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Prosaskizzen

Peter Altenberg: Prosaskizzen - Kapitel 199
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authorPeter Altenberg
titleProsaskizzen
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Volksgarten-Jungfräulichkeit

(in "Nachfechsung", Berlin 1916)

Pfingstsonntag, sieben Uhr morgens. Mit einem Spritzschlauch wird er ausgiebigst beregnet. Niemand genießt ihn noch. Er ist unnötig schön, unnötig Friede gebend. Der düsterrote Azaleenstrauch war gestern abends schöner, romantischer. Es gehören Menschen herein, Kinder, Bonnen, ja sogar Liebespaare. Dann hat es einen Zweck, daß er schön ist. Für Dichter braucht man keine Gärten anzulegen, die dichten bekanntlich auch in Dachkämmerchen. Später kam eine gelbe Leberleidende, um im »Pavillon« Karlsbader zu trinken. Daß sich alle Menschen die Gesundheit so bequem wieder richten wollen!? Dreißig Jahre vorher diät leben! Im jungfräulichen Volksgarten, sieben Uhr, findest du höchstens »stupide Hoffnungsfreudigkeit«! Und dann, diese kleine kleine Oase in dieser Häuserwüste »Stadt«! Wie eine Nachtigall, der man in den Käfig ein grünes Büschlein steckt, auf daß sie diesen Wald ansinge mit ihren süßen Klagetönen!

 


 

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