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Prosaskizzen

Peter Altenberg: Prosaskizzen - Kapitel 176
Quellenangabe
typesketch
authorPeter Altenberg
titleProsaskizzen
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Sport

(in "Fechsung", Berlin 1915)

Wenn ich so Wintersportsleuten, edlen zarten Damen, stundenlang zuhöre, schaudert es mich! So wenig, so kläglich wenig stilles idyllisches romantisches Glück am schönheitsprangenden Frieden der Natur! So viel strenger lächerlicher Egoismus und schäbige Befriedigung, ob man über eine Fläche, auf der man drei Stunden lang hinaufstapfte, in fünf Minuten wieder heruntersauste! Natur als Zirkus, als Manege! Wie wenn jemand sagte: »Nach Beethovens Neunter krieg ich immer so einen gesunden Appetit zum Nachtmahl!« Wie ist es, daß euch schneebedeckte Wiesen, kahle Bäume und Notschrei der schwarzen Krähe nicht edel-trübsinnig machen und zugleich erhoben über das lügereiche Leben, das ihr führt trotz allem?! Es ist, weil ihr selbst die tiefe Poesie der Winterlandschaft in eure schamlos harten Dienste zwängt! Sich hingeben kennt ihr nicht! Sich verlieren! Ihr seid euch zu wichtig!

 


 

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