute sind sogar der Ansicht, es sei am besten, wenn man beim Gebet niederliege, da hie durch die Gedanken am wenigsten zerstreut werden.«

»Auch dieß kann ich nicht recht begreifen. Doch lassen wir die Religion und kommen wir zu der Hauptsache, von der Ihr gesprochen habt.«

»Gut also, zur Hauptsache. Ihr seid ein Deutscher und könnt die Aristokraten nicht leiden; deßhalb will ich Vertrauen in Euch setzen. Dieß aber sage ich Euch, wenn Ihr mich verrathet, so habt Ihr in diesem oder in irgend einem andern Lande am längsten Musik gemacht! Ist's Euch etwa darum zu thun, ein Inschen zu werden, so trefft Ihr morgen auf eine so gute Gelegenheit, wie sie nur je irgend Einem in den Weg kömmt.

»Ein Inschen? Welchen Vortheil hätte ich davon, wenn ich ein Inschen werden wollte? Ich habe geglaubt, es sei in Amerika besser, ein weißer Mann zu sein.«

»Oh, ich rede nur von einem Antirenten-Inschen. Wir haben die Sachen jetzt so nett eingerichtet, daß man ohne allen Anstrich ein Inschen sein kann; man braucht sich nicht mehr zu waschen und zu fegen, sondern kann jeden Augenblick in zwei Minuten sich wieder in die vorige Person umwandeln. Der Lohn ist gut und Arbeit leicht; dann kommen auch recht hübsche Gelegenheiten in den Kramläden und auf den Farmen herum. Unser Gesetz lautet, ein Inschen müsse haben, was er braucht, und da hilft keine Widerrede; auch tragen wir Sorge dafür, daß das Bedürfniß groß genug ist. Wenn Ihr dem Meeting anwohnen wollt, so will ich Euch sagen, wie Ihr mich erkennen könnt.«

»Ja, ja, – dieß ist gut; ich werde mich zuverlässig bei dem Meeting einfinden. Wo wird es abgehalten?«

»Im Dorf drunten. Diesen Nachmittag kam das Aufgebot, und wir werden um zehn Uhr allesammt auf dem Platz sein.«

»Wird's wohl zu einem Gefecht kommen, daß Ihr Euch so pünktlich und mit so viel Eifer einzustellen gedenkt?«

»Gefecht? O Himmel, nein. Ich möchte doch wissen, gegen wen's zu einem Gefecht kommen sollte? Wir miteinander sind ein hübsches Häuflein gegen die Littlepage's, und von diesen ist Niemand auf dem Gut, als zwei oder drei Weibsbilder. Ich will Euch sagen, wie die Sache abgemacht ist. Das Meeting ist zusammenberufen zu einem Befreiungs- und Freiheitsunterstützungsplan. Denk' wohl, Ihr wißt, daß wir in diesem Lande alle Arten von Meetings haben?«

»Nein. Ich kann mir zwar denken, daß es Meetings für Politik gibt, bei welchen sich das Volk versammelt; von andern aber weiß ich nichts.«

»Ist's möglich? Wie, Ihr habt keine ›Entrüstungsmeetings‹ in Tscharmany? Wir halten sehr viel auf unsere Entrüstungsmeetings, und beide Seiten haben sie im Ueberfluß, wenns einmal warm herzugehen anfängt. Unser morgiges Meeting gilt der Befreiung und den Freiheitsgrundsätzen im Allgemeinen. Vielleicht erlassen wir einige Entrüstungsresolutionen über die Aristokraten, denn in unserm Landstrich mag Niemand diese Kreaturen leiden, kann ich Euch sagen.«

Da dieses Manuscript in Hände gerathen könnte, welche die wahren Verhältnisse der New-Yorker-Gesellschaft nicht kennen, so wird hier wohl die Erklärung am Ort sein, daß in der Sprache des Landes unter dem Ausdruck »Aristokrat« nichts Anderes verstanden ist, als ein Mann von Bildung und Geschmack, der gebildeten Umgang liebt. Unter der Aristokratie des Staates gibt es ebensogut, wie unter andern Menschen, Abstufungen. Wer z. B. in einem Weiler als Aristokrat gilt, kann in einem Dorf als sehr demokratisch erscheinen, und der Dorfaristokrat findet vielleicht in einer Stadt durchaus keine Anerkennung, obschon in den Städten in der Regel – ja sogar, wenn die Bevölkerung nur im mindesten den Charakter einer Stadt trägt – immer dergleichen Unterscheidungen aufhören, weil die Leute ruhig in dem Geleise einer civilisirten Gesellschaft fortgehen und nur wenig an dergleichen Dinge denken oder davon sprechen. Um also die schreienden Uebelstände der amerikanischen Aristokratie zu sehen, muß man in's Land hineingehen, und da trifft man nun freilich allerlei. Findet sich etwa ein Mann, dessen Eigenthum um fünfundzwanzig Procent höher besteuert ist als das seiner Nachbarn – der das Recht so klar auf seiner Seite haben muß wie eine wolkenlose Sonne, wenn er ein Verdikt für sich gewinnen will – der für alles, was er kauft, fünfzig Procent mehr zahlen muß, und für seine verkäuflichen Waaren fünfzig Procent weniger erhält, als ein Anderer – der mitten in einem scheinbaren Frieden von erbitterten Feinden umgeben ist – dem man jedes Wort im Munde verdreht, mit Zugaben bereichert und mit Lügen ausstattet, – den man allenthalben verläumdet, weil er später zu Mittag ißt, als »das übrige Volk« – der nicht gebückt, sondern grade einhergeht – der sich herausnimmt, zu bezweifeln, ob Amerika im Allgemeinen und seine eigene Stadtmarkung im Besondern der Brennpunkt der Civilisation sei – der ein Bedenken trägt, jede schlagende Probe von Unwissenheit, schlechten Geschmack und noch schlechterer Moral, die seine Nachbarn in der Form einer Petition, Vorstellung oder Resolution aufzusetzen für gut halten, mit zu unterschreiben – findet sich solch' ein Mann, so ist er zuverlässig ein entsetzlicher Aristokrat – ein Mensch, der um seiner vielen Vergehungen und um der Art willen, wie er über seine Nebenmenschen den Herrn spielen möchte, verbannt zu werden verdient. Ich bitte den Leser um Verzeihung, daß ich Joshuas Rede so plötzlich abgebrochen habe; aber es bestehen in verschiedenen Theilen der Welt so mancherlei Vorstellungen über den Ausdruck Aristokrat, daß ich wohl die Erläuterungen hierorts einschalten mußte, um allenfallsigen Mißverständnissen zu begegnen. Da fällt mir eben ein – ich habe ein Merkzeichen dieser Zunft vergessen, welches vielleicht wesentlicher ist, als alle übrigen und daher nicht übergangen werden darf. Gibt es zufälligerweise einen Mann, der ein zurückgezogenes Leben mehr liebt, als das öffentliche, und sich nicht um »Popularität« kümmert, so ist dieser gleichfalls der unverzeihlichen Sünde des Aristokratismus schuldig. Das »Volk« wird ihm lieber alles Andere vergeben, als dieses, obschon man auch Leute genug findet, welche es für das untrüglichste Wahrzeichen eines Aristokraten halten, wenn Einer nicht Tabak kaut. Wenn ich übrigens jetzt nicht wieder auf Joshua zurückkomme, so wird sich wohl der Leser beschweren, daß ich ihn so lange aufhalte.

»Nein, nein,« fuhr Mr. Brigham fort, »man bleibe mir nur mit den Aristokraten vom Halse, denn ich hasse schon den Namen dieses Schlangengezüchts, und wünschte nur, daß auch nicht ein Stück davon im Lande wäre. Wir werden morgen einen berühmten Antirentenvorleser aus ...«

»Was habt Ihr da für einen Mann genannt?«

»Einen Vorleser – Ihr begreift wohl, einen Mann, der über Antirenterei, Mäßigkeit, Aristokratie, Regierung oder was immer für eine andere Beschwerde, die zufällig gerade an der Tagesordnung ist, Vorträge hält. Habt Ihr in Tscharmany keine Vorleser?«

»Ja, – ja, namentlich werden auf den Universitäten viele Vorlesungen gehalten.«

»So? Nun, wir haben sie hier universell und besonder, wie wir sie eben brauchen. Wie ich mir sagen lasse, kriegen wir morgen Einen, den gewitztesten Kerl, der je in der Sache aufgetreten ist. Er treibt's stark und die Inschens gedenken, ihm mit Geschrei und Lärm aller Art den Rücken zu decken. Euer Leierkasten da ist nur ärmliches Stümperwerk gegen die Musik, welche unser Stamm machen kann, wenn wir einmal unsere Kehlen anstrengen.«

»Dieß ist wahrhaftig kurios. Ich habe mir sagen lassen, die Amerikaner seien lauter Philosophen, und was sie thäten, geschehe in überlegter nüchterner Weise. Da muß ich nun aus Eurem Munde hören, ihre Beweisführungen bedürften des Geschreis, wie bei den Indianern.«

»Ganz richtig! Ich wollte nur, Ihr wäret zur Zeit des schweren Mosts und der Blockhütten hier gewesen; da hättet Ihr ein Stückchen von Vernunft und Philosophie sehen können, wie Ihr's nennt! Ich war jenen Sommer ein Whig, wurde aber in letzter Zeit ein Demokrat. Es gibt unserer ungefähr fünfhundert in dieser County, und diese machen die meisten Dinge aus, kann ich Euch sagen. Was nützt Einen ein Votum, wenn man nichts damit gewinnen kann? Aber morgen werdet Ihr sehen, wie in diesem Welttheil auf die schönste Manier Geschäfte abgethan und Sachen in's Reine gebracht werden. Wir wissen recht wohl, auf was wir's abgesehen haben, und sind entschlossen, bis an's Ziel durchzudringen.«

»Und auf was habt Ihr's denn abgesehen?«

»Nun ja, da Ihr vom rechten Schlag zu sein scheint und vielleicht selber auch das Inschenhemd anzieht, so will ich Euch Alles sagen. Wir möchten die guten alten Farmen unter günstigen Bedingungen erwerben. Auf dieß muß es hinauslaufen. Dem Volk wird's ernst, und was das Volk will, muß es haben. Dießmal ist's ihnen um Farmen zu thun, und sie werden nicht ruhen, bis die Sache durchgesetzt ist. Wozu nützte auch eine Volksregierung, wenn das Volk der Farmen entbehren müßte? Wir haben mit den Rensselaers, mit den eisernen Pachten, mit den Bürgschaftsverkäufen und den Zinshühnern angefangen; aber damit soll's noch lange kein Ende haben. Was wäre auch damit gewonnen? Man will auch etwas davon haben, wenn man sich auf dergleichen Dinge einläßt. Wir wissen, wer unsere Freunde und wer unsere Feinde sind. Könnten wir nun einige Männer von meiner Bekanntschaft auf die Gouverneursposten bringen, so würde schon im nächsten Winter Alles klar ablaufen. Den Grundbesitzern tüchtig Steuern aufgelegt und ihnen so oder so Prozesse an den Hals gehängt – dieß würde sie so zahm machen, daß sie gewiß gerne die letzte Ruthe ihrer Ländereien verkauften – und noch obendrein wohlfeil, sag' ich Euch!«

»Und wem gehören denn die Farmen, die ich landauf und landab sehe?«

»Wie das Gesetz jetzt steht, so eignet sie der junge Littlepage: aber es wird schon anders kommen, sobald wir an der Gesetzgebung genug gefegt haben. Können wir's nur so weit treiben, daß die Legislatur auf dem Hauptpunkt beharrt, so werden wir Alles kriegen, was wir wollen. Wer soll's wohl glauben? – wie ich höre, will der Mensch nicht eine einzige Farm verkaufen, sondern möchte sie gern sammt und sonders für sich behalten! Kann man sich dieß in einem freien Land gefallen lassen? Denk wohl, sogar in Eurem Tscharmany würde es hart genug hergehen, und ich verachte einen Kerl, den sein aristokratischer Hochmuth so weit treibt, daß er nichts verkaufen mag.«

»Ich weiß nicht, aber in Tscharmany hält man sich an die Gesetze, und das Eigenthum wird in den meisten Ländern geachtet. Hoffentlich möchtet Ihr doch nicht das Recht des Eigenthumes zerstören, selbst wenn Ihr könntet?«

»Nein, das nicht. Wenn Einer eine Uhr, ein Roß, oder eine Kuh eignet, so bin ich dafür, daß das Gesetz den armen Mann in diesem seinem Eigenthum schütze, sogar gegen den Auspfänder. Wir haben für dergleichen Punkte gar gute Gesetze in dem alten York, kann ich Euch sagen. Ein armer Mann, mag er auch noch so verschuldet sein, kann sich heutzutage noch an eine Masse von Kniffen halten und dabei alle Gerichtshöfe in's Gesicht hinein auslachen. Ich habe Bursche gekannt, die für zweihundert Dollars schuldig waren, und sie behielten gute dreihundert Dollars für sich, obschon die meisten ihrer Schulden von denselben Gegenständen herrührten, die man ihnen nicht mehr abnehmen durfte!«

Welch' ein Gemälde ist dieß! Und doch – ist es nicht nach dem Leben gezeichnet? Ein Zustand der Gesellschaft, in welchem man einerseits zu Nutz und Frommen des Haushalts eine Schuld für eine Kuh contrahiren, und den Gläubiger, wenn er Bezahlung sucht, auslachen kann, andererseits die Gesetzgeber und Verwaltungbeamten sich zu Werkzeugen einer Bande hergeben, die, allen schriftlichen Verträgen zum Trotz, eine Klasse von Mitbürgern ihrer Eigenthumsrechte berauben will! Dieß heißt wahrhaftig die Mücken seigen und das Kameel verschlucken – und hiefür kein anderer Grund, als das Haschen nach Stimmen! Kann da wohl wirklich Jemand im Ernst erwarten, daß eine Gemeinschaft unter dem Schutz einer weisen gerechten Vorsehung lange zu bestehen vermöge, wenn derartige Dinge nicht nur kaltblütig versucht, sondern auch ausgeführt werden? Es ist Zeit, daß die Amerikaner anfangen den Stand ihrer Verhältnisse zu sehen, wie er in der Wirklichkeit ist, nicht wie er sich in den Reden der Gouverneure, in den Ergüssen des vierten Juli und in den Wahladressen ausnimmt. Ich weiß, daß ich mit Wärme schreibe; aber ich fühle auch warm und schreibe wie ein Mann, welcher fühlt, daß dem schändlichen Versuch, ihn zu berauben, von den Machthabern sogar Vorschub geleistet wird, während es doch, der viel gerühmten Moral und Einsicht des Landes zufolge, ihre heilige Pflicht wäre, einem derartigen Unwesen mit der ganzen Gewalt ihres Ansehens entgegenzutreten. Ein Fluch – ein schwerer Fluch muß in ehester Zeit alle Diejenigen treffen, welche bei einer solchen Krisis die ernsten Obliegenheiten ihres Amtes verabsäumen. Ja, selbst Diejenigen, welche unter solchen Umständen ihre Zwecke erreichen – wenn es anders so weit kömmt – werden zuletzt Verwünschungen häufen auf die Werkzeuge, die ihnen zu ihrem Siege halfen Daß Mr. Hugh Littlepage seine Gefühle über den Stand der Verhältnisse, der nun so lange, lange Jahre unter uns stattfindet, nicht zu scharf ausspricht, wird folgender Fall zeigen, der nur ein einziger ist unter vielen, welche sich zu Belegung der traurigen Wahrheit aufbieten ließen. Um die Zeit, als die Pächter eines Mannes, der ausgedehnte Liegenschaften besaß und zehntausende an Renten zu fordern hatte, in offenem Widerstand gegen das Gesetz begriffen waren, und jeden Auspfändungsversuch zu vereiteln wußten, obschon zwei gewöhnliche Kompagnien bewaffneter Constabeln dem ganzen Unwesen hätten ein Ende machen können, trat der Sherif in das Haus desselben Grundbesitzers und nahm ihm wegen einer Schuld seine Möbel weg. Hätte dieser Gentleman den gerechten und unumstößlichen Grundsatz geltend gemacht, daß er einer Macht, die ihn nicht schütze, zu keinem Gehorsam verpflichtet sei – ich sage, hätte er auf diese Grundlage hin dem Sherif Widerstand geleistet, so wäre sein nächster Weg nach dem Gefängniß des Staats gegangen, wo er hätte bleiben müssen, bis die letzte Stunde seiner Strafzeit abgelaufen gewesen wäre. D. H..

»Er hält ausgezeichnete Vorträge über Futtalverhältnisse.« (Joshua nahm es mit jener Sprache nicht sonderlich genau, obschon er im Wesentlichen so gut wußte, was er sprach, wie Manche, die hohe Stellen einnehmen)» Zinshühner und Frohntage. Wir erwarten sehr viel von diesem Mann, der für seinen Besuch gut bezahlt wird.«

»Und wer zahlt ihn wohl? – Der Staat?«

»Nein, – so weit haben wir's bis jetzt noch nicht gebracht, obschon Einige glauben, im Lauf der Zeit werden derartige Leistungen dem Staat zufallen. Vorderhand werden die Pächter nach Maaßgabe ihrer Rente um so und so viel für den Dollar oder so und so viel für den Acker besteuert, und in dieser Weise bringt man das erforderliche Geld zusammen. Allerdings meinte einer unserer Vorleser vor einiger Zeit, das Geld sei gut angelegt, und Jeder sollte über seine Zahlungen ein Buch führen, denn die Zeit sei nicht fern, wann er es mit doppelten Interessen zurückerhalten werde. ›Jetzt zahlt Ihr für eine Reform,‹ sagte er, ›und ist sie errungen, so wird sich ohne Zweifel der Staat gegen uns Alle so tief verpflichtet fühlen, daß er die vormaligen Grundherrn fort und fort besteuert, bis wir all' unser Geld und noch mehr dazu wieder zurückhaben.‹«

»Das wäre eine recht artige Speculation. Ja, so müßte sich's recht schön ausnehmen.«

»Freilich; die Operation ist nicht schlecht, und man zehrte dabei vom Feind, wie man sagen könnte. Und so ist's auch recht, denn unser Volk ist nicht so einfältig, vom eigenen Fett zehren zu wollen, kann ich Euch sagen. Hätten sie dieß im Sinn, so brauchten sie keine Gesellschaften. Nein, wir haben einen Zweck, und wenn man einen Zweck hat, so ist man gemeiniglich scharf dahinter her. Natürlich lassen wir nicht Alles, was wir möchten und meinen, in die Oeffentlichkeit kommen, und Ihr werdet Leute unter uns finden, die standhaft in Abrede ziehen, daß die Antirenters etwas mit dem Inschensystem zu schaffen haben. Doch Niemand muß glauben, daß der Mond ganz von Käse sei, wenn er nicht Lust dazu hat. Einige unter uns verlangen, Niemand solle mehr als tausend Acres Land besitzen, während Andere der Ansicht sind, die Natur habe hier selbst das Gesetz gegeben, und Niemand solle mehr eignen dürfen, als er brauche.«

»Und welcher Seite wendet Ihr Euch zu? Habt Ihr Euch für eine von diesen Ansichten entschieden?«

»Nicht gerade – ich nehm's nicht so genau damit, wenn ich nur eine gute Farm kriege. Am liebsten wäre mir ein Gütchen mit bequemen Hauseinrichtungen und in einem Stande, daß man auch etwas darauf erzielen kann. Für diese zwei Grundsätze wollte ich, glaube ich, einstehen; ob's aber vierhundert Acres oder vierhundert fünfzig, meinetwegen auch fünfhundert sein sollen, – in diesem Stücke will ich mich nicht unrecht finden lassen. Ich denke, alle derartige Schererei wird ein Ende haben, wenn's einmal zur Theilung kömmt; mit der Theilung selbst aber mag ich mich nicht befassen. Denk' wohl, die Stadtbeamtung und was sonst noch beitragen mag, läßt die Reihe auch an mich kommen, und hilft mir zu meinem Recht. Ich bin dann fast mit jeder Farm zufrieden, die der junge Littlepage hat, obschon mir eine im Hauptthal da lieber wäre, als eine abgelegenere. Doch, wie gesagt, ich bin in diesem Stücke nicht gerade eigen.«

»Und wenn man Euch die Wahl läßt, was glaubt Ihr denn Mr. Littlepage für die Farm bezahlen zu müssen?«

»Dieß hängt von den Umständen ab. Die Inschens insgesammt hoffen wohlfeil wegzukommen. Einige Leute meinen, es sei am besten etwas zu bezahlen, da man, wenn's einmal so weit kommt, das Gesetz eher für sich gewinnen kann, während Andere nicht einsehen können, zu was das Zahlen eigentlich dienen soll. Diejenigen, welche sich mit Geld abfinden wollen, rechnen meist auf Erlegung des Kapitals für die ersten Renten.«

»Ich kann mir nicht denken, was Ihr unter Erlegung des Kapitals für die ersten Renten versteht.«

»'s ist einfach genug, wenn Ihr nur erst die Sachlage kennt. Diese Ländereien wurden, als man sie dem Urwalde entreißen mußte, zu sehr niedrigem Preis erlassen, damit nur die Leute kamen, um sich hier anzusiedeln. Dieß ist so die Art, wie man's in Amerika machen muß, sonst kommen die Leute nicht. Viele Pächter haben sechs, acht oder zehn Jahre gar keine Rente bezahlt; dann aber entrichteten sie für die Dauer von drei Leben, wie man's nennt, nur sechs Pence für den Acre oder sechs und einen Vierteldollar für hundert Acres. Ihr seht, dieß geschah blos deßhalb, um die Leute zum Herkommen zu reizen, und aus dem Preise, der bezahlt wurde, könnt Ihr entnehmen, welche harte Zeit die Leute gehabt haben müssen. Nun sind Einige von unserem Volk der Meinung, die ganze Zeit müsse gezählt werden – die rentenfreie eben so gut wie die, in der bezahlt wurde – in welcher Weise? dieß will ich Euch erklären; denn Ihr müßt wissen, daß ich mich nicht in diese Sache eingelassen habe, ohne vorher genau nach dem Rechten und Unrechten zu sehen.«

»So erklärt es denn. Ich bin auf Eure Erklärung begierig und Ihr dürft mir sie nicht vorenthalten.«

»Ei, Ihr habt's ja gewaltig eilig, Freund Griesenbach, oder wie Ihr heißen mögt. Aber die Erklärung sollt Ihr haben, wenn Ihr es wünscht. Nehmen wir nun einen Pachtvertrag an, der nach dreißig Jahren abgelaufen ist – in zehn wurde nichts bezahlt, und in zwanzig betrug die jährliche Rente sechs Pence. Gut; hundert sechs Pence machen sechs Schillinge, und zwanzigmal fünfzig macht tausend. Dieß ist die ganze Rente, welche in dreißig Jahren bezahlt wurde. Theilt man nun tausend durch dreißig, so bleiben dreiunddreißig Schillinge und ein Bruchtheil« – Joshua rechnete gleich den Amerikanern seiner Klasse schnell und richtig – »als Durchschnittsrente von dreißig Jahren. Nehmen wir die dreiunddreißig Schillinge zu vier Dollars an, denn der Unterschied ist verdammt klein, so haben wir die Interessen, welche zu sieben Prozent aus einem Kapital von mehr als fünfzig und weniger als sechszig Dollars fließen. Da man in solchen Dingen nach freisinnigen Grundlagen handeln muß, so sagt man, Littlepage solle die fünfzig Dollars nehmen und eine Verkaufsurkunde über die hundert Acres ausstellen.«

»Und wie hoch mag sich nunmehr die Rente von hundert Acres belaufen? Ich denke, er könnte heutzutage wohl mehr als sechs Pence erzielen.«

»Ja wohl. Die meisten von all' den Farmen laufen mit dem zweiten und einige mit dem dritten Vertrag ab. Vier Schillinge für den Acre geben, wie die Umstände sich verhalten, ungefähr die Durchschnittsrente.«

»Ihr glaubt also, der Grundherr solle die Rente eines einzigen Jahrs als Kaufpreis für die ganze Farm annehmen?«

»Ich betrachte die Sache nicht in diesem Licht. Er erhält fünfzig Dollars für hundert Acres. Ihr vergeßt, daß die Pächter ihre Farmen mit lauter Renten oft und oft schon bezahlt haben. Jetzt spüren sie, daß es einmal genug ist, und daß man hohe Zeit hat, mit dem Zahlen Einhalt zu thun.«

So außerordentlich dieses Raisonnement auch den meisten Personen erscheinen mag, habe ich doch seitdem gefunden, daß die Ansicht unter den Antirenters sehr beliebt ist. »Sollen wir so fortmachen und in alle Ewigkeit Renten zahlen?« fragen sie mit logischer und tugendhafter Entrüstung.

»Und was mag in diesem Landestheile der Durchschnittswerth einer Farm sein, die hundert Acres zählt?« fragte ich.

»Von zweitausend fünfhundert, bis dreitausend Dollars. Er könnte noch höher stehen, aber die Pächter mögen keine guten Gebäude auf die Farmen setzen, weil der Grund und Boden doch nicht ihr Eigenthum ist. Ich hörte einmal einen unserer Haupthähne sich beklagen, daß er nicht vorausgesehen habe, was für günstige Zeiten kommen würden, sonst hätte er, statt sein altes Haus auszubessern, ein neues gebaut. Doch man kann nicht Alles vorherwissen, und wahrscheinlich sind auch jetzt noch Viele dieser Ansicht.«

»Ihr meint also, Herr Littlepage sollte für ein Grundstück, das zweitausend fünfhundert Dollars werth ist, fünfzig Dollars nehmen? Dieß scheint mir sehr wenig zu sein.«

»Ihr vergeßt die bezahlte Rente und die Arbeit, welche der Pächter auf der Farm geleistet hat. Zu was könnte man sie auch brauchen, ohne den Fleiß, der auf sie verwendet wurde?«

»Ja, ja – ich verstehe. Und zu was würde die Arbeit gut sein ohne das Land, auf welchem sie verrichtet wurde?«

Dieß war eine etwas unvorsichtige Frage einem so mißtrauischen und verschmitzten Mann gegenüber, wie Joshua Brigham war. Der Kerl warf mir einen lauernden, argwöhnischen Blick zu; aber eh' er noch Zeit zu einer Antwort fand, rief ihm Miller, vor dem er gewaltigen Respekt hatte, zu und forderte ihn auf, nach den Kühen zu sehen.

Ich hatte also Gelegenheit gehabt, in Betreff eines so interessanten Gegenstandes, als mein Recht an meine eigene Habe war, die Ansichten eines Miethlings zu hören, der mit meinem Gelde bezahlt wurde. Ich habe seitdem die Ueberzeugung gewonnen, daß dergleichen Grundsätze in den »angesteckten Distrikten« eifrig in Umlauf gesetzt worden sind und bei dem »Mark« des Landes großentheils in dem Geruche sehr vernünftiger Doktrinen stehen, obschon die Regierung in ihren Verhandlungen sie ganz außer Acht läßt, und die ganze Sache eben behandelt, als seien die Pächter nichts als Märtyrer harter Pachtverhältnisse, die Grundherren aber ihre Zuchtmeister, die gegen ihre Untergebenen bald mit größerer, bald mit geringerer Milde verfahren. Natürlich wechselt das Raisonnement einigermaßen, je nachdem dieß durch Umstände oder Thatsachen beendigt wird. Aber ein großer, ein sehr großer Theil der Pächter ist ganz und gar von Joshua Brighams Geiste durchdrungen, und demgemäß, was ich bereits gesehen und gehört habe, kann es keinem Zweifel unterliegen, daß es quasi Gesetzgeber unter uns gibt, welche, statt über einen solchen Gegenstand einer männlichen, einzig heilbringenden Doktrin das Wort zu reden und die verblendeten Leute besser zu belehren, gerade den Umstand, daß dergleichen Ansichten bestehen, für einen Grund angeben, es sei durchaus nöthig, Zugeständnisse zu ertheilen, um den Frieden auf die wohlfeilste Weise zu sichern. Dieser wohlweise Grundsatz einer Gesetzgebung, welche sich zu Aufrechthaltung der Ruhe des Rechtes begibt, ist bewundernswürdig geeignet, Verbrecher zu erzeugen, und wenn er zum besten Aller, die zufälligerweise ein Gelüst haben an ihres Nachbars Eigenthum, zur Ausführung kommt, so muß in kurzer Zeit unser Staatenverband sich zu einem wahren Paradies von Schurken umgestalten.

Was Joshua Brigham betrifft, so sah ich ihn denselben Abend nicht wieder, da er mit Einbruch der Nacht Urlaub nahm und die Farm verließ. Wohin er ging, weiß ich nicht; aber zu welchem Zwecke er sich von uns entfernte, konnte mir nicht länger ein Geheimniß sein. Da sich die Familie zeitig zur Ruhe begab und auch wir uns sehr ermüdet fühlten, so hatten alle Hausgenossen schon um neun Uhr ihr Lager aufgesucht, und erfreuten sich, wenn ich von mir selbst einen Schluß auf Andere ziehen darf, bald eines tiefen Schlafes. Bevor ich übrigens Miller »gute Nacht« sagte, erzählte er mir von dem Meeting des nächsten Tages, und theilte mir seine Absicht mit, demselben anzuwohnen.


 

 << Kapitel 13  Kapitel 15 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.