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Prosaskizzen

Peter Altenberg: Prosaskizzen - Kapitel 17
Quellenangabe
typesketch
authorPeter Altenberg
titleProsaskizzen
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Berühmtheit

(in "Bilderbögen des kleinen Lebens", Berlin 1909)

Wir waren einmal, eine größere Gesellschaft von Künstlern, in einem Champagnerpavillon in ›Venedig in Wien‹ im heurigen Sommer. Drei süße Mädchen setzten sich sogleich zu uns. Jemand aus der Gesellschaft sagte zu ihnen: »Kinder, wißt's ihr denn nicht, in wessen Gesellschaft ihr heute die Ehre habt zu sitzen?! Dieser Herr da ist doch der berühmte Maler Gustav Klimt!« »So – – –«, sagten die Mädchen nonchalant. Da kam ein viertes Mädchen hinzu und sagte: »Kinder, wißt's ihr, wer der is?! I erkenn' ihn ganz genau wieder – – –.« »Ah, was geht das uns an, von uns aus soll er sein, wer er will –.« »Aber, dös is doch der Herr, der heuer im Winter im Casino de Paris zwölf Flaschen Charles Heidsieck gezahlt hat!« »Was, dös is der?! Richtig! Jetzt erkenn' ich ihn! Sie, Herr berühmter Maler, Sie sollen leben!«

P.S. Der Vertreter von Charles Heidsieck sagte einmal zu mir in einer vorgerückten Stunde: »Du, Peter, ich bin nur neugierig, ob du meine Firma einmal in eine deiner Skizzen wirst hineinbringen?! Peter, dann kannst du saufen, so viel du willst!«

Nun hoffe ich also mit einiger Berechtigung, saufen zu können. Es war allerdings damals in der Klimt-Affäre gar kein Charles Heidsieck, sondern Pommery gewesen. Aber da er ebenso gut ist, und man überdies noch zu saufen bekommt dafür?!

 


 

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