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Physiologie des Geschmacks

Jean Anthelme Brillat-Savarin: Physiologie des Geschmacks - Kapitel 7
Quellenangabe
typetractate
authorJean Anthelme Brillat-Savarin
titlePhysiologie des Geschmacks
publisherVerlag von Philipp Reclam jun.
translatorRobert Habs
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20130716
projectid539c9440
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Physiologie des Geschmacks.
Erster Theil.

Erste Betrachtung. Ueber die Sinne.

Die Sinne sind die Werkzeuge, durch welche der Mensch sich zu den Außendingen in Beziehung setzt.

Zahl der Sinne.

1. Man muß zum mindesten sechs Sinne annehmen:

Das Gesicht, das den Raum umfaßt und uns vermittelst des Lichts über das Dasein und die Farben der uns umgebenden Körper belehrt;

Das Gehör, das durch Vermittlung der Luft die Erschütterung auffängt, welche durch die tonerzeugenden oder schallenden Körper verursacht wird;

Der Geruch, vermittelst dessen wir die Gerüche der geruchgebenden Körper auffassen;

Der Geschmack, durch welchen wir die schmeckenden oder eßbaren Körper beurtheilen;

Das Gefühl, das die Dichtigkeit und die Oberfläche der Körper zum Gegenstande hat, und endlich

Der Geschlechtssinn oder die physische Liebe, welche die Geschlechter zu einander hinzieht und die Fortpflanzung der Gattung bezweckt.

Auffallender Weise ist dieser so wichtige Sinn fast bis zu Buffons Zeiten nicht anerkannt und mit dem Gefühl verwechselt oder vielmehr zusammengeworfen worden.

Die Empfindung, deren Sitz er ist, hat indessen nichts mit dem Tastgefühl gemein, er hat seinen Sitz in einem Apparate, der ebenso vollständig ist wie der Mund oder das Auge, und das Merkwürdigste ist, daß, obschon jedes Geschlecht mit allem zur Empfängnis dieser Erfindung Erforderlichen versehen ist, doch beide sich vereinigen müssen, um den Zweck zu erfüllen, den die Natur sich vorgesetzt hat. Wenn aber der Geschmack, der doch nur die Erhaltung des Individuums zum Zweck hat, unstreitig ein Sinn ist, so muß dieser Titel mit um so größerm Rechte auch den Werkzeugen gewährt werden, die zur Erhaltung der Gattung dienen.

Gönnen wir also dem Geschlechtssinn seinen Platz unter den Sinnen, der ihm nicht verweigert werden kann, und überlassen wir unsern Enkeln die Sorge, ihm den gebührenden Rang anzuweisen Ungerührt von diesem Vertrauen und aller Galanterie unzugänglich, fahren die Männer der modernen Wissenschaft fort, den Wollust-, Geschlechts- oder Zeugungssinn als zum Gefühl gehörig aufzufassen – und das aus guten Gründen. Die durch den Geschlechtsapparat vermittelte Empfindung, welche von der Seele auf ein Außending bezogen wird und somit der vom Autor gegebenen Definition gemäß eine wahre Sinnesempfindung ist, kann nämlich nichts anderes sein als eine Tastempfindung, da die diese Empfindung vermittelnden Nervenwärzchen nach Ausweis der mikroskopischen Untersuchung in der Haut der Geschlechtstheile um kein Haar anders gebaut sind als in der ganzen übrigen Haut. Was aber das Wollustgefühl selbst anlangt, so gehört dies, da es sich auf kein Außending beziehen läßt, unstreitig zur Klasse der Gemeingefühlempfindungen. Das Gebiet des Gemeingefühls ist aber sehr umfangreich, und wenn man das Wollustgefühl einem besondern Sinne zuschreiben wollte, müßte man auch einen Wärme- und Kältesinn, einen Hunger- und Durstsinn, einen Kitzelsinn, einen Elektricitätssinn, einen Luftdrucksinn u. s. w. unterscheiden. D. Uebers..

Bethätigung der Sinne.

2. Wenn wir uns durch die Phantasie in die ersten Augenblicke des Daseins der Menschheit zurückversetzen dürfen, so dürfen wir auch annehmen, daß die ersten Sinnesempfindungen rein einfache waren, d. h. daß man ohne Schärfe sah, undeutlich hörte, ohne Wahl roch, ohne zu schmecken aß und mit roher Leidenschaftlichkeit der Liebe pflegte.

Da aber alle diese Empfindungen die Seele, das Sonderattribut der menschlichen Gattung und die immer wirksame Ursache der Vervollkommnung, zum gemeinsamen Mittelpunkte hatten, so wurden sie in diesem Centrum überdacht, beurtheilt, mit einander verglichen, und bald wurden alle Sinne zum Nutzen und Besten des sinnlichen Ichs oder, was dasselbe ist, des Individuums einander zu Hilfe geführt.

Auf diese Weise berichtigte das Gefühl die Irrthümer des Gesichts, der Schall wurde durch die articulirten Laute der Dolmetscher der Gefühle, der Geschmack nahm das Gesicht und den Geruch zu Hilfe, das Gehör verglich die Töne und schätzte die Entfernungen, und der Geschlechtssinn machte sich zum Gebieter der Organe aller übrigen Sinne.

Der Strom der Zeiten führte dann beim Hinrollen über die Menschheit unaufhörlich neue Vervollkommnungen herbei, deren stetige, wenngleich nahezu unbekannte Ursache in den Anforderungen unserer Sinne liegt, die immer und abwechselnd angenehm beschäftigt sein wollen.

So hat das Gesicht die Malerei, die Bildhauerkunst und die mannigfachen Schauspiele erzeugt;

Der Schall zur Melodie, zur Harmonie, zum Tanze und zur Musik mit all ihren Abzweigungen und Instrumenten geführt;

Der Geruch die Aufsuchung, Anfertigung und Verwendung der Wohlgerüche angeregt;

Der Geschmack die Erzeugung, Wahl und Zurichtung der mannigfachen Lebensmittel veranlaßt;

Das Gefühl alle Künste, Handwerke und Fertigkeiten geboren;

Der Geschlechtssinn aber zu allem geführt, was die Vereinigung der Geschlechter erleichtern oder verschönern kann, und zur Zeit Franz I. die romantische Liebe, die Koketterie und die Mode erzeugt, insbesondere die Koketterie, die in Frankreich geboren ward, nur im Französischen einen Namen hat, und in der die Blüte der Nationen alle Tage in der Hauptstadt der Welt Unterricht nimmt.

So seltsam diese These auch erscheint, so ist sie doch leicht zu beweisen, da man sich in keiner von den alten Sprachen mit voller Klarheit über diese drei großen Hebel der modernen Gesellschaft würde ausdrücken können.

Ich hatte über diesen Gegenstand einen besondern Dialog geschrieben, der nicht ganz übel war, ich habe ihn indessen unterdrückt, um meinen Lesern das Vergnügen zu lassen, sich einen solchen nach ihrer eigenen Weise anzufertigen. Der Gegenstand ist ganz dazu angethan, um einen ganzen Abend über den Witz und sogar die Gelehrsamkeit eines Mannes von Geist in Anspruch zu nehmen.

Wir haben oben gesagt, daß der Geschlechtssinn sich zum Gebieter der Organe aller übrigen Sinne gemacht habe; nicht weniger stark hat er auch auf die sämmtlichen Wissenschaften eingewirkt, und bei näherer Betrachtung wird man finden, daß wir gerade das Auserlesenste und Sinnreichste in den Künsten und Wissenschaften dem Verlangen, der Hoffnung oder der Erkenntlichkeit in Bezug auf die Vereinigung der Geschlechter zu verdanken haben.

In barster Wirklichkeit ist also die Genealogie der Wissenschaften, selbst der abstractesten, die, daß sie das unmittelbare Ergebnis der Anstrengungen sind, die von der Menschheit gemacht wurden, um die Sinne zufrieden zu stellen.

Vervollkommnung der Sinne.

3. Diese unsere geliebten Sinne sind aber noch weit von der Vollkommenheit entfernt. Ich werde mich nicht dabei aufhalten, den Beweis für diesen Satz beizubringen, ich bemerke vielmehr nur, daß das Gesicht, dieser so zu sagen ätherische Sinn und das Gefühl, das das entgegengesetzte Ende der Stufenleiter einnimmt, mit der Zeit bereits einen sehr bemerkenswerthen Kraftzuwachs erfahren haben.

Mit Hilfe der Brille entgeht das Auge so zu sagen der Altersschwäche, welche die Thätigkeit der Mehrzahl der übrigen Organe hemmt.

Das Teleskop hat dem Blicke Gestirne enthüllt, die bis dahin unbekannt und aller Messung unzugänglich waren. Es ist in ferne Räume eingedrungen, wo leuchtende Körper von unendlicher Größe uns nur noch wie kaum wahrnehmbare Nebelflecke erscheinen.

Das Mikroskop hat uns die Kenntnis der innern Bildung der Körper erschlossen und uns eine Vegetation und Pflanzen gezeigt, deren Dasein wir nicht einmal ahnten. Es hat uns endlich Thiere gezeigt, die hunderttausend Mal kleiner sind als das kleinste von denen, die wir mit unbewaffnetem Auge wahrnehmen. Diese Thierchen aber bewegen sich, ernähren sich, vermehren sich: das setzt Organe voraus von einer Feinheit, von der wir uns durchaus keine Vorstellung zu machen vermögen.

Die Mechanik hat auf der andern Seite die Kräfte ungemein gesteigert. Der Mensch hat vollbracht, was er nur immer ersinnen konnte, und Lasten bewegt, welche die Natur als unübersteigliche Schranken seiner Schwäche geschaffen hatte.

Mit den Waffen und dem Hebel hat der Mensch die ganze Natur unterjocht. Er hat sie seinen Freuden, seinen Bedürfnissen, seinem Gaumen dienstbar gemacht, er hat ihre Außenseite umgestaltet, und der schwache Zweifüßler ist zum Herrn der Schöpfung geworden.

Bei dieser Vergrößerung ihrer Machtvollkommenheit könnten das Gesicht und das Gefühl sehr wohl einer höhern Gattung von Geschöpfen als dem Menschen angehören, oder vielmehr die Menschheit selbst würde eine ganz andere sein, wenn alle Sinne in demselben Maße vervollkommt worden wären.

Doch darf nicht übersehen werden, daß das Gefühl, während es als Muskelkraft eine so ungemeine Ausbildung erfahren hat, als Werkzeug der Empfindung von Seiten der Civilisation fast gar nicht gefördert worden ist. Indessen darf man darum nicht verzweifeln, sondern muß bedenken, daß die Menschheit noch sehr jung ist, und daß die Sinne erst nach einer langen Reihe von Jahrhunderten ihren Wirkungskreis erweitern können.

So hat man z. B. erst seit etwa vierhundert Jahren die Harmonie entdeckt, diese völlig sinnliche Wissenschaft, die das für die Töne bildet, was die Malerei für die Farben ist Wir wissen sehr wohl, daß man das Gegentheil behauptet hat, aber diese Behauptung entbehrt der Begründung. Hätten die Alten wirklich die Harmonie gekannt, so würden sich in ihren Schriften irgendwelche genauere Mittheilungen darüber finden, statt der wenigen dunkeln Sätze, auf die man sich beruft, und die jede Folgerung gestatten.
Ueberdies kann man den überkommenen Denkmälern nichts über den Ursprung und die Fortschritte der Harmonie entnehmen. Wir verdanken diese Wissenschaft den Arabern, die uns die Orgel schenkten, ein Instrument, das zu gleicher Zeit verschiedene andauernde Töne erzeugt und auf diese Weise die erste Vorstellung von der Harmonie gab.

Ohne Zweifel verstanden die Alten den Gesang mit unison gestimmten Instrumenten zu begleiten. Darauf beschränkten sich aber auch ihre Kenntnisse: sie wußten weder die Töne auszulösen, noch deren Verhältnis zu einander zu bestimmen Die neuern Musikgeschichtschreiber sprechen sich nicht so unbedingt gegen eine gewisse Kenntnis der Alten von der Harmonie aus, sondern sind sehr geneigt, die bekannten Schiller'schen Verse:
Aber aus den goldnen Saiten
Lockt Apoll die Harmonie,
von aller Uebertreibung freizusprechen. »Die Polyphonie,« sagt u. a. Gevaërt in seiner Histoire et theorie de la musique de l'antiquité , »scheint bei den Griechen in Folge des etwas spröden, aller Sentimentalität fernen und einfacher Würde zustrebenden Idealismus des hellenischen Geistes auf der ersten Stufe der Entwicklung stehen geblieben zu sein und näherte sich offenbar der Begleitungsweise der Lautenschläger des 15. und 16. Jahrhunderts ... Mit dem Verfall der heidnischen Cultur gerieth dann die Polyphonie gänzlich in Vergessenheit, sodaß sie später – gegen das Ende des zehnten Jahrhunderts – so zu sagen neu erfunden werden mußte.« Der Uebersetzer.
.

Erst im fünfzehnten Jahrhundert wurde die Tonfolge festgestellt und das Fortschreiten der Accorde geregelt, und erst seit dieser Zeit bediente man sich derselben zur Unterstützung der Stimme und zur Verstärkung des Ausdrucks der Gefühle.

Diese verspätete und doch so natürliche Entdeckung hat das Gehör so zu sagen verdoppelt: sie hat in diesem Sinne zwei in gewisser Hinsicht von einander unabhängige Fähigkeiten nachgewiesen, von denen die eine die Töne auffaßt, während die andere den Nachklang derselben wägt und würdigt.

Die deutschen Gelehrten behaupten, wer für die Harmonie empfänglich sei, besitze einen Sinn mehr als die übrigen.

Bezüglich derer, für welche die Musik nur eine verworrene Anhäufung von Tönen bildet, ist zu bemerken, daß sie fast ohne Ausnahme falsch singen, und man muß annehmen, daß bei ihnen entweder der Hörapparat in Folge seines Baus nur kurze, der wellenförmigen Bewegung entbehrende Tonschwingungen aufnimmt, oder daß die beiden Ohren in Folge ungleicher Stimmung bei der verschiedenen Länge und Empfänglichkeit ihrer Bestandtheile dem Gehirn nur eine unbestimmte und verworrene Empfindung mittheilen, etwa wie zwei Instrumente, die weder in derselben Tonart, noch in demselben Tactmaß erklingen und auch keine zusammenhängende Melodie spielen.

Die letztverflossenen Jahrhunderte haben auch den Wirkungsbereich des Geschmacks wesentlich erweitert: die Entdeckung des Zuckers und seiner verschiedenen Zurichtungsarten, die Alkohol-Liqueure, die Eissorten, die Vanille, der Thee und der Kaffee haben uns Geschmacksempfindungen von bisher unbekannter Art zugeführt.

Vielleicht kommt die Reihe auch noch an das Gefühl und erschließt uns ein glücklicher Zufall auch noch nach dieser Richtung hin eine Quelle neuer Genüsse. Es ist das um so wahrscheinlicher, da das Gefühlsvermögen sich über den ganzen Körper erstreckt und folglich überall erregbar ist.

Macht des Geschmacks.

4. Wir haben gesehen, daß die physische Liebe sich alle Wissenschaften dienstbar gemacht hat. Sie verfährt in dieser Hinsicht mit jener Tyrannei, die ihr unter allen Umständen eigentümlich ist.

Der Geschmack, dies umsichtigere, maßvollere und dabei nicht minder starke Vermögen – der Geschmack also ist mit einer Langsamkeit, welche die Dauer seiner Errungenschaften sichert, zu demselben Ziele gelangt.

Wir werden uns an anderer Stelle mit der Betrachtung des Ganges seiner Eroberungen beschäftigen, schon hier aber dürfen wir bemerken, daß jeder, der in einem mit Spiegeln, Gemälden, Statuen und Blumen geschmückten und von Wohlgerüchen durchdufteten Saale bei den Klängen einer lieblichen Musik und in Gesellschaft schöner Frauen einem üppigen Mahle beigewohnt hat, seinen Geist nicht allzu sehr wird anzustrengen brauchen, um zu der Ueberzeugung zu gelangen, daß alle menschlichen Wissenschaften in Contribution gesetzt worden sind, um die Genüsse des Geschmacks zu erhöhen und ihnen einen passenden Rahmen zu geben.

Zweck der Sinnesthätigkeit.

5. Werfen wir nun einen Blick auf unser Sinnensystem in seiner Gesammtheit, und wir werden sehen, daß der Urheber der Schöpfung zwei Zwecke verfolgt hat, von denen der eine die Folge des andern ist, nämlich die Erhaltung des Individuums und die Fortdauer der Gattung.

Das ist die Bestimmung des Menschen, wenn man ihn in seiner Eigenschaft als Sinnenwesen betrachtet: auf diesen Doppelzweck beziehen sich alle seine Handlungen.

Das Auge schaut die Außendinge, enthüllt die Wunder, von denen der Mensch umgeben ist, und belehrt ihn, daß er ein Theil eines großen Ganzen ist.

Das Gehör erfaßt die Töne nicht blos als angenehme Empfindungen, sondern auch als Zeichen der Bewegung der Körper, welche irgend eine Gefahr verursachen können.

Das Gefühlsvermögen ist beständig rege, um durch den Schmerz von jeder unmittelbaren Verletzung Nachricht zu geben.

Die Hand, diese treue Magd, hat ihm nicht blos seinen Zufluchtsort bereitet und seine Schritte gesichert, sondern auch vorzugsweise die Dinge ergriffen, welche der Instinkt ihm als geeignet erscheinen ließ, um die durch die Erhaltung des Lebens herbeigeführten Verluste zu ersetzen.

Der Geruch untersucht diese Gegenstände, denn fast alle schädlichen Substanzen haben einen übeln Geruch.

Alsdann trifft der Geschmack die Entscheidung, die Zähne werden in Thätigkeit gesetzt, die Zunge vereint sich mit dem Gaumen zum Schmecken, und bald beginnt der Magen die Verdauung.

In diesem Zustande macht sich eine eigenthümliche Schwäche fühlbar, die Gegenstände verblassen, der Körper wankt, die Augen schließen sich; alles verschwindet, und die Sinne befinden sich in absoluter Ruhe.

Bei seinem Erwachen sieht der Mensch, daß um ihn her sich nichts verändert hat; aber ein geheimes Feuer lodert in seinem Busen, ein neuer Sinn hat sich entwickelt: er fühlt das Bedürfnis, sein Dasein zu vervielfältigen.

Dies lebhafte, drängende, gebieterische Gefühl ist beiden Geschlechtern gemeinsam. Es führt sie zusammen, verbindet sie, und wenn der Keim eines neuen Daseins befruchtet ist, können die Individuen in Frieden schlafen: sie haben die heiligste ihrer Pflichten erfüllt, sie haben die Fortdauer der Gattung gesichert Buffon hat mit allem Zauber der glänzendsten Beredtsamkeit die ersten Augenblicke des Daseins der Eva geschildert. Hier zur Behandlung eines ähnlichen Stoffs berufen, haben wir nur die einfachen Umrisse geben wollen: der Leser wird das Bild schon in Farben auszuführen wissen..

Das sind die allgemeinen philosophischen Bemerkungen, die ich vorausschicken zu müssen glaubte, um den Leser auf die speciellere Untersuchung des Geschmackssinns vorzubereiten.

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