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Physiologie des Alltagslebens

Honoré de Balzac: Physiologie des Alltagslebens - Kapitel 13
Quellenangabe
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typeessay
authorHonore de Balzac
titlePhysiologie des Alltagslebens
publisherGeorg Müller
editorW. Fred
year1912
translatorFranz Blei
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20121126
modified20171128
projectide5219d1f
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X. Der Wucherer

Diese bleiche, fahle Varietät mit einem grünen Augenschirm, der mittels eines Messingreifens über fürchterlichen Augen befestigt ist, findet sich in engen, finsteren Nebengassen in bösen Wohnungen. Hinter Kartons verschanzt, sitzen diese Rentiers in reinlich gehaltenen kleinen Bureaus und verstehen es, ihre unerbittlichen Entschliessungen in honigsüsse Phrasen einzuwickeln. Diese Rentiers sind die entschlossensten von allen: sie nehmen fünfzig Prozent auf sechsmonatliche Wechsel, wenn sie wissen, dass einer weder Knopf noch Kredit hat. Sie sind Freimaurer und lassen sich in ihrem Kostüm als Würdenträger der Grossloge malen. Die einen tragen einen grünen, zu knapp anliegenden Gehrock, der ihnen nicht weniger als ihr Gesicht eine Ähnlichkeit mit Heuschrecken verleiht, deren zirpendes Organ sie in ihrem Kehlkopf zu tragen scheinen. Andere haben den faden Ausdruck einer Kuh in den Mienen, sie gehen langsam vor und wirken widerlich süss, wie ein Abführmittel. Sie verlieren in einem einzigen Handel den Ertrag von zehn wucherischen Eskomptegeschäften und werden schliesslich so misstrauisch, dass sie abschreckend wirken. Diese Varietät lacht niemals und zeigt sich nie ohne Regenschirm; sie trägt Schuhe mit doppelten Sohlen.

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