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Portugiesische Sonette

Elizabeth Barrett-Browning: Portugiesische Sonette - Kapitel 17
Quellenangabe
typepoem
authorElizabeth Barrett-Browning
titlePortugiesische Sonette
publisherGeorg D. W. Callwey
printrunZweite Auflage
year1912
translatorHans Böhm
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150627
projectid535789c6
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15.

O klage mich nicht an, weil ich vor dir
Ein allzu still und traurig Antlitz trage;
Denn wir zwei blicken zwei verschiedne Wege,
Und nicht dasselbe Sonnenlicht kann uns
Um Haar und Stirne sein.

Du blickst auf mich
Ganz ruhig und getrost, wie auf die Biene,
Die ein Kristall umschließt. So hat das Leid
Mich in der Liebe göttlichen Kristall
Fest eingeschlossen; und die Flügel rühren
Und in die Lüfte fliehn war' ganz unmöglich,
Wenn so Unmögliches ich je versuchte.

Ich aber blick auf dich, auf dich, und seh
Hinter der Liebe auch der Liebe Ende,
Hör das Vergessen jenseits des Gedenkens, –
Wie einer, der da starrt von hohem Sitz
Über die Ströme auf das bittre Meer.

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