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Prosaskizzen

Peter Altenberg: Prosaskizzen - Kapitel 126
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typesketch
authorPeter Altenberg
titleProsaskizzen
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Nachmittag in den Badener städtischen Anlagen oberhalb des Kurparkes

(in "Nachfechsung", Berlin 1916)

Der Nachmittag ist anders wie der Vormittag im Walde. Ha, welche tiefe eigenartige Weisheit und Erkenntnis! Wie ein nüchterner frischer Mensch und wie ein satter ermüdeter ist es! Vormittags Leben, Leben, nachmittags Ruhe, Ruhe! Man erwartet die Abendkühle, die Abendfeuchtigkeiten, Alles erwartet es, sogar der Teich, dem es doch wirklich alles eins sein könnte! Die Blutbuche erschimmert Venen-düster-rot, während sie vormittags noch Arterien-hellrot erglänzt hatte. Die lila Tulpen sind fast schwarz geworden, »Betula alba« ist mehr gelblich geworden als weißglänzend. Ganz gleich bleibt sich nur der Wasserfall im Farrenwalde und alles Immergrün, deshalb heißt es auch wahrscheinlich so. Der edle Düster-Wald bleibt edel-düster, so oder so, Stimmungen können ihm Gott sei Dank nichts anhaben, während die anderen leider abhängig sind von hilfreichen Sonnenbädern, Lichtbädern! Der Nachmittag heißt: »Schläfer in den Wiesen«, der Vormittag heißt: »Frische Hoffnung wegen nichts und wieder nichts!«

 


 

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