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Portugiesische Sonette

Elizabeth Barrett-Browning: Portugiesische Sonette - Kapitel 34
Quellenangabe
typepoem
authorElizabeth Barrett-Browning
titlePortugiesische Sonette
publisherGeorg D. W. Callwey
printrunZweite Auflage
year1912
translatorHans Böhm
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150627
projectid535789c6
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32.

Als über deinem Liebesschwur die Sonne
Zum erstenmal aufging, dacht ich des Mondes,
Der wieder lösen müsse diese Fäden:
Sie schienen allzu bald und rasch geknüpft,
Als daß solch ein Gelübde dauern könne.
Wer rasch liebt, meint ich, ist es rasch auch leid,
Und sah ich auf mich selber, so schien ich
Mir keine für Solch eines Mannes Liebe;
Mehr eine abgenutzt verstimmte Geige,
Mit der steh zum Verdruß ein guter Sänger
Sein Lied verdürbe, und die, schnell ergriffen,
Beim ersten Mißton hingeworfen wird.
Nicht mir hab Unrecht ich damit getan,
Doch dir. Denn unter Meisterhänden strömt
Auch aus verdorbnem Werk ein reiner Klang,
Und hohe Seelen tun mit einem Griff
Die große Tat und ... eine kleine Narrheit.

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