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Pankrazius Graunzer

Otto Julius Bierbaum: Pankrazius Graunzer - Kapitel 9
Quellenangabe
typefiction
booktitleFreiersfahrten und Freiersmeinungen des weiberfeindlichen Herrn Pankrazius Graunzer
authorOtto Julius Bierbaum
year1898
publisherSchuster & Loeffler Verlag
addressBerlin und Leipzig
titlePankrazius Graunzer
pages3-5
created20011101
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1896
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VIII.
Aus einem Briefe des Amtsgerichtsrathes Kropfer an seinen Corpsbruder Herrn Peter Kahle. Handelt von Herrn Pankrazius Graunzer.

Berlin, den 10. April.

...... Ja, richtig, noch Eins! Gestern hab' ich Graunzern gesehen. Mir scheint, daß der Gute völlig am Ueberschnappen ist. Von Lebensart gar keine Spur mehr und ein Exterieur wie ein Hinterwäldler. Ganz der Vetter vom Lande: Inspektormütze, Joppe, knallende Rindslederstiefel.

»Was machst Du denn in Berlin!?« fragte ich ihn.

»Ich setze Heirathsannoncen in den Lokalanzeiger«, antwortete er.

Darauf ich: »Für einen Weiberfeind ist das ein grausamer Scherz«.

Und er: »Gar kein Scherz! Wer giebt Dir das Recht, mir scherzhafte Gedanken unterzuschieben?! Wie kommst Du dazu, mich wie eine komische Person zu behandeln? Nies' doch in Dein eigenes Taschentuch!«

Und eh' ich noch begütigend »na! na!« sagen konnte, war er weg, quer über die Straße, in einen Omnibus hinein.

Und ein Gesicht machte er, – ich sage Dir: ein Gesicht...! Jedes Schnurrbarthaar war gesträubt, und seine Augen funkelten dunkel. Du weißt, was das bei ihm zu bedeuten hat.

Dein                  
Kropfer.

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