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Quickborn II

Klaus Groth: Quickborn II - Kapitel 91
Quellenangabe
typepoem
booktitleQuickborn II
authorKlaus Groth
year1898
firstpub1853
publisherLipsius & Tischer
addressKiel / Leipzig
titleQuickborn II
pages350
created20170207
sendergerd.bouillon@t-online.de
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An den vlaamschen Dichter Pol de Mont.Durch die neuplattdeutschen Schriftsteller, besonders durch Klaus Groth, sind die flämischen Belgier sich der Sprach- und Blutsverwandtschaft mit den Niederdeutschen wieder bewußt geworden. Seit der Kampf mit dem wallonischen Franzosentum in Belgien ernsthaft geworden ist, betrachten die flämischen Schriftsteller die zehn Millionen Plattdeutsche wie eine Rückenstärkung. »Dietsche Bewegung« ist das Losungswort, unter dem seit zwanzig Jahren von nahmhaften Belgiern, wie Dr. Hansen in Antwerpen, Prof. Heremans in Gent u. A. für eine engere Verschmelzung der verwandten Idiome durch eine gemeinsame Orthographie gearbeitet wird. Diesen schließt sich Pol de Mont, dem für seine erste Gedichtsammlung der belgische Königspreis gewährt wurde, begeistert an: Bün Kind vun't sülwe Blot.

Du dütsche Skald, du edle Fründ
Du fri un stolt Gemoth –
Di lev un gröt ik – nimm min Hand:
Bün Kind vun't sülwe Blot!
                                Pol de Mont.

        As drück en Broder mi de Hand,
De wedder kumt int Vaderland,
As wenn en Nawer mi begröt,
So klingt mi, junge Fründ, din Leed.

Weer dat de Ton nich, den ik hör,
As ik to Hus bi Moder weer?
Se wuß to singn ut fram Gemöth
Vun Leid un Lust, vun sur un söt.

Ol Leeder weern dat, de se sung,
En Ton weer't, de to Harten gung,
Un wat ik nös inn Lȩben hör –
Nix keem mi an, wat so mi röhr!

Wul hör ik oft en högern Ton,
De grote Welt de klung dervon;
Doch mi weer jümmer so to Sinn,
As fȩhl, ik weet ni wat, darin. 223

Do heff ik lurt un horcht un söcht
Na dissen Ton, so wahr un echt,
Un drop ik em – du weerst alleen,
Min Modersprak, du klungst so schön!

Doch leegst du slapen un to dröm',
As Vageln abends in de Böm.
De grote Welt rund herum:
Din Mund weer slaten, du weerst stumm.

Doch hör! Wat schallt dar ut de Feern?
Dar is din egen Stimm to hörn! –
De Vlaamschen Sängers de sünd wak
Dat is se sülbn, uns Modersprak!

Dat is de Ton, wona ik söcht,
Dat sünd de Leeder, tru un echt,
Dat is de Klang, as ik em hör,
Do ik as Kind bi Moder weer.

Uns egen Slach! Uns egen Blot!
Mi is, as war dat Hart mi grot! –
Du, Jüngste, reck mi mal de Hand:
Willkam' int plattdütsch Holstenland!


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