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Quickborn II

Klaus Groth: Quickborn II - Kapitel 129
Quellenangabe
typepoem
booktitleQuickborn II
authorKlaus Groth
year1898
firstpub1853
publisherLipsius & Tischer
addressKiel / Leipzig
titleQuickborn II
pages350
created20170207
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Briefwechsel in Sonetten

zwischen dem Heedelberger Draguner-Wachtmeester (Heinz Dewils)
und dem Holsteiner Kaptein Weenke (Klaus Groth)Das unter dem Titel: »Der Heedelberger Draguner Wachtmeester, ein humoristisch-satirisches Saldotebild von Heinz Dewils« in Pfälzer Mundart, (München, Braun und Schneider 1870) erschienene Buch des ihm unbekannten Verfassers empfahl der Dichter in der »Flensburger Norddeutschen Zeitung.«

I.
Der Wachtmeester preist die Disziplin.

        Es isch gefehlt, wann man zu Heldethote
Den Mann erscht soll von seinem Strohsack ziehn,
Wenn beem Appell Trumpet un Trumle ihn
Zum Waffedienscht for seinen Chorförscht lode.

Wann man's befiehlt, muß er im Blut sich bode,
Und wird er auch darüber selber hin;
Deswege isch und bleebt die Dischziplin
Ä wohrer Himmelssege for Saldote:

Wo Dischziplin im Regament thut walte,
Isch jede Schlacht so viel als wie gewunne:
Sie halt die Leut zusamme wie die Klette;

Sie wehrt der Juchend, animiert die Alte,
Mit gleecher Streng nach obe und nach unne
Und drangsaliert die Faule und die Fette.

Heinz Dewils.

II.
Kaptein Weenke dankt den Wachtmeister vær sin schöne Bok.

        Ik dank ok vȩlmals vær dat schöne Bok!
Dar 's Disziplin in! un dat is to laben!
De is so nödig in de Kunst dar baben
As nedden hier! un selten is se ok. 257

Kumt mennig Bengel in sin wullen Dok,
De Stȩweln kum mal wuschen in den Graben,
Un meent dat Sȩgeln is man as dat Draben!
Un is en Rind! un dünkt sik ossig klok!

Denn segg ik awer: Juchen! opgepaßt!
Süh! Dit is dat Ror! un dit – dat is de Mast!
Un dit Dings hier hinut, dat is de Klüwer!

Nu dal, un wasch di! – Denn bi solken Knast,.
Ik segg, Wachtmeister, hölpt keen Nasenstüwer.–
Nȩ! Disziplin! un mit dat Enn en Hiewer!

Klaus Groth.

III.
Der Wachtmeester antwortet an die Adresse von Klaus Groth.

        For's Erscht muß ich Euch freundlich salutire,
Weil Ihr, statt mich vom Per hera zu reeße,
En ganz vernünftge Minsche häbt geheeße,
Der es versteht, de Pegasus longiere.

So loß ich mich am liebschte recensiere:
Wann Generäls mich lobe thän und preese
Und sich im Dienscht nit gor zu streng erwese,
Mög mich meenthalbe ä Kaprol schimpfiere.

Wos will denn solch ä Wieblinger Schulmeester,
Wenn mol Klaus Groth sägt, daß ich gut geschriebe?
Was will denn noch ä Magischtrotrothschreeber,

Ä Ochsewerth und alle Höllegeester
Zu Heedelberg und gor zu Mannheem drübe? –
Ich schreeb for Mannsleut, nit for olte Weeber!

Hein Dewils. 258

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