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Pythagoras

Egmont Colerus: Pythagoras - Kapitel 23
Quellenangabe
pfad/colerus/pythagor/pythagor.xml
typefiction
authorEgmont Colerus
titlePythagoras
publisherPaul Zsolnay Verlag Wien
printrun11.?15. Tausend
year1951
firstpub1924
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20090615
projectidc977bf57
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XXIII

Das kleine Amphitheater, das den größten Teil des Jahres in seinem steinernen Halbkreise verlassen dalag, so daß zwischen den polierten Quadern Gras emporwucherte, bot plötzlich ein buntes Bild lebendigen Ereignisses. Eine ansehnliche Schar prächtig gekleideter Jünglinge belebte die Stufenfolge der Sitzreihen. Sie betrugen sich alle sehr ungezwungen, die gekommen waren, den Unterricht des weisen Pythagoras zu hören. Noch standen sie in wahllosen Gruppen umher, plauderten und lachten und besprachen Liebeshändel und Zechgelage.

Trotzdem herrschte sogleich artiges Schweigen und gute Zucht, als Pythagoras auf der Szene erschien und mit freudigem Stolze die große Zahl seiner Schüler übersah. Noch mehr aber wirkte seine Stimme, die klar und volltönend den weiten Raum beherrschte und auch im Inhalte der Rede unmittelbar zu den Seelen der Vielen sprach. In kurzen Sätzen zeigte der Lehrer die Ziele, zu denen er sie langsam hinanführen wollte und vergaß auch nicht, die Schwierigkeiten und Mühsale zu erwähnen, die vor der Erreichung dieser Endpunkte des wahren Wissens drohten.

Ungeheuchelter Beifall lohnte den Redner. Aufgeräumt über die seltsame Abwechslung im Einerlei des Erwerbslebens, der Politik und der Vergnügungen, gingen die Jünglinge nach Hause und es schien fast, daß der Weise heute schon eine feste Brücke zwischen seinem Wollen und den Wünschen der Jugend geschlagen habe.

Doch es schien nur so; denn als der eigentliche Unterricht begonnen hatte, als sich die Trockenheit und Unzugänglichkeit der Aufgaben häufte, als sich Fragende mit den ungereimtesten Anliegen zu melden begannen und sich außerdem die Schar der Zuhörer merklich lichtete, mußte Pythagoras zu seinem Schmerze einsehen, daß er vielleicht, trotz aller Vorsicht, doch noch die Aufnahmsbereitschaft der oberflächlichen Söhne samischer Kaufmannsgeschlechter überschätzt habe. Zudem ereigneten sich sogar schon Fälle, in denen Fragen bei den Hörern unziemliches Gelächter hervorriefen, so daß der Philosoph den Verdacht nicht unterdrücken konnte, man habe es auf eine zwar harmlose, trotzdem jedoch bübische Witzelei abgesehen.

Um alle diese Störungen zu beseitigen, die er zudem auch zum guten Teile seiner mangelnden Erfahrung im Unterrichte größerer Hörerschaften zuschrieb, beschloß Pythagoras, den Vortrag der mathematischen und sternkundlichen Gegenstände abzubrechen und sofort zur Theogonie, zur Lehre von den Urgöttern und ihrer Entstehung, überzugehen. Und er machte diese Absicht bekannt. Ein Erfolg zeigte sich darin, daß sich die Zahl der Zuhörer in den nächsten Tagen wieder zusehends erhöhte. Das Betragen lockerte sich jedoch womöglich noch mehr.

Nun war der Priester Pythagoras, der Weltkreisdurchwanderer, der sein ganzes bisheriges Leben dem Wissen um das Göttliche geweiht hatte, durchaus nicht gesonnen, die letzten Ergebnisse seiner Mühen von Epheben verunglimpfen zu lassen, und er wies die Störer, die, wie überall, nur eine verschwindende Minderheit darstellten, in ernsten und unzweideutigen Worten zurecht und hielt ihnen vor, daß sie wenigstens an der Schwelle des Göttlichen ihrem kindischen Treiben Einhalt gebieten sollten. Außerdem habe er schon wahrgenommen, sagte er weiter, daß sich die samische Jugend von den anderen Hellenen ganz besonders durch Üppigkeit und Leichtsinn unterscheide, was einer Stadt, die so nahe den Einfallspforten der Barbaren liege, schlecht anstehe.

Einer der Störenfriede aber fragte, bleich vor Zorn, in höhnischem Tone, ob der erhabene Lehrer der Weisheit ihm eine Erwiderung gestatte. Als Pythagoras antwortete, daß er das Recht näherer Erklärung jedem seiner Schüler zubillige, stellte sich der vorlaute Ephebe in eine Pose, die ersichtlich die Art des Lehrers nachahmen sollte, und begann:

»Jünglinge von Samos! Ihr habt gehört, was man euch zumutet! Seid aufrichtig und verleugnet eure Feigheit, die anscheinend ›die Üppigkeit und den Leichtsinn‹ noch übersteigt. Antwortet mir! Haben euch die Väter hiehergesandt, damit ihr Schmähungen erduldet? Nein, Freunde! Das haben wir Söhne der ersten samischen Geschlechter nicht nötig. Wir brauchen uns auch nicht mangelnder Gottesfurcht beschuldigen zu lassen, da es sehr unklar bleibt, ob diesen sonderbaren, neuartigen Göttern, von denen wir eben hörten, überhaupt irgendein Hellene Ehrerbietung schuldet. Sinnt nach, Freunde, ob ich nicht recht habe! Für uns wird Pythagoras zwar stets ein vornehmer und weiser, doch aber nur ein menschlicher Samier bleiben. Mögen ihn andere Städte für ein überirdisches Wesen halten! Wir wissen, daß er der älteste Sohn des Mnesarchos ist!«

Einige lachten. Die meisten aber waren über den frechen, herausfordernden Ton der Rede entsetzt und erwarteten nicht ohne Bangen, was sich ereignen würde.

Pythagoras aber, dessen Herz in wildem Schmerze aufpochte, rang mit aller Kraft seines Willens um Selbstbeherrschung. Denn nur höchste Würde konnte sein Ansehen und damit die Möglichkeit eines weiteren Wirkens retten.

Kurz und hart, ohne sinnlosen Zorn jedoch, rief er:

»Hinweg mit dir, Schänder des Heiligen! Daß du mich verhöhntest, verzeihe ich der Verblendung deiner Jugend. Ob dir aber die Götter vergeben, weiß ich nicht. Frage den delphischen Gott, den du vielleicht als hellenischen Gott wirst gelten lassen! Doch jetzt trolle dich! Mein Auge will dich nicht mehr sehen!«

»Ich danke dir, Liebhaber der Weisheit, für die Erlösung von der Langeweile deines Unterrichtes!« schrie der Vorlaute, vor Wut bebend, mit verzerrtem Antlitze zurück. Dann sah er sich, um Gefolgschaft werbend, noch schnell im Kreise um und verließ ohne Gruß das Amphitheater, über dem das dumpfe Schweigen peinlicher Erregung lag.

Pythagoras aber versuchte, durch die hoheitsvolle Ruhe seines weiteren Vortrages die Herzen der Jünglinge vor Ansteckung zu bewahren. Und es gelang ihm auch durch die hinreißende Kraft seiner Rede, die Epheben bis zum Ende des Unterrichtes im Banne zu halten. Dann zerstreuten sie sich in tiefem Nachsinnen und flüsterten einander ihre Meinungen und Pläne zu.

Der Philosoph hielt den Anlaß für hinreichend wichtig, um ihn noch am nämlichen Tage in der Ratsversammlung vorzubringen und die versammelten Stadthäupter zu bitten, auf die Jünglinge Einfluß zu nehmen, damit nicht Samos in kommenden Zeiten ein Sitz von Zuchtlosigkeit und Verwilderung der Sitten werde.

Man hörte ihn schweigend an. Sein Erstaunen aber verwandelte sich in Entsetzen, als hintereinander mehrere Räte das Wort ergriffen und Anwürfe gegen ihn erhoben, die nur in der Form, nicht im Inhalte von den Angriffen des frevelhaften Epheben abwichen. Er sollte, sagte man, die Freiheit und Würde seiner Schüler höher halten, da er ja nur zum Lehrer der Weisheit und nicht zum Bewahrer der Sitten bestellt sei. Selbstverständlich mißbillige man die unentschuldbare Frechheit des Jünglings. Doch müsse man wieder den Kern seiner Meinung als nicht ganz unbegründet hinstellen. Auch zahlreiche ernste Männer der Stadt seien mit der neuen Götterlehre durchaus nicht einverstanden, da sie sich mehr als billig vom wahren Glaubenskreise des hellenischen Volkes unterscheide. Deshalb rate man ihm, die allgemeine Ansicht nicht durch überflüssige Neuerungen zu verwirren und eingedenk zu bleiben, daß er in seiner Vaterstadt, auf hellenischem Boden nicht als ägyptischer Priester zu ägyptischen Schülern, sondern als hellenischer Lehrer zu hellenischen Jünglingen spreche. Schließlich möge er seinen Mitbürgern nicht dafür grollen, daß sie sich nicht in die vielfältige Weltansicht eines Weitgereisten hineindenken könnten. Für äußere Zucht aber würde man schon Sorge tragen. Ebenso für strenge Bestrafung des Übeltäters – vorausgesetzt, daß auch er das Seinige zur Beruhigung der Gemüter beitrage und in Zukunft nicht zu sehr vom Gesichtskreise eines echten Hellenen abweiche.

Pythagoras erwiderte kein Wort, sondern verließ gesenkten Hauptes die Ratsversammlung, die seine Abwesenheit sofort dazu benützte, die heftigsten Angriffe gegen ihn zu erheben. Insbesondere wurde wieder und wieder sein Schweigen als nie dagewesener Hochmut gegeißelt und die Gefährlichkeit, ja Ruchlosigkeit seiner Götterlehre hervorgehoben. Einer seiner wenigen Verteidiger stellte den Antrag, das delphische Oraikel über die Schädlichkeit seiner Ansichten zu befragen. Der Antrag wurde jedoch mit der Begründung verworfen, daß man den pythischen Gott nicht mit solch geringfügigen Angelegenheiten, wie sie die Glaubensansicht eines Privatmannes sei, belästigen dürfe. Schließlich ging man auseinander, und kaum einer war frei von Zorn und Gehässigkeit. Sosehr hatte man sich in die Wut hineingeredet.

Aiakes aber, der junge Tyrann, an den sich Pythagoras nach den Anwürfen in der Ratsversammlung sogleich gewendet hatte, versuchte den Weisen zu trösten und bat ihn, seine Tätigkeit ruhig fortzusetzen. Falls weiter Widerstand geleistet würde, werde er die Weigerung als Beleidigung seiner eigenen Person und als Mißachtung seines Befehles auffassen und demgemäß vorgehen. Doch sei es dazu sicherlich weit hin. Die Samier blieben eben stets ein wankelmütiges, scheelsüchtiges Volk, das keine noch so wohlgemeinte Maßregel ruhig und dankbar hinnehmen könnte.

Als Pythagoras am nächsten Morgen zur gewohnten Stunde die Szene des Amphitheaters betrat, gähnte ihm das Hemikyklion der Sitzreihen in unterbrechungsloser Leere entgegen. Zuerst nahm er es als Zufall, da er unterwegs einigen Gruppen seiner Schüler begegnet war und auch wahrgenommen hatte, wie mehrere Epheben vor dem Eingange, der für die Lernenden bestimmt war, im Gespräche umherstanden. Da jedoch die Zeit, Herzschlag für Herzschlag, vorrückte und sich noch immer keiner der Hörer zeigte, wurde es im Gemüte des Pythagoras furchtbare Gewißheit, daß hier Werke unterirdischer Bosheit und Rachsucht im Begriffe waren, das Ziel, das er nicht einmal selbst gewählt hatte, zu zerschmettern.

Dazu also hatte er die Nymphenruhe des Haines, das erste Aufkeimen umwälzender Entdeckungen im Stich gelassen? Dazu, daß er zusehen mußte, wie die edelsten Söhne seiner Vaterstadt in toller Verblendung die Lehre der Urgötter verhöhnten und den Lehrer der Weisheit dafür straften, daß er es gewagt hatte, Zucht und Ordnung von ihnen zu verlangen?

Nein! In dieser Stadt hatte er nichts mehr zu suchen! Diese von den Barbaren halb unterjochte Stätte sollte sich nur ganz dem Unheil ausliefern, wenn sie es um jeden Preis wollte.

Und eine Verzweiflung, eine Kränkung, wie er sie selbst an den Tiefstpunkten seines bisherigen Erlebens nicht gefühlt hatte, überkam ihn. Da ja doch sein innerstes Gemüt mit Urkraft erkannte, daß es die Stadt seiner Eltern, seiner Geschwister, die Stätte seiner Jugendhoffnungen war, die in solch schnödem Undank sein Streben zurückstieß; die Stadt, für die in erster Reihe der frühe Drang seines Gottsuchens alle Mühen und Gefahren der Wanderschaft auf sich genommen hatte. Was ihm hier verwehrt wurde, konnte kein Volk, keine Stadt des Erdkreises ihm voll ersetzen. Das wußte er mit so grausamer Deutlichkeit, daß der Schmerz ihn plötzlich überwältigte; daß er in den Lehnen des Marmorsitzes, von dem aus er zu lehren pflegte, zurücksank.

In wirren Ringen kreisten seine aufgelösten Gedanken. Schwindel erfaßte ihn. Und wie Bruchstücke von Träumen tauchten sonderbar leuchtende Glücksmomente seines Lebens vor ihm empor, um sofort wieder in unsagbarer Traurigkeit zu ertrinken. Wildes Sausen durchtoste sein Gehör und die Pulse seiner Schläfen hämmerten. Bis plötzlich, wie aus unerreichbaren Fernen daherschwebend und schnell wieder verwehend, der vertraute Klang einer Hirtenflöte das Brausen seiner Ohren langsam übertönte und von allen Seiten zugleich das Klimpern der Bleche heranschellte.

Da löste sich die zerfaserte Wildheit seiner Fieberträume zu ruhigem Versinken und sein zerstörtes Gemüt gab sich für lange, unendlich lange Zeit der Erinnerung an die seligste Ruhe hin, die er bisher genossen hatte. Und er schlug – wie er wähnte, noch innerhalb des Raumes seiner Gesichte – langsam die Augen auf.

Wieder starrte ihm die Leere des Amphitheaters entgegen, doch nicht drohend und unheilschwanger diesmal, sondern nur kalt und teilnahmslos. Und plötzlich nahm er durch flirrende Schleier wahr, daß in den höchsten Stufenreihen einsam und wie leblos ein herrlicher Jüngling stand, dessen eherne Glieder kein Gewand bedeckte.

»Wer bist du? Wie ist dein Name?« gellte er, ohne es zu wollen, in die Leere hinaus und erschrak sosehr über das scharfe Echo, das sein Ruf weckte, daß kalte Schauer ihn umkrallten.

Von oben aber antwortete es voll und mächtig:

»Pythagoras nennen sie mich, o erhabener Lehrer der Weisheit!«

»Du Pythagoras?« schrie der Weise in letzter, atemloser Anstrengung auf. Dann schloß er wieder die Augen.

Sogleich aber wuchs der eherne Leib des nackten Jünglings zu riesenhafter Größe und berührte schon mit dem Haupte den Rand des Himmelsgewölbes. Und eine sonderbar heiße flüsternde Stimme raunte dem Pythagoras zu:

»Sahst du das ungeheure Vorzeichen, Freund der Weisheit? Kennst du die Deutung? Alle Schüler haben dich verlassen. Nur Pythagoras, du selbst, Doppelgänger deines Wesens, bist dein Schüler geblieben. Du selbst bist dein letzter und einziger Schüler! Jeder ist nur sein eigener Schüler! Das wollte dir der Gott künden, als er in all seiner Herrlichkeit sich deinem Auge enthüllte!«

Und die Sinne schwanden ihm vollends. Plötzlich aber strich eine holde, liebkosende Hand über seine Stirne, er fühlte sich von sehnigen Armen gehoben und gestützt, und die Kraft dieser Berührung war so übermächtig, daß mit einem Schlage die Starre von seinem Körper wich und ein Strom wachen Bewußtseins ihn zur völligen Klarheit zurückriß.

Da schlug er zum zweiten Male die Augen auf und sah in das strahlende Antlitz des Hirtenknaben, dessen brauner nackter Leib im Lichte der scheitelrechten Sonne schimmerte. Und er hörte, wie die Bleche der Lämmer klingelten, und erblickte einige der Schafe, die sich in ausgelassenem Klettern auf den Stufen des Amphitheaters tummelten.

Pythagoras wollte den Mund zu einer Frage öffnen, als sanft, doch heischend der Jüngling ihm zuvorkam und sagte:

»Du sollst nicht sprechen, jetzt noch nicht, erhabener Herr! Denn allzu furchtbar war das Gellen deiner Stimme, das den steinernen Halbkreis durchschütterte, als du mich nach meinem Namen fragtest.«

Pythagoras aber, in dessen Gedankenräumen durch diese Worte wieder aufs neue tolle Wirbel jagten, stieß hervor:

»Ich fragte dich? Dich? Hier? Im wachen Zustande?« Und als der Knabe Bejahung nickte, setzte er fort:

»Wie heißt du? Sag es noch einmal! Sag mir noch einmal, wie du heißt?«

Da sah ihm der Schäfer furchtsam und bangend in die Augen und antwortete stockend:

»Man nennt mich Pythagoras, den Sohn des Eratokles. Zürne dem elenden Hirten nicht, daß er den gleichen Namen führt wie du, der große, einzige Weise. Deshalb auch wagte ich nie, dir davon zu sagen, und war glücklich, daß du mich bis heute niemals fragtest!«

Über dem Antlitz des Philosophen aber lag plötzlich ein überirdisches Leuchten des Glückes. Heiß drückte er den Jüngling an sich und küßte ihn auf die reine glatte Stirne. Dann sagte er leise und geheimnisvoll:

»Jetzt verstehe ich erst das Vorzeichen des Gottes! Was verblendete mich ein toller Wahn zur Hoffnungslosigkeit? Was gaukelte mir die Schwäche des Körpers und Gemütes vor? Du bist Samos, o Ephebe Pythagoras! Du bist Samos!

Und dieses wahre, reine Samos, dieses Samos, das in der Frische der Bergmatten der Sonne, dem Winde und dem Inselmeere verschwistert ist, hat mich durch dich als Lehrer und Führer gegrüßt.

Heil mir und dir! Meine Heimatstadt hat mir durch dich allen Dank, allen Lohn abgetragen. Was scheren mich noch jene weichlichen, geputzten und gesalbten Jünglinge, die das Göttliche nie sehen werden, weil sie sich längst von der Gemeinschaft mit allen Bruderwesen losgerissen haben?

Den Boden dieser Insel werde ich verlassen! Du aber sollst mit mir kommen, Pythagoras, Sohn des Eratokles, da dort mir Samos sein wird, wo du weilst! Willst du mir folgen, Ephebe?«

Da legte statt einer Antwort, schimmernde Tränen der Freude in den Augen, der Jüngling still sein Haupt auf die Knie des Weisen und preßte sie an sein heißes Antlitz. – – –

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