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Rainer Maria Rilke: Die vierundzwanzig Sonette der Lou

Rainer Maria Rilke: Rainer Maria Rilke: Die vierundzwanzig Sonette der Lou - 4. Sonett
Quellenangabe
title4. Sonett
typepoem
authorLouïze Labë
translatorRainer Maria Rilke
publisherInsel Bücherei
volume222
year1948
senderhille@abc.de
created20030418
firstpub1918
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Rainer Maria Rilke

Die Vierundzwanzig Sonette der Louïze Labë

SONNET IV

  

DAS VIERTE SONETT

DEPUIS qu'Amour cruel empoisonna
Premierement de son feu ma poitrine,
Tousiours brulay de sä fureur diuine,
Qui un seul iour mon cœur n'abandonna.
SEITDEM der Gott zuerst das ungeheuer
glühende Gift in meine Brust mir sandte,
verging kein Tag, da ich davon nicht brannte
und dastand, innen voll von seinem Feuer.
Quelque trauail, dont assez me donna,
Quelque menasse et procheine ruine:
Quelque penser de mort qui tout termine,
De rien mon cœur ardent ne s'estonna.
Ob er mit Drohungen nach mir gehascht,
mir Mühsal auflud, mehr als nötig, oder
mir zeigte, wie es endet: Tod und Moder,
mein Herz in Glut war niemals überrascht.
Tant plus qu'Amour nous vient fön assaillir,
Plus il nous fait nos forces recueillir,
Et tousiours frais en ses combats fait estre:
Je mehr der Gott uns zusetzt, desto mehr
sind unsre Kräfte unser. Wir verdingen
nach jedem Kampf uns besser als vorher.
Mais ce n'est pas qu'en rien nous fauorise,
Cil qui les Dieus et les hommes.mesprise:
Mais pour plus fort contre les fors paroitre.
Der uns und Göttern übermag, ist denen
Geprüften nicht ganz schlecht: er will sie zwingen,
sich an den Starken stärker aufzulehnen.
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