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Portugiesische Sonette

Elizabeth Barrett-Browning: Portugiesische Sonette - Kapitel 38
Quellenangabe
typepoem
authorElizabeth Barrett-Browning
titlePortugiesische Sonette
publisherGeorg D. W. Callwey
printrunZweite Auflage
year1912
translatorHans Böhm
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150627
projectid535789c6
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36.

Als wir zuerst in Liebe uns gefunden,
Da hab ich nicht mit Marmor drauf gebaut.
Konnt sie denn dauern wollen, eine Liebe,
Die also schwebte zwischen Leid und Leid?

Nein, ich erbebte, jedem Licht mißtrauend,
Das mir den Pfad vergolden wollt', und wagte
Auch nicht um Fingersbreit' mich vorzulehnen.

Zwar wurd' ich stark und ruhig seit der Zeit,
Und doch will Gott wohl, daß ich immer wieder
Mich ängste, die verschlungnen Hände möchten
Nicht ewig halten, dieser unser Kuß
Müßt' einmal zwischen kaltgewordnen Lippen
Zu Boden sinken, gleichwie herrenlos.
Sei Trug, o Liebe, wenn, um einen Eid
Zu halten, er ein Glück verlieren müßte,
Das einstens ihm sein Lebensstern verhieß.

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